Archiv des Stichworts „Faber-Castell”

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Spitzenleistung

Sonntag, 5. Dezember 2010

Keine Frage: Mit einer derart riesigen Bleistiftspitze muss diese Anzeige der A.W. Faber-Castell Pencil Company aus dem Jahr 1963 unbedingt hier her.

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Die an einen handgeschnitzten Langkonus erinnernde Spitze erzielte bei den Lesern der Zeitschrift „Architectural Record” sicher die gewünschte Aufmerksamkeit, auch wenn ihre Form nicht ganz so spektakulär ist wie die des „VAN DYKE” von Eberhard Faber.

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Ob man mit dieser Darstellung die invertierten, im Text angesprochenen Reproduktionen andeuten wollte?

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Hier überrascht mich, dass die Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführte, also zur Zeit der Anzeige bereits vertraute Typenbezeichnung „9000″ nur sehr klein, nämlich im Text des Coupons, zu sehen war.

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Die grafische Ausrichtung und strenge Gestaltung dieser Anzeige gefallen mir sehr gut, und so würde ich mich freuen, Derartiges als wohltuenden Kontrast zur Flut fotorealistischer Renderings wiederzusehen.

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Apollo-Mission

Montag, 18. Oktober 2010

Hin und wieder suche ich nach dem Ursprung eines Stifts. Da der Apollo L hier kürzlich eine besondere Rolle spielen konnte, habe ich mich an Houston Faber-Castell gewandt und Details zu diesem erfragt.

Apollo-Mission

Erstmals angeboten wurde die Apollo-0.5-Serie im Warenkatalog von 1983 (siehe oben). Der Katalog von 1992 führte den Apollo L nur noch in Schwarz und Rot auf; 1993 war er nicht mehr im Programm. Als Nachfolger kam im selben Jahr der neugestaltete Apollo, der bis 2000 erhältlich war und mit seinem dunkelgrünen Schaft dem TK fine ähnelte (der damals ebenfalls neue Contura DS hatte die gleiche Form, aber eine Metallspitze).

Apollo-Mission

Danke an Faber-Castell für die Informationen und den Katalog-Scan!

Anm.: Wie die Amtliche Publikations- und Registerdatenbank des Deutschen Patent- und Markenamts informiert, wurde die Wortmarke „Apollo” bereits 1895 registriert.

Ein besonderes Erlebnis

Samstag, 9. Oktober 2010

Vor einer Weile machte mich mein Leser boomerang auf einen Comic von Flix aufmerksam. In diesem betrauerte der bekannte Künstler das Ende seines Druckbleistifts Apollo L 0.5, mit dem er 15 Jahre lang gearbeitet hat. Da fühlte ich mit, denn die enge Beziehung zu Schreibgeräten ist mir vertraut, und erinnerte mich an einen Apollo in meinem Fundus (dieser Stift von Faber-Castell ist schon lange nicht mehr erhältlich). Kurz darauf war mein Exemplar als Geschenk an Flix unterwegs, auch wenn ich wusste, dass der blaue Apollo sein rotes Original nicht ersetzen kann.

Wenige Tage später war ich beim Blick in die Post gleichermaßen gerührt wie hingerissen:

Ein besonderes Erlebnis

Herzlichen Dank an Flix für diese wunderschöne Zeichnung, die mich – demnächst gerahmt und aufgehängt – immer erfreuen wird!

Nachtrag vom 18.10.10: Details zum Stift gibt es unter „Apollo-Mission”.

Ausgrabungen

Mittwoch, 3. März 2010

Ebenso wie sicher noch viele andere, die sich eingehender mit der Geschichte des Bleistifts beschäftigen, ging auch die österreichische Zeitschrift „Der Papierhändler”* in ihrer 58. Ausgabe vom 15. Dezember 1950 davon aus, dass Friedrich Staedtler 1662 erstmals als Bleistiftmacher erwähnt wurde und damit als der älteste seiner Zunft gilt. Kurz darauf erhielt das Blatt eine Zuschrift mit äußerst bemerkenswerten historischen Details, die diese Annahme widerlegen, und veröffentlichte in der 61. Ausgabe vom 1. Februar 1951 eine Richtigstellung. Dank meines sehr kundigen Lesers Herbert R., der mir freundlicherweise eine Kopie des betreffenden Artikels hat zukommen lassen, kann ich diese interessanten Aspekte mit meinen Lesern teilen. Ich zitiere:

Daß ein gewisser Friedrich Staedtler, der als Vater eines Täuflings im Jahre 1662 im Taufbuch von St. Lorenz in Nürnberg genannt ist, der erste Bleistiftmacher war, ist nicht richtig, denn es findet sich unter dem 7. Februar 1659 im Kirchen­buch von St. Lorenz eine Aufzeichnung, nach der Hans Baumann auf dem Johannis-Friedhof beerdigt wurde, der gelegentlich der Verheiratung seines Sohnes als „Schreiner dann Weißerbeiter und Bleystefftmacher” bezeichnet ist. Auch sein Sohn Hans, geboren 1642, übte den Beruf des Bleystefftmachers aus. Zur Zeit ist somit Hans Baumann d. Ä. der erste in Nürnberg namentlich erwähnte Bleistiftmacher, bei dem es noch dazu durch seine Herkunft aus dem Schreinergewerbe unzweifelhaft ist, dass er Bleistifte mit Holzhülle herstellte.

Der Verfasser der Einwendung hält jedoch auch Hans Baumann nicht für den Erfinder des Bleistifts und vermutet, dass die Erfindung wahrscheinlich viel früher und in einer ganz anderen Gegend gemacht wurde. Dabei verweist er auf einen Kupferstich eines Kölner Straßenhändlers aus dem Jahr 1589, der Bündel von Stiften verkauft; als Quelle nennt er die Historiker Johannes Bischoff und Franz Feldhaus. – Weiterhin heißt es:

Die ununterbrochene Reihenfolge der Vererbung des Bleistiftmachergewerbes von Friedrich Staedtler auf Paulus Staedtler ist historisch nicht nachzuweisen. Die Firma J.S. Staedtler wurde erst 1835 gegründet. Die Behauptung, daß Paulus Staedtler der erste Nürnberger Bleistiftfabrikant gewesen ist, ist inso­ferne falsch, als viel früher, nämlich um die Mitte des 18. Jahrhunderts, die jetzige Firma A.W. Faber-Castell am Rande Nürnbergs gegründet wurde und im Jahre 1806 Johann Froescheis die jetzige Johann Froescheis LYRA-Bleistiftfabrik gründete. Auch die angebliche Erfindung der heutigen Oelkreidestifte durch J.S. Staedtler im Jahre 1834 läßt sich widerlegen.

Einer Bewertung möchte ich mich enthalten, da ich nicht das dazu notwendige Wissen ha­be. Seit dieser Richtigstellung, deren Autor leider nicht angegeben wurde, sind jedoch fast sechs Jahrzehnte vergangen, und ich weiß nicht, ob es inzwischen neue Erkenntnisse gibt, die sie widerlegen oder bestätigen.

Danke an Herbert R. für den Artikel!

* „Der Papierhändler” war eine Halbmonatsschrift für die Interessen des österreichischen Papier- und Schreibwarenhandels, herausgegeben von Franz Bondi; gedruckt und verlegt hat sie Johann L. Bondi & Sohn in Wien-Perchtoldsdorf.

Paperworld 2010 (1)

Donnerstag, 4. Februar 2010

Am Dienstag schloss die diesjährige „Paperworld” in Frankfurt/Main ihre Pforten; hier ein paar kurze und selbstverständlich sehr subjektive Notizen zu einigen der Eindrücke, die ich bei meinem Besuch sammeln konnte. – Die Kürze meines zweiteiligen Berichts bitte ich zu entschuldigen; mir fehlt zur Zeit die Muße für detalliertere Ausführungen.

Diesmal nicht vertreten waren Pentel, Mitsubishi/uniball und Schwan-STABILO – drei Unternehmen, deren aktuelle Palette ich mir gerne angeschaut hätte (bei letzterem wären sicher die 1,4-mm-Varianten des EASYergo zu sehen gewesen).

Holzgefasste Farbstifte von LAMY

Eine Überraschung gab es bei LAMY, denn der für hochwertiges Schreibgerät bekannte Hersteller hat ab Mitte April auch holzgefasste Farb- und Bleistifte im Sortiment. Die für Kinder ab 3 Jahren gedachte Serie „3plus” hat einen quadratischen Querschnitt, eine 10 mm dicke Mine und wird in sechs Farben erhältlich sein, während es die dreiflächigen Stifte der Serie „4plus” in zwölf Farben und 6,25 mm starker Mine geben soll; die Serie „plus” umfasst 24 Farben sowie – ebenso wie „4plus” – einen Bleistift. Der matte Lack der in meinen Augen geschmackvoll gestalteten Stifte fühlt sich angenehm an, und bei einem schnellen Test vor Ort machten sowohl die Minen als auch die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck.

Bei Carl fiel mir Kurbelspitzmaschine CP-100 auf; sie ist baugleich zur DE-100, wird aber in sechs verschiedenen Farben angeboten. Interessant ist, dass Carl die Produkte auch direkt verkauft und weltweit verschickt.

Bleistiftzubehör von Standardgraph

Jetzt noch mehr Bleistiftzubehör bietet Standardgraph an, darunter farbenfrohe, weiche Griffe und zwei Ausführungen eines Verlängerers. – Weitere Utensilien zeigte der Anbieter KUM, der mit dem „PenCut”, einer Schere im Stift-Format, ein weiteres Produkt von Raymay vertreibt (im letzten Jahr wurde der Zirkel „PenPass” präsentiert). Hinzu kamen außerdem „Scribble”, eine Kappe mit integriertem und verschließbarem Spitzer, und der ergonomisch geformte „Sattler Grip”.

Karte mit abtrennbarem Bleistift

Seine pfiffige Idee, eine 85 × 80 mm große Karte mit abtrennbarem Bleistift, präsentierte der Erfinder Karl-Heinz Bosch. Im unteren Teil seiner „snap-note” befindet sich eine knapp 1,5 mm lange und 0,9 mm dicke Mine, die sich durch den gefalteten Karton recht gut halten und für eine kurze Notiz nutzen lässt.

Faber-Castell stellte radierbare und in zwei Durchmessern erhältliche Farbkreiden im „Grip”-Design vor, bot aber bedauerlicherweise keine Testmöglichkeit. Eberhard Faber, seit 1. Januar Teil von Faber-Castell, kündigte die „WINNER”-Reihe an, zu denen neben Farbstiften auch der dicke „Tri-Winner” gehört; dieser ist einer der Nachfolger des „Tricki Dicki”.

Eberhard Faber „WINNER”

Im zweiten Teil gibt es Neuigkeiten von STAEDTLER und LYRA.

Eberhard Faber kommt nach Hause

Dienstag, 13. Oktober 2009

1978, also vor 31 Jahren, erwarb STAEDTLER die Markenrechte an „Eberhard Faber” für Europa. Wie eine Pressemitteilung vom 1.10.2009 informiert, wurden die bisher unter der Marke „Eberhard Faber” angebotenen Produkte (darunter die sehr beliebte Modelliermasse FIMO) nun in das Sortiment von STAEDTLER integriert und die Marke mit Wirkung zum 1. Januar 2010 an Faber-Castell verkauft. Damit sind zum ersten Mal alle drei „Faber”-Marken im Besitz des ursprünglichen, im Jahr 1761 gegründeten Unternehmens A.W. Faber, das seit 1898 unter „Faber-Castell” firmiert.

Lotus

Dienstag, 22. September 2009

Faber-Castell Lotus

In dem Überraschungspäckchen, das mir den STABILO pencil 88 brachte, fanden sich auch zwei Exemplare des Faber-Castell Lotus der Härte B. Aus der sehr knappen Beschriftung, die auch das Kürzel „SV” für „Securalverfahren” enthält, sticht der in einem dekorativen Font ausgeführte Name des Bleistifts hervor.

Faber-Castell Lotus

Der Stift mit metallisch wirkender, blau-violetter Lackierung, mattschwarzer Endkappe und einem Prägedruck in gebrochenem oder nachgedunkeltem Weiß ist wohltuend unauffällig und die Mine von recht ordentlicher Qualität.

Faber-Castell Lotus

Das war schon alles, was ich zu diesem für mich ansprechenden und heute nicht mehr er­hältlichen, aber wohl noch nicht ganz so alten Bleistift sagen wollte.

Minfix 50/65

Dienstag, 19. Mai 2009

Ein kleines Relikt aus vergangenen Tagen: Der Doppel-Minenspitzer Minfix 50/65 von Faber-Castell.

Minfix 50/65

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der gut 25 mm lange und knapp 16 g schwere, aus Messing gefertigte Minfix 50/65 kam 1956 auf den Markt und kostete 65 Pfennig; die „L”-Ausführung im Lederetui wurde für 85 Pfennig angeboten. Seine beiden Spitzöffnungen für Minen mit den Durchmessern 2 und 3,15 mm lagen gegenüber, so dass das beidseitig angeschliffene Messer gewendet und doppelt ausgenutzt werden konnte. – Wie dieser Katalogausschnitt bei Leadholder zeigt, gab es noch zwei weitere Varianten dieses Spitzers: Während beim Minfix 50/61 die Öffnungen versetzt gegenüber lagen, hatte die sog. „Lyra-Form” (50/50) beide am selben Ende.

Minfix 50/65

Der im Jahr 1952 eingeführte Name „Minfix” für die Minenspitzer-Serie verschwand 1978 wieder aus den Katalogen, auch wenn das Modell 50/65 zunächst im Programm blieb; 1985 erhielt es die neue Artikel-Nummer 186500. – Beim aktuell erhältlichen TK-Minenspitzer 186600 von Faber-Castell für Minen mit Durchmessern von 2 und 3,15 mm handelt es sich um eine Behältervariante aus Kunststoff mit transparentem Deckel.

Minfix 50/65

Links: Koh-I-Noor Versatil 5205, rechts: Koh-I-Noor 5219


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