Archiv der Kategorie „Bleistifte”

 Ältere Beiträge Neuere Beiträge 

METAPHYS 44050 viss

Sonntag, 21. Dezember 2008

Hinter dieser recht kryptischen Bezeichnung verbirgt sich ein Radierer der besonderen Art, genauer: der besonderen Form, denn er hat soviel schmale Kante für das präzise Radieren wie wohl kaum ein anderer.

METAPHYS 44050 viss

(zum Vergrößern anklicken)

Der äußerst ungewöhnliche Radierer des japanischen Anbieters METAPHYS ist in einer von transparenter Folie umhüllten sowie zweifarbig bedruckten Kunststoffschachtel und damit sehr aufwändig verpackt. Auf der Folie findet sich ein Etikett mit Strichcode und den üblichen Recyclingsymbolen; die Schachtel informiert ausführlich:

METAPHYS STATIONERY 440500 viss
produced by
METAPHYS http://www.metaphys.jp
manufactured by
Fueki Nori Kogyo Co., Ltd.

Bermerkenswert ist zudem, dass die Schachtel für den schwarzen Radierer weiß und die für den weißen Radierer schwarz bedruckt ist – Details, die ich sehr schätze.

METAPHYS 44050 viss

Die Motivation des Designers Chaiki Murata hinter der an eine Schraube erinnernde Form wird auf der Verpackung beschrieben:

People who have ever used an eraser would share the same wish that if there is a comfortable and precise corner eraser which never worn out. METAPHYS translated the wish into a shape.
(Unterschrift)
DESIGN CHIAKI MURATA

Und genau das ist der Pfiff: Bei dem Durchmesser von 14 mm sorgt die Gewindeform des 59 mm langen Radierers für eine insgesamt über 66 (!) cm lange Kante.

METAPHYS 44050 viss

Der Radierer, der außer in schwarz und weiß auch noch in orange erhältlich ist, arbeitet sehr gut und krümelarm, kommt in der Leistung aber nicht ganz an andere hochwertige japanische Radierer wie z. B. den Tombow Mono, den Pilot Foam oder den Mitsubishi Mark Sheet heran; mit 315 Yen (zur Zeit etwa 2,50 Euro) ist er außerdem vergleichsweise teuer. Trotzdem ist der METAPHYS 44050 viss ein empfehlenswerter Radierer, der hält, was sein Anbieter verspricht.

METAPHYS 44050 viss

Nun, diese zwei passen leider nicht zusammen – die Steigung des Gewindes in der Mutter ist zu klein und der Radierer hat ein Linksgewinde ;-)

LYRA GROOVE

Samstag, 20. Dezember 2008

LYRA GROOVE

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Um ihre Stifte rutschfest und griffiger zu machen, bringen viele Hersteller etwas auf oder an, doch LYRA in Zusammenarbeit mit formidable lässt bei den Stiften der neuen Serie „GROOVE” einfach etwas weg: Runde Griffmulden im Holz sorgen für sicheren Griff und ein ungewöhnliches, attraktives Äußeres der Blei- und Farbstifte.

LYRA GROOVE

Neben 24 Farbstiften und einem Bleistift mit dem Härtegrad B gehören passend gestaltete Doppelspitzerdosen und Einfachspitzer in jeweils sechs Farben zum „GROOVE”-Programm. Die Spitzer arbeiten erfreulicherweise mit austauschbaren Standardklingen, sind aber leider nicht für Linkshänder verfügbar. Dies ist recht schade angesichts des Umstands, dass die Anordnung der Mulden auch Linkshändern einen ergonomisch vorteilhaften Griff bietet.

LYRA GROOVE

Die 17,5 cm langen, dreiflächigen „GROOVE”-Stifte sind 10 mm dick und haben 4,5 mm starke Minen; ein 20 × 6 mm2 großes Schriftfeld erlaubt die individuelle Kennzeichnung. Die insgesamt 24 Griffmulden – 8 auf jeder Seite – sind versetzt über eine Länge von 10 cm angebracht. Mit einem Radius von 7 mm und einer Tiefe von 1 mm passen sie sich den Fingern der kleinen Kinderhände gut an.

Neben den üblichen Kennzeichnungen wie Artikelnummer, Strichcode und EAN findet sich der Aufdruck “GERMANY” auf den in Deutschland aus Zedernholz hergestellten Stiften.

LYRA GROOVE

Holz, Minen und Verarbeitung der Stifte sind von hoher Qualität: Der sehr gleichmäßige, naturbelassene Lack, der sorgfältige Aufdruck und die präzise eingebrachten Griffmulden verleihen den Stiften ein exzellentes Äußeres. Dies und die brillanten Farben sowie die glatte, saubere Abgabe machen diese Blei- und Farbstifte rundherum empfehlenswert.

LYRA GROOVE

Der „GROOVE” wurde „Produkt des Jahres 2008 im Bereich Schul- und Privatbedarf” der pbs Industrie.

Radierer-Radierer

Dienstag, 16. Dezember 2008

Radierer-Radierer

Das Profil des Radierers KESUGOMU EP-MJ-K vom japanischen Hersteller SEED ist Programm, denn es zeigt das Kanji-Zeichen 消 („kesu”), zu deutsch in diesem Kontext „entfernen”, „löschen”1. Der neue und nicht alltägliche EP-MJ-K ist knapp fünf Zentimeter lang, in fünf Farben erhältlich und wird für umgerechnet etwa 1,20 Euro angeboten.

Radierer-Radierer

Getestet habe ich ihn noch nicht, doch wenn er so gut ist wie der populäre Radar aus dem gleichen Haus, dann kann man ihn sehr empfehlen.

Ein ansprechendes Produkt, wie ich finde. – Der SEED KESUGOMU ist außer in weiß noch in schwarz, rot und blau erhältlich.

  1. Die der japanischen Sprache Kundigen mögen bitte über eventuelle Ungenauigkeiten hinweg­sehen, mich auf grobe Fehler jedoch hinweisen.

Graphitöne

Montag, 8. Dezember 2008

Noch nie war es so einfach wie heute, mit einem Bleistift Krach, ja sogar Musik zu machen, denn jetzt gibt es den von Jay Silver erdachten „Drawdio”. Diese kleine Schaltung, die im Wesentlichen einen analogen Synthesizer darstellt, nutzt die Leitfähigkeit des Graphits und des Körpers, um bemerkenswerte Töne zu erzeugen und über einen Miniatur-Lautsprecher abzugeben.

Graphitöne

Der Bausatz (zum Vergrößern anklicken)

Die Komponenten des bei Adafruit Industries für 19,50 US-Dollar erhältlichen Bausatzes sind schnell verlötet und werden zusammen mit einer AAA-Batterie an einem möglichst weichen Bleistift angebracht.

Graphitöne

Der fertige „Drawdio” (leicht abgewandelt)

Ein paar Striche aufs Papier, einen Finger der anderen Hand darauf, um den Stromkreis zu schileßen, und los geht’s:

Unable to show flash video

Mein „Drawdio” hat im Film (und nur dort) leider einen etwas anderen, leicht ratternden und lästigen Ton. Wie es dazu kam, weiß ich nicht, und reproduzieren konnte ich ihn auch nicht. Liegt es vielleicht am Draht, den ich anstelle der selbstklebenden Kupferfolie ver­wendet habe? (Letztere habe ich ungeschickterweise unbrauchbar gemacht.)

Natürlich ist der kleine elektronische Krachmacher, dessen lustiger Name sich aus der Kombination von „draw” und „audio” ableitet, nicht auf den Einsatz mit einem Bleistift be­schränkt – wer gerne experimentiert, wird sicher schnell zahlreiche andere Möglichkeiten finden, um sich und sein Umfeld mit interessanten Geräuschen zu nerven unterhalten.

Nachtrag 1: Der ratternde Ton, der doch zu sehr an den Bohrer eines Zahnarztes er­innert, hat mich zu einem neuen Anlauf angeregt. Diesmal ist der Bleistift weicher (6B statt 4B) und der Kontakt zur Mine besser (Schraube statt Reißzwecke); darüber hinaus ist der verwendete Draht nun silberbeschichtet.

Graphitöne

Der fertige „Drawdio” (zweite Variante)

Das Ergebnis:

Unable to show flash video

Nachtrag 2:

Graphitöne

Der fertige „Drawdio” (dritte Variante)

Farbstifte en miniature

Dienstag, 2. Dezember 2008

Farbstifte en miniature

(zum Vergrößern anklicken)

Gerade einmal so lang wie ein Streichholz sind diese winzigen Farbstifte des japanischen Herstellers Eyeball, mit denen man tatsächlich noch malen und schreiben kann, auch wenn bei einer Länge von 45 mm und einem Durchmesser von 4 mm die Handhabung natürlich nicht mehr ganz so leicht fällt.

Farbstifte en miniature

Das 5,5 x 5 cm große Kunststoff-Etui mit den zwölf Farb-Zwergen, in denen 2 mm dicke Minen stecken, passt auch in die kleinste Tasche und sorgt für große Aufmerksamkeit.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für diese ungewöhnlichen Farbstifte!

Vorne schwarz, hinten bunt

Sonntag, 30. November 2008

Den Härtegrad eines Bleistifts findet man meist seitlich aufgedruckt, doch einige Hersteller erleichtern mit einer zusätzlichen farblichen Markierung bei manchen ihrer Produkte die Identifizierung.

STAEDTLER Noris 120

STAEDTLER Noris 120 (links 2H, rechts 2B)

Einer der farbgekennzeichneten Bleistifte ist der in fünf Härtegraden erhältliche Noris 120 von STAEDTLER, der in diesem gelb-schwarzen Streifen-Design 1954 (damals noch unter der Nummer 1100) auf den Markt kam und inzwischen ein echter Klassiker ist. – Vorgänger dieses nach der Stadt Nürnberg, dem Sitz des Herstellers, benannten Bleistifts war der 1919 eingeführte Noris 6045. Die Noris-Reihe wurde nach und nach erweitert, so z. B. um den Club triplus und den ergosoft 163; zuletzt fand das Design beim Druckbleistift graphite 771 Anwendung. In diesem Jahr erfuhr der Noris 120 eine Weiterentwicklung und verfügt laut Hersteller jetzt über eine noch bruchfestere Mine und verbesserte Gleitfähigkeit.

STAEDTLER Noris 120

STAEDTLER Noris 120

Ein anderer Bleistift mit farbcodiertem Härtegrad ist der DESSIN 2000 von Faber-Castell. Auch ihn gibt (gab?) es in den fünf Graden von 2B bis 2H, denen jedoch andere Farben zugeordnet wurden. Entgegen z. B. der Codierung von Druckbleistiftstärken, deren Farben sogar als ISO festgelegt sind, scheint es hier keinen Standard zu geben.

Faber-Castell DESSIN 2000

Faber-Castell DESSIN 2000 (links 2H, rechts 2B)

Anders als beim Noris 120 wurde beim DESSIN 2000 die Farbe für den Härtegrad nur am Abschluss des Stifts, nicht jedoch auch seitlich angebracht. Die Kennzeichnung ist daher nicht immer sichtbar, was ihren praktischen Nutzen leider reduziert.

Faber-Castell DESSIN 2000

Faber-Castell DESSIN 2000 (links 2B, rechts 2H)

Im aktuellen Office-Katalog von Faber-Castell konnte ich nur einen Dreierpack des DESSIN 2000 in B mit und ohne Radierer finden, und so vermute ich, dass die anderen aus dem Programm genommen wurde (der englische Office-Katalog hingegen führt noch sämtliche Härtegrade auf). Ich hatte auch etwas Mühe, in meiner Umgebung alle fünf Varianten zu bekommen. Das aufgestöberte „H”-Exemplar trägt als einziges den Aufdruck „GERMANY” und dürfte angesichts der leicht abweichenden Gestaltung sowie des strapazierten Lacks aus einer anderen Zeit stammen.

Auch wenn das Holz des DESSIN 2000 einen etwas höherwertigen Eindruck macht als das des Noris 120, so verfügt doch letzterer über eine deutlich bessere Mine und eine höhere Verarbeitungsqualität.

Andere Bleistifte mit farbig gekennzeichnetem Härtegrad sind der Mark Sheet Pencil und die in türkis gehaltene Variante des Black Polymer 999 von Pentel Japan, die aber nur in zwei bzw. drei Härten angeboten werden.

Blei in Blau

Samstag, 29. November 2008

Natürlich weiß ich, dass Bleistifte kein Blei enthalten, aber für eine Alliteration drücke ich gerne mal ein Auge zu :-)

Neben Klassikern wie dem MONO 100 bietet der japanische Hersteller Tombow zahlreiche weitere hochwertige und attraktive Bleistifte an. Einer davon ist der KM-KMSC, ebenfalls aus der „MONO”-Serie, dessen ungewöhnliche und – wie ich finde – sehr geschmackvolle Gestaltung sofort auffällt.

Blei in Blau

Tombow MONO KM-KMSC B (zum Vergrößern anklicken)

Deutlich gekennzeichnet mit かきかた („kakikata”, frei übersetzt „wie man schreibt”) und auch in einer rosafarbenen Variante erhältlich, richtet sich Tombow mit diesem Produkt an Schüler und Schülerinnen. Der Bleistift ist in den Härtegraden B sowie 2B verfügbar; zwölf Stück in einer aufwändigen Kunststoffbox mit transparentem Klappdeckel werden für 1134 Yen (zur Zeit gut 9,30 Euro) angeboten.

Blei in Blau

Die Angaben auf dem ungespitzt ausgelieferten Bleistift sind wohltuend knapp. Neben den obligatorischen Details gibt es den Zusatz „Highest Quality”, was zweifellos zutrifft, sowie なまえ („namae”, Name) zur individuellen Kennzeichnung; ein Strichcode fehlt.

Blei in Blau

Mit den Abmessungen von Holzkorpus und Mine sowie seinem Gewicht unterscheidet sich der KM-KMSC kaum von anderen Bleistiften, wohl aber in der Lackierung: Während alle zwölf Stifte den gleichen Härtegrad haben, sind die insgesamt vier verschiedenen Blautöne so verteilt, dass sich jeweils vier Bleistifte in der Farbkombination gleichen. Zusätzlich sorgen der weiße Prägedruck und der silberfarbene, glänzende Ring unterhalb der Tauchkappe für attraktive farbliche Akzente.

Blei in Blau

Die hohe Qualität steht nicht nur drauf, sondern steckt auch drin – wie von Tombow nicht anders zu erwarten, sind Holz, Mine und Verarbeitung hervorragend. Die Mine des KM-KMSC B ist dabei etwa so weich wie die des STAEDTLER Mars Lumograph 2B.

Dieser Bleistift hat es mir ganz besonders angetan, denn er bietet Qualität, Sorgfalt und in diesem Fall sogar Luxus in einem kleinen Gegenstand des täglichen Gebrauchs, und das alles zu einem günstigen Preis. – Leider ist der Tombow MONO KM-KMSC hierzulande nicht erhältlich; ich habe ihn von Bundoki, einem Versender in Japan, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Mitarbeiter des Monats

Donnerstag, 27. November 2008

Mitarbeiter des Monats

(zum Vergrößern anklicken)

Mitarbeiter des Monats ist der sehr hochwertige Bleistift Cretacolor 150 H aus Österreich, der mich lange Zeit in meiner Werkzeugkiste begleitet und mir stets treue und nützliche Dienste geleistet hat. Auf dem gelbbraunen Lack des ACMI-zertifizierten Stifts aus Zedernholz gerade noch erkennbar ist ein kleiner Rest des inzwischen umgestalteten „Austria”-Gütezeichens von Quality Austria. – Mit einem geeigneten Verlängerer wie z. B. dem hervorragenden STAEDTLER 900 25 aus Japan könnte man jedoch auch diesen Stummel, der zuletzt mit dem KUM Modell 400 in Form gebracht wurde, noch komfortabel weiterverwenden.


Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK