Vorfreude

4. Dezember 2009

Gerade einmal zwei Wochen sind vergangen, seit ich bei dem neuseeländischen Künstler Paul Hutchinson eine Arbeit in Auftrag gegeben habe, und schon gestern erhielt ich einen Vorgeschmack auf das Kunstwerk, das nun trocknend darauf wartet, auf die Reise um den halben Globus geschickt zu werden und dann einen prominenten Platz einzunehmen.

„STAEDTLER Mars Lumograph 2B” von Paul Hutchinson

Vielen Dank an Paul Hutchinson für seine großartige Fähigkeit, kleine Dinge zu sehen und sie auf so besondere Weise zu zeigen!

Graphitperipherie

4. Dezember 2009

Aus unerfindlichen Gründen steht mir der Sinn zurzeit nach Paraphernalien, und so kommt hier ein gleichermaßen nützlicher wie dekorativer Gegenstand, der mich schon eine ganze Weile täglich sowohl informiert als auch erfreut.

Wand-Thermometer von STAEDTLER

Dieser Artikel, eine 208 × 8 mm² große Halterung mit einem 70 mm langen Thermometer für den Messbereich von –5 bis +40 °C und einer Öse zum Aufhängen, warb in den 1950er Jahren für STAEDTLER im Allgemeinen und die in blau gehaltenen Spitzenprodukte der Reihe MARS LUMOGRAPH, die mit dem holzgefassten Bleistift 2886 und dem Fallminenstift TECHNICO vertreten waren, im Besonderen.

Rüssel und Radierer (2)

3. Dezember 2009

Ohne die am Rüssel an den Haaren herbeigezogene Kombination allzu sehr strapazieren zu wollen: Diese zwei sind viel zu attraktiv, als dass man ihnen den Auftritt verwehren könnte.

Radierer von STAEDTLER

Gut gelaunt, leichtfüßig und farbenfroh im Stil der frühen Achtziger präsentierte sich dieser großohrige Geselle aus dem traditionsreichen Zoo Hause STAEDTLER. Zweifellos hat er sich in Kinderhänden am wohlsten gefühlt und mit seinen schlanken 33 × 23 × 9 mm³ selbst im kleinsten Mäppchen Platz gefunden.

Reklamemarke von Ferd. Marx & Co.

Ungleich ernster, ja fast bedrohlich trat gut 80 Jahre zuvor das Markentier des Herstellers Ferd. Marx & Co. aus Hannover auf, um mit Aufsehen erregender Silhouette vor karger Gebirgslandschaft für dessen „feinen Weichgummi” zu werben. Der kräftige Dickhäuter war offenbar schon zur damaligen Zeit fest etabliert und vermochte so auch ohne die Nennung seines Halters schwer zu beeindrucken.

J.S. Staedtler 1919 (3)

2. Dezember 2009

Nach dem Straßenbahn-Patentstift hier nun ein weiterer bemerkenswerter Artikel aus dem Katalog des Jahres 1919 von J.S. Staedtler.

Taschen-Bleistift „Famulus”

Der Taschen-Bleistift „Famulus” war nicht nur vom Namen her ein Helfer, sondern auch mit seiner sehr ungewöhnlichen Ausstattung, denn sein Spitzenschoner war als Schreibfeder ausgeführt. Zur Abdeckung dieser oder (wenn man die Feder nicht nutzte) der Spitze des Bleistifts diente eine Oberkapsel, die zudem in einer Variante mit eingeschraubtem Radierer erhältlich war. Und wie sah dieses Multitalent aus, wenn man alle Teile zusammensteckte?

Taschen-Bleistift „Famulus” (Montage)

Da sich ein solch kostbares Stück leider nicht in meinem Fundus befindet, möchte ich mich mit einer (hoffentlich weitgehend realistischen) Montage behelfen:

Taschen-Bleistift „Famulus” (Montage)

Geht man davon aus, dass der runde und mit silberfarbenem Prägedruck sowie dekorativer Metallkapsel versehene Taschen-Bleistift 8 mm dick war, so ergibt sich eine Gesamtlänge von etwa 13 cm – ein gutes Maß für Hemd- und Jackentasche.

Taschen-Bleistift „Famulus” (Detail)

Zweifellos ein pfiffiger und ansprechender Begleiter, dieser „Famulus”!

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Kunstvolle Kommunikation

1. Dezember 2009

Das umfangreiche Drumherum des Bleistifts umfasst neben dessen vielfältigem Zubehör und dem Werbematerial wie Anzeigen, Prospekte usw. auch solche Dinge, mit denen man als Endkunde eher seltener zu tun hat. Dazu gehören u. a. Briefbögen der Hersteller; ein historisches und und meinen Augen besonders prächtiges Exemplar kam mir kürzlich unter.

Briefkopf einer Rechnung von A.W. Faber aus dem Jahr 1932

Gut 180 × 85 mm² misst diese sehr aufwändige Illustration auf einer Rechnung von A.W. Faber aus dem Jahr 1932 und deckt damit beinahe ein Viertel des A4-Bogens ab. Die Beschriftung des mit einem Messer gespitzten Bleistifts unterhalb der außergewöhnlich detallierten und in Zentralperspektive mit zwei Fluchtpunkten ausgeführten Zeichnung ist goldglänzend gedruckt; hier ein Foto, da der Glanz im Scan nicht zu sehen ist (den zu einer leichten Verzerrung führenden Knick im Papier bitte ich zu entschuldigen):

Briefkopf einer Rechnung von A.W. Faber aus dem Jahr 1932 (Ausschnitt)

Ich weiß leider nicht, welche Techniken bei diesem Briefpapier zum Einsatz kamen, doch das Ergebnis halte ich für äußerst gelungen.

Briefkopf einer Rechnung von A.W. Faber aus dem Jahr 1932 (Ausschnitt)

Eine kleine Kostbarkeit – damals Gebrauchsgrafik und heute fast ein Kunstwerk.

Briefkopf einer Rechnung von A.W. Faber aus dem Jahr 1932 (Ausschnitt)

Danke an Faber-Castell für die Genehmigung zur Reproduktion!

Licht und Farbe (2)

1. Dezember 2009

Ebenso wie die kürzlich gezeigte bewarb auch diese Anzeige der hier schon mehrfach genannten Vertretung von J.S. STAEDTLER in Hackensack, New Jersey (USA), den Zeichenfarbstift MARS-LUMOCHROM und betonte dabei seine attraktiven Eigenschaften, mit denen er sich selbst heute, ein halbes Jahrhundert danach, wohl immer noch sehen lassen könnte.

Licht und Farbe (2)

Mich verwundert, dass in diesen Anzeigen zwar die sehr gute Radierbarkeit der Farbstifte, nicht jedoch ein dazu passender Radierer beworben wurde.

Licht und Farbe (2)

Die Gestaltung der Tauchkappe ist der des Bleistifts Noris 120, der wenige Jahre später auf den Markt kommen und diese – besonders deren Bögen – als eines seiner Markenzeichen tragen sollte, recht ähnlich.

Licht und Farbe (2)

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Aus dem Archiv

30. November 2009

Die „Neue Züricher Zeitung” holte in ihrer Online-Ausgabe vor wenigen Tagen einen Artikel aus der Technikbeilage vom 28. November 1934 hervor; Anlass für den damaligen, mit „Aus der Bleistiftfabrikation” betitelten Beitrag war eine Veröffentlichung des zehn Jahre zuvor gegründeten schweizerischen Unternehmens Caran d’Ache.

Bevor es üblich wurde, den Graphit mit Ton zu mischen und zu brennen, verwendete man als Bindemittel für den gemahlenen Graphit neben Schwefel – dem 75 Jahre alten Artikel zufolge und mir neu – Gummitragant, einen Saft der u. a. in der Gegend des Mittelmeers beheimateten Strauchart Astralagus. Dieser zähe, geruchlose Gummi wurde bereits im 12. Jahrhundert medizinisch und später auch technisch genutzt (die gerösteten Bohnen dieser Pflanze dienten Anfang des 19. Jahrhunderts sogar als Kaffeeersatz).

Ebenfalls erwähnenswert ist der bis jetzt einzige Leserkommentar dazu bei NZZ Online, der auf den 1958 erschienenen und 1999 überarbeiteten Essay „I, Pencil: My Family Tree as told to Leonard E. Read” verweist; darin lässt der Autor einen „Mongol 482″ von Eberhard Faber über sich selbst erzählen.

Danke an Frank für den Hinweis auf diesen Artikel!

Markiges Marketing (13)

29. November 2009

Schulbleistift „Pegasus” von Schwan

Den durchdringenden Erfolg der Schwan-Bleistifte, insbesondere des 5-Pfennig-Schulstifts „Pegasus”, illustrierte diese Reklamemarke auf besonders eindrucksvolle Weise. Die zwei gut verpackten Personen, eine davon bestückt mit der US-amerikanischen Flagge, müssen nicht schlecht gestaunt haben, als sie am Nordpol und obendrein im prächtigen Farbenspiel der Sonne feststellen mussten, dass sich die Erde entgegen der damals vorherrschenden Meinung um einen Bleistift dreht. Ob sie diese sensationelle Beobachtung dokumentiert haben (und wenn ja, ob mit Graphit), verrät die Marke jedoch nicht.

Doch genug der Albernheiten. Mir gefallen das Wortspiel, die Grafik und auch der Reiz des Handgemachten dieser wohl um die 100 Jahre alten Reklamemarke. Für interessant halte ich zudem den Umstand, dass es den beworbenen Schulstift gleich in mehreren Farben gab, ähnlich dem alten STAEDTLER 6089 ELEPHANT und dem aktuellen Tombow MONO KM-KMSC – ein Detail, das mich sehr anspricht.

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Haltestelle

27. November 2009

Klemmbretter sind ungemein praktisch, verfügen jedoch leider – ebenso wie die als Mappe ausgeführten Varianten – nur selten über eine Halterung für das Schreibgerät. Stifte mit Clip lassen sich vielleicht noch am Brett oder dem Papier anklemmen, doch was machen die Nutzer des holzgefassten Graphits?

Klemmbrettmappe von Herlitz

Ein gelungene Lösung kommt von Herlitz in Form der A4-Klemmbrettmappe, die über eine ringförmige Flachspirale zur Aufnahme von 7 bis 14 mm dicken Stiften verfügt und damit wohl fast alles Schreibende zuverlässig hält. Die in rot, blau und schwarz angebotene Mappe mit starkem, vernickeltem Klemmer und angenehm anzufassender Beschichtung ist sehr gut verarbeitet und kostet etwa 5 Euro. – Im Fachgeschäft FORMAT in Darmstadt konnte ich neben den mit Clip ausgestatteten Haltern auch Varianten mit Magnet und Klebepad sehen; letztere entsprechen weitgehend dem hier gezeigten.

Zeitzeuge

26. November 2009

Hundertprozentig sicher bin ich mir nicht, doch es sieht so aus, als trage dieser Dosenpitzer von Dahle Spuren der deutschen Wiedervereinigung, die sich kürzlich zum 20. Mal jährte.

Dosenpitzer Dahle 53463

Der genaue Blick auf den Boden des transparenten Teils zeigt eine kleine Auffälligkeit bei der in die Spritzgussform eingebrachten Angabe des Herkunftslandes:

Dosenpitzer Dahle 53463 (Unterseite)

Ich vermute, dass man den West-Teil des Schriftzugs (”W”) aus dem Werkzeug entfernt hat und daher an dieser Stelle nur noch ein flaches Quadrat sieht (und somit die alte Form im vereinten Land weiterbenutzen kann). – Der Spitzer selbst ist ist übrigens sehr gut und mit 0,26 mm auch recht sparsam.

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