Archiv des Stichworts „Landkartenstifte”

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Eberhard Faber Cartograph 540

Montag, 1. Dezember 2014

Den Landkartenstift Cartograph von Eberhard Faber gab es auch in kurzer Ausführung.

Eberhard Faber Cartograph 540

Die nur 91 × 50 mm kleine und 10 mm flache Blechdose ist mit jeweils zwei gelben, grü­nen und schwarzen Stiften ungewöhnlich befüllt1. Sie sind rund, 86 mm lang, 7,4 mm dick und haben eine 4,4 mm dicke Mine.

Eberhard Faber Cartograph 540

Die topografische Karte im Hintergrund ist das Messtischblatt 3173, Kleinsassen, her­ausgegeben vom Reichsamt für Landesaufnahme 1936.

Das war's auch schon für heute.

  1. Es kann sein, dass dies nicht die Originalzusammenstellung ist.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Sonntag, 27. Oktober 2013

Landkartenstifte1 üben großen Reiz auf mich aus, ohne dass ich sagen kann, warum – oft sind es nur Farbstifte in anderer Verpackung, und zum meist militärischen Hintergrund habe ich keine Beziehung. Am meisten sprechen mich jedoch die Gestaltung und die oft anzu­treffende Legende an; vermutlich ist es deren Ästhetik, die mich auch in diesem Fall hat zugreifen lassen.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Das Krokier-Etui Nr. 7673 von A.W. Faber ist aus Blech, misst 185 × 54 × 18 mm und enthält zwölf Farbstifte der Marke „Pestalozzi”2. Wann diese Marke benutzt wurde, konnte ich noch nicht herausfinden; ich gehe aber davon aus, dass dieses Etui aus der Zeit des zweiten Weltkriegs stammt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Der Name des Herstellers wurde in den Klappdeckel geprägt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Auf der Papierummantelung des Etuis finden sich Angaben zur Verwendung der Farben so­wie Details der topographischen Darstellung für Krokierzwecke.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Die mit den Farbmustern genannten Nummern korrespondieren mit denen der Stifte, und angesichts der Lücken in der Nummerierung vermute ich, dass die zwölf Farbstifte eine Auswahl aus einem größeren Sortiment waren.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Die sechsflächigen Farbstifte haben eine festere und deutlich weniger kreidige Mine als die meisten anderen mir bekannten Landkartenstifte. Diese ist wasservermalbar, lässt sich aber kaum radie­ren.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Ihr Aufdruck ist knapp, und neben der Farb- gibt es noch eine Artikelnummer und die da­mals als Logo genutzte Waage, eines der für mich schönsten Warenzeichen aus der Büro­artikelwelt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Der helle, leicht abwischbare Belag an den Spitzen stammt wahrscheinlich vom Ausblühen des Wachses, mit dem die Minen imprägniert wurden.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Für mich ein sehr schönes Etui!

Anm.: Bei der topografischen Karte im Hintergrund handelt es sich auch diesmal um das Blatt Lauter­bach, bearbeitet durch das hessische Katasteramt 1909.

  1. Ich unterscheide nicht zwischen „Landkartenstift” und „Krokierstift”.
  2. Es gab auch Bleistifte dieser Marke; Namensgeber war wohl der Schweizer Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827). – In dem Buch „Faber-Castell since 1761″ wird der Waren­katalog des Jahres 1932 zitiert mit „Pestalozzi – der Schulfarbstift mit der dünnen Mine zum billigen Preis – mit Wasser vermalbar”.

J.S. Staedtler Kartochrom

Sonntag, 6. Januar 2013

Gedacht für das Zeichnen auf Generalstabskarten und damit für den militärischen Gebrauch war der Kartochrom von J.S. Staedtler.

J.S. Staedtler Kartochrom

Die an einer Seite offene Schiebeschachtel aus festem Karton misst etwa 178 × 41 × 16 mm, ist vollständig mit marmoriertem Papier beklebt und trägt ein Etikett.

J.S. Staedtler Kartochrom

Der innere Teil, dessen Entnahme durch eine Aussparung und ein Textilband erleichtert wird, ist mit dem gleichen marmorierten Papier eingefasst und mehrfach unterteilt.

J.S. Staedtler Kartochrom

Enthalten sind noch vier vollständige Kartochrom in Rot, Blau und Schwarz, drei Bruch­stücke sowie ein doppelseitiger Halter aus Holz. Ob diese Teile zum ursprünglichen Inhalt gehören oder später hinzukamen, vermag ich nicht zu sagen.

J.S. Staedtler Kartochrom

Der Kartochrom ist knapp 68 mm lang, 5 mm dick und mit einer Papierung versehen. Er hat eine kreidige Konsistenz, ist bruchempfindlich und lässt sich von Papier weder voll­ständig radieren noch abwischen.

J.S. Staedtler Kartochrom

Ebenso wie beim Landkartenstift von Eberhard Faber und dem Eberhard Faber Cartograph 541 zeigt das Etikett einen Kartenausschnitt1 mit blauen und roten Markierungen; vermut­lich sollten erstere die Position der eigenen und letztere die der gegnerischen Truppen kennzeichnen2.

J.S. Staedtler Kartochrom

Der 150 mm lange hölzerne Halter ist geschlitzt; ein Überwurf aus Kunststoff klemmt den Kartochrom fest.

J.S. Staedtler Kartochrom

Der Schriftzug „Kartochrom” und der erklärende Text sind in einer gebrochenen Grotesk gesetzt. Schriften dieses Stils kamen zu Beginn der 1930er Jahre auf den Markt, so dass das Etui gut 75 Jahre alt sein könnte.

J.S. Staedtler Kartochrom

Die topografische Karte im Hintergrund ist das Messtischblatt 3173, Kleinsassen, her­ausgegeben vom Reichsamt für Landesaufnahme 1936.

  1. Die Orte Hettingen und Rinschheim gehören heute zur Stadt Buchen im Odenwald.
  2. Das ankerförmige Symbol links oben und rechts oben könnte ein taktisches Zeichen für eine Waffe sein, aber da kann ich nur spekulieren.

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

Donnerstag, 15. März 2012

Mindestens 70 Jahre1 alt ist dieses Krokier-Set2, das Johann Faber seinen Kunden zur militä­rischen Nutzung angedient hat.

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

(Bilder3 zum Vergrößern anklicken)

Das 120 × 57 × 28 mm große, zweiteilige Etui aus überzogenem Karton ist beidseitig und ausführlich beschriftet. Es ist bemerkenswert gut erhalten; lediglich zwei abgegriffene Stel­len an der Unterseite des Innenteils zeugen von seiner Benutzung.

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

Die Rückseite trägt eine detaillierte Legende zur Kartografie des Militärs, den Maßstab und eine umlaufende Skala.

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

Von den ursprünglich zwölf Farbstiften enthält das Set noch neun. Sie sind knapp 11 cm lang, 7,5 mm dick, runden Querschnitts und haben eine 3 mm starke Mine. Im Gegensatz zu der einiger anderer hier gezeigter Landkartenstifte ist diese Mine nicht kreidig, sondern eine normale Farbmine, die man aber recht gut radieren kann.

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

Die Stifte tragen den Schriftzug „Johann Faber”, dessen Logo aus Schlägel und Eisen, den Farbnahmen, eine Zahl (vermutlich die Nummer im Set4) sowie eine Kombination aus Zahl und Buchstabe in Klammern, die sich in der Legende auf der Vorderseite5 des Etuis wie­derfindet.

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

Die ausführliche und zudem gelungene Beschriftung sowohl des Krokier-Sets als auch der Stifte beeindruckt mich, ebenso manches Detail wie z. B. die Schreibweise von „Nr.” und der Schriftzug „Johann Faber” auf den Stiften.

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

Ein sehr schönes Stück!

Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144

  1. Die vollständige Übernahme von Johann Faber durch Faber-Castell erfolgte laut Georg Büttners Bleistiftseiten im Jahr 1942.
  2. „Krokier” stammt vom franz. „croquis” (Skizze, Entwurfszeichnung); eine Geländezeichnung wird im Deutschen auch „Kroki” genannt.
  3. Die topografische Karte im Hintergrund ist auch diesmal das Blatt Lau­terbach, bearbeitet durch das hessische Katasteramt 1909.
  4. Vorhanden sind 1, 3–6, 8 und 10–12.
  5. Es sieht so aus, als hätte die für das Wiesengrün genutzte Druckfarbe im Laufe der Jahrzehnte gelitten.

J.S. Staedtler 1919 (6)

Montag, 6. Februar 2012

„Nicht schon wieder Landkartenstifte”, werden meine Leser seufzen. „Doch”, sage ich da nur und mache es kurz.

Krokier-Stifte

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Enthalten im Katalog von J.S. Staedtler des Jahres 1919 waren diese Krokier-Stifte, die in vier verschiedenen Sets für kartografische Skizzen angeboten wurden. – „Kro­kier” stammt vom französischen „croquis” (Skizze, Entwurfszeichnung); eine einfache Geländezeichnung wird im Deutschen auch „Kroki” genannt.

Krokier-Stifte

Interessant ist hier u. a. die detaillierte Auflistung der Farben und der Nummern, deren Lücken die Vermutung nahelegen, dass die Stifte (oder zumindest die Farben) zu einem größeren Set gehörten.

Krokier-Stifte

Bemerkenswert finde ich auch die Schriftarten. Während mich die fetten Überschriften an Zwischentitel aus Stummfilmen erinnern, …

Krokier-Stifte

… verblüfft mich der für den Text genutzte Font, dessen Besonderheiten gerade im Fett­druck auffallen:

Krokier-Stifte

Der lange und bis unter die Grundlinie verlaufende Stamm des F mit schrägem unteren An­satz, die kurze Schulter des a, die gedrungene Schlinge des g, die kleine Diagonale des N – aber das nur am Rande.

Nachtrag: Ich habe diese Schriftart im Forum von Typografie.info zur Diskussion gestellt. Die kundigen Teilnehmer dort haben noch eine oben geschlossene ch-Ligatur entdeckt und die Schrift als die Behrens Antiqua identifiziert.

 Telephonstift | J.S. Staedtler 1919 | Spitzenschoner 

Landkartenstifte 1938–60

Samstag, 28. Januar 2012

Nach den hier schon mehrfach gezeigten Landkartenstiften nun einiges gedrucktes Mate­rial mit zusätzlichen Informationen (Scans zum Vergrößern anklicken).

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1940, Vorderseite). – Details zu diesen gibt es hier.

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1940, Rückseite)

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1954)

Landkartenstifte 1938–60

Eberhard Faber (1960). – Details zum Cartograph 541 gibt es hier.

Landkartenstifte 1938–60

Faber-Castell (1957, oberer Teil der Katalogseite). – Bilder des CARTOR 2890 gibt es hier.

Landkartenstifte 1938–60

Faber-Castell (1957, unterer Teil der Katalogseite).

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Vorderseite)

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Rückseite)

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Vorderseite)

Landkartenstifte 1938–60

Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Rückseite)

Danke an Herbert R. für die Scans!

Eberhard Faber Cartograph 541

Sonntag, 22. Januar 2012

Bereits dreimal gab es hier Landkartenstifte zu sehen1, nämlich den LYRA-ORLOW № 2736 sowie den schwarzen und die farbigen von Eberhard Faber. Vermutlich der Nachfolger von letzteren ist der aus den 1940ern stammende Cartograph 541.

Eberhard Faber Cartograph 541

(Bilder2 zum Vergrößern anklicken)

Die flache und in meinen Augen sehr ansprechend gestaltete Blechschachtel bietet Platz für sechs Farbstifte, von denen noch drei vorhanden sind.

Eberhard Faber Cartograph 541

Die drei runden Cartograph-Stifte haben einen Durchmesser von 6,5 mm und eine 4 mm dicke, kreideartige Mine, die sich recht gut radieren lässt.

Eberhard Faber Cartograph 541

Neben ihrem Namen, der im Gegensatz zu dem auf der Schachtel gerade verläuft, tragen die Stifte die Kennzeichen ihres Herstellers, die Typenbezeichnung und einen Farbcode.

Eberhard Faber Cartograph 541

Eberhard Faber Cartograph 541

Wie schon das Behältnis der älteren Landkartenstifte zeigt auch dieses einen Kartenaus­schnitt, allerdings ohne Ortsangaben. Die Markierungen legen einen militärischen Gebrauch nahe, bei dem die Position der eigenen Truppen in blau und die der gegnerischen in rot eingetragen wurde.

Eberhard Faber Cartograph 541

Beim Kauf dabei waren drei CARTOR 2890 von A.W. Faber, die nur unwesentlich dicker sind und über eine sehr ähnliche Mine verfügen. Dem Namen nach könnten sie dem gleichen Zweck gedient haben.

Eberhard Faber Cartograph 541

Eberhard Faber Cartograph 541

Die für „Cartograph” genutzte Schrift gefällt mir ausgemacht gut3, und das ungewöhnliche C erinnert ein wenig an das auf diesem Schild der Eberhard Faber KG. Den Schatten finde ich gelungen, ebenso die Neigung nach links, die mich sofort an die früher auf topogra­fischen Karten übliche Schriftart Römisch Linkskursiv hat denken lassen.

Eberhard Faber Cartograph 541

Für mich ein prächtiges Stück aus der Geschichte des Schreibzeugs!

  1. Die nächsten sind von Johann Faber – soviel sei schon verraten.
  2. Bei der topografischen Karte im Hintergrund handelt es sich um das Blatt Lau­terbach, bearbeitet durch das hessische Katasteramt 1909.
  3. Ich hätte die Schachtel wohl auch leer erworben.

LYRA-ORLOW № 2736

Sonntag, 8. Mai 2011

Passend zum alten Geraffel der letzten Zeit hier ein weiteres Exponat aus dem Museums­keller, das heute mal an die Luft und in die Sonne durfte.

LYRA-ORLOW № 2736

Landkartenstifte gab es nicht nur von Eberhard Faber, sondern auch von LYRA. Vermutlich um die 70 Jahre und damit etwa so alt wie erstere ist dieses knapp 12 × 5 × 2 cm³ große Set LYRA-ORLOW № 2736 mit zehn kurzen Farbstifte des Typs LYRATO 675.

LYRA-ORLOW № 2736

Jedem Kartenelement waren eine Farbe und eine Nummer zugewiesen; die Lücken in der Nummerierung lassen vermuten, dass diese Farben nur eine Auswahl aller verfügbaren wa­ren. – Bemerkenswert finde ich die Anordnung von Legende und Beispielen, befinden sich die zusammengehörenden Details doch immer auf gleicher Höhe.

LYRA-ORLOW № 2736

Die Stifte sind schlicht und haben die üblichen Kennzeichnungen. Auf den Farben 15 und 23 jedoch findet sich ein mir fremdes Symbol, und zwar ein dicker Punkt mit einem waag­rechten Strich.

LYRA-ORLOW № 2736

LYRA-ORLOW № 2736

Leider wurde LYRA in beiden Weltkriegen stark beschädigt, und so hat das Archiv des Un­ternehmens auch zu diesen Farbstiften keine Informationen mehr.

LYRA-ORLOW № 2736

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