Schnitzen statt spitzen
Zum Staunen: Der russische Künstler Salavat Fidai zaubert Miniatur-Skulpturen aus Bleistiftspitzen. – Danke an Andreas zum Winkel für den Hinweis!
Zum Staunen: Der russische Künstler Salavat Fidai zaubert Miniatur-Skulpturen aus Bleistiftspitzen. – Danke an Andreas zum Winkel für den Hinweis!
Gestern sind einige Bleistifte von Caran d’Ache eingetroffen, darunter auch ein paar aus der GRAFIK-Serie, deren Gestaltung mich sehr anspricht.
Doch die Freude währte nur kurz – eine Abplatzung bei einem, Einschlüsse im Lack und außermittig sitzende Minen bei manchen sowie unsaubere Enden bei allen Bleistiften passen gar nicht zu der Qualität, wie ich sie von Caran d’Ache kenne. Die Minen indes sind zum Glück immer noch sehr gut, wie ich in einem schnellen Test feststellen konnte; ihre Härte entspricht etwa der des STAEDTLER Mars Lumograph F.
Hier der rote GRAFIK:
(Nicht zentrisch sitzende Minen sind deshalb ärgerlich, weil beim Spitzen das Holz ungleichmäßig abgetragen wird und so an einer Stelle sehr weit an die Minenspitze heranreicht; dies kann beim Schreiben stören.)
Ebenfalls bestellt hatte ich den Technograph 777 in unterschiedlichen Härtegraden und in der Hoffnung, nicht die Verarbeitungsqualität zu erhalten, die mich auf der Paperworld verwundert hat. Aber nein: Hat mein letzter alter Technograph einen gleichmäßigen, glatten Lack, so ist der des aktuellen ungleichmäßig und stumpf; zudem ist der Prägedruck nicht mehr so sauber. – Den Sitz der Mine konnte ich nicht prüfen, da der Technograph 777 ein Käppchen hat, doch einige der werkseitigen Spitzen haben mich skeptisch gestimmt.
Bis auf die außermittigen Minen mögen das Äußerlichkeiten sein, doch bei einem Preis von 1,20 Euro (GRAFIK) bzw. 1,95 Euro (Technograph 777) pro Stift und der ehemals hohen Qualität finde ich diese Bleistifte enttäuschend.
Nachtrag: Auch ein Exemplar des vierten Bleistifts dieser Reihe hat Fertigungsmängel:
Die Mine und das Holz (Zeder!) sind sehr gut und das Design ist pfiffig. Warum ruiniert man alles durch eine derart schlechte Verarbeitung?
Ein besonderes Verhältnis von Minen- zu Stiftdurchmesser gibt es beim ArtGraf soft carbon des portugiesischen Herstellers Viarco zu bestaunen.
Der wasservermalbare Stift mit einem Durchmesser von 7,4 mm hat nämlich eine 5 mm dicke Mine.
Fertigungstechnisch ist das sicher eine Herausforderung, und so sei der nicht exakt zentrische Sitz der Mine verziehen.
Gespitzt mit dem CARL Angel-5 Royal
Erwartungsgemäß ist die Abgabe nicht ganz sauber, doch der matte, tiefschwarze Abstrich erfreut.
Vor einer Woche wurde ein für STAEDTLER eingetragenes Gebrauchsmuster veröffentlicht. Es beschreibt eine durch Extrusion zu fertigende „Mine für Schreib-, Zeichen- und/ oder Malgeräte“ mit Polymerbindung, wobei als Bindemittel kein Rohölprodukt, sondern Polylactid verwendet wird. Polylactid, auch Polymilchsäure oder PLA, wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt; in den frühen 1930er Jahren gelang es, ein Verfahren zur industriellen Produktion zu finden. Die wichtigsten Einsatzgebiete dieses hauptsächlich aus Maisstärke und landwirtschaftlichen Abfallstoffen wie Molke hergestellten und abbaubaren Polymers sind die Verpackungsindustrie und die Medizintechnik. – PLA kam wohl schon vor einiger Zeit in die Welt des Bleistifts, denn soweit ich weiß, ist der Behälter des Doppel-Gehäusespitzers Elliptic Swing Green Line von Möbius+Ruppert aus diesem Material.
Im Schreibwarenladen frisch geerntet: Der neue Bleistift „SAVE NATURE ECO“ – ist das sein Name? – von Brunnen, der beworben wird mit „Hergestellt aus Resten der Weizen-Ernte“ (!). Da ich mich hin und wieder gerne durch die Werbung verführen lasse und mit Produkten von Brunnen bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe, musste ich ihn unbedingt mitnehmen.
Der extrudierte, in drei Farben erhältliche Stift ist dreiflächig, 176 mm lang, 7,3 mm dick und mit 8 g gut doppelt so schwer wie ein holzgefasster Bleistift. Er hat stark verrundete Kanten, eine etwa 2,3 mm dicke Mine und einen einfarbigen, sauberen Prägedruck ohne Härtegradangabe; ein Aufkleber trägt die GTIN 4003273665750, den Strichcode und die Artikelnummer 10-29 062.
Es fällt auf, dass der Bleistift recht leicht biegbar ist, und vielleicht ist das der Grund dafür, dass keines meiner sechs Exemplare wirklich gerade ist. Wäre das noch ein erträglicher Schönheitsfehler, so sieht es bei der Mine, deren Härtegrad zwischen HB und F des STAEDTLER Mars Lumograph liegt, schon anders aus: Sie haftet spürbar am Papier, schwärzt nur mäßig, hat bei frischer Spitze, auf der Poren sichtbar sind, eine unsaubere Abgabe und ist nicht bruchstabil. Ihre Radierbarkeit indes ist ordentlich.
Spitzen (von links): ab Werk, Kurbelspitzer, Handspitzer
Beim Spitzen im Handspitzer zeigen sich weitere Schwächen, denn mir ist die Spitze mehrmals abgebrochen; auch wurde sie, wenn es funktioniert hat, nie richtig spitz. Ebenfalls nicht gut ist die Bindung von Mine und Schaft – der Handspitzer löst Teile des Schaftmaterials von der Mine, und beim Span fällt auf, dass sich die beiden Komponenten sofort voneinander trennen.
Ich finde die Idee und auch die Aufmachung der Bleistifte gut. Die Qualität jedoch enttäuscht mich und entspricht nicht der, die ich von Brunnen gewohnt bin; zudem halte ich dafür den Stift mit 95 Euro-Cent für zu teuer. Interessant zu wissen wäre allerdings noch, welche Teile des Weizens verwendet und wo die Stifte hergestellt werden. – Zu diesen Bleistiften werden ein Radierer aus Naturkautschuk und ein Doppel-Gehäusespitzer aus Polyactid (PLA) angeboten, dessen Design und Innenleben mich sehr an den Elliptic Swing Green Line von Möbius+Ruppert erinnert.
Nachtrag vom 28.2.15: Ein Fachmann sagte mir, dass der Schaft dieses Bleistifts weniger als 10% pflanzliche Fasern enthalte. Damit kommt zu der geringen Qualität der Verdacht, dass „SAVE NATURE“ und „ECO“ hier nicht so ganz passen.
Ich freue mich immer, wenn ich altes, nicht mehr erhältliches Schreibgerät sehe, das noch benutzt wird. Heute fiel mir in einem Mainzer Fachgeschäft der Behälterspitzer 920 von Möbius+Ruppert auf.
Dieses Modell trägt das alte, 1972 eingetragene Logo, das zwischen M und R zwei Geodreiecke und ein Spitzloch hatte, wobei letzteres an ein „O” erinnerte und das Logo daher wie „MOR” aussah. Es wurde bis 1992 verwendet, und so ist der (übrigens bemerkenswert gut erhaltene) Spit;zer mindestens 23 Jahre alt. Klasse!
Nachtrag vom 30.3.15: In der ersten Variante des 920 war der Magnesiumspitzer in den Deckel eingeschraubt (siehe Patent DE1805118 von 1968). Da dies fertigungstechnisch sehr aufwändig war – der Deckel musste doppelt entspindelt werden – hat man den Spitzer später eingegossen. Diese vereinfachte Variante ist auch im Foto zu sehen.
Auf der Paperworld 2015 und bei Bleistift wurde schon gefeiert, und auch ich möchte in das Geburtstagsständchen einstimmen: Der Radierer-Klassiker Mars plastic von STAEDTLER ist in diesem Jahr 50 geworden.
Zu diesem Jubiläum gibt es ihn mit Jubiläumsmanschette und die Metallspitzer 51010 sowie 51020 in einer goldfarbenen Ausführung. – Übrigens: Die Spitzer sind aus Zinkdruckguss und sprühlackiert; der Lack ist extrem abriebfest.
Danke an STAEDTLER für die Muster!
Angeregt durch Sola von pencils and other things und ihren Beitrag „Scary Point“: Ein kurzer Blick auf zwei Sets des Farbstifts STAEDTLER MARS LUMOCHROM.
Das erste zeigt den Marskopf, wie er von 1963 bis 1973 benutzt wurde, und da 1967 die dreistelligen Artikelnummern eingeführt wurden, denke ich, dass dieses Set zwischen 1967 und 1973 auf den Markt kam. Die Stifte dieses Sets tragen die Blindprägung „77“, doch die kann ich nicht interpretieren (Juli 1967?). – Ich meine mal gehört zu haben, die Richtung der Beschriftung wäre 1963 geändert worden, bin mir aber nicht mehr sicher; möglicherweise ist die Umstellung über einen längeren Zeitraum erfolgt.
Das zweite Set trägt den Marskopf der Jahre 1973 bis 2001, so dass es aus dieser Zeit stammen dürfte. Hier kann ich keine Blindprägung erkennen, doch das von zwei Trapezen eingeschlossene „S“ fällt auf; meines Wissens steht es für „Sicherheitsverleimung“, bei der zwei unterschiedliche Leime (Holz/Holz und Holz/Mine) verwendet werden. – Ob diese die letzte Variante des in 24 Farben erhältlichen LUMOCHROM war und wie lange es ihn gab, weiß ich nicht; 2004 wurde die Wortmarke gelöscht.
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