Der gelbe Stein

24. September 2011

In der Nähe meines Arbeitsplatzes soll ein Stein die Autofahrer davon abhalten, direkt vor den Fahrradständern zu parken, doch leider ist er nur 60 cm hoch und wiegt bloß 200 kg, so dass er leicht übersehen wird. Nachdem bereits einige Karossen Kontakt mit dem Stein hatten und ihn dabei – wen wundert’s – auch verschoben haben, hat man ihm kürzlich meh­rere Schichten einer auffälligen Lackierung spendiert (man munkelt, er bekäme noch eine nachleuchtende).

Gelber Stein

Hier sieht man den Stein (gelb, etwa Bildmitte) während der Ausübung seiner Funktion.

Ich weiß nicht, ob der Stein seinen Zweck jetzt besser erfüllt, erfreue mich jedoch an des­sen dekorativer Wirkung und den Reaktionen meines kreativen Umfelds auf dieses unge­wöhnliche Objekt.

Gelber Stein

Auf diesem farbmanipulierten Bild erkennt man den gelben Stein noch etwas besser.

Mit Spannung erwarte ich weitere Geschehnisse rund um den gelben Stein. Gönnt man ihm schwarze Streifen, um seine absperrende Wirkung zu steigern? Fixiert man ihn mit Be­ton? Erhält er eine warnende Beschriftung? Wird er nach ISO 9000 zertifiziert? Formieren sich ein Fanclub oder eine Bürger­initiative? Ich werde berichten.

Gelber Stein

Der gelbe Stein (vergrößerte Darstellung)

Liebe Verantwortliche, macht bitte unseren Alltag noch bunter und stellt weitere Hin­gucker auf!

L

23. September 2011

Dem versalen L bin ich aus diversen Gründen zugeneigt, und so konnte ich mir nicht ver­kneifen, bei der Bestellung von etwas ganz anderem noch um den Druck zweier Holz­lettern zu bitten.

L

In einem Rahmen von Max Aab werden diese beiden meine Arbeitsecke zieren.

President

22. September 2011

Ein bemerkenswertes Gerät zum Spitzen von Bleistiften bewarb diese 64 × 98 mm² große Anzeige aus dem Jahr 1891.

President

Während bei heutigen Spitzmaschinen der Stift ruht und der Fräser um ihn herumgeführt wird, war es beim „President” der Baltimore Specialty Company umgekehrt: Hier steckte man den Bleistift in die Führung und drehte ihn um das feststehende Schneidwerkzeug.

President

Neben der Gestaltung des Spitzers und seiner Darstellung mit einem gleichermaßen infor­mativen wie dekorativen Ausbruch gefällt mir die Sprache: „The illustration clearly shows that the ‚President’ cannot avoid doing perfect work; it will make a pencil point as you have never supposed possible, and in doing it neither the finger nor the floor will be soiled.” Sehr schön!

President

Die Funktionsweise verlangte jedoch einen bestimmten Durchmesser des Stifts; ob es die Möglichkeit gab, den Drehradius zu ändern, kann ich nicht erkennen.

President

Der „President” setzte eine Erfindung von G.H. Coursen um, die 1888 in den USA unter der Nummer 388533 patentiert wurde.

President

Phönix

21. September 2011

Nach dem Sirius hier der Karton des Phönix, einem weiteren Bleistift aus der „VEB Leipziger Pianofortefabrik Abt. Bleistifte” in Leipzig, Böhlitz-Ehrenberg.

Phönix

Zum Bleistift selber kann ich leider nichts sagen, so dass ich es bei der Darstellung der mich ansprechenden (und leeren) Verpackung belassen muss. – Ein paar Details zur Bleistiftferti­gung in der Pianofortefabrik lieferte eine Spurensuche.

Erster Schultag

20. September 2011

Das „Google Doodle” vom 1.9.11 („First Day of School”) war ein hier gut hineinpassendes, aber leider in Deutschland nicht zu sehen. Hiermit sei es nachgereicht.

Erster Schultag

Der amerikanische Druckbleistift

20. September 2011

Sammler aufgepasst: Jonathan A. Veley, der Betreiber des Mechanical Pencil Museum, hat die Veröffentlichung seines Buches „The Catalogue of American Mechanical Pencils” ange­kündigt. Neben dem Buch, das im November auf den Markt kommen und 39,95 USD kos­ten soll, gibt es noch einen Foto-Ergänzungsband, eine CD- sowie eine eBook-Version; eine Leseprobe ist verfügbar. – Danke an Dave von Dave’s Mechanical Pencils für den Hinweis!

Stift und Stachel

19. September 2011

Stift und Stachel

Die Joseph Dixon Crucible Co. sah wohl im „tough point” die Gemeinsamkeit von Biene und Bleistift und vereinte beide in dieser 68 × 27 mm² kleinen Anzeige, die 1893 im Harper’s Magazine erschien.

Nachtrag vom 19.9.11: Sean von „The Blackwing Pages” hat mir dieses Foto geschickt, das den schönen alliterierenden Titel „The Perils of Pencil Photography” trägt und perfekt zu der Anzeige passt:

The Perils of Pencil Photography

Vielen Dank an Sean für sein grandioses Foto!

Zurück vom Mars

18. September 2011

Der gestrige Tag der offenen Tür bei STAEDTLER Nürnberg war hervorragend: Freund­liche und kompetente Menschen, interessante Themen, ein umfangreiches Rahmenprogramm und prächtiges Wetter haben unseren Besuch zu einem sehr schönen Erlebnis gemacht. Angesichts des großen Angebots habe ich mich spontan dazu entschlossen, meiner selbst­auferlegten Chronistenpflicht diesmal nicht nachzukommen und mich ganz auf das Erleben zu konzentrieren; einige wenige Details, deren Auswahl selbstverständlich keine wertende ist, seien jedoch erwähnt.

Zurück vom Mars

Das Hauptgebäude bei unserer Ankunft; die Sonne kam nach dem Foto wieder heraus.

Vielen Endverbrauchern unbekannt, aber ein wichtiges Standbein des Unternehmens und daher auch im Wissenschaftspavillon zum Anfassen präsentiert war der Marsclay. Das Indus­trieplastilin hat seinen Ursprung in der Zeit vor etwa 100 Jahren, als die Autos noch nicht in Serie und viele Karosserien auf Kundenwunsch gefertigt wurden. Vom anfänglich benutz­ten Lehm, der nicht die gewünschten Eigenschaften hatte und bald durch eine eigens entwickelte Modelliermasse abgelöst wurde, blieb nur die Bezeichnung „clay” übrig; diese hat sich zudem als Fachbegriff etabliert.

Zurück vom Mars

Im gleichen Pavillon zu sehen gab es die Unternehmensgeschichte und darin zahlreiche Kostbarkeiten wie den Telefonstift in verschiedenen Ausführungen und ein Rechnungs­buch. Dieses belegt, dass J.S. Staedtler die Mitbewerber 20 Jahre lang mit Farbminen be­lieferte, da keiner das Produktionsverfahren so beherrschte wie er.

Zurück vom Mars

Für mich ein Höhepunkt war die Begegnung mit den beiden Entwicklern des WOPEX, von denen ich eine Sonderauflage dieses extrudierten Bleistifts bekam. – Gezeigt wurde übri­gens auch ein 225,2 Meter langer WOPEX.

Zurück vom Mars

Zum Schluss ging das Kind im Manne mit mir durch und schnurstracks zur „Kommissionie­rung für Kinder”; Objekt meiner Begierde war der Schreiblernstift Noris ergosoft 153 mit Kiddifant-Aufstecker, den ich jedoch bereits heute früh mit Freude weiter­gereicht habe.

Zurück vom Mars

Ein toller Tag!

Nachtrag vom 20.9.11: STAEDTLER spricht von 10136 Besuchern.

Die Zwinge im Zentrum

17. September 2011

Einen hervorragenden Blick fürs Detail zeigt „A Blackwing 602 Mystery: Which Ferrule was First?”, und auch die klugen Kommentare lassen staunen. Bravo!

Reise zum Mars

14. September 2011

Reise zum Mars

Vier Generationen des Mars-Kopfes (zum Vergrößern anklicken)

Am kommenden Samstag, den 17. September 2011, geht es auf die Reise, aber nicht zum roten Planeten, sondern zum blauen Bleistift – und zu vielem mehr, denn für den Tag der offenen Tür bei STAEDTLER Nürnberg von 14 bis 19 Uhr steht einiges auf dem Programm. Ich bin gespannt!

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