Archiv des Stichworts „Druckbleistifte”

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Mars vs. Mars

Mittwoch, 25. November 2009

Den holzgefassten und den metallgehalterten Mars Lumograph stellte die J.S. STAEDTLER Inc. mit Sitz in Hackensack, New Jersey (USA), in dieser elegant kolorierten Schwarzweiß-Anzeige gegenüber und versprach den Lesern der Zeitschrift „Architectural Record” im Mai 1960, mit beiden das Beste zu bekommen.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

Neben den vertrauten Produkten bewarb der Text auch den Bleistift „Mars Duralar”, der in den fünf Härtegraden K1 bis K5 erhältlich und für das Zeichnen auf PET-Folie gedacht war. Diese dünnen Folien, die Anfang der 1950er Jahre unter den Markennamen „Hostaphlon” und „Mylar” auf den Markt kamen, waren äußerst maßhaltig, transparent und haltbar. Da jedoch herkömmliche Bleistifte auf diesem Material schmierten, nutzte man neben Tusche spezielle Polymerminen, die zudem den Vorteil der sehr guten Radierbarkeit boten. Die zu beschreibende Seite der Folie war leicht aufgerauht und recht empfindlich; bereits kleine Beschädigungen beim Radieren oder geringe Verschmutzungen mit Fett oder Öl machten die Oberfläche abweisend und damit unbrauchbar.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)   Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

Ebenfalls Erwähnung fand der „Mars Lumochrom”, dem auch eigene Anzeigen gewidmet waren; eine davon gibt es hier und eine weitere folgt in Kürze.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

 Licht und Farbe (1) | Alte Anzeigen von STAEDTLER | Licht und Farbe (2) 

Pentel P205 mit Pep

Dienstag, 24. November 2009

Zum Klassiker Pentel P205, der schon fast den Archetyp des Druckbleistifts darstellt, muss man wohl nichts mehr sagen – dieses solide Arbeitsgerät ist seit ein paar Jahrzehnten auf dem Markt und erfreut sich zu Recht größter Beliebtheit. Wer sich jedoch bisher von den nicht gerade spektakulären Farben dieses Stifts vom Kauf abhalten ließ und auch nicht zu Umbauten wie z. B. dem edelhölzernen von „Turn of the Century” greifen wollte, könnte Gefallen an der „Limited Edition” finden.

Pentel P205 Limited Edition

In rot, blau, grün und schwarz marmoriert erhältlich sorgt der P205M für eine wohltuende, flotte Alternative zum Einerlei nicht nur auf dem Schreibtisch und bietet mit 6,30 USD (ca. 4,20 Euro) ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. – Ob es diesen Druckbleistift noch mit anderen Minendurchmessern und vielleicht sogar hierzulande geben wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Danke an Jeremy von Pencils 11 für seine Hilfe bei der Beschaffung des P205M Limited Edition!

Flohmarkt-Fund

Montag, 7. September 2009

Auch wenn ich bei mechanischen Bleistiften die Modelle mit Feinmine und Druckmechanik bevorzuge, so bin ich doch anderen Varianten längst nicht abgeneigt. Dieser Drehbleistift unbekannten Fabrikats kam mir auf einem Flohmarkt im niederländischen Middelburg unter die Augen und gleich in die Tasche, da mich seine Gestaltung, sein sehr guter Zustand und der attraktive Preis sehr angesprochen haben.

Flohmarkt-Fund

Er ist 86 mm kurz, 10 mm dick, gut 11 g leicht und arbeitet mit 1,18-mm-Minen, die durch Drehen der metallenen Spitze transportiert werden. Seine geringe Länge lässt vermuten, dass er für den mobilen Gebrauch gedacht war. Wie „Mechanical pencil lead diameters” bei pencil talk informiert, waren Minen dieses Durchmessers bis in die 60er Jahre der Standard und kommen auch heute noch zum Einsatz.

Flohmarkt-Fund

Lediglich 26 mm der Mine passen in das Vorderteil und werden in diesem durch eine 3,5 mm lange, geschlitzte Hülse aus weichem Blech gehalten. Dies erscheint mir sehr wenig, und so kann ich trotz gründlicher Reinigung einen Defekt nicht ganz ausschließen. – Die Befüllung des Stifts findet von vorne statt.

Flohmarkt-Fund

Der Drehbleistift wurde zusammen mit einem unvollständig gefüllten Pappröhrchen Minen des englischen Herstellers Platignum verkauft; diese haben den für den Stift notwendigen Durchmesser.

Flohmarkt-Fund

Bei dem Material des in dunkelrot und braun marmorierten Korpus mit einer Wandstärke von etwa 2,5 mm und ohne jede erkennbare Markierung könnte es sich um Bakelit handeln. – Ein gut sitzender Schraubdeckel aus Metall verschließt den für Reserveminen gedachten Hohlraum des Stifts.

Flohmarkt-Fund

Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie alt diese Schreibutensilien sind. Kann vielleicht meine geschätzte Leserschaft etwas dazu sagen?

Nachtrag vom 8.9.09: Ein kundiges Mitglied des Fountain Pen Network geht davon aus, dass dieser Drehbleistift aus Galalith, einem halbsynthetischen Werkstoff auf der Basis von entfettetem Casein, gefertigt wurde. Angesichts des einfachen Aufbaus und der großen Wandstärke kämen auch kleinere Werkstätten, die derartiges ab 1910 fertigen konnten, als Hersteller des Stifts in Frage. – Danke an Thomas für diese Informationen!

Vier Fünftel

Dienstag, 7. Juli 2009

Der nicht ganz erst gemeinte Zusatz „merkwürdige Dinge” rechts oben auf der Startseite dieses Weblogs mag für all diejenigen, die an das hiesige Schreibwarenangebot gewöhnt sind, eine treffende Charakterisierung der folgenden zwei Produktgattungen darstellen.

Vier Fünftel

Hierzulande unüblich und nicht einfach zu bekommen ist Papier mit 4-mm-Karos. Lose und als Block im Programm des Schweizer Herstellers Seetal Elco kann man es in dessen Heimat leicht, hier jedoch gar nicht erhalten, denn der deutsche Vertrieb Staufen-Demmler bietet diese für uns untypisch karierten Artikel nicht an.

Vier Fünftel

In Japan, dem Paradies der Schreibwaren und Büroartikel, schließen gleich vier der größten Anbieter von Druckbleistiften die schmale und auch hier vorhandene Lücke zwischen den Minenstärken 0,3 und 0,5 Millimeter – Pentel, Pilot, Mitsubishi/uni und OHTO haben mehrere 0,4-mm-Druckbleistifte und die ersten drei obendrein eine große Auswahl an Minen dieses hier nahezu unbekannten Durchmessers im Sortiment.

Ich weiß nicht, ob die 4 Millimeter im einen und die 0,4 Millimeter im anderen Fall einen ganz konkreten Hintergrund haben oder lediglich der Erweiterung des Sortiments dienen, finde jedoch auch ohne diese Kenntnisse großen Gefallen am Umgang mit diesen um 20% geschrumpften Büro-Maßen.

Nachtrag vom 13.3.10: Ein Mitarbeiter von Seetal Elco hat mir auf der Paperworld mitgeteilt, dass die 4-mm-Karos in der Schweiz so üblich seien wie in Deutschland das 5-mm-Raster.

STAEDTLER 763

Samstag, 2. Mai 2009

Zu den neuen und auf der Paperworld vorgestellten Artikeln des traditionsreichen Herstel­lers STAEDTLER gehören die günstigen Druckbleistifte der Reihe 763, die das Programm nach unten abrunden. Neben dem in drei Farben erhältlichen graphite 763 umfasst die Reihe den Noris 763 sowie den tradition 763, deren Design sich an die bekannten holz­gefassten Bleistifte Noris 120 und tradition 110 anlehnt.

STAEDTLER 763

STAEDTLER Noris 763 und tradition 763 mit ihren holzgefassten Pendants Noris 120 und tradition 110
(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Die ergonomisch-dreiflächigen, aus Kunststoff gefertigten Stifte sind 14,5 cm lang, haben einen Durchmesser von 9 mm und wiegen gut 6 g. Ihr hemdtaschenfreundlicher, nicht abnehmbarer Clip sitzt an der Endkappe, die sowohl den Minenbehälter verschließt als auch den 11 mm langen und knapp 7 mm dicken Radierer beherbergt. Letzterer ist sehr gut, steckt jedoch recht tief, was seine Ausnutzung leider stark beschränkt, und ist zudem ungeschützt; beim Gebrauch des Stiftes dürfte er daher verschmutzen. – Ein Ersatzradierer wird nicht angeboten, was bei dem niedrigen Preis von 0,75 Euro pro Stift sicher nicht überrascht.

STAEDTLER 763

Die Verarbeitung der laut Kennzeichnung auf dem Clip in Korea hergestellten Schreiber ist gut. Die Komponenten sitzen ordentlich ineinander, die Minenführung hält die Mine spielfrei und der Aufdruck wurde sauber aufgebracht. Ein versehentliches Lösen der Endkappe beim Gebrauch des Clips ist dank des guten Halts eher unwahrscheinlich.

STAEDTLER 763

Die Minenführung, ebenfalls aus Kunststoff, ist taschenfreundlich versenkbar und gleitet beim Schreiben zurück. Das zehnfache Drücken transportiert die ungefederte Mine um 8,5 mm. – Alle Modelle sind in den Strichstärken 0,5 und 0,7 mm verfügbar, mit zwei Minen des Härtegrads B bestückt und nicht nur angesichts des geringen Preises ein lohnender Kauf für alle, die an einem günstigen Druckbleistift interessiert sind.

STAEDTLER 763

STAEDTLER Noris 763 und MARS TRI 773

Am Rande: Bereits vor einigen Jahren gab es mit dem STAEDTLER MARS TRI 773 einen niedrigpreisigen Druckbleistift im klassischen Noris-Design. Bei diesem sehr ähnlichen, in Japan hergestellten Modell waren allerdings die schwarzen Flächen rutschfest ausgeführt und der Radierer mit einer Kappe versehen. – Ein weiterer Druckbleistift im schwarz-gelben Gewand ist der STAEDTLER graphite 771.

Paperworld 2009 (3)

Mittwoch, 4. Februar 2009

Neben dem revolutionären WOPEX, dem coextrudierten Bleistift, präsentierte STAEDTLER einige weitere interessante Neuheiten, so auch den Marker Lumocolor permanent retract mit Druckmechanik, der eine einfache Handhabung verspricht.

Paperworld 2009

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Zuwachs gab es auch bei den Allesschreibern, und zwar in dicker, papierter Sechskantform. Der wohl hauptsächlich für das industrielle Markieren gedachte Lumocolor permanent omni­graph schreibt u. a. auf Reifen und nassem Holz.

Paperworld 2009

Die einfachen und preisgünstigen Druckbleistifte „Noris 763″ und graphite 763 mit jeweils 0,5 mm Minenstärke runden das Sortiment der mechanischen Bleistifte nach unten ab. – Der Noris 763 wirkt auf mich ein wenig wie der Nachfolger des vor einigen Jahren aus dem Programm genommenen „MARS TRI 773″.

Paperworld 2009

Im mittleren Bereich gesellte sich der graphite 760 zu dem auf der vorigen Paperworld vorgestellten graphite 771. Während letzterer nur mit Minen des Durchmessers 1,3 mm arbeitet, gibt es den graphite 760, der mich sehr an den Aristo 3fit erinnert, zusätzlich mit den Minenstärken 0,5 und 0,7 mm.

Paperworld 2009

Waren die hervorragenden Druckbleistifte 925 und 925 25 bisher nur von STAEDTLER Japan erhältlich, so werden sie nun auch in Deutschland angeboten. Mit vier Strichstärken, Härtegrad-Indikator und starrem, 4 mm langen Minenführungsröhrchen richten sich diese Schreib- und Zeichengeräte hauptsächlich an professionelle Nutzer. (Das Design des 925 von STAEDTLER Japan wurde übrigens vor einiger Zeit geändert; ein Foto von beiden Vari­anten gibt es hier.) – Ob diese beiden Stifte tatsächlich identisch zu den japanischen Mo­dellen sind, muss noch ein direkter Vergleich zeigen.

Paperworld 2009

Der graphite 925 25 hat einen Ganzmetallkorpus und dürfte unter den technisch orientier­ten Druckbleistiften sicher das hochwertigste hierzulande erhältliche Modell sein.

Ein veredelter Klassiker

Dienstag, 11. November 2008

Die seit fast 40 Jahren erhältliche P200-Serie des japanischen Herstellers Pentel bedarf wohl keiner Vorstellung – die hervorragende Mechanik wurde zum Maßstab, das über die Jahre nur in Details geänderte und oft imitierte Design zum Klassiker und damit der P200 zum Inbegriff des mechanischen Bleistifts. Inzwischen gibt es ihn in vier Strichstärken, darunter die 0,7-mm-Version in zwei und die 0,5-mm-Version in drei Gehäusefarben.

Die drei zur Zeit in Deutschland erhältlichen Varianten des Pentel P205

Die drei zur Zeit in Deutschland erhältlichen Varianten des Pentel P205 (zum Vergrößern anklicken)

Wer den Kunststoff-Korpus dieses Stifts nicht mag oder gerne etwas Individuelles hätte, ohne auf das hochwertige Innere verzichten zu müssen, wird bei Turn of the Century auf vielfältige Weise fündig. William Schmidt, die eine Hälfte des seit weit über 30 Jahren bestehenden Unternehmens in Mansfield, Ohio, USA, verarbeitet an der Drehbank unterschiedlichste Harthölzer unter anderem zu Gehäusen für die Modelle P205 (0,5 mm) und P207 (0,7 mm), die so zu handschmeichelnden Unikaten werden.

Zwei P205 von „Turn of the Century”

Zwei P205 von „Turn of the Century” (links: Grenadill, rechts: Cocobolo)

Jeder einzelne der sorgfältig gearbeiteten Druckbleistifte, die wahlweise mit ausgestelltem oder (wie abgebildet) sich verjüngendem Griffteil erhältlich sind, kommt sorgfältig verpackt mit einem Beiblatt, das über den Hersteller informiert und das verwendete Holz nennt.

Zwei P205 von „Turn of the Century”

Obwohl handgearbeitet, kostet jeder dieser Stifte gerade mal 13 US-Dollar (zur Zeit gut 10 Euro), und pro Bestellung fallen 6 US-Dollar Porto an; Details zum Bestellprozess gibt es hier. Eine Auswahl der verfügbaren Holzarten zeigt die Übersicht der Federhalter.

Zwei P205 von „Turn of the Century”

Druckbleistifte mit Holzkorpus sind nicht allzu oft anzutreffen, und diese gehören für mich zu den schönsten, die aktuell erhältlich sind – es ist eine wahre Pracht, sie in der Hand zu halten und zu benutzen.

Auf diese kleine Kostbarkeit aufmerksam geworden bin ich durch „A Wooden P205″ bei Dave's Mechanical Pencils. Danke an David für diesen Hinweis!

Links:
Schreibgeräte von „Turn of the Century”
Besprechung des P205 bei Dave’s Mechanical Pencils
Druckbleistifte von „Turn of the Century” im Virtuellen Mäppchen
Druckbleistifte mit Holzkorpus im Virtuellen Mäppchen

Bürot

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Bürot


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