Monat: Mai 2017

Kurz notiert

  • Bei Kobo-Q gibt es bemer­kens­werte Arbei­ten aus Leder zu sehen, dar­un­ter einen Spit­zen­scho­ner mit inte­grier­tem Spit­zer und einen Ver­län­ge­rer, der sich die recht­eckige Zwinge des Blackwing 602 auf pfif­fige Weise zu Nutze macht. – Danke an Frank für den Hinweis!
  • Vor kur­zem wurde ein Patent der Eisen GmbH ver­öf­fent­licht. Es beschreibt Stifte, deren Schaft voll­stän­dig oder teil­weise aus einem wachs­ar­ti­gen Mate­rial besteht, und Spit­zer­va­ri­an­ten für die­sen. Durch das wei­che Schaft­ma­te­rial soll der zum Spit­zen nöti­ge Auf­wand ver­rin­gert wer­den, denn es erfor­dert weder ein sehr har­tes Mes­ser noch eine beson­ders sta­bile Spitz­vor­rich­tung. Wäh­rend das Mes­ser eines her­kömm­li­chen Spit­zers min­des­tens die Härte 60 HRC1 hat, ist für den Stift mit wachs­ar­ti­ger Ummante­lung nur eine Härte von maxi­mal 40 HRC not­wen­dig, so dass unge­här­tete Stähle, aber auch Kunst­stoffe zum Ein­satz kom­men kön­nen und der Spit­zer dann sogar ein­stü­ckig aus­ge­führt wer­den kann2. Das Umman­te­lungs­ma­te­rial, des­sen Härte unter 60 Shore D3 liegt, kann die Mine zudem vor dem Aus­dif­fun­die­ren flüch­ti­ger Bestand­teile schüt­zen, was vor allem bei Kos­me­tik­stif­ten inter­es­sant ist.
  1. Zum Ver­gleich: Das Mes­ser eines Spit­zers von Möbius+Ruppert hat 65 HRC, die Klinge eines Schwei­zer Taschen­mes­sers 55 HRC und hoch­wer­tige japa­ni­sche Küchen­mes­ser brin­gen es auf 65–67 HRC.
  2. In der Paten­schrift wird auch auf Schneid­kan­ten­brei­ten und -radien von Spit­zer­mes­sern ein­gegangen.
  3. Zum Ver­gleich: LDPE hat 40–50 Shore D.

The Editor

Wäh­rend es den Rot-Blau-Stift in diver­sen Vari­an­ten, von vie­len Her­stel­lern und schon sehr lange gibt1, sind Stifte mit Graphit- und roter Mine noch recht neu und nur sel­ten anzu­treffen. Wenn ich rich­tig infor­miert bin, gab es den ers­ten die­ser Art 1975 in Japan (von wel­chem Her­stel­ler, weiß ich lei­der nicht). Im Februar 2004 brachte Tom­bow den LV-KEV auf den Markt, doch bedau­er­li­cher­weise wurde die Pro­duk­tion 2013 ein­ge­stellt. Die bei­den ein­zi­gen noch erhält­li­chen Stifte die­ser Gat­tung sind mei­nes Wis­sens der Per­fetto von Lui­se Fili Ltd., her­ge­stellt in Tai­wan, und „The Edi­tor“, der von Caran d’Ache in der Schweiz für CW Pen­cil Enter­prise gefer­tigt wird2. Um letz­te­ren soll es heute gehen.

The Editor

Der 17,5 cm lange und 7,5 dicke Edi­tor hat eine 3 mm starke Mine. Der Graphit-Teil ist ver­gleichsweise hart; die sub­jek­tive Härte ent­spricht etwa der des STAEDTLER Mars Lumo­graph H. Die Mine hat das für Caran d’Ache typi­sche Glei­ten, eine sau­bere Abgabe sowie eine dem Här­te­grad ent­spre­chende Schwärzung und Bruch­fes­tig­keit. Sie ist wisch­fest und bei nicht allzu fes­tem Schreib­druck gut radier­bar. Die rote, was­ser­ver­mal­bare Mine ist nicht so weich wie die des typi­schen Bunt­stifts und schreibt eben­falls sau­ber; ihr Farb­ton geht in Rich­tung Zinnober.

The Editor

Der Edi­tor ist ordent­lich ver­ar­bei­tet – die Ver­lei­mung ist gut, der Lack3 ist sau­ber und der Prä­ge­druck4 ohne Makel. Holz (höchst­wahr­schein­lich Weihrauch-Zeder) und Mine las­sen sich sehr gut spit­zen und kom­men daher auch gut mit dem Pol­lux klar.

The Editor

Der Edi­tor ist ein schö­ner Stift, doch ich hätte noch mehr Freude an ihm, wenn die Gra­phitmine ein wenig wei­cher und die rote Mine etwas här­ter wäre (wie z. B. der STAEDT­LER Mars Lumochrom oder der Mitsu­bi­shi 7700) . Er ist nur bei CW Pen­cil Enter­prise zu bekom­men und kos­tet 3 US-Dollar (knapp 2,70 Euro) pro Stück.

Nach­trag vom 27.7.17: Wei­tere noch erhält­li­che Graphit/Rot-Stifte sind der Dual Pen­cil von Pensan aus der Tür­kei, der Lápiz dúo von Dixon aus Mexiko und der Zim­mer­manns­stift Duo von Koh-I-Noor aus Tsche­chien (letz­te­ren gibt es zusam­men mit einem Blau/Graphit-Stift). Danke an Ste­phen von pen­cil talk für die Hinweise!

Nach­trag vom 31.5.18: Siehe auch „Caran d’Ache Gra­phi­co­lor Graphit/Rot“.

Nach­trag vom 22.6.19: Der Ursprung des Rot-Graphit-Stifts geht min­des­tens bis in das Jahr 1870 zurück (siehe „Rot und Blau“).

Nach­trag vom 30.6.19: Wei­tere Stifte die­ser Art siehe „Gra­phit und Rot“.

  1. Ein in mei­nen Augen beson­ders schö­nes Exem­plar ist der J.S. STAEDTLER Mars Lumochrom 2642.
  2. Wie kam der Edi­tor zu CW Pen­cil Enter­prise? In einem „Erasable“-Podcast erzählt Caro­line Wea­ver, dass Caran d’Ache mit dem fer­tig gestal­te­ten Stift an sie her­an­ge­tre­ten ist und sie ihn unver­än­dert in ihr Sor­ti­ment über­nom­men hat.
  3. Wer genau auf das schwarze Ende schaut, sieht, dass der Stift erst kom­plett rot und dann zur Hälfte schwarz lackiert wurde. – Bei einem Exem­plar war der Lack auf zwei Zen­ti­me­tern auf­gerissen. Dies war sicher ein Aus­rut­scher, und CWPE hat mir den Kauf­preis sofort erstat­tet.
  4. Der Schrift­zug „CARAN d’ACHE“ wurde zum 100-jährigen Jubi­läum des Unter­neh­mens im Jahr 2015 zu „CARAN D’ACHE“ geän­dert.

Perfetto

Perfetto

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Nur ein Foto, sonst (fast) nichts. – Der Graphit/Rot-Stift „Per­fetto“ und des­sen Verpa­ckung wur­den vom US-amerikanischen Gra­fik­stu­dio Louise Fili Ltd. gestal­tet und in Tai­wan her­ge­stellt. – Danke an Mat­thias von Blei­stift für die­ses schöne Set!

Klare Ansage

Klare Ansage

„Hälst du was auf schöne Schrift, schreibe nur mit Staedtler-Stift“ meinte J.S. STAEDTLER in die­ser nur 46 mm hohen Anzeige, die 1928 in einer öster­rei­chi­schen Publi­ka­tion1 erschien, und hatte damit natür­lich völ­lig recht.

  1. Monats­zeit­schrift „Berg­land“, Aus­gabe 5, 1928, Ver­lag „Das Bergland-Buch“, Salz­burg.

STAEDTLER mark-2B

STAEDTLER mark-2B

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Hin und wie­der mache ich Fotos für andere als Weblog-Zwecke. Bis­her sind diese Fotos im Archiv ver­schwun­den, doch ab heute werde ich das eine oder andere hier zei­gen, ohne aus­führ­lich dar­auf ein­zu­ge­hen. – Der STAEDTLER mark-2B wurde in Thai­land mit Minen aus deut­scher Pro­duk­tion gefer­tigt. Gedacht war er für das Aus­fül­len von Prü­fungs­bö­gen, die per OMR (Opti­cal Mark Reco­gni­tion) gele­sen wur­den. – Zu „Mark Sense“, dem Vor­läu­fer des OMR, siehe „IBM Elec­tro­gra­phic“.

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