Kleinigkeit
Sonntag, 29. Januar 2012Welch eine aufwändige Dekoration für eine kleine Reißzwecke.
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Welch eine aufwändige Dekoration für eine kleine Reißzwecke.
Mit diesem ansprechenden Faltblatt im A5-Format bewarb die Schwan Bleistift-Fabrik AG in Nürnberg im Jahr 1940 ihren Othello-Bleistift und einige andere ihrer holzgefassten Stifte.

Regelmäßige Besucher dieses Weblogs wissen, dass ich es meist nicht bei einer Übersicht belasse, sondern mich zu gern in Details ergehe. Zudem kann ich die zahlreichen, in meinen Augen sehr schönen Feinheiten dieses Schwan-Faltblatts meinem geschätzten Publikum unmöglich vorenthalten – los geht’s! (Und immer daran denken: Zum Vergrößern anklicken.)
Nach den hier schon mehrfach gezeigten Landkartenstiften nun einiges gedrucktes Material mit zusätzlichen Informationen (zum Vergrößern anklicken).
Eberhard Faber (1940, Vorderseite). – Details zu diesen gibt es hier.
Eberhard Faber (1940, Rückseite)
Eberhard Faber (1954)
Eberhard Faber (1960). – Details zum Cartograph 541 gibt es hier.
Faber-Castell (1957, oberer Teil der Katalogseite). – Bilder des CARTOR 2890 gibt es hier.
Faber-Castell (1957, unterer Teil der Katalogseite).
Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Vorderseite)
Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Rückseite)
Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Vorderseite)
Schwan Bleistift-Fabrik (1938, Rückseite)
Vielen Dank an Herbert R. für die Scans!
Bereits dreimal gab es hier Landkartenstifte zu sehen1, nämlich den LYRA-ORLOW № 2736 sowie den schwarzen und die farbigen von Eberhard Faber. Vermutlich der Nachfolger von letzteren ist der aus den 1940ern stammende Cartograph 541.
(Bilder2 zum Vergrößern anklicken)
Die flache und in meinen Augen sehr ansprechend gestaltete Blechschachtel bietet Platz für sechs Farbstifte, von denen noch drei vorhanden sind.
Die drei runden Cartograph-Stifte haben einen Durchmesser von 6,5 mm und eine 4 mm dicke, kreideartige Mine, die sich recht gut radieren lässt.
Neben ihrem Namen, der im Gegensatz zu dem auf der Schachtel gerade verläuft, tragen die Stifte die Kennzeichen ihres Herstellers, die Typenbezeichnung und einen Farbcode.
Wie schon das Behältnis der älteren Landkartenstifte zeigt auch dieses einen Kartenausschnitt, allerdings ohne Ortsangaben. Die Markierungen legen einen militärischen Gebrauch nahe, bei dem die Position der eigenen Truppen in blau und die der gegnerischen in rot eingetragen wurde.
Beim Kauf dabei waren drei CARTOR 2890 von A.W. Faber, die nur unwesentlich dicker sind und über eine sehr ähnliche Mine verfügen. Dem Namen nach könnten sie dem gleichen Zweck gedient haben.
Die für „Cartograph” genutzte Schrift gefällt mir ausgemacht gut3, und das ungewöhnliche C erinnert ein wenig an das auf diesem Schild der Eberhard Faber KG. Den Schatten finde ich gelungen, ebenso die Neigung nach links, die mich sofort an die früher auf topografischen Karten übliche Schriftart Römisch Linkskursiv hat denken lassen.
Für mich ein prächtiges Stück aus der Geschichte des Schreibzeugs!
Es passiert nur sehr selten, dass man eine über 110 Jahre alte Anzeige zeigt und wenig später den darin beworbenen Bleistift in der Hand hält. Dieses Glück hatte ich dank Sean von The Blackwing Pages, der mich auf die Auktion des halben Dutzend Mongol Stenographic 596 von Eberhard Faber USA hingewiesen und mir bei der Beschaffung dieser Rarität geholfen hat1.
Die in Silber, Blau und Weiß gehaltene Schiebeschachtel ist recht aufwändig gestaltet. Alle Außenseiten sind bedruckt, ohne dass es überladen wirkt, und auch das Innenteil hat man farblich passend ausgeführt.
Die silberne Farbe findet sich im Prägedruck des Bleistifts wieder und passt gut zum rotbraunen, etwas unregelmäßigen Lack, der in einem reizvollen Kontrast zum Blau des Kartons steht.
Der runde, mit 6,5 mm vergleichsweise dünne und ab Werk beidseitig angespitzte Stenographic 596 hat eine Mine normalen Durchmessers und der Härte HB bis B. Ein kurzer Test hat gezeigt, dass sie von hoher Qualität ist.
„12 fine points”, „slender grip”, „firm lead for speed and long wear” – der Stenographic 596 hält diese Versprechen auch heute noch.
Danke an Sean für seine Bemühungen!
Auf dem Höhepunkt des kalifornischen Goldrausches im Jahre 1849 begann Eberhard Faber in den USA mit dem Verkauf von Bleistiften und anderen Schreibwaren. 1861 eröffnete er in New York an der Stelle, wo heute das UNO-Gebäude steht, die erste Bleistiftfabrik der USA.
Zum 100-jährigen Jubiläum gab es dann auch ein passendes Geschenk für die Freunde und Partner des Unternehmens, nämlich die Nachbildung eines Nuggets in einem 58 mm × 50 mm × 15 mm großen Stück Gießharz.
Mit im Karton war ein Faltblatt, dessen Innenseite auch im Katalog des selben Jahres zu sehen war und wohl den Ursprung des bekannten goldfarbenen Rings auf der Zwinge des Mongol-Bleistifts erklärt.
Die Prägung auf der Rückseite des kleinen Quaders informiert noch einmal über den Zusammenhang.
Für mich ein interessantes Stück Bleistift-Geschichte! – Danke an Sean von The Blackwing Pages, der mich auf die Auktion dieser Kostbarkeit hingewiesen hat.
Heute mal ohne viele Worte: Eine Anzeige von A.W. Faber USA, erschienen in der „Progressive Architecture” vom März 1958.
Zu den „jaws of the bulldog” gab es auch mal ein Logo.
Mit was man sich so das Haus vollstopft! Etwa 60 × 31 cm² groß und knapp drei Kilogramm schwer ist dieses Blechschild aus den alten Tagen der Eberhard Faber KG in Neumarkt bei Nürnberg.
Zum Größenvergleich unten rechts ein Eberhard Faber Van Dyke 600 5H.
Thematisch passend wird es den Werkkeller zieren.
Das kleine c gefällt mir am besten.
Eine ungewöhnliche Methode, die Qualität ihrer Bleistiftminen zu demonstrieren, zeigte die Eagle Pencil Company in einer Anzeige in der „Progressive Architecture” vom Oktober 1953.
Die Idee ist bemerkenswert, und so wie es aussieht, hat man sie tatsächlich umgesetzt.
Die Anzeige gefällt mir sehr gut, so dass ich gerne und wie schon so oft ein paar Details zeige.
Als eines der frühesten Warenzeichen für Bleistifte gilt der Halbmond, den J.S. Staedtler 1887 beim Amtsgericht Nürnberg angemeldet hat.
Die Herkunft dieses Halbmondes ist unklar; man vermutet einen Zusammenhang mit dem Export in den Orient1. Das hier gezeigte Exemplar aus einer Anzeige in der „Progressive Architecture” vom April 1952 ist nur 15 × 15 mm² klein und zudem mit einem Slogan geschmückt. – Genutzt wurde der Halbmond, der strenggenommen ein Viertelmond ist, bis in die 1960er Jahre hinein.