Archiv der Kategorie „Bleistifte”

 Ältere Beiträge Neuere Beiträge 

Bleistiftgesicht

Freitag, 3. Oktober 2008

Pencil Face

Surreal und gespenstisch: „Pencil Face”, ein Kurzfilm des SCADshorts-Projekts am Savanna College of Art and Design. – Eine hochaufgelöste Variante gibt es hier.

Eberhard Faber Tricki Dicki

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Eberhard Faber Tricki Dicki von Dario (6)

Genau an der Stelle in New York, wo heute das UNO-Gebäude steht, begann Eberhard Faber mit seiner Bleistiftproduktion. 147 Jahre später und gut 35 Millionen Bleistiftlängen entfernt macht ein sechsjähriger Junge mit Hilfe des Tricki Dicki dieses Herstellers seine ersten Erfahrungen mit der elementaren Kulturtechnik des Schreibens. Mit noch etwas ungelenken Bewegungen lässt seine kleine Hand die weiche, vier Millimeter dicke Mine des dreiflächigen Stifts über die linierten Seiten des Schreiblernhefts gleiten und dabei die ersten Buchstaben entstehen, doch schon bald wird auch er zu den Schreibgeräten der „Großen” und zur Tastatur greifen. Ob er sich dann noch an diesen Anfang erinnert?

LYRA Gärtnerstift

Samstag, 27. September 2008

Auch wenn ich mit der Tätigkeit des Gärtnerns nichts am Strohhut (und noch nicht einmal letzteren) habe, so hat es mir doch der „Garden Pen” aus dem traditionsreichen Hause LYRA mit seiner schlichten und für mich ansprechenden Gestaltung sehr angetan.

LYRA Gärtnerstift (Garden Pen 1695)

Der runde, grün lackierte Gärtnerstift mit der Nummer 1695 und Bleistift-Standardmaßen, aber einer 3,7 mm dicken Mine trägt neben dem Namen des Herstellers und dessen Markenzeichen (die Lyra) den Schriftzug „GERMANY”; ein Strichcode ist nicht aufgedruckt. Laut Eisenwarenkatalog des Herstellers ist der Schreiber, der unter der Artikelnummer 1950104 in der Rubrik „Spezialstifte” geführt wird, für die „wetterfeste Markierung auf glatten und porösen Flächen im Gartenbereich” geeignet.

LYRA Garden Pen 1695 mit Radierer STAEDTLER Mars Plastic Soft und Notizblock Rhodia No. 11

LYRA Garden Pen 1695 mit Radierer STAEDTLER Mars Plastic Soft und Notizblock Rhodia No. 11

Mein erster Eindruck war der eines normalen Bleistifts etwa der Härte 2B, wobei jedoch der Gärtnerstift etwas wachsiger wirkt als z. B. der STAEDTLER Mars Lumograph 2B. Er lässt sich gut radieren, was mich an der Wetterfestigkeit zweifeln lässt und für mich eine dem Kopierstift ähnliche Zusammensetzung ausschließt. Wie schon beim Wirtestift von Herlitz konnte ich auch für den LYRA Garden Pen keine glatte Oberfläche finden, auf der er haftet; auf rauhen jedoch schreibt er einwandfrei.

Lexikaliker-Blumentopf, beschriftet mit dem LYRA Garden Pen 1695

Ein schneller Test zeigte, dass die auf einem Blumentopf angebrachte Beschriftung mit dem Gärtnerstift zwar einer kräftigen Dusche mit der Gießkanne standhält, nicht aber ei­nem anschließend leicht reibenden Zeigefinger.

Beschriftung mit dem LYRA Garden Pen 1695

Auch wenn er – wie alle Bleistifte – gegenüber wasserfesten Filzstiften den Vorteil der Lichtbeständigkeit hat, so kann ich nichts erkennen, was ihn für den Einsatz im Grünen prädestiniert, sondern sehe eher einen Nachteil: Verlegt man ihn, so ist er aufgrund seiner grünen Lackierung gut getarnt und damit schwerer zu finden.

Die Qualität von Holz und Mine ist gut, doch die des Lacks enttäuscht mich etwas. Alle meine Gärtnerstifte haben Risse im Lack, wofür aber auch eine fehlerhafte Lagerung die­ser Exemplare verantwortlich sein könnte (ähnliche Schäden sind mir bereits beim ansonsten hervorragenden Super FERBY DUO vom gleichen Hersteller aufgefallen).

LYRA Gärtnerstift (Garden Pen 1695)

Trotz der Nachteile gefällt mir der LYRA Garden Pen sehr, denn sein einfaches, durch den Prägedruck und die verwendeten Schriften etwas altmodisch wirkendes Äußeres machen ihn zu einem nicht alltäglichen Bleistift, der sich auch außerhalb des Gartens gut verwen­den lässt.

Anm.: Der italienische Schreibwaren-Hersteller FILA hat kürzlich LYRA übernommmen.

Graphit statt Teer

Freitag, 26. September 2008

Kurzbleistift „NO SMOKING” von Eyeball und Spitzer DUX DX4112

(zum Vergrößern anklicken)

Als nichtrauchender Bleischreiber schwärze ich nicht meine Lunge, dafür aber viel Papier. Hin und wieder greife ich dabei zu einer ungewöhnlichen Sorte wie dem Kurzbleistift mit dem bezeichnenden Namen „NO SMOKING” des japanischen Herstellers Eyeball, von dem auch der Sprengstift stammt. Nette Idee und sehr gut umgesetzt: Der matte, leicht rauhe Lack ist ebenso sorgfältig aufgebracht wie der silbergraue Ring und die Farbe für das Mundstück. – Den nikotinfreien, nicht-glimmenden Stengel gibt es bei Bundoki für 52 Yen (etwa 0,34 Euro); bei dem Messing-Spitzer im Bild handelt es sich um den DUX DX4112 von Standardgraph.

Herlitz Wirtestift

Dienstag, 23. September 2008

An gewerbliche Kunden mit speziellen Wünschen wendet sich Herlitz mit dem „Wirtestift”, einem holzgefassten Bleistift, der – so der Verpackungstext – auf fast allen und laut Pro­duktinformation auch auf nassen Oberflächen schreibt.

Herlitz Wirtestift

Der knapp 4 g leichte Mehrzweck-Schreiber hat mit einer Länge von 17,5 cm und einem Durchmesser von gut 7,5 mm die für einen Bleistift typischen Maße; das schlichte Schwarz, die graue Tauchkappe, der weiße Ring und der silberfarbene Folienprägedruck sorgen für einen harmonischen, ästhetischen Gesamteindruck. Neben dem Namen des Herstellers, dem Herstellungsland und dem Buchstaben “W” trägt der Stift die Aufschrift “softblack”, doch seine 4 mm dicke Mine mit dem Härtegrad B ist bei weitem nicht so weich, wie man zunächst vermuten könnte, so dass sie auch in einem Lang-Konus-Spitzer nicht abbricht.

Herlitz Wirtestift

Holz und Mine des Stifts lassen sich vom Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 sauber abtragen, und die überraschend druckstabile Spitze hinterlässt leicht krümelnd einen sattschwarzen, etwas wachsigen und damit nicht wischfesten Strich, der dem ansonsten sehr wirksamen Radierer Tombow Mono nur unvollständig weicht. – Abgesehen von kleinen Unebenheiten im Lack und geringfügigen Unregelmäßigkeiten beim Folienprägedruck sind Material- und Verarbeitungsqualität des in Grenzen wasservermalbaren Schreibgeräts recht ordentlich.

Herlitz Wirtestift mit Radierer Tombow Mono und Whitelines-Block

Herlitz Wirtestift mit Radierer Tombow Mono und Whitelines-Block

Meine Versuche, mit dem Wirtestift auf glatten und nassen Oberflächen zu schreiben, waren weitgehend erfolglos: Ob Metall, Glas, Keramik oder Kunststoff – auf keinem der getesteten Materialien wollte die Farbe zuverlässig haften, und auch das Anfeuchten der Spitze hat kaum geholfen. Einen konkreten Einsatzzweck für den Wirtestift, in dem dieser anderen Schreibern überlegen ist, kann ich daher leider nicht sehen. – Die Blisterpackung mit zwei Dutzend Wirtestiften, die der Hersteller in seinem Katalog für den gewerblichen Bürobedarf in der Rubrik „Gastronomie” aufführt, kostet knapp 9 Euro, ein Stift also 37 Euro-Cent.

Stiftbrille

Sonntag, 14. September 2008

Stiftbrille

Da habe ich aber nicht schlecht gestaunt, als mich kürzlich der kleine D. (6) angestrahlt hat: Auf den Bügeln seiner neuen Brille prangt ein kleiner Stift mit lächelndem Gesicht! Und dabei habe ich auf seine Entscheidung gar keinen Einfluss genommen … ;-)

Spitzer spitzen (2)

Dienstag, 9. September 2008

Als Liebhaber des langen Konus und Jäger der spitzeren Spitze habe ich mich sehr über den Gehäusespitzer von Tombow gefreut, mit dem mich kürzlich Stephen von pencil talk überrascht hat.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Der Tombow-Spitzer trägt auf der Rückseite die Kennzeichnungen „SM-200WN” sowie „MADE IN JAPAN”, wobei die Zahl „200″ eingerahmt ist und damit an die in Japan wohl übliche Preisangabe erinnert. Er misst 42 × 32 × 24 Millimeter, wiegt 11 Gramm und liegt gut in der Hand; die Klingen schneiden sehr sauber und der Deckel schließt zuverlässig. Die Form des Spitzers ist ungewöhnlich, erinnern seine Seiten doch an ein Parallelogramm.

Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Ich kann leider nicht den ganzen Text auf dem Deckel des Spitzers lesen – lediglich えんぴつ (enpitsu), Bleistift –, vermute aber, dass er sich auf den Einsatz der zwei verschiedenen Spitzkonen bezieht. Dank dieser ist er für Blei- und Farbstifte gleichermaßen geeignet, wobei man die bruchempfindlicheren Minen der Farb- und der sehr weichen Bleistifte zweckmäßigerweise mit der kürzeren Klinge in Form bringt.

Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (Rasterweite 5 mm)

Das Maß aller Langkonus-Dinge sind für mich die „Long Point”-Spitzer des fränkischen Herstellers KUM, ganz besonders das Modell 400 (”Metal Stenograph”).

KUM Long Point 400, Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

KUM Long Point 400 (intensiv genutzt), Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Eine Gegenüberstellung zeigt deutlich, dass der Gehäusespitzer von Tombow fast an den KUM Long Point 400 herankommt:

Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)

Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)

Auch im Vergleich mit anderen wie z. B. der Elektro-Spitzmaschine Dahle 230 oder dem hervorragenden Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 schneidet das Modell von Tombow sehr gut ab.

Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230, Carl Decade DE-100

Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230,
Carl Decade DE-100 (man beachte das außergewöhnlich axialsymmetrische und leicht konkave Spitzergebnis des letzteren)

Ich konnte nicht herausfinden, ob dieser Spitzer oder Ersatzklingen für ihn noch erhältlich ist, und bin daher für sachdienliche Hinweise sehr dankbar.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow
(hier deutlich zu sehen: die parallelogrammförmigen Seiten)

Vielen Dank an Stephen von pencil talk für den Tombow-Spitzer sowie an isu von the uncomfortable chair, der diesen Spitzer fast zeitgleich zu mir auf die Reise geschickt hat, doch dieses Exemplar ist bedauerlicherweise unterwegs verlorengegangen.

Nachtrag: Der Tombow-Katalog 2008 führt diesen Spitzer mit der Artikelbezeichnung KSA-121 in der Rubrik „Children's Stationery & Character” auf; erhältlich ist er in vier Farben (schwarz, blau rot und im hier gezeigten rosa) für jeweils 210 Yen. – いろ (iro) steht hier für „Farbe”, und so ist der rechte Spitzkonus tatsächlich für Farbstifte gedacht.

Nachtrag vom 21.4.09: Eine Alternative zum hierzulande nicht erhältlichen KSA-121 ist der Doppelspitzer von „PAPER and more”.

 vorherige | nächste 

Stille Beobachter (5)

Dienstag, 2. September 2008

Spitzer CARL Decade DE-100

Auch wenn der Spitzer CARL Decade DE-100 aus Japan vorne sanft und gummigepolstert zu­packt und damit im Gegensatz zu seinen Kollegen hierzulande außer einer perfekten Spitze keine anderen Spuren am Bleistift hinterlässt, so schaut er hinten doch recht streng aus der Wäsche dem Gehäuse. Liegt es vielleicht daran, dass ihm der Rüssel so oft ver­dreht wird? Übel nehmen könnte man es ihm wohl kaum.

Übrigens: Bei pencil talk gibt es eine ausführliche und reich bebilderte Besprechung des CARL Bungu Ryodo BR-05, einem anderen hervorragenden Spitzer des gleichen Herstellers.

Nachtrag vom 9.7.09: Details zum Innenleben des DE-100 gibt es hier.

 vorheriger | nächster 


Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK