Archiv des Stichworts „Museum”

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Das Rätsel der Sphinx-Reißzwecke

Dienstag, 1. Dezember 2015

Zu den alltäglichen Dingen, die mich schon lange interessieren, gehört die Reißzwecke, und so helfe ich auch gerne bei der Suche nach dem Ursprung des Modells SPHINX, das meinem Leser Michael Ponstingl auf einem Foto aufgefallen ist.

Das Rätsel der Sphinx-Reißzwecke

Das Foto wurde zwischen 1890 und 1903 in Wien aufgenommen. Der Gedanke, dass diese Reißzwecke von der 1888 in Wien gegründeten Firma Heinrich Sachs (heute SAX, Teil von Brevillier Urban & Sachs GmbH & Co. KG) stammt, liegt nahe, doch das Unternehmen hat mir mitgeteilt, dass man die SPHINX-Reißzwecke nicht gefertigt hat.

Wer weiß mehr?

Früher …

Dienstag, 17. November 2015

… war nicht alles besser, aber der IKEA-Bleistift noch lackiert.

Früher …

Wann das war, weiß ich allerdings nicht, und auch IKEA kann keine Angaben manchen, da die Stifte laut Aussage des Unternehmens keine Artikelnummer haben und nicht im Wa­renwirtschaftssystem geführt werden.

PROMINENT 3502

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Mein Leser Martin Engewicht hat auf dem Flohmarkt alte Bleistifte entdeckt und mich ge­fragt, ob ich zu diesen etwas sagen kann. Da ich passen musste und ebenfalls mehr wissen möchte, wende ich mich an meine geschätzte Leserschaft.

PROMINENT 3502

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der goldfarbene, vom Ende zur Spitze laufende Prägedruck umfasst den Härtegrad „№ 2″, einen Stern, die Nummer 3502, den (übrigens grandiosen) Namen „PROMINENT” sowie den Zusatz „FEINER BLEISTIFT”; zwei in meinen Augen ungewöhnliche Schmuckelemente schließen den Namen ein.

PROMINENT 3502

Der Bleistift, den es in mindestens fünf Farben gab, ist von mittlerer Qualität. Der nicht immer gleichmäßige Lack ist sehr dünn, so dass das Holz manchmal an den Kanten durch­scheint, und der Prägedruck lässt sich mit dem Finger abreiben. Wie so oft kann ich das Holz nicht identifizieren: Die feine, gleichmäßige Maserung könnte für die Kalifornische Bleistiftzeder sprechen, nicht jedoch die Härte, bei der sich sogar der Kurbelspitzer CARL Decade DE-100 schwer tut. Die für № 2 vergleichsweise weiche Mine hat eine saubere Abgabe, schreibt recht ordentlich und schwärzt gut, ist aber nur mäßig radierbar.

Weiß jemand unter meinen Lesern, woher der PROMINENT 3502 kommt und wie alt er ist?

Danke an Martin Engewicht für die Bleistifte!

„The House That Faber Built”

Dienstag, 7. Juli 2015

Sean von Contrapuntalism berichtet von seinem Besuch bei Eberhard Faber. Großartig!

Minimalismus

Dienstag, 23. Juni 2015

Minimalismus

Minimalistisch: Eine nur 61 × 103 mm kleine und in meinen Augen grafisch sehr reizvolle Anzeige von A.W. Faber aus dem Jahr 1929.

„Glück auf”

Mittwoch, 3. Juni 2015

„Glück auf”

Die oberen sind Kopierstifte, die schwarz schreiben und violett kopieren, die mittleren („COMPAGNON”) blaue Farbstifte und die unteren Bleistifte; wie alt sie sind, weiß ich leider nicht. – Der Clip der unteren ist bemerkenswert, denn man kann ihn verschieben und so die geschlitzte Kappe klemmen.

Bleistifthölzer (2)

Mittwoch, 27. Mai 2015

Wer sich mit Bleistifthölzern beschäftigt, stößt recht bald auf das Buch „Fleta Minor. The Laws of Art and Nature, in Knowing, Judging, Assaying, Fining, Refining and Inlarging the Bodies of confin'd Metals” von Sir John Pettus, erstmals erschienen 1683 in London, denn dieses enthält die älteste bekannte Erwähnung der Zeder als Bleistiftholz.

Henry Petroski zitiert Pettus in seinem Buch „Der Bleistift” (1995):

Es gibt auch ein Mineral Blei, das wir Black Lead nennen, etwas Ähnliches wie Antimon, aber nicht so glänzend oder hart …; in letzter Zeit wird es in Holzkörper aus Kiefer oder Zeder auf sonderbare Art hineingeformt und dann als trockene Bleistifte verkauft, als etwas Nützlicheres als Feder und Tinte.

(Petroski nennt als Quelle zwar nur „ein Buch über Metallurgie”, doch diese Bezeichnung und die Jahreszahl 1683 sprechen für „Fleta Minor”, denn der zweite Teil von Pettus' Buch ist ein Lexikon der Metallurgie.)

Dr. Eduard Schwanhäußer führt in „Die Nürnberger Bleistiftindustrie und ihre Arbeiter in Vergangenheit und Gegenwart” (1895) ebenfalls „Fleta Minor” als die älteste ihm bekannte Quelle auf, in der das Zedernholz zum Zwecke der Bleistiftherstellung erwähnt wird; die Kiefer spricht er in diesem Zusammenhang allerdings nicht an.

Im englischen Original „The Pencil” (1989) von Petroski heißt es jedoch:

There is also mineral lead, which we call black lead, something like antimony, but not so shining or solid […]; and of late, it is curiously formed into cases of deal or cedar, and so solid as dry pencils, something more useful than pen and ink.

Hier der Abschnitt aus dem Buch von Pettus (Ausgabe von 1686):

Bleistifthölzer (2)

„Deal” heißt meines Wissens „Nadelholz”, wurde aber in „Der Bleistift” mit „Kiefer” über­setzt.

Petroski zitiert auch John Beckmann, der in seinem Buch „A History of Inventions and Dis­coveries” (Band 4, 3. Auflage 1817) das von Pettus genannte „deal” als „fir”, also Tanne, identifiziert. John Beckmann (eigentlich Johann Beckmann) war Professor der Ökonomie zu Göttingen, und „A History …” war eine Übersetzung seiner „Beyträge zur Geschichte der Erfindungen”, in deren Band 5 aus dem Jahr 1805 ebenfalls von Tanne die Rede ist.

So wird man weiter recherchieren müssen, um zu erfahren, ob man zu Pettus' Zeiten Tan­ne oder Kiefer (oder vielleicht beide) benutzt hat und welche Arten damals zum Einsatz kamen.

„The new 5700 D”

Freitag, 22. Mai 2015

„The new 5700 D”

(zum Vergrößern anklicken)

Als „[t]he finest pencil sharpener ever made for draftsmen” bewarb J.S. Staedtler Inc. aus Hackensack, New Jersey (USA), den damals neuen Kurbelspitzer 5700 D, dessen beson­deres Leistungsmerkmal darin bestand, die Mine auf einer Länge von gut 6 bis 19 mm frei­zulegen1. Damit wurden dann auch Spitzen wie die hier und da gezeigten möglich. – Die Vorderseite dieses Faltblatts, das aus einer Blechdose stammt und etwa 60 Jahre alt sein dürfte, machte Reklame für den Farbstift Mars Lumochrom, der mit einer gefährlichen Spit­ze auftrat.

Danke an Sola für dieses Faltblatt!

  1. Soweit ich weiß, gab es noch einen 5700 (also ohne „D”), der das nicht konnte und zudem nur drei statt sechs Backen in der Stifthalterung hatte. – Ein Kommentator bei pencilsanotherthings berichtet, dass der 5700 D außerdem den Minendurchmesser auf 1,5 mm verringert.

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