Archiv des Stichworts „Faber-Castell”

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Faber-Castell Janus 4048

Freitag, 4. Mai 2012

Eine beeindruckende, nämlich sehr lange und deutlich konkave Spitze schneidet der Janus 4048 von Faber-Castell.

Faber-Castell Janus 4048

Mit einem A.W. Faber CASTELL 9000

Dies erreicht er dadurch, dass sein Messer durch die Schraube1 gebogen wird – eine Be­sonderheit, die ich von keinem aktuellen Spitzer kenne.

Faber-Castell Janus 4048

Der erste Spitzer mit gebogenem Messer war der patentierte Janus 4046, den A.W. Faber 1935 in Messing und Hartaluminium auf den Markt brachte2; er ergänzte die seit 1905 er­hältlichen Janus-Bleistifte3. Anfang der 40er Jahre nahm man ihn aus dem Programm, mög­licherweise aufgrund der kriegsbedingten Rationierung von Metallen. Auch Johann Faber bot ab etwa 1935 mit dem Helios 5078 einen Spitzer aus Messing mit gebogenem Messer an.

Faber-Castell Janus 4048

Ausschnitt eines Warenkatalogs von Johann Faber (um 1935)4

Der Janus 4046 wurde nach dem Krieg wieder produziert und 1965 durch den Janus 4048, ebenfalls aus Messing und Hartaluminium, abgelöst; dieser war dann bis in die frühen 70er Jahre erhältlich. Der wichtigste Unterschied zum Janus 4046 und auch zum Helios bestand in der Verschraubung. Hatten die doppelschneidigen Messer der beiden alten Modelle ein Gewinde, in dem die von der anderen Seite durchgesteckte Schraube saß, so wurde das Messer des Janus 4048 wie bei heutigen Spitzern durch eine Schraube gehalten, die sich in den Korpus drehte. – Das Messer des Janus 4048 hat eine ausgefallene Form, die sehr von der eines Standardmessers abweicht, und ist mit gut 0,3 mm noch nicht einmal halb so dick wie dieses, damit es sich biegen lässt.

Faber-Castell Janus 4048

Die in meinen Augen gelungene Form des Janus 4048 gibt die der eleganten Bleistiftspitze wieder und bietet einen guten Halt beim Spitzen. Doch auch die Nachteile sollen nicht un­erwähnt bleiben. Die durch seine Gestaltung bedingten Ecken machen ihn hosentaschen-unfreundlich, und so ist es nachvollziehbar, dass es den Janus 4048 und seinen Vorgänger auch im Lederetui gab. Zudem stellt die Geometrie der Spitze5 recht hohe Anforderungen an die Qualität des Bleistifts. Bei Exemplaren mit unzureichender Verleimung bricht das Holz an der Mine unschön weg, und weiche Minen lassen sich nur mit Vorsicht in Form bringen.

Faber-Castell Janus 4048

Von links: Spitze ab Werk, M+R 604 („Granate”), Carl Decade DE-100, Janus 4048

Muss man das Messer schärfen, ist nicht auszuschließen, dass es dabei etwas schmäler wird, sich somit weiter um die Schraube drehen kann und sorgfältig positioniert werden muss, da sich bereits Abweichungen von wenigen Zehntelmillimetern ungünstig auswirken und die Funktion des Spitzers beeinträchtigen können (aber der Aufwand lohnt).

Faber-Castell Janus 4048

Für mich ist der Janus 4048 ein außergewöhnlich schöner Spitzer6. – Danke an Faber-Castell für die Details zur Geschichte der Janus-Produkte und den Katalogscan!

Nachtrag vom 25.5.13: Ein paar Details und Gedanken zum möglichen Ursprung dieses Spitzers gibt es unter „Patent Nr. 618308″.

  1. Dem aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein, dass die Schraube eine andere als die hier gezeigte ist; das Original habe ich beschädigt. – Sie hat übrigens ein M2-Gewinde, was den Austausch erleichtert.
  2. Die Preisliste des Jahres 1940 führt den Janus 4046 L mit Lederetui für 7,60 Reichsmark auf.
  3. Ab 1936 gab es unter dieser Marke außerdem den dreieckigen Doppelspitzer Janus № 50/9 aus Pressstoff in schwarz und bordeaux, dessen Vorderseite ein Januskopf zierte.
  4. Eine frühere Version des ACME wurde auch mit einer Reklamemarke beworben, und eine spä­tere hatte zwei zusätzliche Schrauben, die das Messer in Position hielten (doch dazu bei ande­rer Gelegenheit mehr).
  5. Ob es im Sinne des Erfinders war, dass die auf 0,6 mm Durchmesser reduzierte Mine den Spitzer verlässt oder dies auf meine Bastelei zurückzuführen ist, kann ich nicht sagen.
  6. Seine Oberfläche hätte jedoch besser ausfallen können, denn solche Bearbeitungsspuren mussten auch damals nicht mehr sein.

Paperworld 2012 (1)

Samstag, 4. Februar 2012

Vor wenigen Tagen ging die Paperworld 2012 in Frankfurt/Main zu Ende; hier der erste Teil meiner Notizen.

Wie schon im letzten Jahr fielen mir die zahlreichen Stände mit Taschen aller Art auf; zu­dem gab es etliche Lücken, die jedoch auch Vorteile hatten, denn in fast allen hatte man Sitz­gelegenheiten untergebracht und damit eine andere Lücke geschlossen. – Einige Her­steller, die ich gerne gesehen hätte, waren diesmal nicht dabei, darunter LAMY, Mitsubi­shi/uni, Pelikan, Pentel, STABILO und Tombow.

Paperworld 2012 (1)

Groß vertreten war Faber-Castell, an deren Stand mich das Manga-Set überrascht hat. Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, so hoffe ich doch, dass noch mehr Produkte dieser Art kommen und das Sortiment auffrischen.

Paperworld 2012 (1)

Schon seit Ende 2011 im Programm ist ein kleiner Taschen-Drehbleistift. Die Stücke ge­fallen mir, und so hätte ich gerne einen in die Hand genommen; dies war aber leider nicht möglich.

Paperworld 2012 (1)

Der diesjährige „Pen of the Year” hat einen Schaft aus deutscher Mooreiche mit Blattgold-Auflagen; der Preis liegt zwischen 2000 und 3000 Euro.

Paperworld 2012 (1)

Der „Perfekte Bleistift” war auch diesmal in verschiedenen Ausführungen zu sehen, nicht jedoch in der neuen aus Kunststoff, von der man erzählte. Weitere Bleistift-Neuheiten gab es nicht, was mich ein wenig verwundert hat: Keine Antwort auf den WOPEX von STAEDTLER, so dass der inzwischen über zehn Jahre alte GRIP 2001 die letzte Innovation bleibt, und keinen historisch anmutenden Bleistift, obwohl man da aus dem Vollen hätte schöpfen können. – Wie in den letzten Jahren hat mich enttäuscht, wie wenig informiert das Standpersonal war. Ich hatte mich allerdings gleich als Endkunde zur erkennen gege­ben; vielleicht ist man einem solchen gegenüber auf der Messe weniger auskunftsfreudig.

Paperworld 2012 (1)

Koh-I-Noor habe ich immer als sehr verschlossen erlebt, so dass ich es bei einem Foto des schmucken Stift-Flitzers belassen habe.

Kleinigkeiten gab es ebenfalls zu entdecken, so z. B. am Stand von M & M (Metzger & Mendle): Wer gerne Dreispitz-Reißzwecken nutzt und bedauert, dass Maped sie aus dem Programm genommen hat, wird hier fündig. – LYRA, Teil von FILA, zeigte zwar einiges, hatte aber keine Neuheiten bei den Blei- und Farbstiften.

Paperworld 2012 (1)

Die Präsentation der Produkte von Milan war gelungen und erinnerte an die Werke von Tony Cragg.

Paperworld 2012 (1)

Gut fand ich, dass manche Hersteller auch historische Produkte gezeigt haben, so z. B. das bayerische Unternehmen Boden, das seit 120 Jahren Reißzeuge fertigt (allerdings jetzt keine mehr im Inland).

Paperworld 2012 (1)

In der Halle mit den Notizbüchern war ich nur kurz, doch dort ist mir die Notizbücher der „Quotes Collection” mit „Papier aus Stein” des italienischen Anbieters Ogami angenehm aufgefallen.

Paperworld 2012 (1)

Prächtig war das Sortiment von Carta Pura, zu dem u. a. Spiral-Stifthalter gehören.

Paperworld 2012 (1)

In Kürze geht es mit einem zweiten Teil weiter.

Landkartenstifte 1938–60

Samstag, 28. Januar 2012

Nach den hier schon mehrfach gezeigten Landkartenstiften nun einiges gedrucktes Mate­rial mit zusätzlichen Informationen (Scans zum Vergrößern anklicken).

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1940, Vorderseite). – Details zu diesen gibt es hier.

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1940, Rückseite)

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1954)

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1960). – Details zum Cartograph 541 gibt es hier.

Landkartenstifte 1938–60

Faber-Castell (1957, oberer Teil der Katalogseite). – Bilder des CARTOR 2890 gibt es hier.

Landkartenstifte 1938–60

Faber-Castell (1957, unterer Teil der Katalogseite).

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Vorderseite)

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Rückseite)

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Vorderseite)

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Rückseite)

Danke an Herbert R. für die Scans!

Faber-Castell Thermochrom

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Faber-Castell Thermochrom

Sieht aus wie ein Etui mit Wachsmalkreiden für kleine Hände, ist aber Spezialwerkzeug: Der Temperaturmessstift Thermochrom 2815 von Faber-Castell kam immer dann zum Einsatz, wenn man wissen wollte, wie heiß eine Oberfläche ist.

Faber-Castell Thermochrom

Dazu strich man mit dem Stift auf das Material und wartete kurz auf den Farbumschlag. Glich dieser dem Etikett, war die aufgedruckte Temperatur erreicht.

Faber-Castell Thermochrom

Die sechs 80 mm langen, 8 mm dicken und wachsigen Stifte mit Papierung deckten den Bereich von 75 bis 200 °C ab; weitere Varianten gab es für Temperaturen bis 670 °C.

Faber-Castell Thermochrom

Ich vermute, dass dieses Etui aus den frühen 1960er Jahren stammt.

Faber-Castell Thermochrom

Special zum CASTELL 9000

Dienstag, 6. September 2011

Als der Bleistift-Klassiker CASTELL 9000 im Jahr 2005 seinen 100. Geburtstag feierte, gab es von Faber-Castell ein vierseitiges Special. Die PDF-Version dieses Specials war lange on­line verfügbar, wurde aber bei einer Überarbeitung der Faber-Castell-Website entfernt. Auf meine Anfrage hin bekam ich nun die Genehmigung, dieses PDF zum Download anzubieten – hier ist es:

PDF  Faber-Castell Special 100 Jahre „Castell 9000″ (PDF, 2005)

Danke an Faber-Castell!

Kleinstschreibung

Sonntag, 4. September 2011

Der schweizerische Schriftsteller Robert Walser (1878–1956) führte in den Zwanzigern und frühen Dreißigern ein zurückgezogenes Leben, schrieb aber weiter, jedoch mit spitzem Bleistift und in einer mit bloßem Auge nicht lesbaren Miniaturschrift. Einen Teil dieser sog. Mikrogramme übertrug Walser zurück in eine normal lesbare Form, doch vieles wurde erst in den Siebziger Jahren entziffert; im Jahre 2000 schließlich erschien unter dem Titel „Aus dem Bleistiftgebiet” die Gesamtausgabe der Mikrogramme. Einige der darin enthaltenen Texte führte mahagonny – Theater Kunst Kulturarbeit Berlin e.V. unter „Das kleine Welt­theater” im April 2005 erstmals auf.

Kleinstschreibung

Zu diesem Anlass gibt es eine Sonderauflage des Bleistift-Klassikers Faber-Castell 9000 HB mit dem Schriftzug der Mikrogramme-Produktion. Ob Walser tatsächlich diesen Bleistift be­nutzt hat, weiß ich nicht, aber mir gefällt diese Edition ebenso gut wie das, was Walser in einem Brief aus dem Jahr 1927 zu seiner Arbeit mit dem Bleistift schrieb (er nannte es „bleistifteln”):

Für mich ließ es sich mit Hülfe des Bleistifts wieder besser spielen, dichten;
es schien mir, die Schriftstellerei lebe dadurch von neuem auf.

Ein Bleistift kostet 2 Euro; die Mindestbestellmenge beträgt fünf Stück. – Danke an Kai für den Hinweis!

Nachtrag vom 6.9.10: Im Special »100 Jahre „CASTELL 9000″« heißt es, Robert Walser habe Castell-Bleistifte benutzt.

Werkzeug

Mittwoch, 23. Februar 2011

Werkzeug

Vergraben unter Kleinteilen und Gerätschaften: Der Rest eines alten Faber-Castell 9000 H.

Paperworld 2011 (1)

Sonntag, 6. Februar 2011

Vor wenigen Tagen ging die Paperworld 2011 in Frankfurt/Main zu Ende; hier der erste Teil meiner Notizen, die selbstverständlich nicht repräsentativ sind.

Einige Hersteller, deren Stand ich mir gerne angeschaut hätte, waren leider nicht vertre­ten, so z. B. LAMY, Mitsubishi/uniball, Pelikan, Pentel, Sakura, Schwan-STABILO, Tombow und Westcott. Dafür gab es auffällig viele Anbieter von Taschen, Rucksäcken und ähnlichen Behältnissen.

Paperworld 2011

Der Auftritt von Faber-Castell stand im Zeichen des 250. Firmenjubiläums, auch wenn ich kein Produkt mit historischem Bezug habe entdecken können. Zu der vielseitigen Präsen­tation gehörten platinierte Manschettenknöpfe, Accessoires aus Kalbsleder wie Schlüssel- und Visitenkartenetuis sowie Vitrinen mit Fotos von Prominenten und ihrer bevorzugten Schreibgeräte von Faber-Castell (darunter Christopher Lee und Eva Herzigova).

Paperworld 2011

Eine der Attraktionen war auch diesmal der „Pen of the Year”, der einen Korpus mit russi­scher Jade hat. Passend zum Gründungsjahr gibt es ihn in einer Auflage von 1761 Stück; der Preis beträgt etwa 3500 Euro.

Paperworld 2011

Die Schreibgeräte der neuen Serie „Elemento” haben einen Schaft aus Oliven-Stirnholz mit Edelharz. Der Drehbleistift kommt für 350 Euro in den Handel.

Paperworld 2011

Eine weitere Besonderheit zum Jubiläumsjahr ist dieser Koffer mit dem kompletten Künst­lersortiment für voraussichtlich 2000 Euro, von dem es ebenfalls nur 1761 Stück geben wird.

Paperworld 2011

Doch damit nicht der genug der Superlative: Zu sehen war auch der teuerste Bleistift der Welt, eine Luxus-Variante des „Perfekten Bleistifts” mit einer Kappen-Spitzer-Verlängerer-Kombination aus reinem Weißgold mit drei Brillianten. Die Preisangabe für diesen auf 99 Exemplare limitierten Artikel schwankt zwischen 10.000 Euro (Paperworld) und 9000 Euro (Website).

Paperworld 2011

Neu sind diese Bleistifte, die den Namen ihres Herstellers als griffige Applikation tragen.

Paperworld 2011

Zuwachs in der GRIP-Familie: Die dreiflächigen Farbstifte „GRIP Color Magic” sind vermalbar und wechseln bei Kontakt mit Wasser ihre Farbe.

Paperworld 2011

Noch nicht vorgestellt werden konnte das Buch „Faber-Castell since 1761″ aus der Collec­tion Rolf Heyne, auf dessen Erscheinen am 14. April ich gespannt bin.

Paperworld 2011

Weiter geht’s im nächsten Teil.


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