Stille Beobachter (51) Bleistifthölzer (4) 

Alt und neu

Ein Leser meines Weblogs hat mich auf das geänderte Design des Bleistift-Klassikers Faber-Castell 9000 aufmerksam gemacht.

Alt und neu

Oben: alt, unten: neu (zum Vergrößern anklicken)

Bei der neuen Variante ist der linke Teil des Schriftzugs etwas versetzt, der Härtegrad fett und der Tauchring goldfarben1. Mir gefallen diese Änderungen!

Alt und neu

Ich habe bei Faber-Castell angefragt und erfahren, dass es sich bei der neuen um die inter­nationale Variante handelt, die bereits 2018 eingeführt wurde2.

Alt und neu

Bei dieser Gelegenheit habe ich erneut auf das Holz geschaut. Der 9000 ist meines Wissens schon recht lange nicht mehr aus Weihrauch-Zeder – diese ist offenbar den „Graf von Faber-Castell”-Bleistiften vorbehalten –, doch was stattdessen zum Einsatz kommt, weiß ich nicht3.

Linde, Pappel, Gmelina, Weymuth-Kiefer und Kolorado-Tanne schließe ich aus, und das sehr leichte Aroma kann ich nicht einordnen4. Ist es die Karibische Kiefer (Pinus caribaea hondu­rensis), die Faber-Castell in Brasilien anbaut und in „Vom Baum zum Bleistift” prä­sentiert? Interessant ist die Färbung der beiden Stifte im Foto, denn die Karibische Kiefer hat rot­braunes Kernholz und weißgelbes Splintholz. Das Holz lässt sich jedenfalls gut bis sehr gut spitzen5, selbst im Pollux und im Janus 4048, und so hat Faber-Castell meiner Ansicht nach eine gute Alter­native zur Weihrauch-Zeder gewählt6.

  1. Hier nicht gezeigt: Die Schriften auf der Seite mit dem Hinweis auf den Wasserlack und die GTIN auf der anderen haben jetzt eine etwas größere Laufweite und sind dadurch besser lesbar; zudem ist der URI durchgehend klein geschrieben.
  2. Die Version aus Indonesien hatte schon früher einen goldfarbenen Ring, wie man unter „Wanted Down Under: the Castell 9000″ bei Bleistift sehen kann.
  3. Ich wüsste zu gerne, wann dieser Umstieg stattgefunden hat.
  4. Ich kann außerdem nicht sicher sagen, dass das Aroma nur vom Holz und nicht etwa von anderen Materialien des Bleistifts stammt.
  5. Getestet an einem aktuellen 9000 der Härte 2B. – Natürlich gibt es immer wieder Unterschiede bei den Holz-Chargen.
  6. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Eintrag für Faber-Castell in der Datenbank des FSC, der für Bleistiftbrettchen (Produkttyp W5.9) Rotbuche, Kadam, Karibische Kiefer und Kiefer allgemein aufführt.

Stichwörter: Faber-Castell

4 Kommentare zu „Alt und neu”

  1. Matthias

    Der goldfarbene Tauchring ist sehr schön. Vielen Dank für die Details zum Holz.

  2. Lexikaliker

    Das freut mich zu hören! – Wie gesagt: Ich vermute, dass es die karibische Kiefer ist, aber ich kann es noch nicht belegen.

  3. Wowter

    How interesting this W5-class (lowest on the list) at the FSC-database (deeplink works). Only four species and a unspecified Pinus-group for pencil slats. I think you are on the right track. Excellent research. Beautiful pencil too. Well done F+C.

  4. Lexikaliker

    Thank you for pointing me to the class W5! I'm not sure if I'm on the right track but I will continue my research :-) Thank you! Yes, Faber-Castell does it very well.

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