Museum

Merke Dir

Zu den vie­len nütz­li­chen Din­gen, die Faber-​Castell im Werbegeschenke-​Katalog des Jah­res 1967 bewarb, gehör­ten nicht nur Auto­schrei­ber und Taschen­mer­ker sowie ein tech­ni­sches Büro für unter­wegs, son­dern auch die­ser Schreib­block mit Bleistift.

Merke Dir

Die – so der Kata­log – „Merke Dir“-Blockgarnitur aus Kunst­stoff war 118 × 200 mm groß, in rot, beige und blau erhält­lich und mit einem Haft­strei­fen auf der Rück­seite ver­se­hen1. Der Notiz­block im For­mat DIN A6 hatte zwei­fach per­fo­rier­tes Papier, was ich als sehr prak­tisch empfinde.

Aus der Artikelbeschreibung:

Dau­ernd gibt es etwas zu notie­ren: im Büro, am Tele­fon, in der Küche. Doch gerade in drin­gen­den Fäl­len feh­len oft die not­wen­di­gen Schreib­un­ter­la­gen. In sol­chen „Schreib­nö­ten“ schaf­fen die belieb­ten Notiz­kom­bi­na­tio­nen von Faber-​Castell schnelle Abhilfe.

Ich habe ganz plötz­lich das Gefühl, dass unser Haus­halt ohne eine „Merke Dir“-Blockgarnitur an min­des­tens drei Orten nicht voll­stän­dig ist.

  1. Anstelle von „Merke Dir“ konnte auch eine Gold-, Farb- oder Blind­prä­gung auf­ge­bracht wer­den. – Eine Vari­ante die­ses Uten­sils gibt es unter „For the house­wife“ bei Blei­stift zu sehen.↩

STAEDTLER SHORTHAND 111

Vor knapp zwei Jah­ren habe ich den STAEDTLER STENO 111 gezeigt. Hier ist er wie­der, dies­mal mit sei­nem Gegen­stück aus eng­li­scher Produktion.

STAEDTLER SHORTHAND 111

Der STAEDTLER SHORTHAND 111 hat die glei­che Farb­ge­bung1 und die glei­che Arti­kel­num­mer, aber eine andere Kenn­zeich­nung2, bei der vor allem „JET BONDED“ auf­fällt. Soweit ich weiß, bezeich­nete dies den maschi­nel­len Leim­auf­trag mit Hilfe von Düsen3, der die manu­elle Ver­lei­mung abge­löst hat. Inter­es­sant ist auch die unge­wöhn­li­che Tiefe des Prä­ge­drucks (lei­der ist das im Foto nicht so gut zu erken­nen). – Er stammt aus dem Werk in Pon­ty­clun, Glamor­gan (Wales), das von 1966 bis 2008 exis­tierte, und wurde zwi­schen 1973 und 20014 hergestellt.

Danke an den anony­men Spen­der aus Schwe­den für den STAEDTLER SHORTHAND 111!

  1. Ja, sein Lack ist wirk­lich etwas dunk­ler, aber das könnte eine Char­gen­schwan­kung sein.↩
  2. Beide haben keine Blind­prä­gung.↩
  3. Zu die­sen passt die Gestal­tung von „JET“ natür­lich her­vor­ra­gend.↩
  4. Auch bei die­ser Datie­rung half der Mars­kopf.↩

Das technische Büro für unterwegs

Aus dem Werbegeschenke-​Katalog des Jah­res 1967 von Faber-​Castell, in dem auch Auto­schrei­ber und Taschen­mer­ker ange­bo­ten wur­den: Techniker-​Etuis für unterwegs.

Das technische Büro für unterwegs

Bewor­ben als „[k]leine ‚tech­ni­sche Büros im Etui‘ die man stän­dig mit sich füh­ren kann“, ent­hiel­ten sie je nach Aus­stat­tung unter­schied­li­che Schreib- und Zei­chen­ge­räte, Zube­hör und einen Schreib­block, aber immer einen Rechen­schie­ber. – Das Etui 30806 ist auch in die­sem Kom­men­tar zu sehen.

Etui Nr. 26/​13

Viel zu schön, um nicht gezeigt zu wer­den: Das Etui Nr. 26/​13 mit sechs Kunst­schie­fer­stif­ten und einem Grif­fel­hal­ter von A.W. Faber.

Etui Nr. 26/13

Die Typo­gra­fie (man beachte die Gestal­tung von „Nr.“) und die Illus­tra­tion finde ich ein­fach groß­ar­tig. – Das Alter die­ses Etuis schätze ich auf 70 Jahre.

Etui Nr. 26/13

Über die abwei­chende Farbe des einen Schie­fer­stifts kann ich nur spe­ku­lie­ren; viel­leicht war es eine Char­gen­schwan­kung oder er gehört zu einer ande­ren Sorte und kam spä­ter hinein.

Danke an Herrn Arnold für die­ses reiz­volle Etui!

Autoschreiber und Taschenmerker

Der Blick in den Werbegeschenke-​Katalog des Jah­res 1967 von Faber-​Castell erin­nert uns an längst ver­ges­sene Schreib­wa­ren – selbst deren Bezeich­nun­gen dürf­ten heute kaum noch jeman­dem etwas sagen.

Autoschreiber und Taschenmerker

Der Auto­schrei­ber, mit­tels rück­wär­ti­gem Haft­strei­fen in Reich­weite ange­bracht, bot dem Kraft­fah­rer die Mög­lich­keit einer schnel­len Notiz und dank des Taschen­mer­kers, im Anzug oder in der Damen­hand­ta­sche ver­staut, wurde nichts mehr vergessen.

Wie konn­ten bloß sol­che nütz­li­chen Dinge nebst ihren schö­nen Bezeich­nun­gen aus unse­rem All­tag verschwinden?

Danke an Herrn Arnold für die­sen Katalog!

J.S. STAEDTLER 1919 (14)

Im Kata­log von J.S. STAEDTLER aus dem Jahr 1919 wurde auch die Bleistift-​Spitzmaschine „Noris“ beworben.

J.S. STAEDTLER 1919 (14)

Die Dar­stel­lung der in zwei Vari­an­ten erhält­li­chen Maschine erweckt den Ein­druck, als sei sie für die Ewig­keit gebaut wor­den, und ich kann mir vor­stel­len, dass dem auch so war. Wie viel sie wohl gewo­gen hat? – Schön finde ich den Begriff „Büro­spitze“, der mir bis­her noch nicht unter­ge­kom­men ist.

Die Berech­nung der Ein­spa­rung durch den Ein­satz einer „Noris“-Spitzmaschine ist eher unter­halt­sam. So wer­den für das ein­ma­lige Spit­zen des Blei­stifts mit dem Mes­ser („ein­schließ­lich des danach unum­gäng­li­chen Hän­de­wa­schens“) groß­zü­gige 10 Minu­ten ange­setzt1, aber die Kos­ten für die Maschine und ihre War­tung ver­nach­läs­sigt. Und: Bekommt jeder Ange­stellte eine eigene Maschine oder steht eine für alle im Flur? Im zwei­ten Fall würde auch die Kom­mu­ni­ka­tion im Unter­neh­men angekurbelt.

  1. Der Hand­spit­zer war zu die­ser Zeit jedoch bereits gebräuch­lich, und auch in die­sem Kata­log wurde er ange­bo­ten.↩

Mitsubishi Hi-​uni Holder

In der letz­ten Zeit habe ich wie­der häu­fi­ger Fall­mi­nen­stifte benutzt, dar­un­ter einen älte­ren Faber-​Castell TK 9500 und den Hi-​uni Hol­der von Mitsubishi/​uni aus Japan. Letz­te­rer sei heute kurz vorgestellt.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Der Hi-​uni Hol­der stammt aus den spä­ten 1970er Jah­ren1 und wurde mit einem Bei­le­ger in einem Kunst­stof­f­etui angeboten.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Er fällt durch seine unge­wöhn­li­che Gestal­tung auf, wozu haupt­säch­lich die aus­ge­prägte Spitze und der eben­sol­che Drü­cker bei­tra­gen. Dadurch wirkt er auch sehr lang, obwohl er nur 3 mm län­ger ist als der STAEDTLER Mars tech­nico2.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Der hexa­go­nale Kunst­stoff­schaft, der an bei­den Enden rund zuläuft, hat einen Reli­ef­druck auf einer Flä­che, aber keine wei­te­ren Kenn­zeich­nun­gen3. – Das 20 mm lange und 7,6 mm dicke Griff­stück bie­tet mit sei­ner Rän­de­lung den Fin­gern siche­ren Halt.

Der Hi-​uni Hol­der macht einen robus­ten und hoch­wer­ti­gen Ein­druck. Das innere Rohr ist aus Metall und die drei­ge­teilte Spann­zange in die­ses ein­ge­schraubt, und es gibt weder unschöne Kan­ten noch klap­pernde Teile. Als ein­zige Schwach­stelle sehe ich den Umstand, dass das Vor­der­teil auf den Kunst­stoff­schaft, d. h. auf ein Gewinde auf Kunst­stoff geschraubt wurde und nicht auf ein in den Schaft ein­ge­gos­se­nes Metall­ge­winde. Bei nor­ma­lem Gebrauch sollte dies jedoch kein Pro­blem darstellen.

Mitsubishi Hi-uni Holder

Laut maschi­nel­ler Über­set­zung infor­miert der Bei­le­ger über den abnehm­ba­ren Clip, den nied­ri­gen Schwer­punkt4, die Här­te­grad­kenn­zeich­nun­gen, die Spann­zange und die Ersatzminen.

Den dama­li­gen Preis des Hi-​uni Hol­der kenne ich nicht, aber heute wird er oft für weit über 100 Euro ange­bo­ten, was ich für zu teuer halte. Mit etwas Glück und Geduld kann man jedoch ein gebrauch­tes Exem­plar5 ohne Bei­le­ger und Etui schon für 20 bis 40 Euro plus Ver­sand bekom­men (z. B. auf Mer­cari), und da lohnt der Kauf.

  1. Hier bin ich mir nicht ganz sicher; er könnte auch in den frü­hen 1980er Jah­ren auf den Markt gekom­men sein.↩
  2. Hi-​uni Hol­der: 155 mm; STAEDTLER Mars tech­nico: 152 mm; Faber-​Castell TK 4600: 146 mm. – Er ist jedoch mit 15,2 g schwe­rer (STAEDTLER Mars tech­nico: 12,9 g; Faber-​Castell TK 4600: 10,4 g; jeweils inklu­sive 130 mm lan­ger Mine).↩
  3. Es gab auch Vari­an­ten mit Här­te­grad­an­gabe (zehn Grade von 4H bis 4B) auf drei Flä­chen.↩
  4. Wie ich fest­stel­len konnte, ist er gar nicht so nied­rig, denn mit einer 130 mm lan­gen Mine, die 7 mm her­aus­schaut, liegt er etwa in der Mitte des Stifts.↩
  5. Es ist rat­sam, auf den Zustand der ver­chrom­ten Teile zu ach­ten. Kleine Kor­ro­si­ons­spu­ren las­sen sich pro­blem­los mit Metall­po­li­tur ent­fer­nen, doch grö­ßere sind irrepa­ra­bel.↩
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