Monat: Februar 2012

Stiftskulpturen

Beein­dru­ckend: Die Stift­skulp­tu­ren von Jen­ni­fer Maes­tre.

Stiftskulpturen

Luna

Unter „Artist’s State­ment“ beschreibt sie ihre Technik:

To make the pen­cil sculp­tures, I take hund­reds of pen­cils, cut them into 1-inch sec­tions, drill a hole in each sec­tion (to turn them into beads), shar­pen them all and sew them tog­e­ther. The bea­ding tech­ni­que I rely on most is peyote stitch.

Stiftskulpturen

Aurora (Detail)

Danke an Jen­ni­fer Maes­tre für die Fotos!

(via Boing Boing)

Spitzenauswahl

Wer heute eine Kappe für den Blei- oder Farb­stift sucht, braucht Geduld, doch frü­her war das nicht so – allein Schwan bot in sei­nem Kata­log von 1940 gleich 14 ver­schie­dene Spit­zenschoner an.

Neben Aus­füh­run­gen für dickere Stifte gab es sol­che, die sich mit­tels Ring oder Clip befes­tigen lie­ßen, und auch ein als Brief­öff­ner nutz­ba­rer „Dolch-Klemmschoner“ war dabei (J.S. Sta­edt­ler hatte einen ähn­li­chen im Sortiment).

 

(Minia­tu­ren zum Ver­grö­ßern anklicken)

Einige waren ran­driert und gerieft, also mit Rän­de­lun­gen ver­ziert (was Gol­din war, weiß ich lei­der nicht).

Ein beein­dru­cken­des Sortiment!

A.W. Faber 1897

Eine Kost­bar­keit gibt es in der digi­ta­len Biblio­thek der Uni­ver­sity of Hous­ton zu bestau­nen, und zwar den Kata­log von A.W. Faber USA aus dem Jahr 1897. – Als Anschme­cker die Sei­ten zu den Blei­stif­ten mit Gra­phit aus der sibi­ri­schen Alibert-Mine:

A.W. Faber 1897

A.W. Faber 1897

A.W. Faber 1897

(Quelle: A. W. Faber. „A. W. Faber Price-list.“ 1897. Online Image. Uni­ver­sity of Hous­ton Digi­tal Library. 24 Febru­ary 2012.)

Hoch­auf­ge­löste Ver­sio­nen der Scans kön­nen ange­for­dert wer­den (bei mei­nem kur­zen Test waren diese gut 1600 × 2600 Pixel groß). – Danke an Sean von The Blackwing Pages für den Hinweis!

Basteln mit dem …

… nein, nicht mit dem Lexi­ka­li­ker, son­dern mit mei­nem Kol­le­gen H., der sich kürz­lich der Her­aus­for­de­rung gegen­über­sah, einen Wand­ka­len­der mit einem kom­for­ta­bel zu benutzen­den, aber orts­fes­ten Blei­stift zu bestü­cken. Hier seine Lösung, die mir gut gefällt1.

Basteln mit dem …

Die Ver­bin­dung zwi­schen dem blei­stift­ähn­li­chen Objekt2 und der Schnur3 stellt eine Hut­mutter mit M8-Gewinde und einem Loch in ihrer Ober­seite her. Schnell und pfiffig!

Basteln mit dem …

Als Zei­chen mei­ner Aner­ken­nung die­ser Idee habe ich mei­nem Kol­le­gen H. einen Radie­rer4 ange­dient5; er (der Radie­rer, nicht der Kol­lege) ist gelocht, auf­ge­fä­delt und so eben­falls im­mer zur Hand6.

Basteln mit dem …

Jetzt fehlt nur noch ein (Dosen-)Spitzer, doch die­ser ist an der Wand sicher bes­ser aufge­hoben als an der Schnur.

  1. Von mei­nem Bei­fall aus­ge­nom­men ist das ver­wen­dete IKEA-Ding.
  2. Ist von IKEA und lang­ko­nus­ge­spitzt.
  3. Stra­pa­zier­fä­hig und ver­mut­lich von einem Senk­blei abge­zwackt.
  4. STAEDTLER raso­plast (kleinste Aus­füh­rung, Art.-Nr. 526 B40).
  5. Gerne lege ich noch einen ernst­zu­neh­men­den Blei­stift drauf.
  6. Zumin­dest so lange, bis sein Loch auf­ra­diert ist.

Schildkröte

Die Aus­wahl an Minen­spit­zern ist offen­bar auch in Japan über­schau­bar, und so hat die in Yoshi­zawa ansäs­sige U5 Archi­tects Unit bereits 2008 einen eige­nen entwickelt.

Schildkröte

Wie viele andere japa­ni­sche Pro­dukte ist der „Tor­toise“ geschmack­voll ver­packt – die Kom­bination aus blauem Kar­ton und schwarz bedruck­tem Trans­pa­rent­pa­pier macht sich sehr gut. Eine wei­tere Ban­de­role umschließt den mit trans­pa­ren­ter Folie umhüll­ten Spitzer.

Schildkröte

Das Gerät spitzt Minen mit den Durch­mes­sern 1.2, 2.0, 3.2, 3.8 und 5.8 mm, so dass kaum Wün­sche offen blei­ben dürf­ten (für 2-mm-Minen ste­hen sogar zwei unter­schied­li­chen Ko­nen zur Verfügung).

Schildkröte

Die Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät des aus dem Hoch­leis­tungs­kunst­stoff Poly­e­the­rimid1 gefer­tig­ten Spit­zers ist hervorragend.

Schildkröte

Den Ver­trieb des „Tor­toise“ hat Bun­doki über­nom­men, doch es sieht so aus, als wäre er inzwi­schen ver­grif­fen2. – Wei­tere Fotos, auch mit Spitz­bei­spie­len, gibt es bei the uncom­fortable chair.

  1. „Ultem” ist der Han­dels­name von Gene­ral Electric.
  2. Der dort ange­ge­bene Preis von umge­rech­net gut 80 Euro ist bizarr; ich habe damals weni­ger als die Hälfte bezahlt.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Zum Wochen­ende ein rascher Blick auf einen his­to­ri­schen Fall­mi­nen­stift, der wohl um die 70 Jahre alt sein dürfte.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Der Mars Lumo­graph 1019 von J.S. Sta­edt­ler ist gut 15 lang und hat einen sechs­flä­chi­gen, Mars-blauen Holz­schaft mit durch­ge­hen­der Boh­rung; seine Gestal­tung erin­nert an den Blei­stift Mars Lumo­graph 2886, der am 1. August 1930 auf den Markt kam. Der Auf­druck „H“ lässt ver­mu­ten, dass es noch wei­tere Aus­füh­run­gen mit ande­ren Här­te­kenn­zeich­nun­gen gab.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Eine Metall­kappe ohne Minen­spit­zer schließt das Stif­tende, über das auch die Minen nach­gefüllt wer­den können.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Die vier­ge­teilte Klem­mung mit Über­wurf hält die Mine. – Die Man­schette am Schaft über­rascht mich; über ihre Funk­tion kann ich nur rätseln.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Damit die Minen nicht aus dem Stift her­aus­fal­len, hat Sta­edt­ler sie bis 1991 mit einem sog. Zwing­chen ver­se­hen. Die­ses ver­grö­ßert den Durch­mes­ser, so dass die Mine nicht mehr durch die Klem­mung passt (das Zwing­chen im Bild ist fest ange­bracht; spä­ter war es ab­ziehbar). – Die Längs­rif­fe­lung der Mine dient dem bes­se­ren Halt.

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Der Auf­druck zeigt auch das astro­no­mi­sche Zei­chen für den Pla­ne­ten Mars mit den Mon­den Pho­bos und Dei­mos (eine deut­li­chere Abbil­dung gibt es hier).

J.S. Staedtler Mars Lumograph 1019

Soweit ich weiß, war der Lumo­graph 1019 der letzte Fall­mi­nen­stift mit Schraub­klem­mung von Sta­edt­ler; in den frü­hen 50er Jah­ren wurde er durch den Tech­nico 1001 mit Druck­mechanik abgelöst.

Neuzeit

Manch­mal kommt es vor, dass ich etwas Ver­trau­tes plötz­lich ganz neu sehe – so auch vor weni­gen Tagen, als mein Blick auf die etwa 60 × 34 mm klei­nen Kar­ten des Spiels „RATE FIX“1 fiel.

Neuzeit

Bei all dem heute zumin­dest nach außen hin Per­fek­ten tun mir die klei­nen Män­gel und Ge­brauchsspuren gut, doch die Schrift gefällt mir am bes­ten. Es ist die Neu­zeit Gro­tesk2, hier im fet­ten (oder gar extra­fet­ten) Schnitt, ent­wor­fen 1929 von Wil­helm Pisch­ner und ge­gossen von der D. Stem­pel AG in Frankfurt/Main. Da galt „form fol­lows func­tion“ – eine kon­stru­ierte Schrift ohne beson­dere Merk­male, die in mei­nen Augen jedoch gerade da­durch ihren Reiz hat.

Neuzeit

Es gibt sie auch in digi­ta­ler Form, aber die Black-Variante von URW weicht lei­der vom Origi­nal ab3; die Schnitte Light und Bold Con­den­sed sind wohl die bei­den ein­zi­gen mit dem ursprüng­li­chen Charakter.

  1. Unsere ist eine alte, viel­leicht sogar die Ori­gi­nal­aus­gabe, und manch­mal denke ich, wir hät­ten diese schon immer gehabt.
  2. Danke an die Teil­neh­mer des Forums von Typografie.info für die rasche Iden­ti­fi­zie­rung!
  3. Man beachte z. B. das a.
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