Monatsarchiv für September 2011

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Denke

Sonntag, 11. September 2011

Eine weitere Kostbarkeit aus dem Päckchen von Michael Leddy, das auch den historischen CASTELL 9000 enthielt, ist dieser Notizblock, den IBM Ende der 1980er Jahre ausgegeben hat.

Denke

Er ist 75 × 115 mm groß und mit dem bereits in den 1920er Jahren eingeführten Slogan „THINK” bedruckt, was ihn zum „Think pad” und dieser Quelle1 zufolge zum Namensgeber der gleichnamigen Notebooks gemacht hat.

Denke

Vierzig Blanko-Seiten warten darauf, die durch das Denken gewonnenen Ideen aufzuneh­men. – Das Klappeninnere gibt die Unternehmenswerte wieder.

Denke

Ebenso schlicht wie die Vorderseite ist die Rückseite, die nur das Logo zeigt.

Denke

Für mich ein außergewöhnliches und wertvolles Stück.

Denke

Thank you again, Michael!

Nachtrag vom 20.7.12: Es gab auch mal eine kleinere, graublaue Variante.

  1. Das dort gezeigte sieht etwas anders aus; vermutlich gab es verschiedene Auflagen.

Wundersame Welt der Waren (22)

Samstag, 10. September 2011

Milch von REWE mit beruhigendem Hinweis

„Jeden Tag ein bisschen besser” wird REWE nicht müde zu verkünden und verbessert mei­ne tägliche Milch durch den beruhigenden Hinweis „traditionell hergestellt”. Muh!

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Spitzer 1035

Donnerstag, 8. September 2011

Heute ein rascher Blick auf die etwa 72 × 149 mm große und mit einer ausführlichen Ge­brauchsanweisung bedruckten Papiertüte des Minenschärfers „Spitzer 1035″ der W. Hebel KG.

Spitzer 1035

Das Beispiel „1a univers” finde ich klasse.

Der ähnlich einem Klappmesser ausgeführte Spitzer war mit einigen Bögen Sandpapier zum Schärfen sowie mit einer weich ausgeschlagenen Nut zum Reinigen der Mine ausgestattet. Da der Minenstaub weder aufgefangen noch vom Gehäuse des Geräts zurückgehalten wurde, konnte man sicher sein, dass er sich selbst bei sorgfältigster Handhabung auch dort niederließ, wo man ihn überhaupt nicht haben wollte. Ich habe den Spitzer trotzdem ge­mocht, nicht zuletzt wegen dieser sorgfältigen Beschreibung.

Spitzer 1035

Irgendwo muss ich den „Spitzer 1035″ noch haben; wenn er auftaucht, reiche ich ein Foto nach.

To my English readers: Have you heard of the term „drawing presser pencil” before?

Special

Mittwoch, 7. September 2011

A.W. Faber, CASTELL 9000, Special: Dazu passt diese Ausführung des bekannten Blei­stifts, über die ich überhaupt nichts weiß. Er ist weich (etwa 3B/4B), recht wischfest und gut radierbar; andere Kennzeichnungen als die hier zu sehenden trägt er nicht.

Special

(Wie fast immer: Zum Vergrößern anklicken.)

Kann meine geschätzte Leserschaft etwas zu diesem Stück sagen?

Zeitzeuge

Dienstag, 6. September 2011

Völlig platt war ich beim Blick in das Paket, das mir Michael Leddy von Orange Crate Art kürzlich geschickt hat: Eine Kostbarkeit neben der anderen, darunter zwei A.W. Faber CASTELL 9000 aus US-amerikanischer Nachkriegs-Produktion mit deutscher Mine.

Zeitzeuge

Die Bleistifte im vertrauten, aber damals noch helleren Grün haben keinen Abschluss und fallen auch durch die eckigen Ziffern auf, doch das Besondere ist ihr Aufdruck „LEADS IM­PORTED FROM AMERICAN ZONE, GERMANY”. (Ich vermute, dass der Graphit von der Firma Kropfmühl in Hauzenberg nahe Passau im Bayerischen Wald kam und die Minen in Stein bei Nürnberg hergestellt wurden.) – Die amerikanische Besatzungszone existierte von Juli 1945 bis Dezember 1946, so dass das Alter dieser Bleistifte bei rund 65 Jahren liegen dürfte (es sei denn, man hat die Minen in großen Mengen eingeführt und noch lange Zeit danach in Holz gefasst).

Zeitzeuge

Vielen Dank an Michael Leddy für diese und die anderen außergewöhnlichen Stücke!

Nachtrag vom 9.9.11: Zum 100. Geburtstag des CASTELL 9000 hat Michael Leddy unter „Happy Birthday, Faber-Castell 9000″ einen bebilderten Beitrag zu diesem historischen Blei­stift veröffentlicht.

Special zum CASTELL 9000

Dienstag, 6. September 2011

Als der Bleistift-Klassiker CASTELL 9000 im Jahr 2005 seinen 100. Geburtstag feierte, gab es von Faber-Castell ein vierseitiges Special. Die PDF-Version dieses Specials war lange on­line verfügbar, wurde aber bei einer Überarbeitung der Faber-Castell-Website entfernt. Auf meine Anfrage hin bekam ich nun die Genehmigung, dieses PDF zum Download anzubieten – hier ist es:

PDF  Faber-Castell Special 100 Jahre „Castell 9000″ (PDF, 2005)

Danke an Faber-Castell!

Kleinstschreibung

Sonntag, 4. September 2011

Der schweizerische Schriftsteller Robert Walser (1878–1956) führte in den Zwanzigern und frühen Dreißigern ein zurückgezogenes Leben, schrieb aber weiter, jedoch mit spitzem Bleistift und in einer mit bloßem Auge nicht lesbaren Miniaturschrift. Einen Teil dieser sog. Mikrogramme übertrug Walser zurück in eine normal lesbare Form, doch vieles wurde erst in den Siebziger Jahren entziffert; im Jahre 2000 schließlich erschien unter dem Titel „Aus dem Bleistiftgebiet” die Gesamtausgabe der Mikrogramme. Einige der darin enthaltenen Texte führte mahagonny – Theater Kunst Kulturarbeit Berlin e.V. unter „Das kleine Welt­theater” im April 2005 erstmals auf.

Kleinstschreibung

Zu diesem Anlass gibt es eine Sonderauflage des Bleistift-Klassikers Faber-Castell 9000 HB mit dem Schriftzug der Mikrogramme-Produktion. Ob Walser tatsächlich diesen Bleistift be­nutzt hat, weiß ich nicht, aber mir gefällt diese Edition ebenso gut wie das, was Walser in einem Brief aus dem Jahr 1927 zu seiner Arbeit mit dem Bleistift schrieb (er nannte es „bleistifteln”):

Für mich ließ es sich mit Hülfe des Bleistifts wieder besser spielen, dichten;
es schien mir, die Schriftstellerei lebe dadurch von neuem auf.

Ein Bleistift kostet 2 Euro; die Mindestbestellmenge beträgt fünf Stück. – Danke an Kai für den Hinweis!

Nachtrag vom 6.9.10: Im Special »100 Jahre „CASTELL 9000″« heißt es, Robert Walser habe Castell-Bleistifte benutzt.

Untergrund

Samstag, 3. September 2011

Als Hobby-Messie genieße ich den Vorzug, zuweilen etwas finden zu dürfen, ohne es zu suchen1. Heutiges Fundstück ist ein Linienplan der Londoner U-Bahn aus den Siebzigen.

Untergrund

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Dieser Plan ist ein Klassiker des Corporate Design und zudem ein Augenschmaus für viele Typoholiker wie mich, steht doch die berühmte, von Edward Johnston für die „Tube” ent­worfene und 1916 veröffentlichte Schrift Johnston Sans im Mittelpunkt (auch wenn die hier zu sehende Variante bereits eine überarbeitete ist).

Untergrund

Die für mich beste Darstellung dieser Schrift mit Details zu ihrem Schöpfer findet sich übri­gens in dem sehr lesenswerten Buch „Just My Type” von Simon Garfield, erschienen 2010 bei Profile Books, das hiermit allen an Typografie Interessierten wärmstens empfohlen sei.

  1. Den umgekehrten Fall gibt es natürlich auch, doch dieser ist weniger vorzüglich und heute nicht das Thema.

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