Druckbleistifte
Der Druckstifteinsatz (4)
Nach der Erfindung des Druckstifteinsatzes durch Thomas Doser im Jahr 1975 und dem erfolglosen Versuch von Dr.-Ing. Werner Beisel und Dipl.-Ing. Peter Gütig von 1983, ihn erneut patentieren zu lassen, brachte STAEDTLER 1984 mit dem MARS CIRCOFIX den ersten Druckstifteinsatz auf den Markt.
Zwei Jahre nach der Einführung des MARS CIRCOFIX meldete STAEDTLER ein Gebrauchsmuster (G 8605596.8) und am selben Tag ein Patent (DE 3606717 A1) an, und zwar in beiden Fällen für einen „Mineneinsatz für Zirkel und Schaftverlängerung hierzu“, erfunden von Gerald Grötsch aus Fürth. Die in der Gebrauchsmuster- und der Offenlegungsschrift enthaltenen Zeichnungen sind identisch und zeigen u. a. einen dem bereits patentierten und dem CIRCOFIX sehr ähnlichen Druckstifteinsatz.
Hat man etwa versucht, ihn erneut patentieren zu lassen? Ich vermute nicht, sondern denke eher, dass es STAEDTLER um die Kombination aus diesem Einsatz und einer Verlängerung ging. Punkt 1 der Patentansprüche beschreibt sie (Hervorhebung im Original):
Mineneinsatz für Zirkel, der mindestens eine in einem Gehäuse angeordnete Spannvorrichtung für Minen, ein Betätigungsteil für den Minenvorschub und ein Befestigungsmittel zum lösbaren Befestigen an einem Zirkel aufweist, gekennzeichnet durch eine leicht lösbar mit dem Gehäuseschaft (11), mit einem Befestigungsmittel (13, 13′; 14, 14′) oder mit einem Befestigungsabschnitt (23) des Betätigungsteils (22) verbundene Schaftverlängerung (3, 3′, 3“), die mit Durchbrechungen (31), Stößel (32) oder Schiebern (35) versehen ist, um die Einwirkung auf das Betätigungsteil (22) der Spannvorrichtung für die Mine (41, 42) zu ermöglichen, sofern sie nicht direkt mit dem Betätigungsteil (22) in Wirkverbindung steht.
In der Beschreibung wird auf die Patente von Beisel und Gütig sowie Doser eingegangen und betont, dass diese Mineneinsätze, obwohl meist hochwertig, nur für den vorbestimmten Zweck geeignet, aber aufgrund ihrer geringen Länge nicht handgerecht sind und daher nicht als normale Schreib- und Zeichenstifte genutzt werden können. Diese Erfindung beseitigt diese Nachteile durch die Schaffung eines Mineneinsatzes mit zugehöriger Schaftverlängerung.
Doch wie kann man den Schaft des Druckstifteinsatzes verlängern und weiterhin den Minenvorschub betätigen? Der Erfinder Gerald Grötsch war kreativ, und es macht Freude, die Varianten genauer zu betrachten.
Bei der ersten Variante sitzt ein Rohr auf dem Drücker und bei der zweiten ein längeres auf dem Stift, wobei eine Aussparung die Betätigung des Drückers ermöglicht.
Die dritte und die vierte Variante nutzen ebenfalls ein langes Rohr, wobei die Betätigung des Drückers über einen im Rohr sitzenden und ggf. federbeaufschlagten Schieber bzw. Stößel erfolgt. Weitere Varianten entstehen dadurch, dass das Rohr entweder reibschlüssig befestigt oder aufgeschraubt wird.
Ich könnte mir vorstellen, dass man die Fertigung der beiden letzten Varianten aufgrund des Aufwands erst gar nicht erwogen und sich schon früh für die in meinen Augen sehr pfiffige zweite entschieden hat. Aber was ist mit der ersten? Bevor ich auf diese eingehe, ein kleiner Exkurs.
Exkurs: Schriftartencodes
Patente und Gebrauchsmuster sind durch Schriftartencodes gekennzeichnet. Diese bestehen aus einem Buchstaben und einer Ziffer, wobei der Buchstabe für das Publikationsniveau steht und die Ziffer für die Veröffentlichung. Bis einschließlich 2003 – darunter fallen die hier genannten Patente – bezeichnete A1 die Offenlegungsschrift, B1 und B2 die Auslegeschrift in der Erst- und Zweitveröffentlichung, meist nach einem Prüfungsverfahren, und C1 bis C4 die z. B. nach Einspruch, Beschränkung oder Nachprüfung geänderte Patentschrift in der Erst- bis Viertveröffentlichung. Bei Gebrauchsmustern gab es bis Ende 2003 nur U11.
Zurück zur Verlängerung. So erschien auch das Patent DE 3606717 von STAEDTLER zunächst als Offenlegungsschrift A1 und dann als Patentschrift C2; mit letzterem wurde im Juli 1989 die Patenterteilung veröffentlicht.
War der Druckstifteinsatz in A1 noch wesentlicher Teil der Patentanspruchs, so wird er in C2 nur nebenbei erwähnt:
Die Erfindung betrifft eine Verlängerung für Zirkel-Einsätze, insbesondere für Mineneinsätze für Zirkel.
Was ist passiert?
Im Patentwesen gibt es sogenannte Entgegenhaltungen. Das sind Veröffentlichungen, die allein oder zusammen mit anderen die Neuheit einer Erfindung in Frage stellen, d. h. gegen die Patentfähigkeit einer Erfindung sprechen können und von einem Patentprüfer oder einem, der Einspruch erhebt, entgegengehalten wird. Unter den Entgegenhaltungen in DE 3606717 C2 finden sich das Gebrauchsmuster von Doser sowie das Patent von Beisel und Gütig, was darauf schließen lässt, dass man die Ähnlichkeit des im Patent gezeigten Mineneinsatzes zum patentierten Druckstifteinsatz erkannt hat und die Patentschrift geändert werden musste. So entfiel der Mineneinsatz aus dem Patentanspruch und diente nur noch zur Veranschaulichung der Funktion der Schaftverlängerung.
Doch in C2 fehlt zudem die erste Variante mit dem auf dem Drücker aufgesetzten Rohr. Warum? Eine weitere Entgegenhaltung ist das Patent „Hülsenförmiger Bleistifthalter“ (DE 831655) von Anton Schindler, erteilt 1951.
In der Patentschrift von Schindler wird bemängelt, dass der Bleistiftrest in den üblichen Bleistifthaltern keinen sicheren Halt findet und der Übergang vom Halter zum Bleistift nicht glatt, sondern verdickt ist und dies beim Schreiben stört. Abhilfe soll ein hülsenförmiger Bleistifthalter aus Metall oder Kunststoff schaffen, dessen Enden nach innen konisch verengende Gewindegänge aufweisen, in die der am Ende konisch zugerichtete Bleistiftrest geschraubt wird. So soll der Bleistift sicher gehalten werden, und da der Durchmesser des Halters an den des Bleistifts angepasst ist, gibt es auch keinen störenden Übergang2.
Die erste Variante von STAEDTLER war dieser Erfindung wohl zu ähnlich, so dass sie herausfiel. – Ich bezweifle übrigens, dass diese Lösung alltagstauglich gewesen wäre, da aufgrund der Länge des Rohrs bei der Betätigung des Minenvorschubs die Gefahr des Abknickens und damit der Beschädigung zumindest des Drückers bestand.
So überrascht es nicht, dass die Wahl auf das Rohr mit der Aussparung fiel.
Der – so die Produktbezeichnung – Verlängerungsschaft wurde erstmals im Katalog 1987/88 aufgeführt und hatte die Artikelnummer 556 91.
Es gab ihn einzeln, aber auch zusammen mit dem MARS TECHNICO 555 und in drei Strichstärken (0,3/0,5/0,7) im Set 556 91.
Die letzte Erwähnung des Verlängerungsschafts findet sich im Katalog des Jahres 1996.
Damit verschwand dieses nützliche und elegante Zubehör nach neun Jahren.
Danke an Alan Williams für den Hinweis auf das Gebrauchsmuster und an STAEDTLER für die Scans!
- 2004 entfielen manche Schriftartencodes, und neue kamen hinzu; eine Übersicht geben die Dokumente „Informationen über Patentdokumente des In- und Auslands (IPIA)“ und „Schriftenartencodes bei Patentdokumenten“ des Deutschen Patent- und Markenamtes.↩
- Es wäre interessant zu wissen, ob dieser Verlängerer jemals auf den Markt kam.↩
Der Druckstifteinsatz (3)
Der Druckstifteinsatz ist ein kurzer Druckbleistift mit einem Außengewinde, mit dem er in die Tuschefülleraufnahme von Zeichengeräten wie z. B. Zirkeln geschraubt wird, und damit eine praktische Alternative zum geklemmten Stück einer 2-mm-Mine. Im dritten Teil dieser Serie geht es nach einem kurzen Rückblick auf die Patente um den ersten erhältlichen Druckstifteinsatz.
Die älteste mir bekannte Patentanmeldung, die den Druckstifteinsatz in der bekannten Form zeigt, ist die von Dr.-Ing. Werner Beisel und Dipl.-Ing. Peter Gütig aus dem Jahr 1983.
Sie wurde jedoch zurückgezogen, vermutlich weil sie dem zu ähnlich war, was Thomas Doser 1975 in seinem Gebrauchsmuster für seine „Vorrichtung für Zeichengeräte, insbesondere für Zirkel“ beschrieben hat. Er hatte eine Schraubhülse mit konischer Bohrung für die Aufnahme u. a. von Feinschreibern erdacht, aber in den Schutzansprüchen auch erwähnt, einem Feinschreiber das Gewinde in der Nähe der Schreibspitze anzuformen, um ihn ohne die Schraubhülse nutzen zu können.
Damit kam der Druckstifteinsatz in die Welt, und Thomas Doser kann als sein Erfinder gelten. Doch wer hat ihn zuerst angeboten?
Der meines Wissens erste Druckstifteinsatz auf dem Markt war der MARS CIRCOFIX von STAEDTLER, der im Katalog von 1984 in drei Strichstärken (0,3/0,5/2 mm) aufgeführt wurde.
Die 2-mm-Variante des CIRCOFIX war auch zusammen mit dem Fallnullenzirkel 556 58 erhältlich.
Den CIRCOFIX in 0,5 mm gab es zudem in Sets mit dem MARS TECHNICO 555, dem Spitzenmodell des Zirkelsortiments (wie hier im Katalog von 1984 gezeigt).
1985, also im Jahr darauf, bot STAEDTLER den CIRCOFIX zusätzlich in 0,7 mm an sowie im Set (0,3/0,5/0,7) mit einem Zirkelansatzstück mit 4-mm-Zapfen für die Verwendung in Zirkeln ohne Tuschefülleraufnahme. Alle drei feinen Strichstärken waren später auch Teil des Sets MARS TECHNICO 555 30 (ca. 1989).
In den folgenden Jahren erfuhr der CIRCOFIX einige Änderungen. Zunächst waren alle Drücker zylindrisch und hatten die Farbe des Schafts, doch dann gab man ihnen – ausgenommen der 2-mm-Variante – die zu den Strichstärken passenden ISO-Farben (um 1989) und führte sie schließlich konisch aus (ca. erste Hälfte der 1990er Jahre).
Die Spitze ist übrigens die gleiche wie beim STAEDTLER MICROGRAPH F 770 1x und hat daher auch die Ringe, die die Strichstärke kennzeichnen1.
Weitere Änderungen gab es bei der Kennzeichnung. So kam „GERMANY“ auf dem Schaft hinzu, und auf dem Drücker steht mal „Germany“ und mal „W. Germany“ (letzteres bei meinen Exemplaren kurioserweise erst bei der dritten Generation des CIRCOFIX). Leider kann ich diese Änderungen zeitlich nicht zuverlässig einordnen, und ich halte es auch für möglich, dass man je nach Verfügbarkeit Schäfte, Drücker und sogar fertige Einsätze unterschiedlicher Generationen in Sets kombiniert hat, was die Datierung erschwert.
Die letzte Erwähnung des CIRCOFIX2 findet sich im Katalog von 2001, der nur noch die 0,5-mm-Variante aufführt.
1986, also zwei Jahre nach der Einführung des CIRCOFIX, meldete STAEDTLER ein Gebrauchsmuster und am selben Tag ein Patent an, und zwar in beiden Fällen für einen „Mineneinsatz für Zirkel und Schaftverlängerung hierzu“, erfunden von Gerald Grötsch aus Fürth. Die in der Gebrauchsmuster- und der Offenlegungsschrift enthaltenen Zeichnungen sind identisch und zeigen u. a. einen dem bereits patentierten und dem CIRCOFIX sehr ähnlichen Druckstifteinsatz. Hat man etwa versucht, ihn erneut patentieren zu lassen? Die überraschende Antwort auf diese Frage und einige spannende Details gibt es im nächsten Teil dieser Serie.
Danke an STAEDTLER für die Scans!
- Auch die Mechanik und der – hier natürlich kürzere – Minenbehälter sind identisch zu den im STAEDTLER MICROGRAPH F 770 1x verwendeten Komponenten.↩
- Kurioserweise führt das DPMAregister diesen Namen nicht auf, auch nicht als gelöscht. Wurde er etwa nicht eingetragen?↩
Pentel PG5
Kürzlich kam in einer Unterhaltung die Frage auf: Gibt es einen klassischen japanischen Druckbleistift, der heute noch erhältlich ist? Ja, und zwar den Pentel PG5.
Das japanische Unternehmen Pentel, 1946 als Dai Nihon Bungu Kabushiki Kaisha gegründet, erfand die Feinmine mit Polymerbindung und brachte sie 1960 auf den Markt1. Einer der sehr frühen Stifte für 0,5-mm-Minen war 1965 der Pentel GRAPH2; ihm folgten 1971 der GRAPH II, der erstmals einen Härtegradindikator hatte, und 1972 der PG5, den es in nahezu unveränderter Form3 heute – also nach über einem halben Jahrhundert – noch gibt4.
Der PG5 ist 14,8 cm lang, 8,5 mm dick und wiegt knapp 10 Gramm. Neben dem weißen Aufdruck „0.5 mm PG5“ – kurioserweise ohne Herstellernamen – gibt es auf dem zwölfflächigen Schaft zwei 11 × 5 mm große Prägungen oberhalb der Griffzone, nämlich „GRAPH PENCIL“5 und „PENTEL Japan“; letztere enthält beim hier gezeigten Exemplar zudem die Zahl 13 (wohl eine Prägemarke). Der Griff ist 25 mm lang und hat feine, umlaufende Rillen6, die den Fingern sehr guten Halt bieten, ohne wie so manche Rändelungen unangenehm zu sein; er verjüngt sich zur Spitze hin auf 7,5 mm. Der Schwerpunkt liegt etwa in der Mitte und der Minenvorschub bei zehnmaligem Drücken beträgt 5 mm.
Der Aufbau des PG5 ist pfiffig. Die von hinten eingesteckte Einheit aus Mechanik und Minenbehälter7 sitzt verdrehsicher im Schaft8 und wird am einen Ende durch die aufgeschraubte Spitze9 und am anderen durch das eingeschraubte Verbindungsstück gehalten. Letztere trägt auch die Härtegrade10, die durch die Aussparung im aufgesteckten Kunststoffring11 sichtbar sind. Der Drücker mit Reinigungsnadel12 sitzt fest im Minenbehälter und das konische Endstück13 aus Metall, charakteristisches Merkmal seit dem GRAPH aus dem Jahr 196514, wird aufgeschraubt. Diese Konstruktion macht das Nachfüllen von Minen zwar umständlicher, verhindert aber, dass etwas klappert oder verloren geht. Der Clip15 wird nur durch Kraftschluss gehalten, so dass keine unschöne Aussparung wie z. B. beim P200 zu sehen ist, wenn man den PG5 ohne Clip nutzt. – Auf einen Radierer, der sich gerade einmal für Notfälle eignet, hat man glücklicherweise verzichtet.
Die Verarbeitungsqualität und den Gebrauchswert des PG516 empfinde ich als hervorragend, und seine Geschichte sowie seine ungewöhnliche Gestaltung machen ihn für mich noch attraktiver; zudem ist er mit 800 Yen (knapp 4,70 Euro) sehr preiswert. Ich kann den PG5 daher uneingeschränkt empfehlen, auch wenn er – und das ist der einzige Wermutstropfen – offiziell nur in Japan erhältlich17 ist.
Nachtrag vom 6.8.25: Die PG-Modelle sowie der PMG im Katalog des Jahres 2006 von Pentel Japan (in diesem waren der PG4 und der PG7 bereits abgekündigt)18:
- 1962 folgten 0,5 mm mit dem Pentel 380 als ersten Druckbleistift für diesen Durchmesser und im selben Jahr 0,7 mm; 1968 stellte Pentel die 0,3-mm-Mine vor. – Eine hervorragende Übersicht der Druckbleistifte von Pentel bietet das „Pentel Pencils Identification Book“ von Jimmy Simpson.↩
- Zum 60-jährigen Jubiläum des GRAPH soll es von Pentel einige limitierte Varianten populärer Druckbleistifte geben, aber seltsamerweise weder vom GRAPH noch vom PG5 (siehe „Pentel 2025 limited“).↩
- Über die Jahre gab es jedoch einige kleine Änderungen am Innenleben, ebenso am Gelbton des Härtegradindikators.↩
- Die Ausführung für den internationalen Markt hatte jedoch eine andere Kennzeichnung (siehe den Katalog des Jahres 1982 von Pentel USA). Es gab auch noch eine Variante mit silberfarbenem statt gelbem Ring und ohne Kennzeichnung, doch was es mit dieser auf sich hatte, weiß ich nicht. – Weitere PG-Modelle waren der PG4 (1976), der PG7 (1978) und der PG2 (1981). Der ähnlich gestaltete Pentel Mechanica Graph (PMG, 1970) nimmt eine Sonderstellung ein, da er als günstige Alternative zum Pentel Mechanica gedacht war und daher anders konstruiert ist. Leider sind diese Modelle nur noch antiquarisch zu bekommen.↩
- Die Gestaltung des Schriftzugs „GRAPH“ entspricht der auf der Verpackung des ersten Pentel GRAPH; die Schriftart ähnelt sehr der Futura Black von Paul Renner aus dem Jahr 1928.↩
- Diese Ringe gab es auch beim Pentel 11 (1967), und man vermutet, dass die elf breiteren Ringe des P200 auf diesen anspielen.↩
- Heute unüblich: aus Metall. – Ältere Varianten tragen einen Produktionscode.↩
- Der GRAPH hatte noch einen leicht bauchigen Schaft, der an beiden Enden rund zulief; bei seinen Nachfolgern war er prismenförmig. – Im Gegensatz zum P200 gibt es beim PG5 am Übergang zur Spitze keinen störenden Wulst.↩
- Sie hat ein 4 mm langes Minenführungsröhrchen und ist identisch zu der des P205. – Ihr Absatz geht vermutlich auf die zweigeteilte Spitze früher Ausführungen des GRAPH zurück.↩
- 4H–B ohne F.↩
- Diese Konstruktion mit dem geklemmten Kunststoffring als Härtegradindikator hat Pentel mit dem Pentel Mechanica eingeführt. – Wer mit der Farbcodierung der Linienbreiten vertraut ist, wird sich über diese Farbwahl wundern, steht Gelb doch für 0,3 mm. Die Erklärung ist einfach: Pentel hat den Standard für die Farbcodierung (ISO 128) erst lange nach dem GRAPH II und dem PG5 umgesetzt. Gelb wurde später für 0,9 mm genutzt, doch da es keinen PG9 gab, führte dies beim PG5 auch nicht zu Konflikten.↩
- Aus Sicherheitsgründen wird sie heute meist weggelassen.↩
- Diese an einen Pinsel erinnernde Gestaltung war beim Pentel Mechanica (1968) und beim Pentel Accu Graph (1979) noch konsequenter, denn bei diesen verjüngte sich nicht nur das Endstück, sondern der ganze Schaft.↩
- Wie unter „Pentel Graph Descendents“ zu sehen, gab es einige Nachahmer.↩
- Ich habe ihn für das Foto nicht abgenommen, da dies keinen Zusatznutzen gebracht hätte.↩
- Exakte Bezeichnung: PG5-AD. – Der erste Buchstabe des Suffix ist der Farbcode (A: schwarz).↩
- Dass es ihn hier nicht gibt, ist eine Entscheidung von Pentel Japan, an der Pentel Deutschland nichts ändern kann. – Quelle: Telefonat mit Pentel, Hamburg.↩
- Ich finde es bemerkenswert, dass sich der Preis des PG5 in den letzten 20 Jahren nicht geändert hat.↩
STAEDTLER REG 925 85-05
Der Druckbleistift 925 85-05 von STAEDTLER Japan mit regelbarem Minenvorschub war von 2004 bis 2014 erhältlich und wurde kürzlich wieder aufgelegt. Hier ein schneller Blick auf beide Varianten.
Alt (oben), neu (unten)
Die Unterschiede:
- Die Kennzeichnung ist dunkler und für „REG“ wurde eine andere Schriftart benutzt.
- Der Drücker schaut etwa 1 mm weniger weit heraus1; dadurch ist der Hub etwas geringer.
- Es gibt keine Reinigungsnadel mehr2.
- Das Gewicht ist mit 22,5 g knapp 1 g geringer.
- Der Minentransport arbeitet etwas geschmeidiger (man muss jedoch geringfügig stärker drücken).
- Die Mechanik ist ein wenig leiser.
- Der Regulator-Mechanismus arbeitet deutlich geschmeidiger und ohne lästiges Knarzen.
- Der Drücker klappert nicht mehr. Auf dem Rohr unterhalb des Drückers gibt es nun einen umlaufenden Wulst, der den Spalt zum Schaft weitgehend füllt und das radiale Spiel minimiert.
Während die ersten vier Punkte kosmetischer Natur sind, stellen die letzten vier eine Verbesserung dar und machen die neue Variante sehr interessant3.
Der 928 85-05 kostet 3300 Yen (gut 19 Euro); ihm soll eine schwarze und eine 0,3-mm-Version folgen.
Nachtrag vom 12.8.25: Einen ausführlichen und reich bebilderten Vergleich gibt es unter „STAEDTLER REG Comparison Review“.
- Der Abstand zwischen gerändeltem Ring und Schaft hängt von der Regulator-Einstellung ab; der Drücker bewegt sich mit.↩
- Auf diese Nadel zum Reinigen des Minienführungsröhrchens, angebracht am Radierer, verzichten die meisten Hersteller aus Sicherheitsgründen schon seit einigen Jahren.↩
- Dies dürfte auch den Preis der alten und inzwischen recht hoch gehandelten Variante drücken.↩
Kurz notiert
- Vom populären Video-Blogger Seasar aus Japan, der seit ein paar Jahren Produkte unter seinem Namen anbietet, gibt es jetzt den dritten Druckbleistift1. Der Gravium verfügt über einige bemerkenswerte Merkmale wie z. B. eine hochwertige Mechanik, die mich an die im STAEDTLER Hexagonal und im Kaweco Special erinnert2, einen zwölfflächigen Schaft und eine Beschichtung mit Neorabasan, die sich samtig anfasst und sehr langlebig sein soll (sie wurde bereits von Tombow für zwei Schreibgeräte der ZOOM-Serie und den Druckbleistift MONO graph fine genutzt). Er ist nur für 0,5-mm-Minen verfügbar und kostet 6600 Yen (ca. 39 Euro), doch die erste Charge ist schon ausverkauft.
- Mitsubishi/uni hat sein Sortiment der Jetstream-Kugelschreiber um vier neue Prime-Modelle erweitert. Den Jetstream Single und den Jetstream 3+1 gibt es in dunkelblau (0,5 mm) und schwarz (0,7 mm), wobei das Single-Modell eine Mine im Format Parker G2 nutzt und der Mehrfachstift D1-Minen, beide Stifte also nicht von der verbesserten Tintenrezeptur profitieren, die vor gut einem Jahr unter den Namen Jetstream Lite Touch vorgestellt wurde. Die vier Stifte kamen Ende Juni auf den Markt und kosten 3500 Yen (gut 24 Euro) bzw. 5500 Yen (ca. 38 Euro).
- Unter „Regulatory Standards for Mechanical Pencils: Ensuring Quality, Safety, and Global Compliance“ hat der Nutzer Pdunc67 im Knockology-Forum eine umfangreiche und informative Übersicht der Normen und Standards für Druckbleistifte und deren Minen zusammengestellt.
- Mit dem Tect 2way RO wird es im September einen neuen Druckbleistift von Zebra geben. Der Tect 2way, bei dem die Mine außer durch Drücken auch durch einen arretierbaren Schüttel-Mechanismus transportiert werden kann, kam 2007 als Standard– und als Light-Variante auf den Markt (später folgten etliche, zum Teil limitierte Farbvarianten3 und 2011 eine vereinfachte ohne „Shaker“). Beiden gemeinsam ist der Kunststoffgriff mit drei Gummiringen4, doch der Tect 2way RO wird ein gerändeltes Metallgriffstück ohne Gummiringe haben und in vier Farben, aber nur für 0,5-mm-Minen erhältlich sein5 und 2500 Yen (knapp 15 Euro) kosten. – Quelle: Knockology.
- Unter „Why Shopping at Itoya Feels Like a Special Occasion“ gibt es einen interessanten Einblick in das inzwischen 120 Jahre alte Schreibwarengeschäft ITOYA in Tokyo. – Quelle: Knockology.
- Modifikationen mechanischer Bleistifte erfreuen sich großer Beliebtheit, und die Kreativität kennt auch da keine Grenzen. Unter „Custom Pentel Kerry Wood“ zeigt der Nutzer Progstu einen Pentel Kerry mit einem Holzschaft aus Resten eines Pilot S20.
- Bereits im vergangenen Jahr beherrschte ein Drama die Tinten-Gemeinde. Als LAMY 2016 die Tinte „Dark Lilac“ auf den Markt brachte, war die Begeisterung groß, doch viele gingen leer aus, weil diese Tinte stark limitiert war und schließlich unter Sammlern für über das zwanzigfache des ursprünglichen Preises gehandelt wurde. Umso größer war die Freude, als LAMY diese Tinte 2024 erneut anbot, doch die Begeisterung währte nur kurz: Es stellte sich nämlich heraus, dass die neue „Dark Lilac“ nicht der alten entsprach. Nach anfänglicher Verwirrung bestätigte LAMY, dass manche Zutaten der alten Tinte nicht mehr verfügbar waren und man eine neue Rezeptur finden musste. Einen detaillierten Vergleich der beiden Tinten und weitere Details gibt es unter „LAMY dark lilac is Back!“. – Danke an Kai für den Hinweis!
- Der erste war der Pentel Smash Seasar Brown (Q1005-SSKS) und der zweite der Aero. – Die Form des letzteren erinnert mich sehr an die der Drehkugelschreiber aus der Urban-Serie von Parker.↩
- Ich vermute, sie stammt von Preco.↩
- Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind die transparenten Ausführungen, die Zebra für MUJI und Hi-Note hergestellt hat (einen Vergleich gibt es bei Knockology).↩
- Die Standard-Variante hat jedoch Metall im Griffstück.↩
- Auch Zebra folgt dem Trend, nur noch diesen Minendurchmesser anzubieten; den ursprünglichen Tect 2way gab es in drei (0,3/0,5/0,7).↩
Weiß und Schwarz
Mir fällt zurzeit nichts ein, dafür aber auf, dass diese drei Druckbleistifte1 farblich gut zusammenpassen.
Hat da gerade jemand „Stormtrooper“ gesagt?
- Pentel Smash (Q1005-9LF, Loft Limited, 2008), Zebra DelGuard Type-Lx (Fog White Limited, 2025), Kitera LiFT+ (2025).↩
Der Druckstifteinsatz (2)
Ihre Idee für einen kurzen Druckbleistift mit Außengewinde, den man statt des Tuschefüllers in die für diesen vorgesehene Aufnahmevorrichtung des Zeichengeräts schrauben kann, haben Dr.-Ing. Werner Beisel und Dipl.-Ing. Peter Gütig im November 1983 beim DPMA angemeldet. Dieser in „Der Druckstifteinsatz (1)“ gezeigte „Zeicheneinsatz für Zeichengeräte“ lief erfolgreich durch das Vorverfahren, doch dann wurde die Anmeldung zurückgenommen und auf den Schutz verzichtet. Warum? Ein sehr interessanter Hinweis kam von Alan Williams, dem Betreiber des hervorragenden Weblogs Graphography.
Im Oktober 1974, also knapp ein Jahrzehnt vor Beisel und Gütig, meldete Thomas Doser seine „Vorrichtung für Zeichengeräte, insbesondere für Zirkel“ an und bekam im März 1975 das Gebrauchsmuster erteilt1. Er hatte eine Schraubhülse erdacht, die man in die Tuschefülleraufnahme eines Zirkels und auch z. B. in die Aufnahme von Schablonenschreibern schrauben konnte.
Diese Schraubhülse mit leicht konischer Bohrung und rauher Innenwandung nahm einen kurzen2 Feinschreiber oder ein anderes Schreibgerät auf (mit „Feinschreiber“ bezeichnete Doser den damals noch recht neuen Druckbleistift mit 0,5-mm-Mine).
In den Schutzansprüchen der Gebrauchsmusterschrift findet sich folgender bemerkenswerter Abschnitt (Hervorhebung von mir):
Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorgehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Feinschreiber mit angeformtem Gewindeteil in der Nähe der Schreibspitze, insbesondere etwa im Bereich der Griffstelle, mit einem Außengewinde, das dem erwähnten Innengewinde angepaßt ist.
Damit kam der Druckstifteinsatz in die Welt, d. h. er wurde lange vor dem „Zeicheneinsatz für Zeichengeräte“ von Beisel und Gütig erdacht; möglicherweise hat man deren Patentanmeldung aus diesem Grund nicht weiter verfolgt.
Doch wie sah die erste Umsetzung dieser Erfindung aus? Darauf gehe ich im nächsten Teil dieser Serie ein.
Danke an Alan Williams für den Hinweis!


























