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Zukunft gestern

An den modernen Geist mit einem Gespür für die Zukunft richtete sich diese Anzeige von Eberhard Faber mit Sitz in Wiles-Barre, Pennsylvania (USA) und Toronto (Kanada).

Zukunft gestern

Aufwändig, attraktiv und mit alliterierendem Aufmacher bewarb man 1958 den verbesser­ten „Microtomic” in holzgefasster und Minenform sowie die Verpackung des letzteren.

Zukunft gestern

Der für den Produktnamen gewählte und mir unbekannte Font ist sehr schwungvoll. Mich würde nicht wundern, wenn man die Zeichen des Schriftzugs individuell gestaltet, aber kein komplettes Alphabet angelegt hätte.

Zukunft gestern

Kaum etwas hat man ausgelassen: Raketen, Monde, Sterne und inmitten des Sonnensys­tems die Bahnen einiger Elektronen (?), die um die beiden Ausführungen des „Microtomic” kreisen. – Gut möglich, dass die Stimmung in den ins All strebenden USA die Motivwahl beeinflusst hat, denn im Jahr vor dieser Anzeige schickte die Sowjetunion den Satellit „Sputnik 1″ in die Erdumlaufbahn und löste damit den „Space Race” aus.

Zukunft gestern

Zukunft gestern

Der Text steht den Illustrationen in nichts nach …

Zukunft gestern

… und so glaubt man bei der Beschreibung des Minenbehälters, nein, des „One Hand Flip-Top Microtomic Lead Insertor”, ein High-Tech-Produkt vor sich zu haben.

Zukunft gestern

Zukunft gestern

Hier hat in meinen Augen nicht nur die Produktentwicklung Qualität gezeigt, sondern auch die Werbeabteilung.

Zukunft gestern

Wie wird man wohl in 50 Jahren auf die Anzeigen von heute schauen?

Stichwörter: Eberhard Faber, Museum, Reklame

6 Kommentare zu „Zukunft gestern”

  1. Henrik

    Hmm! Vielleicht würde Eberhardt Faber ihn gern den Namen: „Atomic Bleistift“ gegeben?
    Immerhin waren die 50’er Jahren die Atomzeitalter und Microtomic klingelt etwas Ähnliches, nur in kleinerem Maßstab.

    Hoffentlich werden die Menschen von der Zukunft an unserer Zeit mit dem gleichen Interesse, Neugier und Humor sehen, wie uns wenn wir den fünfziger Jahren beobachten. :-)

    mvG.
    Henrik

  2. Lexikaliker

    „Atomic” wäre bestimmt auch beeindruckend gewesen, doch ich fürchte, dass die negative Konnotation Probleme bereitet hätte – immerhin herrschte der kalte Krieg, und die Gefahr durch die Atombombe war den Menschen bewusst.

    Ein interessanter Gedanke, der Rückblick auf die Anzeigen von heute im Jahr 2061! Vielleicht staunt man im Rückblick allein schon deshalb, weil die Anzeigen auf Papier gedruckt wurden … ;-)

  3. Sascha

    Ich musste beim betrachten der Werbung sofort an Perry Rhodan denken, unerklärlich denn den gab es ja erst ab 1961. ;-)

  4. boomerang

    Von „The Future of Writing.” zu
    „The Future of Sharping.”

    OT:
    Wiedermal ein Fundstück, bei dem ich an Sie denken musste:
    www.freshdads.com/magaz.....nenaufsatz

  5. Lexikaliker

    Sascha: Das aus heutiger Sicht „Retro-Futuristische” haben die Perry-Rhodan-Cover und diese Anzeige gemein; insofern ist Dein Gedanke gar nicht so unerklärlich.

    boomerang: Das ist ein bemerkenswerter und vor allem gefräßiger Spitzer! Der Hersteller tut gut daran, gleich 15 Bleistifte mitzuliefern.

  6. Concerning Microtomics | Blackwing Pages

    […] mid- to late-1950s and early 1960s, the name “Van Dyke” disappeared, giving way to the Microtomic pencil, including lead […]

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Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.


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