Stille Beobachter (22) 3128 Spitzer … 

Wenn der Poststift zweimal kringelt

Farbstift „Postblau No. 856”

Farbstift „Postblau No. 856″ unbekannter Herkunft im Einsatz (zum Vergrößern anklicken)

Stichwörter: Farbstifte, Museum

11 Kommentare zu „Wenn der Poststift zweimal kringelt”

  1. Stephen

    Ist das bleistift von „Gekkosso”?

  2. Lexikaliker

    Auch wenn das Posthorn an die Produkte von Gekkoso erinnert (siehe z. B. hier und da), so dürfte es wohl keinen Zusammenhang geben, denn der Stift im Foto ist wahrscheinlich 80 bis 90 Jahre alt was man man merkt, denn der der Lack ist stellenweise rissig und die Mine leider ziemlich brüchig).

  3. Stephen

    Und die Hornen sind umgekehrt.

    Aber Gekkoso wurde im Jahre 1917:

    www.vesta.dti.ne.jp/~gekkoso/index2.html (Japanisch)

    www.tokyofoodlife.com/?p=200 (Englisch)

  4. Lexikaliker

    Das ist sehr interessant – danke für die Links! Ich hätte nicht gedacht, dass Gekkoso bereits so alt ist.

    Den Ursprung dieses Stifts (besser: seines Names) vermute ich jedoch eher in seiner konkreten Anwendung; vielleicht wurde er ja auch zu einem speziellen Zweck hergestellt. Übrigens gab es später auch Stifte namhafter Hersteller, die zusätzliche Aufdrucke wie „Deutsche Bundesbahn” oder „Behördeneigentum” trugen (bei diesem Stift ist dies allerdings nicht der Fall; hier findet sich noch nicht einmal der Name des Herstellers).

    Am Rande: Die Überschrift lehnt sich natürlich an den Titel dieses Films an – dese Albernheit konnte ich mir nicht verkneifen (erst recht nicht angesichts des Umstands, dass ich keinerlei Informationen zu diesem Stift bieten kann).

  5. Lexikaliker

    Mir ist gerade eingefallen, dass ich noch einen weiteren Farbstift mit Posthorn habe, und zwar den roten „No. 888″ von J. J. Rehbach (Bilder zum Vergrößern anklicken):

    J.J. Rehbach No. 888

    Die Mine dieses aus recht hellem Holz gefertigten und unlackierten Stiftes, der einen Durchmesser von 9,5 mm hat, ist mit 6 mm ungewöhnlich dick und im Gegensatz zum „Postblau”-Stift sehr stabil; sie lässt sich gut spitzen und hat eine gute Abgabe.

    J.J. Rehbach No. 888

    Ob es einen Zusammenhang zwischen diesem und dem blauen gibt, weiß ich nicht.

  6. Stephen

    Weiter Bleistifte mit Posthornen:

    www.brandnamepencils.co.....hwan.shtml

    www.brandnamepencils.co.....berg.shtml

  7. Lexikaliker

    Danke für die Links – diese Bleistifte sind sehr interessant! Es könnte durchaus sein, dass diese Stifte für den Gebrauch in Postämtern angeboten wurden.

  8. Metin Alparslan

    Ich habe die gleichen beiden Stifte (wahrscheinlich von gleichen Anbieter bei ebay). Der Verkäufer gab diese Stifte mit dem Namen Rehbach an (was natürlich nicht stimmen muss). Die Nummer 886 und die von Rehbach 888 würden so eine Annahme unterstützen. Allerdings unterscheidet sich das Posthorn von allen anderen, indem es etwas in die Länge gezogen dargestellt wurde. Ob dies ein verwertbarer Punkt ist, kann ich nicht sagen. Ich würde die Nummer und die Angabe des Verkäufers lieber akzeptieren, zumal ich eine Vorliebe für Rehbach habe:)

  9. Lexikaliker

    Ich teile Ihre Vermutung und halte die Wahrscheinlichkeit, dass der blaue Farbstift auch von Rehbach ist, für recht groß.

    In dem Buch „Die Nürnberger Bleistiftindustrie und ihre Arbeiter in Vergangenheit und Gegenwart” (1895) von Dr. Eduard Schwanhäußer findet sich übrigens ein Hinweis auf die Bedeutung des Posthorns. Dieser Quelle zufolge mussten die zwölf Nürnberger Bleistiftmacher Anfang des 18. Jahrhunderts ihre Produkte gemäß der Bleistiftmacher-Ordnung mit einem Zeichen versehen; eines davon war das Posthorn. Der zunächst naheliegende Gedanke, die so gekennzeichneten Stifte haben etwas mit der Post zu tun, ist daher wohl falsch.

  10. Herbert R.

    Rehbach hatte mal einen Poststift 856 im Sortiment (um 1893). Allerdings war dieser unpoliert.
    Die Vermutung, dass Poststifte wenig mit der Post zu tun hatten ist wahrscheinlich richtig.
    „Poststift - eine alte Sortenbezeichnung, die noch heute angewandt wird. Es handelte sich normalerweise um einen farbigen, nicht kopierfähigen Stift, dessen Kern und dessen Fassung gewöhnnlich stärker als normal sind. Er wird zum Beschreiben von Verpackungspapier, Pappe, Aktendeckeln und ähnlichem gebraucht. Oft ist deshalb auch die Rede von Magazinstiften und Bürofarbstiften.”

    (aus einem nie veröffentlichtem Schwan-ABC von 1955)

  11. Lexikaliker

    Danke für diese interessanten Details! – Ich erinnere mich auch noch an Einkäufe in einer Metzgerei eines kleinen Ortes vor 30+ Jahren, in der man einen überdimensionierten Bleistift (?) nutzte, um den Preis etc. auf der Umverpackung aus Papier zu notieren; möglicherwieise fiel dieser Stift auch in die Rubrik der Magazinstifte.

Kommentieren

Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.