Dezember 2025

Der erste Schnee

Der erste Schnee

Der erste Schnee in die­sem Win­ter – noch sehr wenig, aber für Kisho genug, um noch län­ger drau­ßen zu blei­ben als ohne­hin schon.

Pentel GRAPH

Im Jahr 1965, also vor 60 Jah­ren, hat das japa­ni­sche Unter­neh­men Pen­tel den Druck­blei­stift GRAPH vor­ge­stellt. Er war nicht der erste Stift mit dem Minen­durch­mes­ser 0,5 mm – das war der Pen­tel 380 drei Jahre zuvor1 –, doch seine Gestal­tung sollte Vor­bild für zahl­rei­che andere Druck­blei­stifte nicht nur von Pen­tel2 wer­den und bis heute weiterleben.

Pentel GRAPH

In der Ori­gi­nal­ver­pa­ckung mit trans­pa­ren­tem Deckel …

Der GRAPH war in schwarz, rot und grün sowie in drei Gene­ra­tio­nen3 erhält­lich. Mit 4-​mm-​Minenführungsröhrchen, abnehm­ba­rem Clip und Behäl­ter für zwölf Minen4 hatte er bereits die Merk­male, die auch viele aktu­elle Druck­blei­stifte kennzeichnen.

Pentel GRAPH

… und ohne

Die hier sepa­rat mit­ge­lie­ferte Rei­ni­gungs­na­del (das kleine Falt­blatt infor­miert über ihre Ver­wen­dung) wan­derte spä­ter unter den Drü­cker und wurde vor eini­gen Jah­ren von fast allen Her­stel­lern aus Sicher­heits­grün­den weg­ge­las­sen. – Mei­nes Wis­sens war der GRAPH der erste Druck­blei­stift von Pen­tel mit ver­schraub­tem Drücker.

Pentel GRAPH

Rück­seite mit Hin­wei­sen zum Gebrauch

Ein Jahr nach der Markt­ein­füh­rung in Japan gab es den GRAPH auch in Deutsch­land, wie diese Anzeige5 aus dem Jahr 1966 zeigt6.

Pentel GRAPH

Dem GRAPH folgte der 1971 der GRAPH II, der als wesent­li­che Neue­rung einen Här­te­grad­in­di­ka­tor7 hatte und schon 1972 vom PG5 abge­löst wurde. Letz­te­rer sah sei­nem Vor­gän­ger sehr ähn­lich, war aber deut­lich anders auf­ge­baut8.

Pentel GRAPH

Der leicht bau­chige Kunst­stoff­schaft des GRAPH ist in der Mitte sechs­flä­chig und läuft an bei­den Enden rund zu. Auf einer Flä­che trägt er den Reli­ef­druck „PENTEL GRAPH PENCIL MADE IN JAPAN 5“, wobei „5“ eine Prä­ge­marke ist. Die Ein­heit aus Mecha­nik und Minen­be­häl­ter hat unter­halb der Zwinge ein Gewinde, mit dem sie jeweils zur Hälfte in die Spitze und in den Schaft geschraubt wird9. Der Drü­cker steckt im Minen­be­häl­ter und wird durch das in den Schaft geschraubte koni­sche End­stück, eben­falls aus Kunst­stoff, gehal­ten. Im Gegen­satz zu den Stif­ten, bei dem nur die Kappe abge­zo­gen und viel­leicht noch der Radie­rer ent­nom­men wer­den muss, macht diese Kon­struk­tion das Nach­fül­len von Minen zwar umständ­li­cher, ver­hin­dert aber, dass etwas klap­pert oder ver­lo­ren geht. – Der Clip hält nur durch Kraft­schluss, so dass keine unschöne Aus­spa­rung zu sehen ist, wenn man ihn weglässt.

Der cha­rak­te­ris­ti­sche „GRAPH“-Schriftzug10 fin­det sich heute noch auf dem Schaft des PG5 und das Kür­zel „PG“ (für „Pen­tel Graph“) in den Arti­kel­num­mern sowie „Graph“ in den Namen etli­cher Druck­blei­stifte von Pentel.

Pentel GRAPH

Anläss­lich des 60-​jährigen Jubi­lä­ums des GRAPH hat Pen­tel bereits im Okto­ber schwarze limi­tierte Vari­an­ten der Druck­blei­stifte Graph­Gear 500, Graph­Gear 1000 und GRAPH 1000 FOR PRO her­aus­ge­bracht, die es sowohl ein­zeln als auch im Set mit einem Bei­le­ger gibt. Diese drei Modelle sind zwei­fel­los sehr beliebt, haben aber bis auf den Namens­zu­satz nichts mit dem GRAPH zu tun. Eine Neu­auf­lage des GRAPH wäre natür­lich schön, aber ver­mut­lich zu auf­wän­dig gewe­sen, aber warum hat man nicht den PG5 in einer beson­de­ren Ver­sion ange­bo­ten?11

Doch ob Neu­auf­lage, Jubi­lä­ums­box oder sonst etwas: Der ori­gi­nale Pen­tel GRAPH ist und bleibt einer der Klas­si­ker unter den Druckbleistiften.

  1. Pen­tel bot die 1960 ein­ge­führte Fein­mine zunächst in 0,9 mm und dazu die Druck­blei­stif­tel Pen­tel 100 sowie spä­ter Pen­tel 101 an. 1962 folg­ten 0,5 mm mit dem Pen­tel 380 und 0,7 mm mit dem Pen­tel 271; 1968 stellte Pen­tel die 0,3-mm-Mine mit dem Pen­tel Mecha­nica vor und 1976 die 0,4-mm-Mine mit dem Pen­tel PG4. – Die 0,2-mm-Mine und der erste Druck­blei­stift für die­sen Durch­mes­ser, der Super 2, kamen 1972 von New­man.
  2. Siehe z. B. „Pen­tel Graph Pen­cil and deri­va­tive designs“.
  3. Der hier gezeigte stammt aus der zwei­ten Gene­ra­tion. – Die Unter­schiede sind mini­mal und beschrän­ken sich auf die Form des Clips, den Pro­duk­ti­ons­code und die Ver­pa­ckung; eine Über­sicht gibt es unter „Pen­tel Graph Coll­ec­tion“.
  4. Die ganz frü­hen Druck­blei­stifte konn­ten nur eine Mine auf­neh­men.
  5. Der Begriff „Kon­takt­knopf“ gefällt mir.
  6. Die Ver­pa­ckung und der Bei­le­ger die­ser Export­ver­sion sind unter „Pen­tel Graph Pen­cil – 2nd Gene­ra­tion /​ Ger­man Ver­sion“ zu sehen.
  7. Der erste Druck­blei­stift von Pen­tel mit Här­te­grad­in­di­ka­tor war der Mecha­nica von 1968.
  8. Siehe „Graph II vs PG5“ im her­vor­ra­gen­den Pen­tel Pen­cils Iden­ti­fi­ca­tion Book.
  9. Durch die bei­den Gewinde war das Ent­for­men des Schafts auf­wän­dig. Beim PG5 gibt es das vor­dere Gewinde nicht mehr; statt­des­sen wird díe Ein­heit von hin­ten ein­ge­steckt und sitzt ver­dreh­si­cher im Schaft.
  10. Die Schrift­art ähnelt sehr der Futura Black von Paul Ren­ner aus dem Jahr 1928.
  11. Von einem Anbie­ter in Korea gibt es einen beson­de­ren PG5, der sich auch als Jubi­lä­ums­mo­dell sehr gut gemacht hätte. Aber wer weiß – viel­leicht sehen wir ja etwas Der­ar­ti­ges zum 60-​jährigen Jubi­läum des PG5 im Jahr 2032 (bei Gele­gen­heit gibt es mehr zu die­sem PG5).

Kurz notiert

  • Nach der Neu­auf­lage des Druck­blei­stifts REG 925 85-​05 im Juni (die 0,3-mm-Version folgte im Okto­ber) hat STAEDTLER Japan nun eine limi­tierte Ver­sion in Schwarz her­aus­ge­bracht. Der REG 925 85-​05B kam bereits am 21. Novem­ber in den japa­ni­schen Han­del und kos­tet 4180 Yen (ca. 31 Euro). Unbe­stä­tig­ten Quel­len zufolge soll der REG 925 85-​05B jedoch nicht schwarz lackiert sein, son­dern eine grif­fige Beschich­tung wie der STAEDTLER HEXAGONAL haben, die laut eini­gen Nut­zern unan­sehn­lich wird oder sich sogar ablöst. Dies und die in mei­nen Augen wenig attrak­tive Kenn­zeich­nung „Limi­ted Edi­tion“ hal­ten mich noch mehr vom Kauf ab als der Umstand, dass ich die meis­ten limi­tier­ten Auf­la­gen in Schwarz inzwi­schen ziem­lich lang­wei­lig finde.
  • Ich habe ja inzwi­schen schon etli­che – wie soll ich sagen? – spe­zi­elle Mar­ke­ting­texte gele­sen, doch das, was Faber-​Castell zum Kugel­schrei­ber Avori schreibt, lässt mich sprach­los zurück.
  • Vom japa­ni­schen Anbie­ter Craft Design Tech­no­logy gibt es ein neues Set mit drei schwarz lackier­ten Farb­stif­ten in schwarz durch­ge­färb­tem Holz und einem Kunst­stoff­spit­zer. Das Black Edi­tion Colo­red Pen­cils Set wurde von CAMEL und NJK gefer­tigt und kos­tet 990 Yen (etwa 5,50 Euro). – Danke an Frank für den Hinweis!
  • Der Reddit-​Nutzer Kei_​Kobayashi hat hat aus drei Druck­blei­stif­ten den Dou­ble knock mars micro franken-​pencil gefer­tigt. Grandios!
  • Mit dem ALTDRAW hat der japa­ni­sche Anbie­ter Lud­dite einen wei­te­ren Druck­blei­stift mit Holz­schaft ange­kün­digt. Er soll in vier Vari­an­ten erhält­lich sein und 6000 Yen (gut 33 Euro) kos­ten. – Quelle: Red­dit.
  • Eine trau­rige Ent­wick­lung: STAEDTLER will 2028 die Werke in Neu­markt und Sugen­heim schlie­ßen und Faber-​Castell plant den Abbau von 130 Stel­len an den Stand­or­ten Stein und Gerolds­grün.
  • Tom­bow Japan hat einen Druck­blei­stift mit hexa­go­na­lem Holz­schaft vor­ge­stellt. Der Kimo­no­ga­tari wird in sechs Pas­tell­far­ben, aber nur für 0,5-mm-Minen erhält­lich sein. Er kommt am 10. Dezem­ber auf den Markt und kos­tet 540 Yen (knapp 3 Euro).
  • End­lich mal Druck­blei­stifte in limi­tier­ten Far­ben: Von Pen­tel Japan soll es Mitte Dezem­ber den Klas­si­ker P205 als „Neo Clas­si­cal Series“ in sechs gedeck­ten Far­ben mit abge­stimm­tem Minen­be­häl­ter und Radie­rer geben. – Quelle: Red­dit.
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