Archiv des Stichworts „Viking”

Viking Valgblyant

Freitag, 15. Januar 2016

Seit gut einem halben Jahr auf dem dänischen Markt: Der Valgblyant (Wahlbleistift) von Viking, der hauptsächlich für das Ausfüllen von Stimmzetteln gedacht ist.

Viking Valgblyant

Der in enger Zusammenarbeit mit der dänischen Regierung entstandene Bleistift1 ist knapp 18 cm lang, 10 mm dick2 und aus Zeder gefertigt. Seine Gestaltung finde ich sehr gelun­gen, auch wegen der wohltuend knappen Kennzeichnung auf zwei gegenüberliegenden Seiten.

Viking Valgblyant

Hier mit dem Viking Skoleblyant 029

Die Mine des Valgblyant hat einen Durchmesser von 5 mm (!); ihre subjektive Härte ent­spricht etwa der des STAEDTLER Mars Lumograph 3B. Sie schwärzt sehr gut, ist für die Härte bemerkenswert wischfest und lässt sich außerordentlich gut radieren3. – Das Loch für die optionale, 1 Meter lange Hanfschnur wurde übrigens von beiden Seiten gebohrt, um ein Abplatzen des Lacks beim Austreten des Bohrers zu vermeiden.

Viking Valgblyant

Die Material- und Verarbeitungsqualität halte ich für sehr gut – selbst beim genauen Blick konnte ich keine Mängel entdecken. – Der Viking Valgblyant kostet ohne Schnur 24 DKK (gut 3,20 Euro) pro Stück.

Vielen Dank an Jens M. Thomsen von Creas für das Muster!

  1. Ebenso wie in Deutschland sind in Dänemark auch Bleistifte, die nicht dokumentenecht sein müssen, zum Ausfüllen des Stimmzettels zugelassen.
  2. Schlüsselweite 9,2 mm.
  3. Getestet mit dem Pentel Ain Hi-Polymer Soft.

Bleistifthölzer

Samstag, 9. Mai 2015

Wenn im Zusammenhang mit Bleistiften von Zeder gesprochen wird, so ist damit meist die Kalifornische Bleistiftzeder (auch Weihrauch-Zeder, Calocedrus decurrens, engl. incense cedar) gemeint, die vor etwa 100 Jahren die Virginische Bleistiftzeder (Juniperus virginiana, engl. red cedar) abgelöst hat. Die Kalifornische Bleistiftzeder muss imprägniert werden, um die gewünschten Eigenschaften zu erhalten, und wird dabei auch manchmal rot gefärbt, damit sie der Virginischen Bleistiftzeder ähnlich sieht. Als Ersatz kamen und kommen jedoch immer wieder andere Hölzer zum Einsatz; hier die meines Wissens zurzeit am häufigsten genutzten.

Bleistifthölzer

(zum Vergrößern anklicken)

Im Bild:

Erhard Sattmann nennt in „Vom Faustkeil zum Bleistift” (1953) zudem Espe, Pappel, Ahorn sowie Föhre, und Henry Petroski erwähnt in „Der Bleistift” (1995) die brasilianische Pinie, die dort von Faber-Castell angebaut wird. Auch Erle hat man früher eingesetzt, doch die ist sehr hart und lässt sich nur schwer spitzen.

Einen Blick auf die Geschichte der Zeder als Bleistiftholz gibt es im zweiten Teil, und „Von der Linde zum Bleistift” berichtet von einem Projekt um die Linde als Bleistiftholz.

Viking Skoleblyant 029

Donnerstag, 7. Mai 2015

Die Geschichte der dänischen Marke „Viking” beginnt 1910, als sich Folmer Preisler, der Geschäftsführer der 1876 gegründeten Streichholzfabrik H.E. Gosch & Co. in Kopenhagen, entschließt, Bleistifte herzustellen. Obwohl man in Dänemark noch keine Erfahrung in der Bleistiftfertigung, dafür aber große Konkurrenz aus Deutschland hat, ist er sehr motiviert – er will Arbeitsplätze schaffen und den Import von Dingen des täglichen Bedarfs verringern, besonders angesichts der angespannten Lage in Europa. Er lässt sich im März 1913 die Mar­ke „Viking” eintragen und bringt im Januar 1914 den ersten Viking-Bleistift auf den Markt1; 1919 bekommt die Bleistiftherstellung einen eigenen Bau in Kopenhagen. Die Anfänge sind schwierig, und so macht er mit Viking erstmals 1923 Gewinn; im selben Jahr entsteht eine neue Produktionsstätte in Malmö. Als Folmer Preisler 1945 in den Ruhestand geht, über­nimmt sein Sohn Jean Aage Preisler die Geschäfte. Er führt Viking in den 50er und 60er Jahren zu großem Erfolg.

Streichhölzer

Nach gravierenden Änderungen auf dem Streichholzmarkt verkauft Gosch & Co. 1972 die Streichholzfertigung an den Konkurrenten Svenska Tändsticks (heute Swedish Match) und schließt das Kopenhagener Werk. Die Bleistiftfertigung bleibt davon nicht unberührt, und so verlagert man sie in das Ausland; die Marke „Viking” und der Vertrieb gehen zunächst an Starmark und später an die US-amerikanische Esselte-Gruppe. Das Kopenhagener Unter­nehmen Creas (vormals Tegnecenter), das bereits einige Jahre mit Esselte zusammen­gearbeitet hat, übernimmt Ende 2010 das Viking-Sortiment und die Namensrechte, wo­durch die Marke nach vielen Jahren wieder zurück nach Dänemark kommt. Im Jahr darauf beginnt Creas2 mit der Neugestaltung und Erweiterung des Viking-Sortiments, zu dem auch der gelbe Skoleblyant 029, ein Klassiker aus der Anfangszeit, gehört3.

Viking Skoleblyant 029

Dutzendpackung von Esselte (2009, links) und Creas (rechts)

Die Neugestaltung hat dem Bleistift meiner Ansicht nach sehr gut getan, denn in der matt­schwarzen Verpackung mit silberfarbenem Reliefdruck und mit schwarzem Prägedruck, ge­schmackvoller Typografie4 sowie farblich passendem Lackkäppchen sieht der in einem et­was dunkleren Gelb gehaltene neue Skoleblyant (Schulbleistift)5 richtig gut aus6.

Viking Skoleblyant 029

Variante von Esselte (oben) und Creas (Mitte und unten)

Die Faltschachtel trägt am unteren Ende ein Etikett mit Artikelbezeichnung, Menge, Härte­grad, GTIN und Strichcode (da der Stift nicht einzeln verkauft wird, hat er glücklicherweise keinen). Auf der Rückseite der Faltschachtel heißt es:

Danish design culture since 1914.
At VIKING we believe in good design and exceptional quality. We promise to support local industry and manufacture as responsibly as possible. Learn more at Viking1914.com.
Thank you for supporting us.
(Unterschrift)
Jens Myren Thomsen
Owner of VIKING

Mir gefällt, dass Creas auch auf die Gestaltung großen Wert legt.

Viking Skoleblyant 029

Variante von Esselte (links) und Creas (rechts)

Der in Europa hergestellte7 und nur in HB erhältliche Bleistift hat die Standardlänge von 17,5 cm, einen Durchmesser von 7,5 mm und eine 2,3 mm dicke Mine. Die Qualität von Material und Verarbeitung empfinde ich trotz der bei genauem Hinschauen erkennbaren kleinen Unregelmäßigkeiten im Lack einiger Exemplare noch als sehr gut. Der Prägedruck und das Lackkäppchen sind sauber aufgebracht. – Es sieht so aus, als habe der neue Sko­leblyant im Gegensatz zum alten eine weiße Grundierung.

Viking Skoleblyant 029

Variante von Esselte (links) und Creas (rechts)

Der Bleistift lässt sich im Hand- und im Kurbelspitzer sehr gut spitzen, ja sogar im pingeligen Faber-Castell Janus 4048, was auch für eine sehr gute Verleimung von Holz (vermutlich Weihrauch-Zeder, Calocedrus decurrens) und Mine spricht.

Viking Skoleblyant 029

Es macht mir Freude, diesen Bleistift zu benutzen. Seine bemerkenswert bruchstabile Mine, deren subjektiver Härtegrad zwischen HB und B des STAEDTLER Mars Lumograph liegt, gleitet leicht über das Papier, hat eine saubere, recht sparsame Abgabe und schwärzt gut. Auch ihre Radierbarkeit ist sehr gut8, und so muss der Skoleblyant den Vergleich mit Blei­stiften großer Hersteller nicht scheuen.

Viking Skoleblyant 029

Spitzen: Ab Werk, CARL Angel-59 und Faber-Castell Janus 4048

Der Viking Skoleblyant 029 kostet ohne Mehrwertsteuer umgerechnet etwa 5,25 Euro pro Dutzend, d. h. 0,44 Euro-Cent pro Bleistift, und kann auf der Website von Creas bestellt werden.

Vielen Dank an Jens M. Thomsen von Creas für die Muster!

  1. Einige alte Viking-Bleistifte gibt es bei Brand Name Pencils zu sehen.
  2. Neben den eigenen Viking-Artikeln vertreibt Creas Produkte vieler bekannter Hersteller, darunter auch Handspitzer von Möbius+Ruppert.
  3. Quellen: Historien om Blyantfabriken Viking – fra tændstikker til blyanter bei Creas, H.E. Gosch & Co. im Danish Match Museum und H.E. Gosch & Co. in der dänischen Wikipedia.
  4. Bei der Schriftart könnte es sich um die Safety Text von Playtype handeln.
  5. Warum steht auf dem Bleistift „Skoleblyanten” und nicht „Skoleblyant”? „Skoleblyanten” heißt „Der Schulbleistift”. Während man im Deutschen den bestimmten Artikel dem Substantiv voran­stellt, wird er im Dänischen an das Substantiv angehängt, vorausgesetzt, es steht allein. Der dazu benutzte Artikel entspricht dem unbestimmten, den es im Singular als „en” für das Utrum und als „et” für das Neutrum gibt; im Plural wird nur „ne” verwendet. Vermutlich will man damit betonen, dass dieser Bleistift nicht irgendein, sondern der Schulbleistift ist.
  6. Den alten Skoleblyant 029 gibt es hier ausführlicher zu sehen, zusammen mit dem Skjoldungen 400, den Creas ebenfalls übernommen und neu gestaltet hat (siehe dazu auch „Viking Skjold­ungen 400″ bei pencil.land).
  7. Quelle: Viking – dansk design kultur siden 1914 bei Creas.
  8. Getestet mit Viking Element 10, STAEDTLER Mars plastic und Hinodewashi Matomaru-kun.
  9. Genauer: CARL Angel-5 Royal mit dem Fräser des einfachen CARL Angel-5.

Die Wikinger kommen!

Mittwoch, 15. Juli 2009

Mit einigen Dingen aus seiner Heimat überraschte mich kürzlich Henrik aus Dänemark; auch dabei die Bleistifte „Skoleblyant 029″ und „Skjoldungen 400″ von Viking.

Die Wikinger kommen!

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Viking, von 1914 bis 1972 dänischer Hersteller und Inbegriff des dänischen Bleistifts, ge­hört inzwischen zur Esselte-Gruppe. Da die dortigen Werke geschlossen wurden, gehe ich davon aus, dass diese Bleistifte außerhalb Dänemarks produziert werden; die sehr ausführ­lich, aber nur in Dänisch beschrifteten Faltkartons machen dazu keine Angaben. – Wie die Tabelle auf der Rückseite des Kartons informiert, gibt es mit dem „Gorm” und dem „Rollo 1000″ zwei weitere Bleistifte von Viking; letzterer bietet mit 10 Härtegraden die größte Auswahl.

Die Wikinger kommen!

Viking Skoleblyant 029

Die Kennzeichnung der Bleistifte ist knapp und umfasst den Namen des Herstellers, dessen Sinnbild, die Modellbezeichnung und den Härtegrad; der wohl nach einem Ort in Grönland benannte „Skjoldungen” trägt zusätzlich diesen Namen. Ein Strichcode oder ähnliches fehlt.

Die Wikinger kommen!

Viking Skjoldungen 400

Ungewöhnlich sind die unterschiedlichen Schriftarten nicht nur für den Härtegrad beim „Skjoldungen”, sondern auch die für den Namenszug des Herstellers im Vergleich der Stifte untereinander; zudem weichen die Wikingerschiffe in ihrer Gestaltung deutlich voneinander ab. Man könnte meinen, zwischen beiden habe eine Änderung des Designs stattgefunden.

Die Wikinger kommen!

Wirken beide Stifte zunächst einfach ausgeführt, so zeigt doch der nähere Blick ein paar nicht alltägliche Details. Die Farbe des Folieprägedrucks wurde an die des Lacks angepasst, denn beim pastellgelben „Skoleblyant” („Schulbleistift”) ist er gold- und beim dunkelroten „Skjoldungen” silberfarben. Letzterer hat zudem eine sehr kurze, schwarze Tauchkappe, während das Ende des „Skoleblyant” werkseitig konisch gestutzt ist.

Die Wikinger kommen!

Das Holz der beiden Stifte lässt sich gut spitzen, sowohl im Hand- als auch im Kurbelspitzer (rechts in den Bildern das Ergebnis des DE-100). Um welche Holzart es sich handelt, kann ich nicht sagen, doch angesichts der Maserung und des Geruchs schließe ich Zeder aus.

Die Wikinger kommen!

Die Minen sind vielleicht etwas rauh und nicht ganz so bruchstabil (ohne dabei empfindlich zu sein), haben aber eine gute, saubere Abgabe, und so sind der „Skoleblyant 029″ als auch der geringfügig weichere „Skjoldungen 400″ gute Alltags-Bleistifte.

Die Wikinger kommen!

Vielen Dank an Henrik für diese Bleistifte!


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