Fabrique Sermajor
Der Bleistifthersteller Gilbert, gegründet um 1830, wurde 1921 zur Fabrique Sermajor; hier der Titel eines Katalogs von 1925. – Danke an Herbert R. für den Scan!
Der Bleistifthersteller Gilbert, gegründet um 1830, wurde 1921 zur Fabrique Sermajor; hier der Titel eines Katalogs von 1925. – Danke an Herbert R. für den Scan!
Die Gestaltung und die Font-Vielfalt dieses Katalogtitels aus der Zeit um 1910 finde ich bemerkenswert, und Überschriften mit Punkt haben heute ohnehin Charme. – Danke an Herbert R. für den Scan!
Heute ein kurzer Blick auf die Marke „ELECTRIC“ der Glocken-Bleistift-Fabrik.
Das 18,2 × 17,7 cm große Blatt diente vermutlich als Einlage einer Schauverpackung, ähnlich dem, das für den Kopierstift „Reporter“ aus dem gleichen Hause warb. – Die Schreibweise des Ü im „Nürnberg“-Schriftzug gefällt mir besonders gut.
Doch es gab unter dem Namen „ELECTRIC“ nicht nur Blei-, sondern auch Farbstifte. Dieser blaue mit der Nummer 4920 ist 11 mm dick und hat eine 4,5 mm starke Mine.
Die Unterschiede in der Gestaltung des Markennamens lassen vermuten, dass der Farbstift älteren und der Einleger neueren Datums ist. – Möglich, dass „ELECTRIC“ auf die Verwendung von Elektrographit, also synthetischem Graphit (z. B. von Johann Faber für die „Apollo“-Bleistifte) zurückgeht.
Das war’s auch schon.
Mit „Faber-Castell since 1761“ gibt es seit kurzem eine umfangreiche Unternehmens- und Familiengeschichte der Bleistiftdynastie. Hier ein paar subjektive Anmerkungen.
Der üppig gestaltete, etwa 24,5 × 29 cm große und 520-seitige Band aus der Collection Rolf Heyne ist fadengeheftet, gebunden und durchgehend vierfarbig. Die Verarbeitungsqualität des in Italien gedruckten Werkes ist, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut.
Die Gliederung des chronologisch aufgebauten Buchs orientiert sich im wesentlichen an den acht Generationen und bietet über die mit „Wie die Welt aussah“ betitelten Rubriken den zeitgeschichtlichen Kontext, was mir gut gefällt. Den Bauwerken ist ein eigenes Kapitel gewidmet, und der Anhang enthält u. a. einen Ausschnitt aus den Stammtafeln der Familien Faber und Castell sowie den Familienstammbaum.
Das Buch erfreut mit sehr ästhetischen Darstellungen; hier der Erwerb einer Graphitmine in Südsibirien durch Lothar von Faber im Jahre 1856 und Werbematerial für die Marken ACME und Apollo von Johann Faber.
Sämtliche Produktbereiche von gestern und heute werden präsentiert, darunter – neben Blei- und Farbstiften – Schiefertafeln und -griffel, Tinten und Tuschen, Rechenstäbe, Füllhalter, Zeichengeräte sowie Kosmetik.
Manches hätte ich gerne jedoch etwas ausführlicher gesehen, so z. B. das Sortiment von Eberhard Faber in den USA und die Bleistiftspitzer; vielleicht wäre auch das eine oder andere ungewöhnliche und heute fast vergessene Produkt (wie etwa der Flachminen-Drehbleistift TK 9600) eine Erwähnung wert gewesen.
Angesichts des ganzen Know-how hinter den vielfältigen Produkten verwundert mich, wie wenig Technik gezeigt wird – Patentzeichnungen, Werkzeuge, Maschinen, Prototypen, halbfertige Produkte und andere Details zu Entwicklung und Fertigung fehlen fast völlig, was ich sehr schade finde.
Markengeschichte und Imagepflege indes sind ausführlich dokumentiert, und so wirken nicht wenige Seiten wie aus einer Werbebroschüre (und auf mich in einem solchen Buch unangenehm).
Dass mich die ausführliche Darstellung der Bauwerke wenig und die zahlreichen privaten Einblicke kaum ansprechen, liegt vermutlich daran, dass ich nicht zur Zielgruppe dieses Buchs gehöre.
„Faber-Castell since 1761“ ist sicher reizvoll, würde mir aber erheblich besser gefallen, wenn es weniger Familienfotos und Eigenwerbung und dafür mehr technikgeschichtliche Details enthalten würde; so kann ich das 58 Euro teure Buch leider nur eingeschränkt empfehlen.
Nachtrag vom 20.10.13: Unter „Faber-Castell Since 1761 (3)“ bietet Sean von Contrapuntalism einen Blick auf die englische Ausgabe dieses Buches, zu der mir der Verlag Ende September sagte, es gäbe sie nicht.
Auf Lifehacker:
Even if you do most of your work on a computer, there are times you just have to break out some good old-fashioned paper. Maybe you’re a pen person. Maybe you’re a pencil person. This one is for the pencil people. Let’s see your favorite!
Meine Favoriten sind natürlich diese zwei. – Danke an Viola für den Hinweis!
Notizbuch von Suhrkamp. 94 × 155 mm (und damit kleiner als die Taschenbücher dieser Reihe), 144 Blanko-Seiten, ISBN 978-3-518-06862-5, 3 Euro. – Im zweiten Foto der Mitsubishi 9800.
Der Weltspartag 1968 ist seit 45 Jahren vorbei, doch mindestens einen der Bleistifte, mit denen die Frankfurter Sparkasse von 1822 damals geworben hat, gibt es noch.
Reste der Prägung weisen den dreiflächigen Stift als ein Produkt von Faber-Castell aus; zu erkennen ist auch das „SV“, mit dem das Securalverfahren beworben wurde. – Was man so alles beim Wühlen findet …
Sehr schön: Der alte Trickfilm „Eine spitze Geschichte“ von Faber-Castell.

Danke an Olivier für den Hinweis darauf!
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