Geblogburtstag Zeitreise 

LYRA Cleopatra

Die alten Ägypter, damals noch jung, mögen von Cleopatra I bis VII und vor allem von letzterer, nicht jedoch davon geträumt haben, dass einmal ein solch faszinierender Stoff wie der Graphit entdeckt werden und dieser, mit feinstem Ton vermischt, gebrannt und in Holz gehüllt, den Namen ihrer Königin tragen sollte. Wie unzufrieden wären sie wohl damit gewesen, Pinsel und Calamus über den Papyrus zu führen!

LYRA „CLEOPATRA” 3410

Eingetragen im Jahr 1895 fand der Markenname „CLEOPATRA” auf diesen Bleistift mit der Artikelnummer 3410 des Herstellers LYRA. Nach dessen Angaben führten ihn die Kataloge von 1911 und 1926 in der hier gezeigten Ausführung auf, so dass der Stift aus dieser Zeit stammen könnte.

LYRA „CLEOPATRA” 3410

Neben den üblichen Details findet sich auf dem sechsflächigen, in mattem Rot lackierten Bleistift der Härte 2 – thematisch passend – eine sog. Hieroglyphenkartusche. Diese Form, meist oval und auch als „Königsring” bekannt, umschloss die Namen der ägyptischen Könige und wurde hier als pfiffiges Gestaltungselement eingesetzt.

Die Material- und Verarbeitungsqualität des „CLEOPATRA” ist leider unterdurchschnittlich. Holzoberfläche, Lack und Aufdruck meiner Exemplare sind unregelmäßig, und nicht immer sitzt die (obendrein unterschiedlich dicke) Mine zentrisch im Holz. Für den unsauberen Abtrag des Holzes beim Spitzen selbst in der Kurbelspitzmaschine könnten jedoch das Alter und vielleicht eine unsachgemäße Lagerung des Bleistifts verantwortlich sein. Die Mine ist leicht kratzig und kommt mit ihrer Qualität nicht an die im ähnlich alten „ROBINSON” vom selben Hersteller heran.

LYRA „CLEOPATRA” 3410

Aufgrund seiner Mängel vermag der „CLEOPATRA” heute zwar nicht mehr zu überzeugen, doch mit seiner ungewöhnlichen Gestaltung ist er ein interessantes Stück Geschichte. – Im LYRA-Katalog aus dem Jahr 1963 war der Bleistift nicht mehr zu finden, und 1996 wurde die Marke „CLEOPATRA” gelöscht.

Stichwörter: LYRA, Museum

4 Kommentare zu „LYRA Cleopatra”

  1. zonebattler

    Eine Hieroglyphenkartusche hat lt. Wikipedia gemeinhin die Form einer Seilschleife. Ich glaube in dem schönen Symbol eher einen Obelisken zu erkennen!

  2. Lexikaliker

    Danke! Das ist ein sehr guter Einwand. Bin ich zunächst davon ausgegangen, dass die Seilschleife hier nur anders dargestellt wurde, so halte ich es jetzt für wahrscheinlicher, dass die Darstellung auf dem Bleistift einen der beiden als „Nadeln der Kleopatra” bekannten Obelisken zeigen soll.

  3. zonebattler

    Ob aber den in London oder den in New York, das gälte es jetzt in einer (concordelosen) Studienreise herauszufinden! ;-)

  4. Lexikaliker

    Nun, ich wäre bereits über eine Studienreise in das Archiv von LYRA hocherfreut ;-)

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Ich versuche, auf alle Kommentare einzugehen, und sei es auch nur, um Danke zu sagen.


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