Monatsarchiv für September 2013

Sparbeitrag

Montag, 30. September 2013

Der als sparsam angepriesene Haack-Sparstift aus den 1930er Jahren war hier schon zwei­mal dran: Erst ging es um die ganz und gar nicht sparsame Reklame des Herstellers und dann um ein Faltblatt, mit dem sich die Holzbleistift-Hersteller gegen die Behauptungen von Haack zur Wehr setzten (und dabei nicht mit Humor sparten). In beiden Fällen musste ich meinen Lesern aber das Foto eines Sparstifts ersparen, da ich keinen hatte.

Sparbeitrag

Mein Kollege H. war jedoch so freundlich, mir zwei Exemplare des Sparstifts1 nebst Minen zum Fotografieren zu überlassen. Danke! – Dass er mir die Stücke nicht verkaufen möchte, finde ich gut, denn so kann ich sparen.

  1. Stimmt, einer davon ist kein Spar-, sondern ein Stenogrammstift und die Minen passen weder zum einen noch zum anderen, doch ich erspare mir jetzt, auf diese Details einzugehen.

Caran d'Ache 348

Sonntag, 29. September 2013

Neu von Caran d'Ache1: Der Bleistift 348 mit einem Schaft aus Schweizer Buchenholz.

Caran d'Ache 348

Der Caran d'Ache 348 beeindruckt schon beim Anfassen, denn mit seinem Durchmesser von etwa 8,4 mm (Schlüsselweite 7,6 mm) ist er spürbar dicker als ein Standardbleistift und mit 6,4 Gramm fast doppelt so schwer wie dieser. Die Gestaltung halte ich für sehr gelungen, denn der weiße Prägedruck macht sich auf dem dunklen, klarlackierten Schaft sehr gut, ebenso die rote Tauchkappe.

Caran d'Ache 348

Weniger schön sind der Strichcode und die GTIN, doch um das Anbringen dieser Daten kommt heute wohl kein international tätiger Hersteller mehr herum. (Kleine Anmerkung am Rande: Einige frühere Bleistifte von Caran d'Ache trugen diese Kennzeichnung nicht auf dem Schaft, sondern auf einem kurzen Stück Schrumpffolie. Dachte ich bisher, dass man diese Variante aus ästhetischen Gründen gewählt hatte, so wurde ich kürzlich eines Bes­seren belehrt – die Folie war nur eine Notlösung, da es damals nicht gelang, den Code in zuverlässig lesbarer Form aufzubringen.) Neben dem Strichcode findet sich eine fünfstellige Blindprägung.

Caran d'Ache 348

Abgesehen von der Druckqualität des Strichcodes ist die Verarbeitung hervorragend. Die Oberfläche ist glatt und makellos und die Tauchkappe auch an den Kanten gut deckend (vermutlich hat man zweimal getaucht, um das Ausdünnen der Farbe an den Kanten aus­zugleichen). Das Kreuz ist mittig, gleichmäßig gefüllt und mit sauberen Konturen, und wenn man genau hinschaut, sieht man eine weitere Schicht Klarlack, die Kappe und Kreuz über­zieht und einen halben Millimeter auf den Schaft reicht.

Caran d'Ache 348

Das sehr schön gemaserte Holz gibt mir Rätsel auf. Die Färbung lässt mich eine Imprägnie­rung vermuten, die möglicherweise auch der Schnittigkeit zugutekommt, und das intensive Aroma des Bleistifts überrascht – es erinnert an Maggi-Würze. (Ja, ich rieche tatsächlich an Bleistiften und finde interessant, was es dabei zu entdecken gibt.)

Caran d'Ache 348

Die 2,3 mm (!) starke Mine, deren Härtegrad ich als etwas weicher empfinde als den des STAEDTLER Mars Lumograph HB, sitzt mittig2 und gut verleimt im Holz. Sie ist sehr bruch­stabil, gleitet angenehm leicht über das Papier und hat eine sparsame und außerordentlich saubere Abgabe. Schwärzung und Wischfestigkeit lassen keine Wünsche offen, und auch die Radierbarkeit ist perfekt – ein guter Radierer3 entfernt den Abstrich nahezu rückstands­frei.

Caran d'Ache 348

Hinten ein handgefertigtes Etui für den Janus 4048.

Im Kurbelspitzer Carl Decade DE-100 macht der 348 eine gute Figur, ja sogar im Faber-Castell Janus 40484. Es fällt jedoch auf, dass Fräser und Messer etwas mehr zu tun haben. Beim genauen Blick kann man glatte, glänzende Stellen im Holz erkennen; ich nehme an, dass das Holz dort dichter ist (Jahresringe?) und sich daher schwerer spitzen lässt.

Caran d'Ache 348

Die Schäden am Klarlack stammen vom Janus 4048, dessen Einlass nicht für Stifte mit diesem Durchmesser ausgelegt ist. – Denkt bei diesen Farben noch jemand außer mir an Schokolade?

Bis jetzt weiß ich nicht, ob es weitere Varianten dieses Bleistifts gibt oder er vielleicht sogar zu einem Set gehört; auch kenne ich den Preis noch nicht. Gut möglich, dass er den glei­chen Ursprung hat wie die Crayons de la Maison Caran d'Ache (von denen es inzwischen übrigens das zweite Set gibt).

Fazit: Der Caran d'Ache 348 ist ein außergewöhnlicher Bleistift und sehr empfehlenswert.

Vielen Dank an Heiko für das Muster!

Nachtrag vom 30.9.13: Von Caran d'Ache konnte ich heute erfahren, dass das Aroma vom verwendeten Buchenholz stammt, das in Glovelier (Schweizer Jura) seine Wurzeln hat.

  1. Die offizielle Schreibweise ist „CARAN d'ACHE”, doch zur besseren Lesbarkeit halte ich mich an „Caran d'Ache”.
  2. Ich erwähne das, weil ich mit zwei Bleistiften von Caran d'Ache andere Erfahrungen machen musste.
  3. Ich benutze zurzeit einen Tree's Air-in Soft von Plus.
  4. Die Geometrie des Janus 4048 legt Schwächen in Holz und Mine meist schnell offen, und so eignet sich dieser Spitzer auch als Testgerät.

„Faber-Castell since 1761″

Montag, 23. September 2013

Nach einigen Verschiebungen endlich veröffentlicht: „Faber-Castell since 1761″. – Entge­gen den Angaben auf der Produktseite ist das etwa drei Kilogramm schwere und 58 Euro teure Buch aus dem Verlag Collection Rolf Heyne seit dem 19. September lieferbar.

Nachtrag vom 7.10.13: Hier gibt es eine kurze Besprechung.

Feinstarbeit

Freitag, 20. September 2013

Zum Staunen: Intricate Sculptures Carved from a Single Pencil.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Sonntag, 15. September 2013

Als ich von dem Buch „Potloden & Puntenslijpers” („Bleistifte & Spitzer”) von Paul Dirks und Toon Kessels erfahren habe, war mir klar: Das muss ich haben. Durch die Hilfe meines Le­sers Wowter aus den Niederlanden kam ich dann auch besonders schnell an diesen Titel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Das etwa 27 × 11 cm große Buch, erschienen 2012 bei Pictures Publishers, zeigt auf 128 durchgehend farbigen und üppig bebilderten Seiten die reiche Welt des Bleistifts, wobei der Schwerpunkt auf älteren Stücken liegt.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Den einleitenden Worten zu Stylus, Rohr und Feder folgen die Geschichte des Bleistifts (natürlich mit dem Ur-Bleistift von Conrad Gesner aus der Mitte des 16. Jahrhunderts) und seiner Herstellung, vor allem der keramischen Mine, und der industriellen Fertigung.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Nach Farbstiften geht es kurz zu Fallminen- und Füllstiften und anschließend zu den Spit­zern. Freunde der „Granate” sowie und des Janus 4046/4048 sehen hier gleich mehrere Varianten ihres bevorzugten Zubehörs, aber auch Liebhaber verspielter Modelle kommen auf ihre Kosten.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Auch Verpackungen und Mäppchen ist ein Kapitel gewidmet, ebenso der Schiefertafel und dem Griffel sowie besonderen Bleistiften wie z. B. dem Ballstift. – Reklamematerial gibt es zwar an vielen Stellen zu bestaunen, bekam jedoch zusätzlich ein eigenes Kapitel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Den Abschluss machen Kurzportraits der Firmen Staedtler, Schwan, Faber-Castell, Lyra, Caran d’Ache, Koh-I-Noor Hardtmuth und Bruynzeel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Das fadengeheftete Buch, dessen Gestaltung ich sehr gelungen finde, hat einen festen Einband und kostet 14,95 Euro; es ist nur direkt beim Verlag erhältlich. Allen Bleistift-Lieb­habern sei der Kauf ans Herz gelegt, auch denen, die (so wie ich) des Niederländischen nicht mächtig sind, denn allein schon die Fotos lohnen die Anschaffung.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Danke an Wowter für seine Hilfe bei der Beschaffung dieses sehr schönen Buches und an Corné de Keijzer von Pictures Publishers für die Genehmigung zur Reproduktion!

„My pencils draw worlds”

Mittwoch, 11. September 2013

Ein neues Weblog über Bleistifte und deren Drumherum: „My pencils draw worlds”. Ich werde es gespannt verfolgen!

„My pencils draw worlds”

Danke an Sean von Contrapuntalism für seinen Hinweis darauf.

Draußen

Sonntag, 8. September 2013

Draußen

Freitag, 6.9.13, 18.09 Uhr, nahe Pfungstadt-Hahn, Blick nach Westen


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