Bleistiftherstellung vor 60 Jahren

27. März 2010

Einen sehr interessanten Einblick in die Produktion der J.S. Staedtler Mars-Bleistiftfabrik im Jahr 1950 bietet der kürzlich von STAEDTLER bei Facebook eingestellte Schwarzweiß-Film. Im Gegensatz zu den gezeigten Bleistiften ist der gut 15-minütige Streifen ganz ohne Ton, was jedoch seine Attraktivität für mich nicht mindert. Ein bemerkenswertes historisches Dokument!

Johann Faber 1911

25. März 2010

Der prunkvolle Messestand der Bleistiftfabrik von Johann Faber auf der Internationalen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Turin 1911 stand im Mittelpunkt dieses 29 × 22,5 cm² großen Blattes, mit dem das Unternehmen die dort errungene höchste Auszeichnung, den „Grand Prix”, präsentiert und ausführlich über sich informiert hat.

Werbeblatt der Bleistiftfabrik von Johann Faber (1911)

Auf der Rückseite erfuhr der Leser einiges aus der Firmengeschichte, in der man auch auf den gerichtlichen Streit zwischen den Faber-Brüdern und die Entscheidung zu Gunsten Johann Fabers einging. Darüber hinaus fanden die Energieversorgung des Werks sowie die Rohstoffe Erwähnung: Neben dem sibirischen gingen pro Jahr weitere 120 Tonnen Graphit und über 3000 Tonnen Zedernholz aus Nordamerika in die Bleistift-Produktion, die von vier Dampfmaschinen und fünf Elektromotoren 900 PS bezog; eine eigene Lichtzentrale speiste 1500 Glüh- und 20 Bogenlampen.

Werbeblatt der Bleistiftfabrik von Johann Faber (1911, Ausschnitt)

Die auffälligen und dekorativen Säulen des Standes, in dessen luxuriösem Innern sich wohl jeder Bleistift-Freund gerne aufgehalten haben dürfte, stellten überdimensionale Varianten des damals neuen „Apollo”-Polygrades-Bleistifts No. 1250 dar, der in 15 Härten von 6B bis 7H angeboten wurde.

Werbeblatt der Bleistiftfabrik von Johann Faber (1911, Ausschnitt)

Aus Forschung und Entwicklung

22. März 2010

Nach aufwändiger und phasenweise zermürbender Forschungstätigkeit ist es dem Labor dieses Weblogs nun endlich gelungen, die Unterlegscheibe für Exzentriker zu entwickeln und damit eine von zahlreichen Verbrauchern oft beklagte Marktlücke zu schließen.

Unterlegscheibe für Exzentriker (Prototyp)

Das Foto zeigt einen der frühen Prototypen, die bereits voll funktionsfähig sind. Er ist 0,8 mm dick, hat einen Außendurchmesser von 11,6 mm und eine 4,3 mm große Bohrung, deren Mittelpunkt sage und schreibe 2,65 mm von der gesellschaftlich akzeptierten Norm abweicht.

Parallel zur Optimierung der Serienfertigung, deren Start unmittelbar bevorsteht, arbeitet das Labor mit Hochdruck am Ausbau der Produktpalette sowie an Spezialausführungen für Eigenbrötler besonderer Couleur, um sämtliche Grade der Exzentrizität optimal bedienen zu können. – Zum Anlass der für das zweite Quartal 2010 geplanten Markteinführung wird das Modell „Komischer Kauz”, dessen Details hier und jetzt noch nicht verraten seien, in einer streng limitierten Ausgabe erhältlich sein.

Heute mach ich blau

22. März 2010

Heute mach ich blau

Von oben im Uhrzeigersinn: Radierer SEED Kesugomu, Foldback-Klammer ALCO 781-26, Bleistift-Verlängerer Rosetta mit STAEDTLER Mars Lumograph 100 B, Rollmäppchen Enveloop, Farbstift Mitsubishi Arterase Color, Notizbuch X17 und Rundkopfnadeln Durable „Eisbär” 4/15 mm

Buntes Treiben

21. März 2010

Hier beherrschen der graue Graphit und dessen Drumherum das Geschehen, doch unter „Farbstifte: Tests, Infos und ein paar Bilder …” geht es praxisbezogen, gekonnt und meist farbig zur Sache. Anja Fuhrbach, die Künstlerin hinter dem Blog, betreibt außerdem den Online-Shop „farbstifte.net – fine art materialien & mehr”, der zahlreiche zum Teil hier nur schwer erhältliche Artikel führt und den ich als zufriedener Kunde sehr gerne empfehle. Auf die Updates von Blog und Shop bin ich gespannt!

Schnittig

19. März 2010

Anzeige für den „Penknife Pencil” der Wickland Manufacturing Co. (1884)

Ein in mehrfacher Hinsicht scharfes Teil dürfte der patentierte „Penknife Pencil” von der Wickland Manufacturing Co. gewesen sein, für den diese 60 × 30 mm² große Anzeige im „Century Illustrated Monthly Magazine” vom November 1884 warb.

Die Zwinge war erheblich länger, saß nicht fest, sondern wurde (so wie ich es sehe) nur aufgesteckt und hielt außer dem Radierer noch eine kleine Klinge, die bei Nichtbenutzung im geschlitzen Holz des Bleistifts verschwand und dort keine Verletzungsgefahr barg. Eine ziemlich pfiffige Idee, diese „Greatest little convenience ever devised for busy men” (um die Worte zu zitieren, die mir hier besonders gut gefallen).

Nachtrag vom 20.3.10: Eine ganz andere Kombination aus Klinge und Stift gibt es unter „Imperial Pocket Knife Pencil” bei Dave’s Mechanical Pencils zu bewundern.

Basteln mit dem Lexikaliker (10)

16. März 2010

Hier wird gebastelt, was das Zeug hält, und diesmal hält die Bastelei einen (wer hätte das gedacht?) Bleistift. Dem beklagenswerten Umstand, dass kaum noch jemand Zeit hat, trage ich ausnahmsweise mal Rechnung, denn das, was ich heute vorschlage, ist nicht nur billig, nützlich und ziemlich albern, sondern auch blitzfix umgesetzt.

Notizbuch „Kompagnon ” (A6) von Brunnen und Bleistift „Black Polymer 999” von Pentel

Nicht alle Notizbücher, Klemmbretter und andere Hilfsmittel zur handschriftlichen Erfassung von Informationen erlauben das An- oder Einstecken des benötigten Schreibwerkzeugs. Schnelle Abhilfe schafft da ein kleines Stück Heftpflaster (ich bevorzuge Hansaplast Classic), welches wir an geeigneter Stelle so anbringen, dass es unser Schreibgerät zuverlässig hält. Sehr zupass kommen uns hier übrigens das weiche und damit stiftschonende Innere des nichtklebenden Abschnitts, die Dehnbarkeit sowie die hohe Klebekraft des Pflasters.

Notizbuch „Kompagnon ” (A6) von Brunnen und Bleistift „Black Polymer 999” von Pentel in einer Hansaplast „Classic”-Schlaufe

Selbstverständlich sind den Variationsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt.

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Traditionspflege

16. März 2010

STAEDTLER tradition 110

Der rot-schwarze Bleistift-Klassiker STAEDTLER tradition 110, vertreten durch Exemplare aus Deutschland, Großbritannien und Australien, erfährt eine eingehende Betrachtung mit verdienter Würdigung im Weblog „Bleistift” – hervorragend!

Kleine historische Notiz am Rande: Der Bleistift „Tradition” kam im August 1930 mit der Artikelnummer 200-x auf den Markt; 1967 wurde letztere zu 110-x geändert (x = Härtegrad).

Stück für Stück

11. März 2010

Der Wunsch, möglichst komfortabel zu einer frischen Bleistiftspitze zu kommen, hat bereits zahlreiche findige Köpfe beschäftigt und zu so manch ungewöhnlichem Ergebnis geführt.

Der „Perpetual Pencil” im Katalog von Frothingham & Workman Ltd. (1907)

Aus dem Jahr 1907 und dem „General Hardware”-Katalog des damals in Montreal, Kanada, ansässigen Anbieters Frothingham & Workman Ltd. stammt diese Abbildung des „Perpetual Pencil”, hergestellt von der American Lead Pencil Company. Anstelle einer kompletten Mine enthielt dieser mechanische Stift elf gespitzte Abschnitte; war einer abgeschrieben, so genügte ein Druck, um ihn auszuwerfen und einen neuen in Position zu bringen.

Anzeige für den „Perpetual Pencil” der Americal Pead Pencil Company (1904)

Die „American Lead Pencil Company”, gegründet 1861 von Edward Weissenborn, brachte 1905 ihre Marke „Venus” auf den Markt, die 1956 zur Umbenennung des Unternehmens in die „Venus Pen and Pencil Corporation” führte. 1967 folgte eine weitere Namensänderung zu „Venus-Esterbrook” und 1973 die Übernahme durch Faber-Castell (Quelle: „Der Bleistift” von Henry Petroski).

Für eine Weiterentwicklung des Stifts, der nur aus Spitzen besteht, sorgte im Jahr 1967 das Unternehmen Bensia aus Taiwan mit dem „non-sharpening pencil”. Bei den hierzulande als „Zieh & Steck-Stifte” bezeichneten und im englischsprachigen Raum als „Push-a-Point” sowie „Pop-a-Point” bekannten Schreib- und Malgeräten sitzen die gespitzten Minenstücke auf Hülsen aus Kunststoff. Ist ein Element stumpf, zieht man es vorne heraus und steckt es hinten in den Stift hinein, wodurch ein neues herausgeschoben wird. – Sobald mir ein solcher Stift zwischen die Finger kommt, reiche ich ein Foto nach.

Der Yoropen

Der vor etwa zehn Jahren patentierte Yoropen kombiniert die Steckspitzen mit einem – so der Anspruch der Erfinders Baho-Shen Liu – ergonomisch vorteilhaften Halter, wobei die schützende Kappe des hier gezeigten Modells aus der „Brillant-Serie” einen kleinen Radierer beherbergt und der Schaft als Reservoir für zehn Spitzen dient.

Der Yoropen (Detail)

Pro Spitze stehen knapp 7 mm einer 1 mm dicken HB-Mine zur Verfügung; neben dieser gibt es auch Ersatz im Härtegrad 2B. – Das ungewöhnliche Schreibgerät, von dem noch zahlreiche andere Varianten erhältlich sind, wird in Deutschland durch Ecobra vertrieben.

Vielen Dank an den zonebattler für den Yoropen!

Fotokopie

11. März 2010

Heute mach’ ich mal den Multiplikator und verweise auf einen Beitrag bei „The Leaky Pen”, in dem auf Anleitungen für das Fotografieren von Schreibgeräten verwiesen wird, denn die dort zusammengestellten Informationen halte ich (soweit ich sie bis jetzt gelesen habe) für wissens- und umsetzenswert. Wer – so wie ich – beim Fotografieren kleiner Gegenstände mit lästigen Schatten, unerwünschten Reflexionen und anderen Widrigkeiten kämpft oder einfach nur ein paar Anregungen sucht, findet in den unter „Pen Photography” verlinkten Quellen sicher einige nützliche Tipps.

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