Druckbleistifte

Kurz notiert

  • KUM fei­ert die­ses Jahr das 100-​jährige Bestehen, und es sieht so aus, als gäbe es zu die­sem Anlass einen gold­far­be­nen Mas­ter­piece.
  • Vor kur­zem wurde ein Patent zur Her­stel­lung von holz­ge­fass­ten Blei­stif­ten bekannt gemacht. Die im korea­ni­schen Doku­ment gezeigte Fer­ti­gung wirkt auf mich recht um­ständlich, aber viel­leicht ste­hen ja die ent­schei­den­den Details im für mich lei­der nicht les­ba­ren Text.
  • Es hat keine 24 Stun­den gedau­ert, bis die bei Kick­star­ter gezeigte Idee für einen neuen Fall­mi­nen­stift finan­ziert war. Das in Spa­nien erdachte und „Car­bo­n­ara“ ge­nannte Schreib­gerät besteht aus Car­bon­fa­ser und kommt ohne beweg­li­che Teile aus, womit es mich ein wenig an den Penxo erinnert.
  • Eben­falls kürz­lich bekannt gemacht wurde eine Gebrauchs­mus­ter­schrift von STAEDT­LER. Das darin beschrie­bene „Schreib-, Zeichen-, Markier- und/​oder Kos­me­tik­ge­rät“ zeich­net sich durch einen Schaft aus beton­hal­ti­gem Mate­rial aus. Genutzt wird dies für die auf der Insights-​X 2017 vor­ge­stel­len und unter dem Namen „Con­crete“ angebote­nen Schreib­geräte (Kugel­schrei­ber und – nicht mehr erhält­lich – Druck­blei­stift); wei­tere Details fin­den sich unter „Beton­stift der Schreib­ge­rä­te­se­rie STAEDTLER Con­crete“ bei der TH Nürn­berg.
  • Und noch ein Patent: In „Mecha­ni­cal Pen­cil“ beschreibt der japa­ni­scher Her­stel­ler Koto­buki einen Druck­blei­stift, in dem die Mine vor Bruch durch axiale und radiale Belas­tung ge­schützt ist.

Sonderanfertigung (5)

Die Druck­blei­stifte S10 und S20 des japa­ni­schen Her­stel­lers Pilot sind sehr beliebt, wobei viele Nut­zer beim ers­ten das Metall-​Griffstück schät­zen und beim zwei­ten den Holz­schaft1. Kann man bei­des kom­bi­nie­ren? Ja!

Sonderanfertigung (4)

Für meine Son­der­an­fer­ti­gung nehme ich einen brau­nen S20/0.5 (Art.-Nr. HPS-​2SK-​BN5, oben) und einen gel­ben S10/0.3 (Art.-Nr. HPS-​1SR-​TY3, unten). Bei bei­den schraube ich erst die Spit­zen ab und ent­ferne dann die Griff­stü­cke. Beim S20 ist das nicht ganz ein­fach, da die Kom­po­nente mit Kleb­stoff fixiert ist, doch mit beharr­li­chem Dre­hen gegen den Uhr­zei­ger­sinn lässt sie sich abnehmen.

Sonderanfertigung (4)

Den Kleb­stoff besei­tige ich mit Eti­ket­ten­lö­ser2.

Sonderanfertigung (5)

Würde ich jetzt schon das Metall-​Griffstück des S10 auf den S20 set­zen, hätte es nahe der Spitze radia­les Spiel. Um das zu ver­hin­dern, umwi­ckele ich das Metall­rohr des S20 vor­her mit so viel Kle­be­band, bis sich das Griff­stück gerade noch dar­über schie­ben lässt und stramm sitzt.

Sonderanfertigung (4)

Zum Schluss bringe ich die Spitze wie­der an. Fer­tig! – Die Bezeich­nung S15 für diese Son­der­an­fer­ti­gung liegt natür­lich nahe.

Sonderanfertigung (5)

Wer beim Minen­durch­mes­ser des S20 blei­ben möchte, kann jeden belie­bi­gen S10 neh­men. Da ich aber inzwi­schen 0,3 mm bevor­zuge und der hell­braune S20 nur in 0,5 mm erhält­lich ist, habe ich den S10/0.3 gewählt und auch des­sen Zwinge, Spitze und Drü­cker genutzt3. – Danke an isu von the uncom­for­ta­ble chair für seine Hilfe bei der Beschaf­fung des S20 und die Tipps zum Umbau!

Nach­trag vom 16.2.19: Wesent­lich ein­fa­cher und vor allem scho­nend für die Zwinge als das Her­aus­zie­hen ist das Her­aus­drü­cken von der ande­ren Seite, z. B. mit einem dicken Draht (hier: ø 3 mm mit und 1,6 mm ohne Isolierung).

Sonderanfertigung (5)

Nach­trag vom 2.3.19: Beim Umbau eines wei­te­ren S20 (genauer: eines HPS-​2SK-​DBN3) hat sich zuerst das obere Teil des Schafts gelöst.

Sonderanfertigung (5)

Auch die­ses sitzt auf einem Gewinde und ist mit etwas Kleb­stoff fixiert (letz­te­ren habe ich bereits vor dem Foto ent­fernt). Dadurch erge­ben sich natür­lich wei­tere Möglichkeiten!

  1. Der Schaft besteht mei­nes Wis­sens aus sehr dün­nen Holz­schich­ten, die mit Kunst­harz ver­leimt wur­den. Dadurch soll er stra­pa­zier­fä­hi­ger und weit­ge­hend unemp­find­lich gegen Feuch­tig­keit sein.
  2. Mein Favo­rit für sol­che Zwe­cke ist der „Auf­kle­ber und Kle­be­reste Ent­fer­ner“ von Mel­le­rud.
  3. Details zum Zwin­gen­tausch gibt es unter „Son­der­an­fer­ti­gung (3)“.

Stabilograph 8-​5C

Da ich Bedie­nungs­an­lei­tun­gen und tech­ni­sche Illus­tra­tio­nen mag, heute ein rascher Blick auf den Druck­blei­stift Sta­bi­lo­graph 8-​5C1 von Schwan-​STABILO aus den 1970er Jah­ren und des­sen Faltblatt.

Stabilograph 8-5C

Stabilograph 8-5C

Unnö­tig zu sagen, dass mir das Falt­blatt sehr gut gefällt.

Stabilograph 8-5C

Stabilograph 8-5C

Stabilograph 8-5C

Das war’s auch schon.

  1. genauer: STABILOGRAPH  8-​5C.

Pentel Mechanica Graph

Pentel Mechanica Graph

Der Druck­blei­stift Mecha­nica Graph des japa­ni­schen Her­stel­lers Pen­tel kam 1970 auf den Markt und war der erste mit einer Kappe zum Schutz des Minenführungsröhrchens.

Pentel Mechanica Graph

Diese Kappe konnte bei Gebrauch des Stifts umge­steckt wer­den, und da sie an bei­den Enden offen war, ließ sich der Drü­cker auch mit umge­ste­cker Kappe betätigen.

Pentel Mechanica Graph

Die Vari­ante für den japa­ni­schen Markt hatte einen roten Här­te­grad­in­di­ka­tor und die für den Export einen gold­far­be­nen; beide wur­den in einem Kar­ton mit trans­pa­ren­tem Kunst­stoff­schu­ber und einem Falt­blatt angeboten.

Pentel Mechanica Graph

Falt­blatt zum Pen­tel Mecha­nica Graph (Aus­schnitt)

Die Schutz­kappe des Mecha­nica Graph, der spä­ter PMG hieß, geht auf die her­aus­dreh­bare des Pen­tel Mecha­nica (ohne „Graph“) von 1968 zurück; zu die­sem bei Gele­gen­heit mehr. – Der PMG im Kata­log des Jah­res 1982 von Pen­tel USA:

Pentel Mechanica Graph

Zu den Druck­blei­stif­ten die­ser Serie gehörte noch der 1981 ein­ge­führte, aber nur in Japan erhält­li­che PG2 für 0,2-mm-Minen. – Soweit ich weiß, hat Pen­tel den PMG um 2006 aus dem Sor­ti­ment genommen.

Nach­trag vom 7.8.18: Vier der fünf PG-​Modelle gab es auch zusam­men mit den pas­sen­den Minen im Pen­tel Desi­gner Sys­tem IV (PMDS-​4).

Nach­trag vom 26.10.19: Der erwähnte Pen­tel Mecha­nica ist hier beschrieben.

Nach­trag vom 15.6.25: Aus einem Kata­log von Pen­tel USA (das genaue Datum kenne ich lei­der nicht):

Pentel Mechanica Graph

Pilot Holder

Pilot Holder

Druck­blei­stift Pilot H-3005

Pilot Holder

Pilot Holder

Der Druck­blei­stift H-​300x1 mit der Arti­kel­num­mer HHP-​300S2 war bis vor gut zehn Jah­ren eines der Spit­zen­mo­delle des japa­ni­schen Her­stel­lers Pilot. Er und die güns­ti­ge­ren Modelle H-​100x3 (HHP-​100R) und H-​200x (HH-​200K) waren und sind haupt­säch­lich wegen der Dop­pel­druck­me­cha­nik, mit der sich die Spitze ein­zie­hen lässt4, bekannt und beliebt5. Sobald ich mehr über die Geschichte die­ser Stifte weiß, trage ich es nach. – Das Falt­blatt ist hier nur aus­schnitts­weise gezeigt; der Rest folgt.

Anm.: Dem wach­sa­men Auge wird nicht ent­gan­gen sein, dass sich der Stift im Foto und der in dem Falt­blatt abge­bil­dete im Mus­ter und der Beschrif­tung des Griff­stücks, der Spit­zen­fom sowie der Gestal­tung des Rings unter dem Drü­cker unter­schei­den. Das Falt­blatt wurde zwar mit dem gezeig­ten Stift aus­ge­lie­fert, aber wohl für die erste Vari­ante des H-​2005 erstellt.

Nach­trag vom 19.7.18: Der Reddit-​Nutzer cythe­rian bekam von Pilot Europa fol­gende Pro­duk­ti­ons­zeit­räume genannt:
H-​1005: 1983–2006
H-​2005: 1983–1995
H-​3005: 1983–1988

Nach­trag vom 14.4.19: Details zu dem Patent, das dem Pilot Hol­der ver­mut­lich zu Grunde liegt, gibt es unter „Dop­pel­druck“.

Nach­trag vom 3.2.24: Im Knockology-​Forum unter „Vin­tage Pilot Double-​Knocks“ gibt es wei­tere Details zu den Produktionszeiträumen.

  1. Mit x = 3 oder 5 für den Minen­durch­mes­ser in ⅒ mm. Von Vari­an­ten mit 0,7-mm-Mine habe ich noch nicht gehört.
  2. „HH” steht für „Hi-​Mecha Hol­der“. – Soweit ich weiß, wur­den diese Arti­kel­num­mern um „B“ („black”?) und den Minen­durch­mes­ser ergänzt, so dass der gezeigte Stift unter HHP-​300S-​B-​03 lief.
  3. Außer­halb Japans auch als „Vanis­hing Point“ bekannt. – Den H-​1005 gab es zudem in zwei leicht unter­schied­li­chen Aus­füh­run­gen, die sich in der Ober­flä­che und der Mate­ri­al­qua­li­tät des Kunst­stoff­schafts sowie der Spit­zen­form unter­schie­den.
  4. Im Falt­blatt heißt es: „The Pilot Hol­der is the first mecha­ni­cal pen­cil in the world to adopt a mecha­ni­cal lead hol­der with a double-​push but­ton sys­tem.“ Inter­es­sant in die­sem Zusam­men­hang wäre, wann das Patent erteilt wurde.
  5. Zu die­sen Model­len gehört auch der H-​210x (HHR-​200R), der auf­grund sei­nes Design jedoch aus der Reihe fällt.

Werkzeug

Werkzeug

Der japa­ni­sche Her­stel­ler Pilot hat die Typen­be­zeich­nung „2020“ für etli­che Druck­blei­stifte genutzt, ange­fan­gen vom sehr güns­ti­gen Modell aus Kunst­stoff bis hin zum 2020/​ST mit Edel­stahl­schaft aus einem Stück (letz­te­ren gab es zudem in zwei Grö­ßen). Alle mir bekann­ten Vari­an­ten hat­ten den „Shaker“-Mechanismus, bei dem die Mine durch kur­zes Schüt­teln des Stifts trans­por­tiert wurde1. Der gezeigte wird auch als 2020 YOUNG bezeich­net und war in min­des­tens sie­ben Far­ben erhält­lich. Diese Aus­füh­rung mit trans­pa­ren­tem Griff­stück spricht mich beson­ders an, da man hier einen Teil der Mecha­nik sieht. – Shinwa ist ein ja­panischer Anbie­ter von Mess­ge­rä­ten, zu des­sen Sor­ti­ment auch Blei- und Farb­stifte gehö­ren. Bei die­sem Acryl-​Lineal gefal­len mir die Zif­fern, die Hil­fen zum ein­fa­chen Zeich­nen von par­al­le­len Linien und die sehr gute Verarbeitung.

  1. Die Typen­be­zei­chung „2020“ hat einen beson­de­ren Hin­ter­grund: Im Japa­ni­schen kann die Zahl „20“ als „fure“ aus­ge­spro­chen wer­den, ebenso das Verb „schüt­teln“; damit sagt „2020“, was man für den Minen­vor­schub tun muss. – Von Pilot gibt es auch zwei „Shaker“-Modelle mit „Fure Fure“ im Namen, und zwar den Corone (HFC20R) und den Sprin­ter (HFST20R).
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