Dünne Stifte von damals

Aus einem Kon­vo­lut alter Blei- und Kopier­stifte von von J.S. STAEDTLER: Drei sehr schlanke und wohl gut 100 Jahre alte Exemplare.

Dünne Stifte von damals

Die 15 cm lan­gen und 6 mm dün­nen Stifte waren ver­mut­lich für den Gebrauch mit einem Notiz­buch gedacht, wobei man sie in des­sen Rücken oder einer Schlaufe unter­brin­gen konnte; die soge­nannte Tel­ler­kap­sel beim № 907 ver­hin­derte das Durch­rut­schen. – Der Prä­ge­druck ist bemer­kens­wert aus­führ­lich und sorgfältig.

Dünne Stifte von damals

Zum Grö­ßen­ver­gleich ein J.S. STAEDTLER MARS-​LUMOGRAPH 2886

Der Här­te­grad der 2 mm dicken Blei­stift­mi­nen ent­spricht etwa dem des STAEDTLER Mars Lumo­graph 100 HB. Die eng­li­sche Kenn­zeich­nung des gel­ben Kopier­stifts LUNA 783 mit der teil­weise kor­ro­dier­ten Kappe lässt ver­mu­ten, dass er für den Export vor­ge­se­hen war. Sein Ver­wen­dungs­zweck ist mir jedoch unklar, denn sei­nen Abstrich kann man zumin­dest auf wei­ßem Papier nur schwer erkennen.

Ein wei­te­rer Hin­weis auf die Nut­zung die­ser Stifte fin­det sich in der Bro­schüre „Die Staedtler’schen Blei­stifte und ihr Ent­wick­lungs­gang“ (ver­mutl. 1910er Jahre), denn darin wird der „Brief­ta­schen­stift Nr. 912 mit Spit­zen­scho­ner“ aufgeführt.

Dünne Stifte von damals

Er ist dem „Memo­ran­dum“ im Foto sehr ähn­lich, hat aber keine Metallkapsel.

Sol­che dün­nen Blei­stifte sind heute nicht mehr üblich. Zu den noch erhält­li­chen gehö­ren der Viking Mikado und der L. Cor­ne­lis­sen Slim HB, doch eine über­ra­schend große Aus­wahl bie­tet der por­tu­gie­si­sche Her­stel­ler Viarco, der in sei­nem umfang­rei­chen Werbemittel-​Sortiment auch dünne runde und hexa­go­nale Blei­stifte in vier Durch­mes­sern von 3,9 bis 5,5 mm und vier Län­gen von 9 bis 18 cm hat. – Ähn­li­che Blei­stifte gibt es unter „Memo­ran­dum“, „Rank und schlank“ sowie „L. & C. Hardt­muth 1516“ zu sehen.

4 Kommentare zu „Dünne Stifte von damals“

  1. Stationery Traffic

    This reminds me of the tiny pen­cils that were included with the old Letts pocket dia­ries, that were com­mon Christ­mas pres­ents back in the 1970s. By then, those old pen­cils were held in place in a gap in the spine using a pla­s­tic fer­rule. They were easily lost, as I recall!
    Letts dia­ries are still made, but aren’t as trendy as new­co­mers such as the Hobo­ni­chi Techo.

  2. These are inte­res­t­ing memo­ries! – I’ve never heard of Letts so I just had a look at their cur­rent offer – they have a remar­kably exten­sive range of dia­ries. And there are some old ones on eBay, inclu­ding the tiny pen­cil. I like how the lat­ter is stored at the spine!

  3. Ich bin die­ser Tage bei You­Tube auf einen alten Lehr­film der ehe­ma­li­gen Deut­schen Bun­des­bahn gestos­sen. In die­sem wird der Ablauf eines Ran­gier­vor­gangs eines Güter­zu­ges als Lehr­film gezeigt. Hier­bei kann man in den ers­ten paar Minu­ten die Arbeit von zwei Bahn­be­diens­te­ten („Zet­tel­schrei­ber“ und „Ran­gier­lei­ter“) gezeigt. Beide arbei­ten mit einem Kopier- oder Durch­schrei­be­stift unbe­kann­ter Art (ver­mut­li­cher mit schwe­rer Mine) und notie­ren auf dem sog. Ran­gier­zet­tel die ein­zel­nen Ran­gier­vor­gänge. Die Stifte schrei­ben mit tief­schwar­zer, etwas fett-​glänzender Mine und hin­ter­las­sen auf dem „Ran­gier­zet­tel“ mit ange­hef­te­ten Durch­schlä­gen ein deut­li­ches Schrift­bild. Ich finde es schön, die Arbeit ver­gan­ge­ner Jahr­zehnte – wel­che völ­lig ana­log war- zu sehen. Es freut mich, in Fil­men oder Film­se­quen­zen auf Schreib­ge­räte jeg­li­cher Art zu stos­sen. Wer sich den Film gerne anse­hen möchte, kann die­sen unter folgendem
    Link https://youtu.be/QZd3au8QL_c?si=qNJRZNQC7V8WK-cY
    abru­fen. Die ent­spre­chen­den Sequen­zen sind in den ers­ten etwa fünf Minu­ten zu sehen. 

    P.S. Ich ver­mute, es wird sich bei den Stif­ten um dienst­lich gestellte Schreib­ge­räte han­deln. Die Stifte zei­gen kei­nen erkenn­ba­ren Auf­druck ihres Fabri­kan­ten und sich nicht zu wei­ter zu iden­ti­fi­zie­ren. Ich ver­mute, dass es sich daher um expli­zit für die Deut­sche Bun­des­bahn pro­du­zier­ten Stifte han­deln wird, die hin­sicht­lich ihres Her­stel­lers nicht wei­ter gekenn­zeich­net wur­den. Es wird bei der Deut­schen Bun­des­bahn sicher­lich noch mehr Ein­satz­zwe­cke für Kopier- und Durch­schrei­be­stifte gege­ben haben, sodass die expli­zite Pro­duk­tion für Schreib­ge­rä­ten für mich Sinn ergibt.

  4. Das ist ja wirk­lich inter­es­sant – danke für den Hin­weis! Gut mög­lich, dass es Fett­stifte waren, denn diese wür­den (even­tu­ell in Kom­bi­na­tion mit dem pas­sen­den Papier) auch im Regen noch pro­blem­los arbei­ten. Übri­gens habe ich den Ein­druck, dass zumin­dest ein Stift eine Kenn­zeich­nung trug, und zwar der bei 3:44 gezeigte. Ver­mut­lich tru­gen sie den Auf­druck „Eigen­tum der Deut­schen Bun­des­bahn“ ;-) Diese völ­lig ana­loge Arbeits­weise der dama­li­gen Zeit ist beeindruckend!

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