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Faber-Castell Magicus

Samstag, 18. November 2017

Kaum bekannt und mit langer Geschichte: Der Magicus von Faber-Castell.

Faber-Castell Magicus

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Mit seinem anthrazitfarbenen Schaft, der dunkelgrauen Tauchkappe und dem silbernen Prägedruck gibt der als Wirtestift angebotene Magicus eine elegante Erscheinung ab, und er passt gut zu der oft in Schwarz, Grau und Weiß gehaltenen Berufsbekleidung der Gas­tronomie.

Faber-Castell Magicus

Seine Kennzeichnung ist schlicht: Neben den üblichen Angaben1 trägt das Zeichen für das Securalverfahren, eine Blindprägung (hier: „h7″2) und „GERMANY”. Letzteres lässt mich vermuten, dass der Magicus nicht in Deutschland gefertigt wird, denn ansonsten würde ich wie beim hierzulande hergestellten Faber-Castell 9000 „Made in Germany” erwarten. – Ab­gesehen von den nicht ganz geraden Kanten der Tauchkappen ist die Verarbeitungs­qualität sehr gut. Farbe und Maserung des Holzes sowie die sehr gute Spitzbarkeit des Magicus sprechen für Weihrauch-Zeder.

Faber-Castell Magicus

Die Mine ist 3,2 mm dick und hat eine subjektive Härte, die der des STAEDTLER Mars Lumograph 3B entspricht. Sie schreibt etwas wachsig und gleitet dadurch nicht ganz so leicht, doch ihre Abgabe ist sauber. Der Magicus wird damit beworben, dass er auf fast allen glatten und auch nassen Oberflächen schreibt, und das kann ich nach ein paar schnel­len Tests bestätigen.

Faber-Castell Magicus

Die Schwärzung des Magicus auf Papier ist etwa wie bei einem Bleistift in HB bis B, doch sein Strich glänzt weniger, ist wischfester und lässt sich schlechter radieren. Die Mine ist allerdings nicht allzu bruchfest und schreibt sich auf nassem Papier schnell ab.

Faber-Castell Magicus

Die ältesten Belege zum damals „Schwarzstift unverwischlich” genannten Spezialstift finden sich in einem Rezeptbuch von A.W. Faber aus der Zeit von 1881–1890, das auch Wahlblei­stifte für London aufführt. 1921 wurde die Marke „Magicus” eingetragen, und im Waren­katalog3 dieses Jahres präsentierte man den verbesserten „Magicus”-Schwarzstift.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von A.W. Faber (1921)

Der in drei Versionen und sechs Härtegraden erhältliche Magicus wurde als „Ersatz für Tinte und Feder als Schreibstift und auch als Durchschreibstift für Briefe, Listen, Tabellen, No­tizbücher, Unterschriften, sowie als Markierstift z. B. für Straßenbahn-Fahrscheine” bewor­ben. Besonders hervorgehoben wurde seine Glanzlosigkeit, die seinen Strich selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen, z. B. bei Lampenlicht im Bahnpostwagen, gut lesbar macht. Auch für das Schreiben auf glattem Papier, glänzenden Karton, Holz, Leder und Textilien war er geeignet.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von A.W. Faber (1921)

Im Warenkatalog von 1927–30 fällt auf, dass der Magicus in Portefeuillestärke nicht mehr angeboten und der dicke Magicus 2858 mit einer Mine mit quadratischem Querschnitt dar­gestellt wird. Mit Gärtnern wird eine weitere Nutzergruppe genannt; Wirte sind noch nicht dabei.

Faber-Castell Magicus

Prospekt von A.W. Faber (1927–30)

Ende der 1950er Jahre wurde das Magicus-Sortiment um einen Fallminenstift erweitert; der holzgefasste Magicus hatte schon davor eine andere Gestaltung erhalten.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von Faber-Castell (um 1960)

Mit dem CASTELL 9120 gab es jetzt nur noch einen Magicus-Bleistift. Die 3,15 mm dicken Minen für den Fallminenstift TK 9400 Magicus waren in Schwarz, Rot, Blau und Gelb erhält­lich und schrieben auf Papier, Glas, Porzellan, Metall und Kunststoff. 1961 wurde zudem ein Magicus-Kugelschreiber zum Schreiben auf glatten, nicht fetthaltigen Flächen angeboten, und Ende der 1960er Jahre kamen rote Magicus-Kreiden mit Papierummantelung auf den Markt.

1979 wurde erstmals die Gastronomie erwähnt, doch die Bezeichnung „Gaststättenstift” war nur auf der Verpackung des etwa 20 Jahre zuvor eingeführten 9120 zu finden und nicht auf dem Stift.

Faber-Castell Magicus

Warenkatalog von Faber-Castell (1979)

Wann der Magicus erneut umgestaltet und zum Wirtestift wurde, konnte ich noch nicht herausfinden. – Auf den Magicus bin ich durch Zufall aufmerksam geworden; für sechs Stifte habe ich bei Papiertiger Berlin knapp 10 Euro bezahlt.

Danke an Faber-Castell für die Details zur Geschichte des Magicus und die Scans!

Nachtrag vom 1.12.17: Ein Leser hat mir mitgeteilt, dass es auf der Kartonverpackung des Magicus „Made in Germany” heißt, der Stift also in Deutschland hergestellt wird.

  1. In der GTIN enthalten: Die Faber-Castell-Artikelnummer 215100.
  2. August 2017?
  3. In der Ich-Form schreibt hier Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen, später Alexander Graf von Faber-Castell, der damals das Unternehmen A.W. Faber leitete und 1905 den Bleistift Faber-Castell 9000 herausgebracht hat. – Danke an Sean von Contrapuntalism für den Hin­weis!

Kurz notiert

Dienstag, 30. Mai 2017
  • Bei Kobo-Q gibt es bemerkenswerte Arbeiten aus Leder zu sehen, darunter einen Spitzenschoner mit integriertem Spitzer und einen Verlängerer, der sich die rechteckige Zwinge des Blackwing 602 auf pfiffige Weise zu Nutze macht. – Danke an Frank für den Hinweis!
  • Vor kurzem wurde ein Patent der Eisen GmbH veröffentlicht. Es beschreibt Stifte, deren Schaft vollständig oder teilweise aus einem wachsartigen Material besteht, und Spitzervarianten für diesen. Durch das weiche Schaftmaterial soll der zum Spitzen nöti­ge Aufwand verringert werden, denn es erfordert weder ein sehr hartes Messer noch eine besonders stabile Spitzvorrichtung. Während das Messer eines herkömmlichen Spitzers mindestens die Härte 60 HRC1 hat, ist für den Stift mit wachsartiger Ummante­lung nur eine Härte von maximal 40 HRC notwendig, so dass ungehärtete Stähle, aber auch Kunststoffe zum Einsatz kommen können und der Spitzer dann sogar einstückig ausgeführt werden kann2. Das Ummantelungsmaterial, dessen Härte unter 60 Shore D3 liegt, kann die Mine zudem vor dem Ausdiffundieren flüchtiger Bestandteile schützen, was vor allem bei Kosmetikstiften interessant ist.
  1. Zum Vergleich: Das Messer eines Spitzers von Möbius+Ruppert hat 65 HRC, die Klinge eines Schweizer Taschenmessers 55 HRC und hochwertige japanische Küchenmesser bringen es auf 65–67 HRC.
  2. In der Patenschrift wird auch auf Schneidkantenbreiten und -radien von Spitzermessern ein­gegangen.
  3. Zum Vergleich: LDPE hat 40–50 Shore D.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Sonntag, 14. Mai 2017

Mit dem kürzlich angefertigten Lederetui für den Pollux bin ich nicht ganz zufrieden, weil es sehr klobig ist. Heute hatte ich eine Idee, die ich auch gleich umgesetzt habe. Wie immer braucht man nur übliches Material und Werkzeug, das bei Bastlern ohnehin herumliegt.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Ein kleines Stück Leder, das den Pollux gerade so umschließt (bei einer Dicke von 1,5 mm ist es 5,5 cm lang) und an den Enden jeweils etwa 3 mm übersteht, näht man so zusam­men, dass eine Röhre entsteht.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Am einen Ende macht man zwei gegenüberliegende Löcher und am anderen zwei Einker­bungen. (Tipp: Letztere lassen sich prima mit einem großen Stanzmesser der Lochzange machen.)

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Durch die Löcher fädelt man ein Stück Elastik-Kordel und knotet es so zusammen, dass sich der Knoten in der Röhre befindet. Die Länge der Kordel hängt davon ab, wie dehnbar sie ist und wie stramm sie sitzen soll.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Fertig! Pollux nehmen, …

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

… in die Röhre stecken und …

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

… Elastik-Kordel über das andere Ende spannen und in die Einkerbungen legen.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Ta-taa!

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Das kann man natürlich noch schöner machen, z. B. indem man den Stoß zusätzlich ver­klebt, damit sich kein Spalt bildet, oder man statt des Leders Karton nimmt, der überzogen wird, damit es keinen Spalt gibt, und an den Schmalseiten besser in Form bleibt. Zudem sind die Enden offen; auch das ist nicht so gut.

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Basteln mit dem Lexikaliker (14)

Sonntag, 7. Mai 2017

Der großartige Pollux von Möbius+Ruppert verdient ein Lederetui, und so habe ich mir eins gebastelt (angeregt hat mich das für den DUX DX4322). Wie immer sind Material- und Werkzeugeinsatz sowie der Zeitaufwand gering, denn wir brauchen nur ein 16,5 × 3 cm großes Stück Leder, eine Knopfniete und das im gutsortierten Bastelhaushalt ohnehin vor­handene Werkzeug. – Eine Anleitung dürfte kaum nötig sein.

Basteln mit dem Lexikaliker (14)

Das verwendete Leder ist mit 1,5 mm zu dick. Zusammen mit der Knopfniete, die sehr auf­trägt, wird das Etui klobig (ich benutze es trotzdem).

Basteln mit dem Lexikaliker (14)

So weiß ich, was ich beim nächsten Mal besser machen kann. – Hier noch die Details:

Basteln mit dem Lexikaliker (14)

#2 und #3 beziehen sich auf meine Lochzange und hängen von den Abmessungen der Knopfniete ab.

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Shiba Inu Masking Tape

Montag, 10. Oktober 2016

Shiba Inu Masking Tape

Unser Kisho ist ein ganz besonderer Hund1, und so kann ich nur selten an etwas vorbei­gehen, was mit dem Shiba Inu zu tun hat. Inzwischen haben wir Bücher, Dekoartikel, Halstücher und vieles mehr, aus und von denen uns diese japanische Rasse entgegen­lächelt. Klar, dass ich beim „Shiba Inu Masking Tape” des japanischen Herstellers Mind Wave sofort zugreifen musste.

Shiba Inu Masking Tape

Das „Shiba Inu Masking Tape” im Hobonichi Techo

Das aus Japan stammende „Masking Tape” (auch „Washi Tape”) ist ein halbtransparentes Klebeband aus Pflanzenfasern, das in der bunten Ausführung vor etwa zehn Jahren populär wurde und heute mit unzähligen Dekoren sowie in verschiedenen Breiten erhältlich ist. Man kann es von Hand abtrennen, auf fast allen Flächen anbringen und rückstandslos ent­fernen, wodurch es sich einfach verarbeiten lässt. Beliebt ist es vor allem für das sog. „Scrapbooking”, aber auch für andere dekorative und unterhaltsame Zwecke.

Das fünf Meter lange und 18 mm breite Band ist mit zwölf verschiedenen und in meinen Augen sehr schön gestalteten Shiba-Köpfen bedruckt und kostet etwa 4,50 Euro; gekauft habe ich es bei Etsy.

  1. Natürlich sagen das alle Hundehalter von ihrem Vierbeiner.

Sonderanfertigung (2)

Montag, 4. Januar 2016

Einer meiner Druckbleistift-Favoriten ist der Pentel GraphGear 500, den es in zwei Varian­ten gibt. Der für den US-amerikanischen Markt (PG52x1) hat Schäfte in kräftigen Farben, doch der für Japan und Deutschland (PG51x) kommt in einem für mich wenig schönen Grau und einem anderen Drücker daher. So hat auch die nur in Japan erhältliche 0,4-mm-Version (PG514) diesen grauen Schaft, der zudem bei allen mir bekannten Modellen Schlie­ren aufweist. Gibt es eine Möglichkeit, zu einem attraktiveren Pentel GraphGear 500/0,4 zu kommen?

Sonderanfertigung (2)

Oben: Pentel Graphgear 500/0,5 (PG525), unten: Pentel Graphgear 500/0,4 (PG514)

Ja, die gibt es! isu von the uncomfortable chair2, der mir schon bei Pilot S20/0,4mm gehol­fen hat, weiß einen Weg, für den man einen Pentel Graphgear 500/0,4 und einen Pentel GRAPHLET 0,4 mm (PG504) braucht.

Sonderanfertigung (2)

Oben: Pentel Graphgear 500/0,4 (PG514), unten: Pentel GRAPHLET 0,4 mm (PG504)

Zunächst entfernt man die Spitze und das Griffstück des GRAPHLET…

Sonderanfertigung (2)

… und anschließend den Ring, der über dem Griffstück sitzt. Leider lässt sich dieser nur mit Feile und Zange, also nicht zerstörungsfrei lösen, und es besteht die Gefahr, dass man dabei den Schaft unterhalb des Rings verkratzt. Das macht jedoch nichts, da dieser Teil später vom neuen Griffstück verdeckt wird.

Sonderanfertigung (2)

Anschließend löst man das Vorderteil vom GraphGear 500 …

Sonderanfertigung (2)

… und schraubt es auf den GRAPHLET. Fertig!3 – Der Korrektheit halber sei erwähnt, dass der Schaft des GRAPHLET weder richtig schwarz noch ganz frei von Schlieren ist. Beides fällt aber nur bei genauem Hinschauen auf, so dass er mir wesentlich besser gefällt als der graue des GraphGear 500.

Sonderanfertigung (2)

Hier habe ich allerdings noch eine weitere kleine Änderung vorgenommen. Fällt jemandem auf, welche?

Danke an isu für seine Hilfe!

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch. Es stammt vom Yuruliku und zeigt eine stilisierte Schreibtischschale mit unterschied­lichen Füllungen.

  1. x steht für die Minenstärke: 3 = 0,3 mm, 5 = 0,5 mm usw.
  2. Auch sein Instagram-Account lohnt den Besuch.
  3. Den so gebastelten Druckbleistift nenne ich Pentel Gearlet 54.

An die Leine gelegt

Freitag, 6. Februar 2015

Eine alte Idee erneut umgesetzt:

Gibt es einen attraktiveren Anhänger? (Natürlich nicht). – Der mit einer zweiten Bohrung versehene Spitzer ist ein M+R 600.

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist kein Tenugui (das traditionelle japanische Handtuch), sondern ein halb so großes Taschentuch aus dem gleichen dünnen Baumwollstoff. Im Ge­gensatz zum Tenugui sind die beiden offenen Kanten umgenäht; die anderen sind auch hier Webkanten.

Basteln mit dem Lexikaliker (13)

Sonntag, 26. Oktober 2014

Über das Notizbuchblog, das stets akkurat über das Marketing aus der PBS1-Welt berichtet, bin ich auf die „Mind-Papers”2 von X17 aufmerksam geworden.

Bemerkenswert an den „Mind-Papers” finde ich die Diskrepanz zwischen der Einfachheit des Produkts und der werbenden Überhöhung seines Nutzens. Den von einem Stück Leder eingeschlagenen Karteikarten, die durch eine Foldback-Klammer mit Stiftschlaufe, genannt „Sloop”, zusammengehalten werden, spricht X17 beeindruckende Leistungsmerkmale zu:

  • „Zusammen mit der Stiftklemme »Sloop« entsteht ein vollkommen neues Instrument zur Selbstorganisation, das so flexibel ist, dass es fast überall eingesetzt werden kann”3
  • „Ihr könnt problemlos euch selber, eure Notizen oder Dinge des täglichen Lebens managen”4
  • „Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt!”3

In seinem Buch „Management by Karteikarte – Die neue Zettelwirtschaft”, das zu den „Mind-Papers” empfohlen wird, legt Matthias Büttner, der Geschäftsführer von X17, noch eins drauf, und so findet sich unter „Lernen” der Eintrag „Verhalten ändern”. Oha!

STIFT & PAPIER wirft einen genauen Blick auf die „Mind-Papers”5 und stellt einige Ferti­gungsmängel fest: Die Karteikarten sind nicht gleich groß, und die Filzstückchen an der Klammer, die Leder und Stift schützen sollen, sitzen und passen nicht so recht. Beim Blick auf die Fotos dachte ich noch an anderes: Verhindert der Filz im Klammerinnern wirklich Druckstellen? Ich denke nicht, denn irgendwann ist der Filz platt, und wenn er sich lösen sollte, können Kleberreste bleiben. Und: Den Filz auf der Rückseite, der den Bleistift beim Einstecken schützen soll, halte ich sogar für entbehrlich, wenn man die Schlaufe umge­staltet. Und damit geht es ans Basteln.

Wir brauchen:

  • 1 Foldback-Klammer (hier: eine 32 mm breite von WEDO)
  • Leder, etwa 15 × 17 cm (hier: naturgegerbtes Rindsleder, ca. 1,5 mm dick)
  • 25 Karteikarten im Format A7 (hier: Exacompta, 205 g/m², gelb, kariert)

Wie hier üblich bedarf es keiner besonderen Fähigkeiten oder Gerätschaften – grundlegen­de Fingerfertigkeiten und der im gut sortierten Bastelhaushalt anzutreffende Kram rei­chen.

Der 17 × 11 cm große Lederlappen für die Karteikarten ist schnell zugeschnitten; eine An­leitung dazu erspare ich mir. Es empfiehlt sich, ihn etwas über den Rand der Karteikarten hinausstehen zu lassen (ich habe ihn 17 × 11 cm groß gemacht). – Tipp: Die Ecken kann man leichter verrunden, wenn man eine Münze an die Ecke hält und an ihrer Kante ent­lang schneidet.

Für die Stiftschlaufe schneidet man einen Lederstreifen in der Breite der Foldback-Klammer; der Streifen sollte etwas länger sein als nötig. In seiner Mitte bringt man im Abstand von 5 mm vom Rand zwei ungefähr 1,2 mm lange Schnitte ein. (Die Länge der Schnitte hängt vom Leder ab; je dicker es ist, desto länger müssen sie sein. Das Maß von 1,2 mm gilt für das verwendete Leder mit einer Dicke von 1,5 mm.) Sitzt der Bleistift stramm, haben sie die richtige Länge.

Nun setzt man die Klammer auf einen Block oder ein Brett, damit sie etwas weniger weit geöffnet ist als später auf dem in Leder gehüllten Karteikartenstapel. Anschließend richtet man den Lederstreifen mit eingestecktem Stift stramm so auf der Klammer aus, dass der Stift mittig auf der Klammer sitzt, markiert das überstehende Leder und schneidet es ab. Besonders hier lohnt es sich, sorgfältig zu arbeiten.

Das Leder – natürlich ohne Bleistift – klebt man auf die geöffnete Klammer, da sonst der Stift beim späteren Öffnen der Klammer nicht fest genug gehalten wird und herausfallen kann.

Ich habe Pattex Classic benutzt und damit gute Erfahrungen gemacht. – Das hier gezeigte Brett hat eine Dicke von 12 mm und so ein geeignetes Maß.

Nach dem Trocknen des Klebers löst man die Klammer und entfernt eventuelle Klebstoff­reste.

Wie schon oben zu sehen, muss das Leder auf den Außenseiten der Schnitte zur Foldback-Klammer hin gedrückt werden. Auch wenn es nach kurzer Benutzung in dieser Form bleibt, so ist es doch ratsam, es mit einem Tropfen Kleber zu fixieren, um ein Verrutschen beim Einstecken des Stifts zu vermeiden6.

Die beiden niedergedrückten Streifen am Rand machen das Filzstück auf dem Rücken der Foldback-Klammer überflüssig, da sie den Kontakt von Stift und Metall verhindern. – Der fertige Selbstbau kann schließlich so aussehen (ich habe das Leder noch mit einem Pflege­mittel behandelt):

Wenn der Stift zu stramm sitzt, kann man die Schlitze vorsichtig etwas größer schneiden. – „Der Stift dazu ist ungemein praktisch”7, meint X173 – klar, denn unbeschriftete Kartei­karten haben längst nicht das Potential beschrifteter. Ich habe nichts dagegen, dass man kräftig auf die Werbetrommel haut, doch durch Sprüche wie die hier zitierten fühle ich mich veralbert. Warum ich das dann nachbaue? Ich habe Freude an Bleistiften, Karteikar­ten und kleinen Basteleien, doch ob ich das Endprodukt nutzen werde, halte ich für frag­lich.

„Verhalten ändern” – ja, selber denken und selber machen.

Einige Sterne

Ich denke, dass der Reiz auch dieses Produkts darin liegt, dass es suggeriert, mit ihm – endlich! – das schaffen zu können, was man bisher nicht oder nur unzureichend geschafft hat. Der kleine, ästhetische Gegenstand erscheint als universelle Lösung, und das umso mehr, je mehr Fähigkeiten ihm zugesprochen werden. Der Zaubertrank aus dem Schreib­warenladen! Doch eines Tages muss man feststellen, dass man den Alltag mit ihm auch nicht besser auf die Reihe kriegt, nach wie vor viel vergisst, nicht kreativer geworden ist und die schlechten Angewohnheiten immer noch nicht abgelegt hat, und dann landet er bei den anderen Wundermitteln in der Schublade.

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  1. Papier, Büro, Schreibwaren.
  2. Wer dabei an den „Hipster PDA” denkt, liegt nicht ganz falsch.
  3. Quelle: „Das Konzept Mind-Papers”.
  4. Quelle: „Mind-Papers – wahrlich universell”.
  5. Der Preis für die „Mind-Papers” liegt je nach Format und Material zwischen 9,90 (A8) und 29,90 Euro (A5); den „Sloop” gibt es für 4,90 bis 5,90 Euro.
  6. Wer Klammer und Bleistift noch schneller verbinden möchte, wird hier fündig.
  7. „Mit ihm kann man sogar die Rückseite der Karteikarten beschriften”, bin ich geneigt hinzu­zufügen; zudem wundere ich mich, warum der Radierer keine Erwähnung findet.
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