Archiv der Kategorie „Bleistifte”

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Ramponiert (4)

Samstag, 3. August 2019

Ramponiert (4)

Ein Bleistift unbekannten Fabrikats auf einem Fußweg in Rüsselsheim

MARS

Mittwoch, 31. Juli 2019

Aus der ersten Hälfte der 1950er Jahre1 und damit gut 60 Jahre alt ist dieses 15 × 10,5 cm große Löschblatt, das für die Schreibgeräte der MARS-Serie von STAEDTLER warb2.

MARS

Während die saugfähige Rückseite in zartem Rosa gehalten ist, überwiegt auf der werben­den Vorderseite das am 1. August 1930 mit dem Bleistift Lumograph 2886 eingeführte Mars-Blau.

MARS

Beworben werden hier der Farbstift Mars Chroma 2919 (natürlich Blau), der Mars Kopierstift 754, der Bleistift Mars Lumograph 2886 und ein mir unbekannter Füllhalter. Die Falt­schachtel darf ihren „MARS”-Schriftzug zeigen, und die blassgrauen Rehe im Hintergrund sollen ver­mutlich ein Beispiel dafür sein, was man mit dem Lumograph zeichnen kann.

MARS

Selbstverständlich werde ich diesem Löschblatt den bestimmungsgemäßen Gebrauch vor­ent­halten, denn dafür ist es mir zu schade3.

MARS

Weitere Reklame-Löschblätter gibt es hier und da zu sehen.

  1. Datierbar am Mars-Kopf, der in dieser Form von 1952 bis 1957 verwendet wurde.
  2. Warum heißt es hier „ANNO 1662″, obwohl man im Jahr 2010 „175 Jahre STAEDTLER” gefeiert hat? Wie dies zusammenpasst, ist hier erläutert.
  3. Über die Sinnhaftigkeit dessen kann man sicher streiten.

J.S. Staedtler 1919 (12)

Freitag, 26. Juli 2019

Aus dem hier schon mehrfach in Ausschnitten gezeigten und inzwischen 100 Jahre alten Katalog von J.S. Staedtler: Der Bleistift „Normal” (Nr. 17).

J.S. Staedtler 1919 (12)

(zum Vergrößern anklicken)

Der unter „Feine Schreib- und Zeichenstifte” geführte Bleistift war aus Zedern-Ersatzholz und wurde für „bessere Schreibzwecke” angeboten. – Heute würde man wohl kaum ein Produkt „Normal” nennen, suggeriert dieser Name doch Mittelmaß, aber damals sah man das offenbar anders. Ich finde den Namen großartig!

 Bleistiftspitzer | J.S. Staedtler 1919

Groß und klein

Mittwoch, 10. Juli 2019

Den japanischen Bleistift-Klassiker Tombow 8900, der dieses Jahr sein 70-jähriges Jubiläum feiert, gab es auch mal in einer sehr kleinen Ausführung.

Groß und klein

Während der große 8900 die üblichen Maße hat, ist der kleine gerade einmal 9,5 cm lang und 6,5 mm dick; beide haben eine 2 mm starke Mine. Wann und zu welchem Anlass es den Mini-8900 gab, weiß ich leider nicht. – Der große 8900 und die Faltschachtel tragen noch das alte JIS1-Zeichen, das bis 2008 genutzt wurde.

  1. Japanese Industrial Standards.

Viking Farveblyanter

Dienstag, 2. Juli 2019

Aus einem Katalog der 1930er Jahre des dänischen Herstellers Viking: Farbstifte, darunter auch ein Rot-Blau-Stift.

Viking Farveblyanter

Danke an Jens M. Thomsen von Viking für den Scan!

Kurz notiert

Montag, 1. Juli 2019

Graphit und Rot

Sonntag, 30. Juni 2019

Neben den Rot-Blau-Stiften gab und gibt es auch Stifte, die eine Graphit- und eine rote Mine kombinieren.

Graphit und Rot

(zum Vergrößern anklicken)

Mir bekannt sind:

Der Ursprung dieses Stifts liegt bemerkenswert weit zurück, doch dazu und zu einem be­sonderen Verwendungszweck demnächst mehr.

Danke an Stephen für den National Pencil Quote Re. № 2, Matthias für den Luise Fili Per­fetto № 2, Özgür für den Pensan Dual Pencil und Guillermo für die Graphit-Rot-Stifte aus Mexiko!

  1. Nicht mehr erhältlich.

Rot und Blau

Samstag, 22. Juni 2019

Wann kam der Rot-Blau-Stift in die Welt? Im Jahr 1869 schrieb Lothar von Faber rück­blickend in einem Brief an seinen Bruder Eberhard Faber in New York:

Bei den Farbstiften kam ich auf die Idee, einen Stift herzustellen, halb mit Zinnober u. halb mit Blau, wie er zuvor von keinem anderen Fabrikanten gemacht wurde. Du selbst weißt welchen Erfolg dieser Stift in America hatte, wohin sie anfangs 100 Groß weise gesandt wurden u. heute noch allenthalben verkauft werden.1

Den Rot-Blau-Stift gab es also bereits vor 1869, und Lothar von Faber hatte ihn erdacht. Doch wie sah der Stift aus? Die Dokumentation des Sortiments von A.W. Faber beginnt mit den ersten in den 1860er Jahren gedruckten Warenkatalogen, und die Rot-Blau-Stifte wurden erstmals um 1870 genannt. Allerdings enthielten die damaligen Kataloge noch kei­ne Abbil­dungen.

Rot und Blau

Aus einem Warenkatalog von A.W. Faber (um 1870)

Unter „Neue Patent-Farbstifte mit beweglicher Farbe” finden sich „1 Dzd. Patentstifte 6eckig, doppelte mit feinsten Zinnober und Blau, Nr. 12, naturpolirt-Gold, 16 Centimeter lang” und „1 Dzd. Patentstifte 6eckig, doppelte mit feinsten Zinnober und Blau, zweifarbig polirt mit Ring”. Nach diesen mechanischen werden im selben Katalog unter „Neue verbes­serte Farbstifte” holzgefasste Rot-Blau-Stifte aufgeführt.

Aus einem Warenkatalog von A.W. Faber (um 1870)

Neben diesen, die in drei Qualitäten und jeweils zwei Profilen erhältlich waren, gab es Rot-Grün- und sogar Rot-Graphit-2 und Blau-Graphit-Stifte3. Alle wurden auch im Ausland ange­boten.

Rot und Blau

Aus einem Warenkatalog von A.W. Faber (um 1874)

Zu den 1881 angebotenen Taschenbleistiften mit Hülsen aus Nickel gehörte auch der „Spit­zenbewahrer, 2seitig, mit Zinnober und Blaustift” (Ordnungs-Nummer 0360).

Rot und Blau

Aus einem Warenkatalog von A.W. Faber (1881)

Die Patent-Farbstifte mit beweglicher Farbe wurden im 1884 gedruckten Londoner Katalog farbig abgebildet4.

Rot und Blau

Aus einem Warenkatalog von A.W. Faber (1884)

Neben „movable points” gab es hier noch „propelling and repelling action”. War damit ein Dreh­stift gemeint, bei dem die Mine durch Drehen der Spitze aus- und eingefahren wer­den konnte? Auch im Katalog von 1885 waren zwei unterschiedliche Minenhalter mit roter und blauer Mine zu sehen.

Rot und Blau

Aus einem Warenkatalog von A.W. Faber (1885)

Ab etwa 1885 erschien der holzgefasste Rot-Blau-Stift in weiteren Ausführungen, u. a. als Magazin-, Büro- und Poststift5, doch diesen wird ein eigener Beitrag gewidmet sein.

Danke an Faber-Castell für die Scans und die Details!

  1. Zitiert nach Eich, Dieter: Lothar von Faber. Ein Nürnberger Unternehmer des 19. Jahrhun­derts. Diplomarbeit an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nürnberg 1969, Anlage I, S. 40.
  2. Die bekanntesten Vertreter dieser Gattung dürften der Tombow LV-KEV, der Caran d'Ache Graphicolor und der Caran d'Ache × CWPE „The Editor” sein, doch es gab (und gibt) noch einige mehr.
  3. Der einzige mir bekannte Stift dieser Art ist der Koh-I-Noor Duo.
  4. Diese Art Minenhalter wurden später als „Schraub-Klemm­stifte” angeboten und waren einige Jahrzehnte lang erhältlich.
  5. Zum Begriff des Poststifts siehe „Markiges Marketing (22)”.

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