Holzbleistifte

So wird’s gemacht

Kei­nen Spit­zer zur Hand? Diese Illus­tra­tion aus einem nicht näher benann­ten Kata­log des Jah­res 1884, wie­der­ge­ge­ben in „Vom Faust­keil zum Blei­stift„1, zeigt das Spit­zen eines Blei­stifts mit dem Messer.

So wird's gemacht

  1. Satt­mann, Erhard: Vom Faust­keil zum Blei­stift. Aachen: Ver­lag Peter Bas­ten 1949.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Ziel eines wei­te­ren der vie­len Aus­flüge wäh­rend unse­res Urlaubs in Bran­den­burg war das im Schloss Rheins­berg behei­ma­tete Kurt-Tucholsky-Museum.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Schloss Rheins­berg, von Süden gesehen

Ein Besuch des Schlos­ses Rheins­berg sei übri­gens jedem ange­ra­ten, der sich in die­ser Ge­gend auf­hält (mir gefällt es bes­ser als Schloss Sans­souci in Potsdam).

„Schön gespitzte Bleistifte”

Schloss Rheins­berg und Thea­ter, von Süden gesehen

Das Kurt-​Tucholsky-​Museum, des­sen Besuch ich sehr emp­fehle, erreicht man über den Innenhof.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Zu den zahl­rei­chen und inter­es­san­ten Expo­na­ten gehört auch Schreib­zeug aus dem Nach­lass des Schrift­stel­lers1.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Auf­ge­fal­len ist mir eine Liste aus der Neu­jahrs­aus­gabe 1928 der Vos­si­schen Zeitung …

„Schön gespitzte Bleistifte”

… und in die­ser der mir sehr sym­pa­thi­sche Ein­trag „[Kurt Tuchol­sky liebt:] schön gespitzte Blei­stifte„2.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Lus­ti­ger Zufall: In Gar­ten des Schlos­ses ste­hen einige Exem­plare des vir­gi­ni­schen Wachol­ders (Juni­pe­rus vir­gi­niana), auch bekannt als Bleistift-​Zeder oder Weihrauch-Zeder.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Diese Bäume sind sogar in der topo­gra­phi­schen Son­der­karte des Rheins­ber­ger Gar­ten­reichs vermerkt.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Topo­gra­phi­sche Son­der­karte des Rheins­ber­ger Gar­ten­reichs (Aus­schnitt)
(© Lan­des­ver­mes­sung und Geo­ba­sis­in­for­ma­tion Bran­den­burg 2007)

Der Baum in den Fotos ist der in der Karte links unten eingetragene.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Klar, dass ich von die­sen Fun­den hier unbe­dingt berich­ten musste.

„Schön gespitzte Bleistifte”

Stra­ßen­schild in Rheinsberg

  1. Ob der bunte Blei­stift ganz rechts wirk­lich dazu­ge­hört, wage ich jedoch zu bezwei­feln.
  2. Im klei­nen, aber fei­nen Laden des Muse­ums gibt es Blei­stifte mit dem Auf­druck „Ein schön ge­spitzter Blei­stift”. Diese sind jedoch rund, schwarz lackiert und durch­ge­färbt sowie mit einem dun­kel­ro­ten Swarovski-​Stein geschmückt – eine Gestal­tung, die in mei­nen Augen nicht so recht passt.

Detail

Bei der Betrach­tung des STAEDTLER Mars Lumo­graph 02886 6B ist mir etwas auf­ge­fal­len, was ich noch an kei­nem holz­ge­fass­ten Blei­stift gese­hen habe.

Detail

Die 3,3 mm dicke Mine ist gerillt.

Detail

Über den Zweck die­ses Pro­fils kann ich nur spe­ku­lie­ren. Sollte es die Minen­ober­flä­che ver­größern und damit die Ver­lei­mung unter­stüt­zen? Oder wollte man mit einem zusätz­li­chen Form­schluss den Halt der Mine im Holz verbessern?

Detail

Diese Ril­len kannte ich bis­her nur von Minen für Fall­mi­nen­stifte, wo sie dem bes­se­ren Halt in der Zwinge dien­ten. – Unten zwei Lumo­graph 1904 von STAEDTLER aus den 1940er Jah­ren. Das Zwing­chen (hier fest ange­bracht, spä­ter abzieh­bar) gab es bei STAEDTLER bis 1991; es ver­hin­derte das Her­aus­fal­len der Mine.

Detail

Nach­trag vom 18.7.12: Ein Leser ver­mu­tet, dass man viel­leicht man­gel­be­dingt Fall­mi­nen in Holz gefasst hat.

Nach­trag vom 28.8.12: Mein Leser Car­los hat mich auf die Abfla­chun­gen an der Spitze ange­spro­chen; diese stam­men vom Frä­ser des Kur­bel­spit­zers (hier: der West­cott iPoint Clas­sact).

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