Archiv des Stichworts „Zeichen”

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Papier

Donnerstag, 9. August 2012

Papier

Fassadenbeschriftung in Rheinsberg

217 Bleistifte

Montag, 6. August 2012

Ein Font aus 217 Bleistiften: Pendini. – Danke an Max und Carsten für den Hinweis!

Zeichen der Zeit

Sonntag, 5. August 2012

Einige der Ausflüge unseres Urlaubs in Brandenburg führten uns nach Rheinsberg, wo mir bereits bei der Durchfahrt ein altes Haus aufgefallen war.

Zeichen der Zeit

Die Reste der Beschriftung lassen vermuten, dass es sich hier um ein ehemaliges Ladenlokal handelt.

Zeichen der Zeit

Das für mich interessanteste Detail dieses Hauses ist jedoch das Schild über dem Eingang.

Zeichen der Zeit

Zeichen der Zeit

Zeichen der Zeit

Ich habe es bei einem späteren Besuch noch einmal fotografiert und die Einzelbilder zu­sammengesetzt:

Zeichen der Zeit

Als Urlaubs-Bonbon und zur genauen Betrachtung gibt es dieses Bild in einer höheren Auf­lösung hier zum Download.

Tolle Typen

Mittwoch, 18. Juli 2012

Durch Raum und Zeit und über den elektrischen Flohmarkt in meine Schreibstube: Vier höl­zerne Ligaturen.

Tolle Typen

Ihrer ursprünglichen Funktion und Umgebung beraubt dekorieren diese Drucklettern nun den Schreibtisch. – Alter und Herkunft kenne ich jedoch nicht, und auch die Schriftart konnte ich noch nicht identifizieren.

Nachtrag vom 6.1.18: Bei der Schriftart handelt es sich wohl um die Futura Medium.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Sonntag, 24. Juni 2012

Ich mag kleine Nachschlagewerke, besonders dann, wenn sie alt sind und „Kleines a-b-c …” heißen. Heute daher ein Blick auf und in Hermann Palmers „Kleines a-b-c der Druckerei” aus dem Thebal-Verlag in Stuttgart. – Bilder zum Vergrößern anklicken.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Augenpulver, Bezeichnung für besonders kleine, enggesetzte u. deshalb schwer lesbare Schriftarten.

Charakterzeile ist die Zeile einer Besuchs- (Visiten-) Karte, die Beruf, Stellung od. Rang angibt. Wortkürzungen sollen bei ihr tunlichst vermieden werden.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Eierkuchen, scherzhafte Bezeichnung für einen in- oder durcheinander­geschobenen Satz.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Englische Höhe der Lettern beträgt 62,03 Punkte gegen 62⅔ der deutschen Normalhöhe.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Faktor (lat. Faktor = der Besorgende) nennt man den technischen Leiter einer Druckerei und in Großbetrieben die Vorsteher der einzelnen Zweige im Buch­gewerbe, z. B. Setzerei, Buchdruckerei, Buchbinderei, gleichsam Meister, der auch im allgemeinen die Meisterprüfung abgelegt haben muß.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Hering, beim Buchdrucker die Bezeichnung für Verweis, Rüge, Rüffel.

Kustos, die am Schluß einer rechten Seite meist allein auf dem Ende einer Zeile stehenden Anfangssilben oder Wörter der nächstfolgenden Seite, die den Leser hinüberleiten sollten. Heute nicht mehr üblich.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Landkartenpapier, zum Druck von Landkarten aus besten Faserstoffen her­gestelltes, gut geleimtes Spezialpapier, an das besondere Anforderungen in Bezug auf Dehnbarkeit gestellt werden, da es sich beim Übereinanderdrucken verschiedener Farben, das meist im Steindruck unter starkem Feuchten erfolgt, nicht verziehen darf.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Lay-out, eine aus dem Amerikanischen übernommene Bezeichnung für eine → Anordnungsskizze für einen Druckauftrag.

Lexikon, ein früher übliches Papierformat von 50×65 cm Seitenlänge. Heute ersetzt durch DIN → Papierformate.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Melotypie, Bezeichnung für die satztechnische Herstellung von Musiknoten.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Pachulke, Bezeichnung für den Setzer, der nicht vollständige Satzarbeit liefert, sondern nur Teilsatz herstellt.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Signatur. 1. eine runde oder eckige Einkerbung an der Vorderseite jeder Drucktype. Sie dient zur leichteren Unterscheidung von ähnlichen Schriften gleichen Kegels und ermöglicht dem Setzer, die Typen durch bloßes Abfühlen mit dem Finger in die richtige Stellung im Winkelhaken zu bringen. 2. Signatur des Druckbogens → Norm.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Speck, scherzhafte, aber oft gebräuchliche Bezeichnung für irgendeinen Vorteil (Specksatz, Speckzeile, Speckschiebung für günstiges Manuskript usw.).

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Zeug nennt der Setzer alle Buchstaben, die am Schriftbild oder sonst beschä­digt und zum Druck nicht mehr geeignet sind. Sie werden in der Zeugkiste gesammelt und später eingeschmolzen.

Von Abbreviatur bis Zwischenschlag

Heinrich Palmer: Kleines a-b-c der Druckerei. Mit vier Farbtafeln, Leineneinband. Theba-Ver­lag, Stuttgart, 2. erweiterte Auflage, ohne Jahresangabe (vermutl. 1950er Jahre). 11 × 15 cm, 120 Seiten. – Der Bleistift im ersten Bild ist ein A.W. Faber Goldfaber 1221 HB; die Bleilettern halten das Büchlein offen.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Freitag, 22. Juni 2012

Ich schaue gerne ganz genau hin und heute auf den Titel des Katalogs von J.S. Staedtler aus dem Jahr 1919, der hier schon mehrmals im Mittelpunkt stand. Diesmal geht es jedoch nicht um die Produkte, sondern um die Gestaltung.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Gesetzt wurden diese Seite und große Teile des Katalogs in der Behrens Antiqua, die der Künstler Peter Behrens um 1902 entworfen hat und laut MyFonts bei der Gießerei Rudhard in Offenbach erhältlich war. (Als Anbieter einer digitalen Variante wird Solotype genannt, aber dieser fehlen u. a. die Textziffern und die Ligaturen; zudem ist sie vergleichsweise kantig.)

Die Behrens Antiqua und ihre Verwendung in diesem Katalog gefallen mir außerordentlich gut. Hier zum Beispiel hat man zur besseren Lesbarkeit statt des versalen I ein J genom­men.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Einige Versalien haben Unterlängen.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Textziffern tragen zur Attraktivität bei.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Gut möglich, dass die Jugendstil-Ornamente auch von Peter Behrens stammen.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Die Blattmitte ziert eine Abbildung des bis Ende 1988 genutzten Staedtler-Werkes in der Nürnberger Innenstadt. Ein Großteil wurde abgerissen, doch im ehemaligen Verwaltungs­gebäude befindet sich heute das Finanzamt.

J.S. Staedtler 1919 (8)

J.S. Staedtler 1919 (8)

Ungewöhnlich sind auch die Anführungszeichen und der Bindestrich.

J.S. Staedtler 1919 (8)

J.S. Staedtler 1919 (8)

Die Form des G finde ich besonders bemerkenswert.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Schön: Die fi-Ligatur.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Das Genetiv-s war damals noch nicht verpönt. – Die Jahreszahl 1662 hat bereits zu einigen rechtlichen Streitereien geführt, doch an der ersten urkundlichen Erwähnung des Friedrich Staedtler, einem Vorfahren Johann Sebastian Staedtlers, ist nicht zu rütteln. – Hier zu se­hen: Eine ch-Ligatur.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Unter dem 1900 angemeldeten Markennamen „Mars” liefen die Spitzenprodukte des Sor­timents.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Das kleine g hat es ebenfalls in sich.

J.S. Staedtler 1919 (8)

Eine ft-Ligatur gab es offenbar nicht.

J.S. Staedtler 1919 (8)

J.S. Staedtler 1919 (8)

Der kleine Mond, diesmal recht detailliert und gar nicht so klein, ist selbstverständlich mit von der Partie.

J.S. Staedtler 1919 (8)

 Spitzenschoner | J.S. Staedtler 1919 | Techniker-Etuis „Famulus” 

Spitz und weg

Donnerstag, 17. Mai 2012

Jeden Tag laufe ich unzählige Male an diesem Schild vorbei:

Spitz und weg

Auf einmal fiel mir das ein:

Spitz und weg

Und dann das:

Spitz und weg

Das war's.

Römisch Linkskursiv (2)

Samstag, 12. Mai 2012

Manche Dinge lassen mir keine Ruhe, so auch die Frage nach der Herkunft der auf topo­grafischen Karten – und nur dort – verwendeten Schrift „Römisch Linkskursiv”1.

Römisch Linkskursiv (2)

Ausschnitt der topografischen Karte für Groß-Gerau
(© Hessisches Landesvermessungsamt 1997)

Die dieser Schrift eigene Ästhetik hat es mir angetan2. Schon einmal habe ich etwas über sie geschrieben; in der Zwischenzeit hatte ich das Glück, mehr zu erfahren.

Römisch Linkskursiv (2)

Ausschnitt der topografischen Karte für Groß-Gerau
(© Hessisches Landesvermessungsamt 1997)

Die linksgeneigten Buchstaben stammen nicht immer aus typografischen Satzschriften, son­dern wurden besonders bei alten Karten nur für diese graviert, gezeichnet oder geschrie­ben. Die typografische Erstellung der Kartenbeschriftung wurde erst mit dem Fotosatz rentabel möglich; dass es die „Römisch Linkskursiv” bereits zu Zeiten des Bleisatzes gab, darf bezweifelt werden. – Den Prototypen eines Fotosatzapparates entwickelte Ing. Hugo Heine in den 1950er Jahren beim Braunschweiger Westermann-Verlag. Dieser Prototyp wurde später von der H. Berthold AG zur Diatyp weiterentwickelt und 1958 auf der DRU­PA vorgestellt. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist ein Kommentar von Stephen Coles bei Typophile, in dem er Erik Spiekermann zitiert:

These used to be the fonts cartographers used. Left-leaning italic for rivers, etc. They used to be engraved, thus the look. Berthold used to credit them with the administration responsible for the standard, i.e. Bayerisches Landes­vermessungsamt (Bavarian Office for Land Registry or something — the state cartography office). They're really cool and i've been meaning to use them for years. I set maps with that stuff on a Diatype, back in the 60s (i know, i know…)

Römisch Linkskursiv (2)

Ausschnitt der Legende zur topografischen Karte für Bad Karlshafen
(© Niedersächsisches Landesvermessungsamt 1987)

Offenbar gab es nicht nur eine linkskursive Kartenschrift, sondern verschiedene, je nach Bundesland und zuständigem Amt. Wer diese nie frei erhältlichen Schriften gestaltet hat, ist nicht überliefert (Linotype nennt daher lediglich „German Cartographic Design”). In die digitale Zeit geschafft haben es nur zwei Schriften mit generischem Namen, nämlich „Rö­misch” und „Kursivschrift”; von beiden gibt es auch einen linksgeneigten Schnitt.

Römisch Linkskursiv (2)

Römisch Rückwärts Liegend (Linotype)

Römisch Linkskursiv (2)

Kursivschrift Rückwärts Liegend (Linotype)

Wer sich einige Originale anschauen möchte, wird im Musterblatt für die Topografische Karte 1:25000 fündig. Dieses zeigt auf Seite 58 alle Varianten der linkskursiven Schrift und macht Angaben zu ihrer Verwendung.

Römisch Linkskursiv (2)

Schriftmuster für Gewässernamen (Ausschnitt des Musterblatts für die Topografische Karte 1:25000; Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, 3. Auflage 1993)

Spannend wäre ein Besuch der Bibliothek des Georg-Eckert-Instituts in Braunschweig, wo unzählige alte Karten einsehbar sind. – Vielen Dank an Indra Kupferschmid, Florian Hardwig und Jürgen Siebert für die interessanten und hilfreichen Details!

Nachtrag vom 21.9.12: Weiter geht's unter „Römisch Linkskursiv (3)”.

  1. Ich weiß nicht mehr, woher ich diesen Namen habe. Auch wenn jetzt ein anderer vielleicht besser passen würde, so behalte ich ihn wegen der Konsistenz bei.
  2. Nicht nur die Ästhetik dieser Schrift, sondern auch die der topografischen Karten allgemein finde ich sehr reizvoll. Schade, dass deren Gestaltung nach und nach geändert wird und un­zählige schöne Details der Vereinfachung zum Opfen fallen.

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