Archiv des Stichworts „Farbstifte”

 Ältere Beiträge Neuere Beiträge 

Farbstifte mal anders

Mittwoch, 25. Juni 2014

Bemerkenswert: Der finnische Künstler Tuomas Markun Poika macht Vasen aus Farbstiften. Seine Serie „Amalgamated” entstand in Zusammenarbeit u. a. mit Faber-Castell. – Danke an Andreas Weinberger für den Hinweis!

„Der Universalstift”

Samstag, 15. Februar 2014

Heute gibt's schon wieder Scans, und zwar von einem beidseitig bedruckten Blatt im For­mat DIN A4, mit dem J.S. STAEDTLER vor allem seinen Mars Lumograph 2886 anpries. Es fällt mir schwer, dieses Blatt zu datieren; ich vermute, dass es aus den späten 1930er Jahren stammt.

„Der Universalstift”

Die Vorderseite hebt vor allem die „hervorragende Lichtpausfähigkeit” des Mars Lumograph hervor.

„Der Universalstift”

„Der Universalstift”

Wie auch bei diesem Faltblatt ist der Zeichnungsausschnitt aufgeklebt.

„Der Universalstift”

Soweit ich weiß, wurde dieses Logo nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr benutzt (eine andere Variante findet sich hier).

„Der Universalstift”

Auf der Rückseite werden fünf weitere Produkte vor allem für Künstler und Techniker de­tailliert vorgestellt.

„Der Universalstift”

In der Beschreibung des Lumograph fällt der Hinweis auf die rechteckige Mine und den runden Schaft des Härtegrads ExExB (heute 8B) auf.

„Der Universalstift”

„Der Universalstift”

Zu den Besonderheiten gehören der Künstlerstift 1018, der Vorläufer des 1019, der flachovale Lichtpaus-Langstrichstift 2888 mit einer Mine rechteckigen Querschnitts sowie der auf den 2888 abgestimmten Verlängerer.

„Der Universalstift”

Der Mars-Chromabella-Zeichenfarbstift war vermutlich der Vorgänger des Mars-Lumochrom.

„Der Universalstift”

Kurz notiert

Donnerstag, 6. Februar 2014

Hin und wieder wage ich einen Blick in die Zukunft und stöbere bei Espacenet in den Pa­tentschriften hauptsächlich der IPC B43K (Geräte zum Schreiben oder Zeichnen) und B43L (Artikel zum Beschreiben oder zum darauf Zeichnen; Zubehör zum Schreiben oder Zeich­nen). Dabei entgangen ist mir jedoch ein Patent, das Faber-Castell erteilt und Ende Januar veröffentlicht wurde.

Bei dem „Verfahren zur Herstellung von holzgefassten Stiften” (EP2689938) wird die Stirn­fläche des Stifts mit einem UV-Lack grundiert und anschließend farbig bedruckt. Während beim für Endkappen üblichen Vorgehen mittels Tauchen die Grundier- und die Farbschicht lange trocknen müssen, kann der UV-Lack in Sekunden gehärtet werden. Zudem ist des­sen Schicht dünner als beim Tauchen und daher die Gefahr der Tropfenbildung und des Verlaufens sehr gering. Der Farbauftrag erfolgt durch ein Druckverfahren, wobei die Pa­tentschrift den Tampondruck als für die meist konvexen Stiftenden besonders geeignet aufführt. Mit diesem Verfahren lassen sich der Produktionsdurchsatz erhöhen und der Ma­terialbedarf senken, und ich vermute, dass man durch die Bedruckung auch mehr Gestal­tungsmöglichkeiten hat.

Danke an Wowter für den Hinweis auf dieses Patent!

„Ein Rotkopierstift kleckst nie!”

Montag, 23. Dezember 2013

Aus dem Schulstift-Prospekt P. 699 von J.S. Staedtler: Der Rotkopier-Korrigier-Stift Mars 2950.

„Ein Rotkopierstift kleckst nie!”

Würde ich sofort kaufen, allein schon wegen der Wortwahl in der Beschreibung.

„Ein Rotkopierstift kleckst nie!”

Und aus diesem Grund.

Am Rande: Warum „poliert”? Früher wurde der Lack mancher Bleistifte tatsächlich poliert, und dieser Begriff hat sich eine Weile gehalten. In noch früheren Zeiten, etwa bis zum En­de des 19. Jahrhunderts, überzog man die Stifte zuweilen mit Schellack, dem Schwer­metall-Farben zugesetzt waren; eine Politur (von Hand!) verlieh ihnen einen tiefen Glanz.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Sonntag, 27. Oktober 2013

Landkartenstifte1 üben großen Reiz auf mich aus, ohne dass ich sagen kann, warum – oft sind es nur Farbstifte in anderer Verpackung, und zum meist militärischen Hintergrund habe ich keine Beziehung. Am meisten sprechen mich jedoch die Gestaltung und die oft anzu­treffende Legende an; vermutlich ist es deren Ästhetik, die mich auch in diesem Fall hat zugreifen lassen.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Das Krokier-Etui Nr. 7673 von A.W. Faber ist aus Blech, misst 185 × 54 × 18 mm und enthält zwölf Farbstifte der Marke „Pestalozzi”2. Wann diese Marke benutzt wurde, konnte ich noch nicht herausfinden; ich gehe aber davon aus, dass dieses Etui aus der Zeit des zweiten Weltkriegs stammt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Der Name des Herstellers wurde in den Klappdeckel geprägt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Auf der Papierummantelung des Etuis finden sich Angaben zur Verwendung der Farben so­wie Details der topographischen Darstellung für Krokierzwecke.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Die mit den Farbmustern genannten Nummern korrespondieren mit denen der Stifte, und angesichts der Lücken in der Nummerierung vermute ich, dass die zwölf Farbstifte eine Auswahl aus einem größeren Sortiment waren.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Die sechsflächigen Farbstifte haben eine festere und deutlich weniger kreidige Mine als die meisten anderen mir bekannten Landkartenstifte. Diese ist wasservermalbar, lässt sich aber kaum radie­ren.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Ihr Aufdruck ist knapp, und neben der Farb- gibt es noch eine Artikelnummer und die da­mals als Logo genutzte Waage, eines der für mich schönsten Warenzeichen aus der Büro­artikelwelt.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Der helle, leicht abwischbare Belag an den Spitzen stammt wahrscheinlich vom Ausblühen des Wachses, mit dem die Minen imprägniert wurden.

A.W. Faber Pestalozzi Krokier-Etui Nr. 7673

Für mich ein sehr schönes Etui!

Anm.: Bei der topografischen Karte im Hintergrund handelt es sich auch diesmal um das Blatt Lauter­bach, bearbeitet durch das hessische Katasteramt 1909.

  1. Ich unterscheide nicht zwischen „Landkartenstift” und „Krokierstift”.
  2. Es gab auch Bleistifte dieser Marke; Namensgeber war wohl der Schweizer Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827). – In dem Buch „Faber-Castell since 1761″ wird der Waren­katalog des Jahres 1932 zitiert mit „Pestalozzi – der Schulfarbstift mit der dünnen Mine zum billigen Preis – mit Wasser vermalbar”.

LUNA

Mittwoch, 16. Oktober 2013

LUNA

Grafik auf einer Schachtel mit zwölf unlackierten Farbstiften von J.S. Staedtler, hergestellt vermutlich während des zweiten Weltkriegs. – Mehr zur Marke „LUNA” gibt es im Beitrag „STAEDTLER LUNA 349″.

ELECTRIC

Dienstag, 8. Oktober 2013

Heute ein kurzer Blick auf die Marke „ELECTRIC” der Glocken-Bleistift-Fabrik.

ELECTRIC

Das 18,2 × 17,7 cm große Blatt diente vermutlich als Einlage einer Schauverpackung, ähn­lich dem, das für den Kopierstift „Reporter” aus dem gleichen Hause warb. – Die Schreib­weise des Ü im „Nürnberg”-Schriftzug gefällt mir besonders gut.

ELECTRIC

Doch es gab unter dem Namen „ELECTRIC” nicht nur Blei-, sondern auch Farbstifte. Dieser blaue mit der Nummer 4920 ist 11 mm dick und hat eine 4,5 mm starke Mine.

Electric

Die Unterschiede in der Gestaltung des Markennamens lassen vermuten, dass der Farbstift älteren und der Einleger neueren Datums ist. – Möglich, dass „ELECTRIC” auf die Verwen­dung von Elektrographit, also synthetischem Graphit (z. B. von Johann Faber für die „Apol­lo”-Bleistifte) zurückgeht.

ELECTRIC

Das war's auch schon.

„Faber-Castell since 1761″ (2)

Montag, 7. Oktober 2013

Mit „Faber-Castell since 1761″ gibt es seit kurzem eine umfangreiche Unternehmens- und Familiengeschichte der Bleistiftdynastie. Hier ein paar subjektive Anmerkungen.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Der üppig gestaltete, etwa 24,5 × 29 cm große und 520-seitige Band aus der Collection Rolf Heyne ist fadengeheftet, gebunden und durchgehend vierfarbig. Die Verarbeitungs­qualität des in Italien gedruckten Werkes ist, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Die Gliederung des chronologisch aufgebauten Buchs orientiert sich im wesentlichen an den acht Generationen und bietet über die mit „Wie die Welt aussah” betitelten Rubriken den zeitgeschichtlichen Kontext, was mir gut gefällt. Den Bauwerken ist ein eigenes Kapi­tel gewidmet, und der Anhang enthält u. a. einen Ausschnitt aus den Stammtafeln der Familien Faber und Castell sowie den Familienstammbaum.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Das Buch erfreut mit sehr ästhetischen Darstellungen; hier der Erwerb einer Graphitmine in Südsibirien durch Lothar von Faber im Jahre 1856 und Werbematerial für die Marken ACME und Apollo von Johann Faber.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Sämtliche Produktbereiche von gestern und heute werden präsentiert, darunter – neben Blei- und Farbstiften – Schiefertafeln und -griffel, Tinten und Tuschen, Rechenstäbe, Füll­halter, Zeichengeräte sowie Kosmetik.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Manches hätte ich gerne jedoch etwas ausführlicher gesehen, so z. B. das Sortiment von Eberhard Faber in den USA und die Bleistiftspitzer; vielleicht wäre auch das eine oder an­dere ungewöhnliche und heute fast vergessene Produkt (wie etwa der Flach­minen-Dreh­bleistift TK 9600) eine Erwähnung wert gewesen.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Angesichts des ganzen Know-how hinter den vielfältigen Produkten verwundert mich, wie wenig Technik gezeigt wird – Patentzeichnungen, Werkzeuge, Maschinen, Prototypen, halbfertige Produkte und andere Details zu Entwicklung und Fertigung fehlen fast völlig, was ich sehr schade finde.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Markengeschichte und Imagepflege indes sind ausführlich dokumentiert, und so wirken nicht wenige Seiten wie aus einer Werbebroschüre (und auf mich in einem solchen Buch unangenehm).

„Faber-Castell since 1761” (2)

Dass mich die ausführliche Darstellung der Bauwerke wenig und die zahlreichen privaten Einblicke kaum ansprechen, liegt vermutlich daran, dass ich nicht zur Zielgruppe dieses Buchs gehöre.

„Faber-Castell since 1761” (2)

„Faber-Castell since 1761″ ist sicher reizvoll, würde mir aber erheblich besser gefallen, wenn es weniger Familienfotos und Eigenwerbung und dafür mehr technikgeschichtliche Details enthalten würde; so kann ich das 58 Euro teure Buch leider nur eingeschränkt empfehlen.

Nachtrag vom 20.10.13: Unter „Faber-Castell Since 1761 (3)” bietet Sean von Contra­puntalism einen Blick auf die englische Ausgabe dieses Buches, zu der mir der Verlag Ende September sagte, es gäbe sie nicht.

 Vorherige 1 2 3 ...4 5 6 ...10 11 12 Nächste

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK