Basteln

Basteln mit dem Lexikaliker (13)

Über das Notiz­buch­blog, das stets akku­rat über das Mar­ke­ting aus der PBS1-Welt berich­tet, bin ich auf die „Mind-Papers“2 von X17 auf­merk­sam geworden.

Bemer­kens­wert an den „Mind-Papers“ finde ich die Dis­kre­panz zwi­schen der Ein­fach­heit des Pro­dukts und der wer­ben­den Über­hö­hung sei­nes Nut­zens. Den von einem Stück Leder ein­ge­schla­ge­nen Kar­tei­kar­ten, die durch eine Foldback-Klammer mit Stift­schlaufe, genannt „Sloop“, zusam­men­ge­hal­ten wer­den, spricht X17 beein­dru­ckende Leis­tungs­merk­male zu:

  • „Zusam­men mit der Stift­klemme »Sloop« ent­steht ein voll­kom­men neues Instru­ment zur Selbst­or­ga­ni­sa­tion, das so fle­xi­bel ist, dass es fast über­all ein­ge­setzt wer­den kann“3
  • „Ihr könnt pro­blem­los euch sel­ber, eure Noti­zen oder Dinge des täg­li­chen Lebens mana­gen“4
  • „Die Mög­lich­kei­ten sind schier unbe­grenzt!“3

In sei­nem Buch „Manage­ment by Kar­tei­karte – Die neue Zet­tel­wirt­schaft“, das zu den „Mind-Papers“ emp­foh­len wird, legt Mat­thias Bütt­ner, der Geschäfts­füh­rer von X17, noch eins drauf, und so fin­det sich unter „Ler­nen“ der Ein­trag „Ver­hal­ten ändern“. Oha!

STIFT & PAPIER wirft einen genauen Blick auf die „Mind-Papers“5 und stellt einige Ferti­gungsmängel fest: Die Kar­tei­kar­ten sind nicht gleich groß, und die Filz­stück­chen an der Klam­mer, die Leder und Stift schüt­zen sol­len, sit­zen und pas­sen nicht so recht. Beim Blick auf die Fotos dachte ich noch an ande­res: Ver­hin­dert der Filz im Klam­mer­in­nern wirk­lich Druck­stel­len? Ich denke nicht, denn irgend­wann ist der Filz platt, und wenn er sich lösen sollte, kön­nen Kle­ber­reste blei­ben. Und: Den Filz auf der Rück­seite, der den Blei­stift beim Ein­ste­cken schüt­zen soll, halte ich sogar für ent­behr­lich, wenn man die Schlaufe umge­staltet. Und damit geht es ans Basteln.

Wir brau­chen:

  • 1 Foldback-Klammer (hier: eine 32 mm breite von WEDO)
  • Leder, etwa 15 × 17 cm (hier: natur­ge­gerb­tes Rinds­le­der, ca. 1,5 mm dick)
  • 25 Kar­tei­kar­ten im For­mat A7 (hier: Exa­compta, 205 g/m2, gelb, kariert)

Wie hier üblich bedarf es kei­ner beson­de­ren Fähig­kei­ten oder Gerät­schaf­ten – grundlegen­de Fin­ger­fer­tig­kei­ten und der im gut sor­tier­ten Bas­tel­haus­halt anzu­tref­fende Kram reichen.

Der 17 × 11 cm große Leder­lap­pen für die Kar­tei­kar­ten ist schnell zuge­schnit­ten; eine An­leitung dazu erspare ich mir. Es emp­fiehlt sich, ihn etwas über den Rand der Kar­tei­kar­ten hin­aus­ste­hen zu las­sen (ich habe ihn 17 × 11 cm groß gemacht). – Tipp: Die Ecken kann man leich­ter ver­run­den, wenn man eine Münze an die Ecke hält und an ihrer Kante ent­lang schneidet.

Für die Stift­schlaufe schnei­det man einen Leder­strei­fen in der Breite der Foldback-Klammer; der Strei­fen sollte etwas län­ger sein als nötig. In sei­ner Mitte bringt man im Abstand von 5 mm vom Rand zwei unge­fähr 1,2 mm lange Schnitte ein. (Die Länge der Schnitte hängt vom Leder ab; je dicker es ist, desto län­ger müs­sen sie sein. Das Maß von 1,2 mm gilt für das ver­wen­dete Leder mit einer Dicke von 1,5 mm.) Sitzt der Blei­stift stramm, haben sie die rich­tige Länge.

Nun setzt man die Klam­mer auf einen Block oder ein Brett, damit sie etwas weni­ger weit geöff­net ist als spä­ter auf dem in Leder gehüll­ten Kar­tei­kar­ten­sta­pel. Anschlie­ßend rich­tet man den Leder­strei­fen mit ein­ge­steck­tem Stift stramm so auf der Klam­mer aus, dass der Stift mit­tig auf der Klam­mer sitzt, mar­kiert das über­ste­hende Leder und schnei­det es ab. Beson­ders hier lohnt es sich, sorg­fäl­tig zu arbeiten.

Das Leder – natür­lich ohne Blei­stift – klebt man auf die geöff­nete Klam­mer, da sonst der Stift beim spä­te­ren Öff­nen der Klam­mer nicht fest genug gehal­ten wird und her­aus­fal­len kann.

Ich habe Pat­tex Clas­sic benutzt und damit gute Erfah­run­gen gemacht. – Das hier gezeigte Brett hat eine Dicke von 12 mm und so ein geeig­ne­tes Maß.

Nach dem Trock­nen des Kle­bers löst man die Klam­mer und ent­fernt even­tu­elle Klebstoffreste.

Wie schon oben zu sehen, muss das Leder auf den Außen­sei­ten der Schnitte zur Foldback-Klammer hin gedrückt wer­den. Auch wenn es nach kur­zer Benut­zung in die­ser Form bleibt, so ist es doch rat­sam, es mit einem Trop­fen Kle­ber zu fixie­ren, um ein Ver­rut­schen beim Ein­ste­cken des Stifts zu ver­mei­den6.

Die bei­den nie­der­ge­drück­ten Strei­fen am Rand machen das Filz­stück auf dem Rücken der Foldback-Klammer über­flüs­sig, da sie den Kon­takt von Stift und Metall ver­hin­dern. – Der fer­tige Selbst­bau kann schließ­lich so aus­se­hen (ich habe das Leder noch mit einem Pflege­mittel behandelt):

Wenn der Stift zu stramm sitzt, kann man die Schlitze vor­sich­tig etwas grö­ßer schnei­den. – „Der Stift dazu ist unge­mein prak­tisch“7, meint X173 – klar, denn unbe­schrif­tete Kartei­karten haben längst nicht das Poten­tial beschrif­te­ter. Ich habe nichts dage­gen, dass man kräf­tig auf die Wer­be­trom­mel haut, doch durch Sprü­che wie die hier zitier­ten fühle ich mich ver­al­bert. Warum ich das dann nach­baue? Ich habe Freude an Blei­stif­ten, Karteikar­ten und klei­nen Bas­te­leien, doch ob ich das End­pro­dukt nut­zen werde, halte ich für fraglich.

„Ver­hal­ten ändern“ – ja, sel­ber den­ken und sel­ber machen.


Ich denke, dass der Reiz auch die­ses Pro­dukts darin liegt, dass es sug­ge­riert, mit ihm – end­lich! – das schaf­fen zu kön­nen, was man bis­her nicht oder nur unzu­rei­chend geschafft hat. Der kleine, ästhe­ti­sche Gegen­stand erscheint als uni­ver­selle Lösung, und das umso mehr, je mehr Fähig­kei­ten ihm zuge­spro­chen wer­den. Der Zau­ber­trank aus dem Schreib­warenladen! Doch eines Tages muss man fest­stel­len, dass man den All­tag mit ihm auch nicht bes­ser auf die Reihe kriegt, nach wie vor viel ver­gisst, nicht krea­ti­ver gewor­den ist und die schlech­ten Ange­wohn­hei­ten immer noch nicht abge­legt hat, und dann lan­det er bei den ande­ren Wun­der­mit­teln in der Schublade.

Nach­trag vom 1.7.19: Die Stift­klemme „Sloop!“ (die übri­gens tat­säch­lich paten­tiert ist, siehe „Vor­rich­tung zur Ver­bin­dung zweier Gegen­stände“) hat ein Update erfah­ren. Hatte die alte Vari­ante (noch hier zu sehen) keine Schlitze im Leder und ein Filz­stück zum Schutz des Stif­tes, so ver­fügt die neue Vari­ante über die von mir vor­ge­schla­gene Umge­stal­tung mit zwei Schlitzen.

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  1. Papier, Büro, Schreib­wa­ren.
  2. Wer dabei an den „Hips­ter PDA“ denkt, liegt nicht ganz falsch.
  3. Quelle: „Das Kon­zept Mind-Papers“.
  4. Quelle: „Mind-Papers – wahr­lich uni­ver­sell“.
  5. Der Preis für die „Mind-Papers“ liegt je nach For­mat und Mate­rial zwi­schen 9,90 (A8) und 29,90 Euro (A5); den „Sloop“ gibt es für 4,90 bis 5,90 Euro.
  6. Wer Klam­mer und Blei­stift noch schnel­ler ver­bin­den möchte, wird hier fün­dig.
  7. „Mit ihm kann man sogar die Rück­seite der Kar­tei­kar­ten beschrif­ten”, bin ich geneigt hinzu­zufügen; zudem wun­dere ich mich, warum der Radie­rer keine Erwäh­nung fin­det.

Sonderanfertigung

Fach­mann im Umbau von Fallminen- und Druck­blei­stif­ten ist isu von the uncom­for­ta­ble chair, und so dachte ich sofort an ihn, als ich mein Wunsch­mo­dell, einen Druck­blei­stift mit Holz­schaft und 0,4-mm-Mine, nicht im Han­del fin­den konnte.

Sonderanfertigung

Von links: Pilot S20 (0,3 mm), Pilot S10 (0,4 mm)

Er schlug vor, die Zwinge eines Pilot S20 (0,3 mm) etwas zu wei­ten und des­sen Spitze und Drü­cker gegen die ent­spre­chen­den und erfreu­li­cher­weise kom­pa­ti­blen Teile des Pilot S10 (0,4 mm) aus­zu­tau­schen. Da mir die Form und das Holz1 des roten S20 sehr gut ge­fallen, habe ich isus Vor­schlag ebenso gerne ange­nom­men wie sein Ange­bot, mir diese Stif­te in Japan zu beschaffen.

Sonderanfertigung

Spit­zen und Drü­cker entfernt

Einen 0,4 mm dün­nen Boh­rer hatte ich bereits, und als die bei­den Stifte am ver­gan­ge­nen Wochen­ende ein­tra­fen, konnte es los­ge­hen. – Tipp: Lässt sich die Spitze nicht mit der blo­ßen Hand abschrau­ben, kann ein Stück Fahr­rad­schlauch hel­fen, sie bes­ser zu greifen.

Sonderanfertigung

Wei­ten der Zwinge des S20

Beim Wei­ten der Zwinge muss man auf­pas­sen, dass man nicht zu groß­zü­gig vor­geht, denn sonst wird die 0,4-mm-Mine nicht mehr gehalten.

Sonderanfertigung

Rechts die unbe­ar­bei­tete 0,3-mm-Zwinge des S20 mit einer 0,4-mm-Mine

Hier sieht man beide Zwin­gen mit einer 0,4-mm-Mine: Links die des S10 (0,4 mm) und rechts die noch unbe­ar­bei­tete des S20 (0,3 mm). Doch warum muss man die Zwinge über­haupt wei­ten? Nun, wenn die für 0,3 mm aus­ge­legte Zwinge eine 0,4 mm dicke Mine greift, schließt sie beim Los­las­sen des Drü­ckers frü­her und schaut wei­ter aus dem Klemm­ring her­aus. Dies aber redu­ziert den Hub und damit den Minen­vor­schub auf ein unprak­tisches Maß2.

Sonderanfertigung

Die bear­bei­tete Zwinge des S20 geht schon etwas wei­ter in den Klemm­ring hinein

Es emp­fiehlt sich, die Zwinge so zu wei­ten, dass sie im geschlos­se­nen Zustand mit Mine etwa so tief im Klemm­ring sitzt wie die des S10, aber die Mine noch zuver­läs­sig hält (die Zwinge im obi­gen Bild geht bereits wei­ter in den Ring hin­ein als vor der Bear­bei­tung, aber noch nicht weit genug). Wer ganz sicher gehen will, setzt die Teile zwi­schen­durch probe­weise zusam­men und tes­tet kurz.

Sonderanfertigung

Ein beson­de­rer S20

Ist die rich­tige Wei­tung erreicht, mon­tiert man Spitze und Drü­cker des S10. Fertig!

Sonderanfertigung

Der S20 an der Leder­hülle des Hobo­ni­chi Techo

Und wozu der Auf­wand? Zum einen habe ich fest­ge­stellt, dass bei mei­ner Schrift­größe der Minen­durch­mes­ser von 0,4 mm sehr gut zum 4-mm-Raster des Hobo­ni­chi Techo passt, und zum ande­ren wollte ich einen Schaft, der bes­ser mit der Leder­hülle har­mo­niert als einer aus Metall oder Kunst­stoff. – Übri­gens habe ich mit den Eno Neox-Minen3 von Pilot in der Härte 2B die bes­ten Erfah­run­gen auf dem mit 52 g/m² sehr dün­nen Tomoe River-Papier des Techo gemacht.

Sonderanfertigung

Der Drü­cker des S10 auf dem S20

Danke an isu für seine Hilfe!

Nach­trag vom 29.5.16: Offen­bar geht es auch anders: „Modi­fy­ing Pilot S20 pen­cils to non stan­dard lead sizes“.

  1. Pilot gibt an, dass es sich dabei um Kirsch­holz von der Insel Hok­kaidō han­delt.
  2. Ich komme mit etwa 5 mm bei zehn­ma­li­gem Drü­cken, also 0,5 mm pro Druck, am bes­ten klar.
  3. Lei­der sind diese Minen nicht mehr erhält­lich. – Mit den neuen Neox Gra­phite konnte ich sie noch nicht ver­glei­chen; gut mög­lich, dass sie wür­dige Nach­fol­ger sind.

Walhalla

Heute ein rascher Blick auf ein altes Dut­zend Farb­stifte der Marke „Wal­halla“ von J.J. Rehbach.

Walhalla

Zu den nach der Ruhmes- und Ehren­halle Wal­halla im frän­ki­schen Donaus­tauf benann­ten Pro­duk­ten des in Regens­burg ansäs­si­gen Her­stel­lers gehör­ten u. a. Blei- und Farb­stifte. Die­ser blaue mit der Arti­kel­num­mer 0847 ist sechs­flä­chig, unla­ckiert, 9 mm dick (Schlüssel­weite 8 mm) und hat die Stan­dard­länge von 17,5 cm.

Walhalla

Der Auf­druck erin­nert an das 125-jährige Jubi­läum des Unter­neh­mens im Jahre 1946 und lässt ver­mu­ten, dass der Stift in die­sem Jahr oder kurz danach gefer­tigt wurde. – Außer dem Orts­na­men (?) Nord­hal­ben, auf den ich mir kei­nen Reim machen kann, fin­den sich auch die gekreuz­ten Schlüs­sel, das Logo von Rehbach.

Walhalla

Die Blei­stifte der Marke „Wal­halla“ bewarb J.J. Reh­bach auch mit einer Reklamemarke.

Walhalla

Die Fer­ti­gungs­qua­li­tät der Stifte lässt zu wün­schen übrig, denn man­che Minen sit­zen nicht mit­tig und bei eini­gen Exem­pla­ren lösen sich die Holz­hälf­ten. Aller­dings könnte letz­te­res auch auf unsach­ge­mäße Lage­rung zurück­zu­füh­ren sein; zahl­rei­che Flä­chen mit hochste­henden Fasern und Wel­len in der Ban­de­role machen den Ein­druck, als wäre das Dut­zend feucht geworden.

Walhalla

Walhalla

Das wie ein Sie­gel gestal­tete Logo auf der Ban­de­role trägt die Jah­res­zah­len 1821 sowie 1921 und erin­nert damit an das 100-jährige Jubiläum.

Walhalla

Den ange­schnitzt wir­ken­den Stift in der Mitte habe ich zum Tes­ten benutzt. Sein nahezu aro­ma­freies Holz kann ich nicht iden­ti­fi­zie­ren; Hand- und Kur­bel­spit­zer (hier der M+R 981) brin­gen es jedoch gut in Form.

Walhalla

Die 4 mm starke Mine ist recht bruch­emp­find­lich und hat eine mäßig sau­bere, ganz leicht wach­sige Abgabe. Das kräf­tige, dunkle Blau gefällt mir gut.

Walhalla

Basteln mit dem …

… nein, nicht mit dem Lexi­ka­li­ker, son­dern mit mei­nem Kol­le­gen H., der sich kürz­lich der Her­aus­for­de­rung gegen­über­sah, einen Wand­ka­len­der mit einem kom­for­ta­bel zu benutzen­den, aber orts­fes­ten Blei­stift zu bestü­cken. Hier seine Lösung, die mir gut gefällt1.

Basteln mit dem …

Die Ver­bin­dung zwi­schen dem blei­stift­ähn­li­chen Objekt2 und der Schnur3 stellt eine Hut­mutter mit M8-Gewinde und einem Loch in ihrer Ober­seite her. Schnell und pfiffig!

Basteln mit dem …

Als Zei­chen mei­ner Aner­ken­nung die­ser Idee habe ich mei­nem Kol­le­gen H. einen Radie­rer4 ange­dient5; er (der Radie­rer, nicht der Kol­lege) ist gelocht, auf­ge­fä­delt und so eben­falls im­mer zur Hand6.

Basteln mit dem …

Jetzt fehlt nur noch ein (Dosen-)Spitzer, doch die­ser ist an der Wand sicher bes­ser aufge­hoben als an der Schnur.

  1. Von mei­nem Bei­fall aus­ge­nom­men ist das ver­wen­dete IKEA-Ding.
  2. Ist von IKEA und lang­ko­nus­ge­spitzt.
  3. Stra­pa­zier­fä­hig und ver­mut­lich von einem Senk­blei abge­zwackt.
  4. STAEDTLER raso­plast (kleinste Aus­füh­rung, Art.-Nr. 526 B40).
  5. Gerne lege ich noch einen ernst­zu­neh­men­den Blei­stift drauf.
  6. Zumin­dest so lange, bis sein Loch auf­ra­diert ist.

Paperworld 2012 (3)

Eber­hard Faber, 1978 bis 2009 Teil von STAEDTLER und seit 2010 bei Faber-Castell, war auf der par­al­lel zur Paper­world statt­fin­den­den Crea­tive World vertreten.

Paperworld 2012 (3)

Neu­ig­kei­ten fie­len mir nicht auf, dafür aber der Umstand, dass sehr vie­les in China herge­stellt wird. – Für sein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm bekannt ist Stan­dard­graph. Am Stand des im baye­ri­schen Gerets­ried ansäs­si­gen Unter­neh­mens zu sehen war ein Klas­si­ker im neuen (bes­ser: trans­pa­ren­ten) Gewand.

Paperworld 2012 (3)

Der ebenso ein­fa­che wie ele­gante Gedess-Minenspitzer besteht aus nur vier Tei­len und wurde bereits 1940 paten­tiert; ich freue mich, dass er nun in zwei Vari­an­ten erhält­lich ist.

Paperworld 2012 (3)

Der DUX DX4260 ist eine deko­ra­tiv erwei­terte Vari­ante des spar­sa­men und hier schon gezeig­ten DX4112 nach einem Vor­bild aus den 50er Jahren.

Paperworld 2012 (3)

Selbst­ver­ständ­lich war ich auch bei Brun­nen, habe ich doch immer wie­der Freude an den Pro­duk­ten die­ses Hau­ses. Im umfang­rei­chen und inter­es­san­ten Sor­ti­ment auf­ge­fal­len sind mir u. a. das A7-Notizbuch der „Kompagnon“-Reihe und die far­ben­fro­hen Radierer.

Paperworld 2012 (3)

Ein Besuch bei RUMOLD, dem tra­di­ti­ons­rei­chen Anbie­ter von Zei­chen­ge­rät und -zube­hör, stand eben­falls auf mei­nem Plan.

Paperworld 2012 (3)

Im Gespräch konnte ich eini­ges zu den Pro­duk­ten und ihrer Her­stel­lung erfah­ren, aber lei­der auch, dass die Lineale mit Zelluloid-Facette nicht mehr gefer­tigt wer­den (dar­un­ter die­ses kleine, aber feine Exem­plar). Es gibt jedoch noch Rest­be­stände in den Län­gen 10, 20 und 40 cm, die der Fach­han­del bestel­len kann. – Unten im Bild eine Tuchelle, die zudem in einer kali­brier­ten Aus­füh­rung ver­füg­bar ist.

Paperworld 2012 (3)

Der Auf­tritt von Möbius+Ruppert stand im Zei­chen des 90-jährigen Fir­men­ju­bi­lä­ums, und so gab es auch his­to­ri­sche Spit­zer zu bestaunen.

Paperworld 2012 (3)

Viele Spit­zer von M+R sind Klas­si­ker und immer noch in der gewohnt hohen Qua­li­tät zu ha­ben (die „Gra­nate“ dürfte jedem Bleistift-Liebhaber ver­traut sein).

Paperworld 2012 (3)

Neben den „Black Line“ wurde der Dosen­spit­zer M+R 950 in vier neuen Farb­kom­bi­na­tio­nen vor­ge­stellt. Letz­te­rer hat es mir beson­ders ange­tan, so dass er dem­nächst aus­führ­li­cher zu sehen sein wird.

Paperworld 2012 (3)

Am Stand von STAEDTLER auf der Crea­tive World zeigte ein über­di­men­sio­na­ler Block FIMO Soft einen Schwer­punkt des dies­jäh­ri­gen Auftritts.

Paperworld 2012 (3)

Neu im Sor­ti­ment ist ein FIMO-Set mit einem Kugel­schrei­ber und einem Füll­hal­ter ohne Schaft, die mit Phan­ta­sie und der Ofen­k­nete fer­tig­ge­stellt wer­den kön­nen. Was bekannte FIMO-Künstler dar­aus gemacht haben, zeig­ten einige Exem­plare, die man für einen guten Zweck ver­stei­gern wird.

Paperworld 2012 (3)

Als alter Bast­ler habe ich über den Kleb­stoff „100%“ von Pat­tex1 gestaunt.

Paperworld 2012 (3)

Einige Merk­male die­ses Kleb­stoffs zeigte ein hoh­les Ei, das mit die­sem über­zo­gen war: Man konnte es fal­len las­sen, ohne dass es zer­brach, und wenn man es ein­drückte, so hielt der Kle­ber die Bruch­stü­cke der Schale zusammen.

Paperworld 2012 (3)

Neues auch bei den Schreib­ge­rä­ten: Den vor drei Jah­ren vor­ge­stell­ten Blei­stift WOPEX gibt es jetzt in Schwarz sowie in je zwei Lila- und Brauntönen.

Paperworld 2012 (3)

Pas­send zum schwar­zen WOPEX wer­den ein schwar­zer Spit­zer und ein eben­sol­cher Radie­rer angeboten.

Paperworld 2012 (3)

In kräf­ti­gen Far­ben prä­sen­tier­ten sich der Druck­blei­stift triplus 776 und die auf ihn abge­stimmten Minen­röhr­chen; zudem bekommt man den gra­phite 779 nun auch in drei Brauntönen.

Paperworld 2012 (3)

Das war’s für die­ses Jahr – die nächste Paper­world öff­net am 26. Januar 2013 ihre Pforten.

  1. STAEDTLER ist seit Okto­ber 2009 Ver­triebs­part­ner der Henkel-Marken Pritt, Ponal und Pat­tex.

Basteln mit dem Lexikaliker (12)

Stamm­le­ser die­ses Web­logs wis­sen von mei­ner aus­dau­ern­den Suche nach dem idea­len Blei­stift­stän­der. Sie ist noch längst nicht abge­schlos­sen, denn die meis­ten Exem­plare sind zwar nütz­lich und deko­ra­tiv, aber für kurze und sehr kur­ze Stifte nicht oder nur einge­schränkt geeig­net. Einen Vor­schlag zur Behe­bung die­ses Übel­stands zeigt meine heu­tige schnelle Bastelei.

Neben gewöhn­li­chem, in jedem gut sor­tier­ten Bas­tel­haus­halt vor­han­de­nen Mate­rial und Werk­zeug benö­ti­gen wir zwei Holz­leis­ten 40 × 15 mm, 10 und 18 cm lang, sowie zwei maxi­mal 40 mm breite Stü­cke Draht­ge­webe mit 10 mm und 2 mm Maschen­weite, 18 und 22 cm lang (ich beziehe Der­ar­ti­ges gerne von Modulor). Beson­dere Kennt­nisse und Fähig­keiten sind nicht notwendig.

Bleistiftständer

Wir kle­ben die bei­den Leis­ten wie gezeigt zusam­men; wer mag, ver­stärkt die Ver­bin­dung durch eine Schraube.

Bleistiftständer

Das grobe Draht­ge­webe – es hält die Stifte – bie­gen wir so zurecht, dass die Enden flach auf den Stirn­sei­ten auf­lie­gen, und das feine kommt auf die Ober­seite des unte­ren Teils; es ver­hin­dert das Weg­rut­schen der Bleistifte.

Bleistiftständer

Über die Befes­ti­gung der Gewebe habe ich mir keine gro­ßen Gedan­ken gemacht, son­dern kur­zer­hand das feine mit eini­gen Trop­fen Pat­tex und das grobe mit zwei Reiß­zwe­cken fixiert.

Bleistiftständer

Von links: Chung Hwa 6151, Mitsu­bi­shi uni Pen­manship Pen­cil, LAMY plus, Mitsu­bi­shi uni 4563, STAEDTLER Cadet, STAEDTLER mark-2B, Caran d’Ache Graf­wood, Mitsu­bi­shi uni Nano Dia, STAEDTLER tra­di­tion, Johann Faber Berthelt, Tom­bow Mark Sheet, STAEDTLER Noris Club maxi, Mitsu­bi­shi uni Arterase Color, STAEDTLER Noris, Faber-Castell 9000

Diese Kon­struk­tion gewinnt natür­lich kei­nen Design-Preis, stellt aber eine Lösung für die prak­ti­sche Auf­be­wah­rung von Blei­stif­ten aller Län­gen dar.

Nach­trag vom 15.1.12:

Beim Auf­räu­men der Bas­tel­bude kamen mir noch ein paar Gedan­ken, die auf die Schnelle umge­setzt so aussehen:

Bleistiftständer

Das grobe Geflecht bil­det nun auch die Senk­rechte und steckt in der Basis (hier: MDF). Noch schrä­ger darf es aller­dings nicht sein, da sonst die Öff­nun­gen im Git­ter zu klein wer­den. Zudem müs­sen die Spit­zen der Stifte nicht im fei­nen Geflecht ste­hen, son­dern kön­nen auch auf Filz ruhen. – Wer ein Ver­krat­zen der Stifte fürch­tet, min­dert das Risiko mit einer Schicht Klarlack.

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