Stille Beobachter (26)
Hab‘ ich’s doch gewusst, dass dieser Neugierige einen Komplizen hat! Raffiniert getarnt als harmlose Karton-Umverpackung für Zahnseide zieht auch er sich bei Gefahr, entdeckt zu werden, schnell die Pappe Kappe über. Aber nicht mit mir, ihr Spitzbuben, nicht mit mir!
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Leipzig, Coffe Baum
Als alter Kaffee-Junkie großer Liebhaber des schwarzen Muntermachers habe ich das lange Wochenende in Leipzig unter anderem für einen Besuch im „Coffe Baum“, einem der ältesten kontinuierlich betriebenen Café-Restaurants in Europa, genutzt.
Fassade (Bilder zum Vergrößern anklicken)
Die frühesten Hinweise auf den Bau im Barfußgäßchen in der Leipziger Innenstadt reichen bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück; im Jahr 1720 erhielt er dann den Namen „Zum Arabischen Coffe Baum“. Umbauten und Erweiterungen haben für zahlreiche Winkel und Stufen gesorgt, die sehr zum Reiz des Hauses beitragen. Besonders angetan hat es mir dabei der enge und inzwischen überdachte Innenhof.
Innenhof
Neben vielen Kaffee-Köstlichkeiten und Schmackhaftem in Kuchen- und anderer Form bietet der „Coffe Baum“ ein kleines Geschäft und ein eindrucksvolles Museum mit über 500 Exponaten aus der Geschichte des Kaffees. Ein leckerer und lohnender Besuch!
XXXL
Aus Anlass des durch einen Feier- sowie einen Brückentag verlängerten Wochenendes gibt es heute den bis dato längsten Bildbeitrag in diesem Weblog.

Na, habe ich zuviel versprochen? ;-)
Graphit und Gravitation
Auch wenn sich die Geschichte, die russischen Kosmonauten hätten das Problem des Schreibens in der Schwerelosigkeit durch den Einsatz eines Bleistifts gelöst, während die NASA Forschungsmillionen in den „Space Pen“ investierte, schon vor langer Zeit als Mythos herausgestellt hat, so lebt doch der sympathische Gedanke weiter, ein großes Problem mit einfachen Mitteln lösen zu können.
(zum Vergrößern anklicken)
An diese Legende erinnern nicht nur einige Webseiten, sondern auch der – natürlich rot lackierte und mit goldenen Sternen dekorierte – „Russian Space Pen“ von npw. Einen Test unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit kann ich angesichts der allgegenwärtigen und kaum zu ignorierenden Gravitation leider nicht durchführen, aber das Schreiben über Kopf klappt hervorragend. Ist an dieser Geschichte vielleicht doch etwas dran? Ganz gleich: Auch im Bann der Erdanziehung kann der unscheinbare Bleistift bei kniffligen Dingen sehr gute Dienste leisten.
Vielen Dank an den zonebattler für den „Russian Space Pen“!
Faber-Castell Minfix 50/65
Ein kleines Relikt aus vergangenen Tagen: Der Doppel-Minenspitzer Minfix 50/65 von Faber-Castell.
Der gut 25 mm lange und knapp 16 g schwere, aus Messing gefertigte Minfix 50/65 kam 1956 auf den Markt und kostete 65 Pfennig; die „L“-Ausführung im Lederetui wurde für 85 Pfennig angeboten. Seine beiden Spitzöffnungen für Minen mit den Durchmessern 2 und 3,15 mm lagen gegenüber, so dass das beidseitig angeschliffene Messer gewendet und doppelt ausgenutzt werden konnte. – Wie dieser Katalogausschnitt bei Leadholder zeigt, gab es noch zwei weitere Varianten dieses Spitzers: Während beim Minfix 50/61 die Öffnungen versetzt gegenüber lagen, hatte die sogenannte Lyra-Form (50/50) beide am selben Ende.
Der im Jahr 1952 eingeführte Name „Minfix“ für die Minenspitzer-Serie verschwand 1978 wieder aus den Katalogen, auch wenn das Modell 50/65 zunächst im Programm blieb; 1985 erhielt es die neue Artikel-Nummer 186500. – Beim aktuell erhältlichen TK-Minenspitzer 186600 von Faber-Castell für Minen mit Durchmessern von 2 und 3,15 mm handelt es sich um eine Behältervariante aus Kunststoff mit transparentem Deckel.
Links: Koh-I-Noor Versatil 5205, rechts: Koh-I-Noor 5219
976 14
Eine, nein, gleich ganz viele gute Figuren macht dieser gelenkige Gehilfe, dessen scharf geschnittene Konturen unter den zahlreichen Zeichenschablonen von STAEDTLER Japan deutlich hervorstechen. Mit 13 Gliedern und einer Größe von 17,5 Zentimetern belebt seine wandlungsfähige Silhouette zu Papier und Folie gebrachte Welten im Maßstab 1:10 – ein ganz und gar nicht alltäglicher Auftritt unter der unscheinbaren PersonalArtikelnummer 976 14, hinter der man sicher nicht sofort ein solch professionelles Profil vermutet hätte.









