Stiftschutz
Spitzenschutz und Verlängerung zugleich ist „The Pencil Shield“, ein knapp 70 mm langes Zubehör aus halbtransparentem Kunststoff, das zudem mit einem kleinen Radierer bestückt ist und über einen hemdtaschenschonenden Clip verfügt.
„The Pencil Shield“ (zum Vergrößern anklicken)
Gedacht für die Verwendung an Bleistiften mit einem Standard-Durchmesser von etwa 8 mm schließen seine innen liegenden und wie ein Gewinde geformten Verdickungen, die beim Halten des Stifts nur sehr wenig nachgeben, den Einsatz mit deutlich dünneren oder dickeren Bleistiften aus. Dank des Umstands, dass die Klemmung sehr nahe an der Öffnung liegt, können noch Bleistifte mit einer Schaftlänge von 15 mm sicher gehalten werden.
Die Spitze eines STAEDTLER Noris 120 HB schützend …
Der 12 mm lange und 7 mm dicke Radierer erinnert an den berüchtigten bekannten „Pink Pearl“, arbeitet jedoch wesentlich besser als dieser. Seine Halterung indes hat etwas zuviel Spiel und ist daher nicht ideal. Pointless Products, der Hersteller des „Pencil Shield“, bietet außer einer weißen Variante des „Pencil Shield“ und verschiedenen Kombi-Packungen auch Ersatzradierer in der gezeigten Farbe sowie vier Neontönen an. – Dachte ich zunächst, die Nachfüll-Radierer für den Druckbleistift STAEDTLER graphite 771 und den Stangenradierer Tombow MONO one würden ebenfalls passen, so musste ich leider feststellen, dass beide einen knappen halben Millimeter zu dünn sind.
… und einen 38 mm kurzen STAEDTLER Mars Lumograph 100 B verlängernd
Fazit: Ein kleines, pfiffiges Utensil mit dreifachem Nutzen zu einem sehr günstigen Preis. – Der transparente „Pencil Shield“ ist bei Pencil Things erhältlich und kostet 0,40 USD pro Stück (zurzeit ca. 30 Euro-Cent); eine direkte Bestellung bei Pointless Products ist dank internationalen Versands ebenfalls möglich.
Markiges Marketing (3)
Mit einer in mehrfacher Hinsicht riesigen Sensation wartete der traditionsreiche Hersteller Schwan 1906 auf der Bayerischen Landesgewerbeausstellung in Nürnberg auf: Ein 30 Meter großer Bleistift, der besten Sorte „Aldebaran“ nachgebildet, überragte das Messegelände und diente gleichzeitig als Messestand; in den kleineren Bleistiften um ihn herum waren Schwan-Produkte zu sehen. – Die auf der 52 × 32 mm großen Reklamemarke genannte „Goldene Medaille“ ist die, mit der das Unternehmen als einziges seiner Branche auf der ersten Landesausstellung im Jahr 1882 ausgezeichnet wurde.
Nachtrag vom 20.3.12: Ein Foto des Riesen-Bleistifts gibt es hier.
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Triothello
Drei Fotos mit drei Details von drei Varianten des Schwan-STABILO Othello 282 HB und ein albernes Wortspiel – mehr gibt es hier an diesem frühen Montagmorgen nicht zu sehen.
Die gespitzt ausgelieferte Variante mit roter Kappe ist das aktuelle Modell; die anderen beiden stammen aus der Zeit zwischen 1930 und 1940.
Stille Beobachter (25)
Einäugig, aber in bester Laune präsentiert sich dieser stille Beobachter inmitten zahlreicher, nicht immer eindeutig zu identifizierender Dinge. Die Unvollkommenheit teilt er mit der historischen Technik, die ihn umgibt und in deren Gesellschaft er sich offenbar sehr wohl fühlt; sein kantiger Kopf und die scharf geschnittenen Gesichtszüge unterstreichen seine Entschlossenheit beim offensiven und souveränen Umgang mit seinem Makel. Gut so!
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Dahle 133
Die meisten auf dem Markt erhältlichen manuellen Spitzmaschinen packen den Stift mit blanken, manchmal sogar gezackten Metallbacken und hinterlassen dabei unschöne Spuren am Schaft; selbst die sehr teuren Maschinen von El Casco greifen so zu (wenn auch mit geringeren, aber noch gut sichtbaren Schäden). Eine löbliche Ausnahme sind die beiden Geräte von Carl, deren Klemmungen mit Gummiauflagen versehen sind und den Stift daher nicht beschädigen. Sie eigen sich jedoch nur für Stifte mit einem Durchmesser von maximal 8 Millimetern und sind hierzulande leider nicht erhältlich.
(Bilder zum Vergrößern anklicken)
Bisher entgangen war mir die Dahle 133, auf die mich kürzlich Pencil Anna hinwies. Diese Maschine verfügt über (so der Hersteller) „stift-schonende Soft-Klemmbacken“, hält den Stift also ebenfalls gummigepolstert. Sie spitzt Blei- und Farbstifte mit einem Durchmesser von bis zu 11,5 Millimetern (!), erlaubt die stufenlose Verstellung der Spitzenform, bietet einen automatischen Spitzstopp und kommt mit einer Tischzwinge. Mit den Geräten von Carl teilt sie eine Besonderheit: Die Stiftaufnahme wird beim Herausziehen arretiert und beim Beginn des Spitzvorgangs automatisch entriegelt, was die Handhabung vereinfacht.
STABILO GREENgraph, Eberhard Faber Tricki Dicki, Caran d’Ache Grafwood, LYRA Super FERBY DUO, STAEDTLER Noris 120, LYRA Super FERBY Graphit, LYRA Schreiblernstift, ITO-YA-Bleistift
Die Verarbeitung der insgesamt etwas klapprig, aber nicht unzuverlässig wirkenden Dahle 133 steht hinter der des gut doppelt so teuren Carl Decade DE-100 zurück; zudem ist der Spänebehälter ziemlich klein. Trotz dieser kleinen Schwächen und dem nicht sonderlich peppigen Design halte ich die Dahle 133 jedoch für eine durchaus empfehlenswerte und mit knapp 5 Euro obendrein günstige Maschine, die ihren Zweck sehr gut erfüllt.
Nachtrag vom 11.5.09: Bei der Dahle 133 handelt es sich um ein Importmodell, das in gleicher Bauform, aber anderen und für mich wesentlich attraktiveren Farbgebungen auch von Möbius+Ruppert unter den Artikel-Nummern 0981 0000 (rot/schwarz) und 0981 0090 (schwarz) vertrieben wird.
Zum Lieferumfang dieser Spitzmaschinen gehört ein kleines Faltblatt, das ungewöhnlich detailreich informiert (zum Vergrößern anklicken):
Danke an Möbius+Ruppert für die freundliche Genehmigung zur Reproduktion des Faltblatts!
Nachtrag vom 13.5.09: Mir ist aufgefallen, dass die vier schwarzen Gummifüße sowohl der Dahle 133 als auch der M+R 0981 auf hellem Untergrund Spuren hinterlassen; wer da empfindlich ist, sollte die Füße, die sich leicht lösen lassen, durch Filzgleiter ersetzen.
Nachtrag vom 10.6.09: Heute hatte ich zum wiederholten Mal das Problem, dass die Dahle 133 plötzlich nicht mehr axialsymmetrisch spitzen wollte, wobei die Abweichung vom Ideal sehr deutlich auffiel; mich würde nicht überraschen, wenn das doch recht große vertikale Spiel zwischen Klemmung und Gehäuse dafür verantwortlich wäre. Das Drehen des Bleistifts in der Klemmung hat dabei so wenig geholfen wie das Abbrechen der Spitze und das anschließende neue Anspitzen; erst ein paar Umdrehungen im Carl Decade DE-100 konnten das Problem lösen.
Spitzen und inspizieren
Angeregt durch zahlreiche Beobachtungen und den Artikel „Two Woodcase Pencils“ bei Dave’s Mechanical Pencils setze ich heute mal die Messschraube an die Spitzerspäne an. Welches Modell ist gefräßig und welches glänzt als Sparschäler?
Die Testkandidaten (zum Vergrößern anklicken)
Dem kurzen Vergleichstest stellen sich (links hinten nach rechts vorne): Kutsuwa T’GAAL, PAPER and more (genaue Typenbezeichnung unbekannt), Tombow KSA-121, M+R 604 („Granate”), KUM 400-5L, DUX DX4112 und Faber-Castell UFO. Als Spänelieferant dient mir ein Bleistift unbekannter Herkunft, dessen homogenes Holz sich glatt spitzen lässt; pro Spitzer messe ich fünfmal und bestimme den Mittelwert. – Die Ergebnisse dieses einfachen Tests können natürlich nur Anhaltswerte darstellen und der groben Orientierung dienen, da ich einige Faktoren nicht berücksichtige, so z. B. den Einfluss der Holzart und die Kraft, mit der der Stift in den Spitzer gedrückt wird (diese von Hand exakt zu reproduzieren dürfte wohl unmöglich sein).
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Die Messergebnisse sind überraschend breit gestreut. Während die Langkonus-Modelle von KUM, Paper and more und Tombow herzhaft zubeißen und im Vergleich zum Testsieger die 1,8- bis 2,2-fache Dicke abnagen, zeigt sich der DUX DX4112 eindeutig als Sparschäler; dicht darauf folgen der M+R 604 und der Kutsuwa T’GAAL. – Dachte ich zunächst, die Streuung der Werte eines Spitzers läge bei Kunststoffmodellen höher, da dort das Material leicht nachgeben und so die Führung des Stifts stärker variieren kann, so bestätigt die Messung dies nicht.
Die ersten drei Plätze (DUX DX4112, M+R 604, Kutsuwa T’GAAL), das Testequipment und die Reste
Da der Kutsuwa T’GAAL hierzulande leider nicht erhältlich ist, empfehle ich sparsamen oder Nutzern von teure(re)n Bleistiften den DX4112 von DUX und die „Granate“ von Möbius+Ruppert.

















