KUM

Her­stel­ler von Schreib­wa­ren und Künst­ler­be­darf in Erlan­gen, gegrün­det 1919

Paperworld 2018

Vor gut einer Woche gin­gen in Frankfurt/​Main die Paper­world und die zeit­gleich statt­fin­dende Crea­ti­ve­world zu Ende; hier ein paar sub­jek­tive Noti­zen1. – Gerne besucht hätte ich Brun­nen, Carl, Conté à Paris, Doms, Lamy, Ohto, Pilot, Sakura, Schwan-​Stabilo, Staedt­ler, Tom­bow und Mitsubishi/​uni, aber diese Fir­men waren dies­mal lei­der nicht vertreten.

Möbius+Ruppert

Mein ers­tes Ziel war der Stand von Möbius+Ruppert, dem Erlan­ger Her­stel­ler von Spit­zern, Zei­chen­ge­rä­ten und Schnei­de­ma­schi­nen. Dort gab dies­mal zwar keine Neu­ig­kei­ten, doch die Gesprä­che und die geschmack­volle Prä­sen­ta­tion nicht nur der Mes­sing­spit­zer waren eine Freude.

Paperworld 2018

Steinhöringer Werkstätten

Diese Ein­rich­tung mit Haupt­sitz in Mün­chen för­dert und beglei­tet Men­schen mit Behin­de­run­gen. Prä­sen­tiert wur­den Pro­dukte aus Holz, die in den Werk­stät­ten gefer­tigt wer­den, dar­un­ter ein Kle­be­band­ab­rol­ler in Form einer Schne­cke, ein immer­wäh­ren­der Kalen­der und Stift­kö­cher sowie -abla­gen, die sehr gelun­gen sind und oben­drein zu attrak­ti­ven Prei­sen ange­bo­ten wer­den. Ein Foto durfte ich lei­der nicht machen, aber eine Über­sicht der Pro­dukte gibt es hier.

Chameleon

Wäh­rend die meis­ten Her­stel­ler zwei­far­bi­ger Stifte kon­tras­tie­rende oder Kom­ple­men­tär­far­ben kom­bi­nie­ren, ver­ei­nen die holz­ge­fass­ten Farb­stifte von Cha­me­leon ähn­li­che Töne, um das Erstel­len von Über­gän­gen zu erleich­tern. – Die Stifte wer­den in Öster­reich gefertigt.

Paperworld 2018

KUM

Den Stand von KUM habe ich nur wegen einer Rekla­ma­tion auf­ge­sucht, denn ein in der Schub­lade auf­be­wahr­ter Masterpiece-​Spitzer hatte sich unschön ver­än­dert, und vom Ser­vice von KUM kam keine Ant­wort auf meine E-​Mail. Ich hatte das Glück, mit dem Geschäfts­füh­rer spre­chen zu kön­nen; er gab mir einen neuen Mas­ter­piece und kün­digte an, nach der Ursa­che für die Ver­än­de­rung am Spit­zer schauen und mich infor­mie­ren zu lassen.

KACO

Bei KACO, einem chi­ne­si­schen Her­stel­ler von Füll­fe­der­hal­tern, Kugel­schrei­bern, Gel­schrei­bern und Zube­hör haben mich das Design und die Qua­li­tät der Pro­dukte sowie die Gestal­tung des Auf­tritts sehr ange­nehm über­rascht; auch der Kata­log hat mich beeindruckt.

Paperworld 2018

Brevi Madu Trade

Brevi Manu Trade mit Sitz in Bie­le­feld ver­treibt seit 2010 u. a. die Pro­dukte von Cali­for­nia Cedar und Papier des japa­ni­schen Her­stel­lers LIFE. Letz­te­res finde ich inter­es­sant, und so habe ich mich gefreut, dass es einen deut­schen Ver­trieb gibt. Wie immer habe ich mich kor­rekt als End­kunde zu erken­nen gege­ben, und auf Bezugs­quel­len ange­spro­chen, nannte mir ein Mit­ar­bei­ter Manu­fac­tum. Als ich sagte, dass ich Manu­fac­tum nicht mag und ihn fragte, wel­che Händ­ler er noch belie­fere, ant­wor­tete er: „Warum soll ich ihnen das sagen? Ich kenne sie doch gar nicht.“ Ich war auch neu­gie­rig, wie das LIFE-​Papier im Ver­gleich zum Tomoe River ist, wor­auf der Mit­ar­bei­ter sagte, dass das Tomoe River wesent­lich schlech­ter sei, weil fast alle Tin­ten durch­schla­gen wür­den (was ich nicht bestä­ti­gen kann). Er ging, um ein Blatt eines 26-​Gramm-​Papiers von LIFE zu holen, kam aber nicht mehr zurück.

LYRA

Das 1806 in Nürn­berg gegrün­dete Unter­neh­men LYRA gehört seit 2008 zum ita­lie­ni­schen FILA-​Konzern, der eini­ges in China fer­ti­gen lässt, so auch die Blei- und Farb­stifte der neuen „Graduate“-Serie. Die Gestal­tung der Blei- und Farb­stifte finde ich anspre­chend, doch ihre Qua­li­tät ent­täu­schend: Ihr Äuße­res ist ungleich­mä­ßig, ja stel­len­weise sogar rauh, und die Minen der Blei­stifte, die ich getes­tet habe, schrie­ben nicht glatt.

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SUPER5

Am Stand des Ver­triebs Aratrum wur­den die Füll­fe­der­hal­ter und Tin­ten von SUPER5 prä­sen­tiert. Die Rezep­tur der was­ser­fes­ten SUPER5-​Tinte hat man vor kur­zem ver­bes­sert; zudem gibt es die Tin­ten jetzt auch in Patro­nen. – Eben­falls zu sehen war ein zylin­dri­sches Glas, in dem sich ein zusam­men­ge­roll­tes und mit SUPER5-​Tinte beschrif­te­tes Papier befand2; dies demons­trierte die Was­ser­fes­tig­keit der Tinte auf beein­dru­ckende Weise.

Paperworld 2018

Tokyo Kinzoku Industry Co. Ltd.

Bei der Tokyo Kin­zoku Indus­try Co. sind mir die Clips mit Pro­fi­len von Shi­bas auf­ge­fal­len, und so musste ich unbe­dingt um ein Mus­ter bit­ten, natür­lich nicht ohne unse­ren Kisho zu erwähnen.

Paperworld 2018

Leuchtturm1917

Leuchtturm1917, Anbie­ter von Notiz­bü­chern und Kalen­dern, hat jetzt auch holz­ge­fasste Blei­stifte im Sor­ti­ment. Sie sind in 17 auf die Papier­pro­dukte abge­stimm­ten Far­ben, aber nur im Här­te­grad HB erhält­lich und wer­den in Por­tu­gal hergestellt.

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Faber-​Castell

Bereits auf der Insights X im letz­ten Okto­ber hat Faber-​Castell die „Goldfaber“-Farbstifte vor­ge­stellt. Es gibt sie in einer per­ma­nen­ten (rund) und einer was­ser­ver­mal­ba­ren Vari­ante (sechs­flä­chig) und in 48 Far­ben; ihre Mine ist 3,3 mm dick. Mit einer unver­bind­li­chen Preis­emp­feh­lung von 13 Euro für das 12er-​Set sind diese in Deutsch­land her­ge­stell­ten Stifte ver­gleichs­weise güns­tig, doch man sieht die Ein­spa­run­gen: Bei eini­gen sechs­flä­chi­gen Exem­pla­ren fiel mir auf, dass der Lack der Tauch­kappe an den Kan­ten recht dünn ist und das Grau des Schafts durch­scheint. Zudem wer­den die Farb­stifte aus Gme­lina gefertigt.

Paperworld 2018

Den auf Farb­stifte abge­stimm­ten Radie­rer CP-​10 von SEED hatte ich zufäl­lig dabei; auch beim Gold­fa­ber hat er überzeugt.

Paperworld 2018

Viarco

Der por­tu­gie­si­sche Her­stel­ler Viarco ist mir ans Herz gewach­sen, und so war ich gleich mehr­mals am Stand. Neben Retro-​Motiven hat­ten es mir vor allem das an ein Hemd erin­nern­des Mäpp­chen und die Umhän­ge­ta­sche für bis zu 60 Stifte, Zube­hör und einen Block angetan.

Paperworld 2018

Paperworld 2018

Sehr erfreu­lich waren auch die anre­gen­den Gesprä­che, in denen ich viel über das Unter­neh­men und die Pro­dukte erfah­ren konnte.

Paperworld 2018

Paperworld 2018

Awagami

Bei Awa­gami aus Japan gab es nicht nur geschmack­voll bedruck­tes Papier zu sehen, son­dern auch Pro­dukte von Washida-​Daigaku. Die Post­karte, die ich ergat­tern konnte, ist wie die ande­ren in die­ser Reihe aus Baum­wolle her­ge­stellt und zeigt Toku­gawa Tsu­nayo­shi, einen Shō­gun des spä­ten 17. Jahr­hun­derts, der sich sehr für die Rechte und den Schutz der Tiere ein­ge­setzt hat, aber beson­ders für Hunde, und daher auch als „Hunde-​Shōgun“ bekannt war. Natür­lich gefal­len mir diese Motive wegen des Shi­bas beson­ders gut!

Paperworld 2018

Caran d’Ache

Der Schwei­zer Her­stel­ler Caran d’Ache hat die­ses Jahr nur wenig neues gezeigt. Zudem fiel auf, dass ein gro­ßer Teil des Stands, der im ver­gan­ge­nen Jahr noch der Prä­sen­ta­tion vor allem des Künst­ler­sor­ti­ments diente, nur mit Tischen und Stüh­len bestückt war.

In Zusam­men­ar­beit mit Nestlé ent­stand eine limi­tierte Vari­ante des Kugel­schrei­bers 849, des­sen Schaft aus wie­der­ver­wen­de­ten Nespresso-​Kapseln her­ge­stellt wird.

Paperworld 2018

Vor­ge­stellt wurde das „Bul­let Jour­nal Star­ter Set“, das den holz­ge­fass­ten Graphit-​Highlighter-​Stift GRAPHICOLOR 370.240 ent­hält. Er kam zusam­men mit dem Graphit-​Rot-​Stift GRAPHICOLOR 370.070 auf den Markt und hat ebenso wie die­ser eine 3 mm starke Mine; beide sind auch ein­zeln erhält­lich. – Letz­te­rer unter­schei­det sich vom „Edi­tor“ nur durch seine Kennzeichnung.

Paperworld 2018

Paperworld 2018

Ab März im Han­del ist ein wei­te­rer Blei­stift der „Swiss Wood“-Reihe3. Er ist aus Wald­kie­fer gefer­tigt und wird nicht ein­zeln, son­dern nur zusam­men mit den Blei­stif­ten aus Jura-​Buche und Zirbe ange­bo­ten. – Der aktu­elle Kata­log führt übri­gens einen „Edelweiss“-Bleistift auf, der eben­falls aus Schwei­zer Wald­kie­fer gefer­tigt ist (Art.-Nr. 341.282), doch von Caran d’Cache konnte ich erfah­ren, dass die­ser nicht in Deutsch­land erhält­lich sein wird.

Paperworld 2018

Das war’s! Die nächste Paper­world beginnt am 26. Januar 2019.

  1. Ich war auch im ver­gan­ge­nen Jahr dort und habe eini­ges gese­hen, hatte aber keine Lust, dar­über zu schrei­ben.
  2. Die sehr anspre­chende Schrift auf dem Papier stammte von der Kal­li­gra­fin Elke Wunsch.
  3. Die Abkür­zung „COBS“ auf dem Blei­stift steht für „Cer­ti­fi­cat d’origine bois Suisse“, d. h. das Holz die­ses Blei­stifts kommt aus der Schweiz.

KUM Ultra CLN

Noch recht neu auf dem Markt ist der Ultra CLN von KUM. Das Ver­spre­chen des „super soft era­sing“ hat mich spon­tan zugrei­fen las­sen, auch wenn mir die Gestal­tung1 des Radie­rers nicht son­der­lich zusagt.

KUM Ultra CLN

Laut Man­schette kommt der Ultra CLN ohne PVC, Phta­late und Latex aus; zudem soll er nicht krü­meln sowie papier­scho­nend und für alle Ober­flä­chen geeig­net sein. Was mit „No dis­co­lou­ra­tion of the era­ser on paper“ gemeint ist, erschließt sich mir aller­dings nicht. – Neben die­sen und den übli­chen Anga­ben auf der Man­schette fin­det sich „037“ als Blind­prägung direkt auf dem Radie­rer (ein Produktionscode?).

KUM Ultra CLN

Der Ultra CLN ist etwas wei­cher als der Tom­bow Mono, aber här­ter als z. B. der Hinodewa­shi Matomaru-​kun, und so neigt er im Gegen­satz zu letz­te­rem nicht zum Ein­rei­ßen. Seine Radier­leis­tung emp­finde ich als gut bis sehr gut und die Krü­mel­bil­dung als gering (ich habe jedoch den Ein­druck, als krü­mele der schwarze gering­fü­gig mehr als der weiße). Posi­tiv ist auch, dass er selbst bei wei­che­ren Blei­stif­ten2 nicht schmiert. Der Ultra CLN hat viel weni­ger „Grip“ als die bei­den genann­ten Radie­rer, kommt aber trotz­dem mit gerin­ger Anpress­kraft aus. Dies ist beson­ders bei emp­find­li­chem Papier wie dem mit 52 g/​m² sehr dün­nen Tomoe River von gro­ßem Vor­teil, denn es ver­rin­gert die Gefahr der Beschä­di­gung deut­lich (so benutze ich den die­sen Radie­rer bevor­zugt im Hobo­ni­chi Techo). Oben­drein ist der Ultra CLN sehr sparsam.

KUM Ultra CLN

Fazit: Der KUM Ultra CLN ist für mich eine sehr erfreu­li­che Radierer-​Neuheit. – Meine Exem­plare habe ich im ört­li­chen Schreib­wa­ren­han­del für 80 Euro-​Cent pro Stück gekauft.

  1. Zum Ein­satz kam hier übri­gens der Font Bau­haus von 1975.
  2. Getes­tet mit STAEDTLER Mars Lumo­graph 100 2H bis 6B und radier­ba­ren Arterase-​Farbstiften von Mitsubishi/​uni.

Paperworld 2016 (1)

Vor weni­gen Tagen gin­gen die Paper­world und die zeit­gleich statt­fin­dende Crea­ti­ve­world in Frankfurt/​Main zu Ende; hier der erste Teil mei­ner kur­zen und nicht reprä­sen­ta­ti­ven Noti­zen. – Dies­mal nicht ver­tre­ten waren u. a. Atoma, Brun­nen, Dahle, Haff, Her­litz, Koh- I-​Noor, LAMY, Pilot, Plus, Schnei­der und Schwan-​Stabilo.

Der Auf­tritt von STAEDTLER stand ganz im Zei­chen des 50-​jährigen Jubi­lä­ums von FIMO. Es gab auch einen Auf­stel­ler mit Blei­stif­ten, dar­un­ter der Mars Lumo­graph, doch zu mei­ner gro­ßen Über­ra­schung wurde nicht des­sen erwei­ter­tes Sor­ti­ment prä­sen­tiert. – Bei Faber-​Castell und Eber­hard Faber sind mir keine Neu­hei­ten auf­ge­fal­len, ebenso wenig bei KUM.

Paperworld 2016 (1)

Neu vom Schwei­zer Her­stel­ler Caran d’Ache ist der Blei­stift GENIUS 353 mit Touch­screen-​Tip, den es mit schwar­zem und wei­ßem Lack, aber nur in HB gibt. – Der Tip ist nicht abnehmbar.

Paperworld 2016 (1)

Zu sehen war auch das im ver­gan­ge­nen August ein­ge­führte Geschenk­set „Swiss Wood“ mit einem Blei­stift aus Jura-​Buche und einem aus Arve nebst Radie­rer und Magnesium-​Spitzer. Letz­te­rer trägt außer „Made in Ger­many“ auf dem Mes­ser keine Kenn­zeich­nung, doch ich ver­mute auf­grund der Ähn­lich­keit, dass er wie der Spit­zer im Technograph-​Set von Eisen stammt.

Paperworld 2016 (1)

Paperworld 2016 (1)

Bei zwei der vier Blei­stifte eines Sets der GRAFIK-Serie fie­len mir außer­mit­tig sit­zende Minen auf.

Paperworld 2016 (1)

Vor­ge­stellt wur­den zudem zwei Son­der­aus­füh­run­gen des im Jahr 1930 erst­mals erhältli­chen Fix­pen­cil, mit dem der Schwei­zer Archi­tekt Mario Botta gewür­digt wird. Die Sets mit Fix­pen­cil, Gra­phit­mine in B und vier was­ser­ver­mal­ba­ren Farb­mi­nen sind ab April erhältlich.

Paperworld 2016 (1)

Die wohl unge­wöhn­lichs­ten Blei­stifte der dies­jäh­ri­gen Paper­world kom­men vom Start-​Up Manao­mea.

Paperworld 2016 (1)

Das Mün­che­ner Unter­neh­men fer­tigt sie nach eige­nem paten­tier­ten Ver­fah­ren aus Jute, Flachs und ande­ren Natur­fa­sern sowie Bio­po­ly­me­ren. Die Mate­ria­lien für die bei­den Bleistif­te und das Mäpp­chen stam­men meist aus Ent­wick­lungs­län­dern und immer aus Bio-​Anbau, und beim gesam­ten Her­stel­lungs­pro­zess wird auf Fair­ness und Umwelt­ver­träg­lich­keit ge­achtet. Die ver­wen­dete Tech­nik bie­tet große Gestal­tungs­frei­hei­ten, und so las­sen sich Stifte in unter­schied­li­chen Pro­fi­len, Far­ben und Ober­flä­chen fertigen.

Paperworld 2016 (1)

Bei Pen­tel konnte ich erfah­ren, dass die Ver­füg­bar­keit der Metall­va­ri­ante des 0,2-mm-Druckbleistifts Pen­tel orenz in Deutsch­land davon abhängt, wie gut die ande­ren Ausfüh­rungen ankommen.

Paperworld 2016 (1)

Die groß­ar­ti­gen Ecoline-​Wasserfarben des nie­der­län­di­schen Anbie­ters Royal Tal­ens gibt es ab sofort auch als Pin­sel­stift. – Inter­es­san­tes Detail: Die Farbe in den Pin­sel­stif­ten ist etwas kon­zen­trier­ter als die im Glas, damit die Far­ben zuein­an­der pas­sen. Würde man den Pin­selstift nach­fül­len (was mög­lich ist), wäre der Abstrich zu hell.

Paperworld 2016 (1)

Im zwei­ten Teil geht es um DOMS, Viarco und CARL.

KUM Masterpiece

Vor gut einem Jahr hier erwähnt und seit kur­zem erhält­lich: Der neue Langkonus-​Spitzer „Mas­ter­piece“1 von KUM.

KUM Masterpiece

Der 9,25 Euro teure Spit­zer ist in einer Neo­pren­hülle und einer trans­pa­ren­ten Kunst­stoff­box verpackt.

KUM Masterpiece

Über den QR-​Code auf der Unter­seite der Box gelangt man zur Masterpiece-​Produktseite.

KUM Masterpiece

Der Spit­zer ist aus Magne­sium, Kunst­stoff2 und Edel­stahl gefer­tigt3 und 35 × 27 × 12 mm groß.

KUM Masterpiece

Die Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät des Magne­si­um­teils über­zeugt mich nicht. Warum hat man ihm – erst recht ange­sichts des hohen Prei­ses – nicht die glei­che Ober­flä­chen­be­hand­lung wie dem aktu­el­len KUM 400-​5L gegönnt? Auch die Kan­ten hätte man bes­ser ent­gra­ten kön­nen. Auf der Pro­dukt­seite heißt es, der KUM Mas­ter­piece durch­laufe acht Qua­li­täts­prü­fun­gen. Wie ging die­ses Finish durch? – Die Aus­sicht auf eine Mes­sing­ver­sion dürfte übri­gens sehr gering sein, denn KUM hat schon von eini­gen Jah­ren die Fer­ti­gung der Mes­sing­spit­zer eingestellt.

KUM Masterpiece

Der erste Stift­ein­lass hat einen Durch­mes­ser von 8,5 mm und nimmt so auch gering­fü­gig dickere Blei­stifte auf, was bei älte­ren und vie­len Stif­ten aus Japan nütz­lich ist; der zweite misst 6,8 mm. – Das Kunst­stoff­teil ist mit­tels Nut und Feder befes­tigt. Es sitzt fest genug, um sich nicht von selbst zu lösen, lässt sich aber gut ver­schie­ben und ganz abnehmen.

KUM Masterpiece

In dem Kunst­stoff­teil fin­den zwei Ersatz­mes­ser Platz.

KUM Masterpiece

Das Spit­zen mit dem Mas­ter­piece ist groß­ar­tig: Der Kraft­auf­wand ist gering, der Span mit durch­schnitt­lich 0,21 mm4 sehr dünn, die Holz­ober­flä­che sau­ber und der Blei­stift nadel­spitz (!). Bei kei­nem mei­ner zahl­rei­chen Ver­su­che ist das Holz gesplit­tert oder die Spitze abge­bro­chen, selbst bei wei­chen5 und Farb­stif­ten nicht. Ab und zu kam es vor, dass der zweite Stift­ein­lass einen Ring in das Holz gedrückt hat, doch die­sen konnte ich durch ein kur­zes Nach­spit­zen auf Stufe 1 entfernen.

KUM Masterpiece

Beim Pen­tel Black Poly­mer 999 H bleibt eine hauch­dünne Holz­schicht auf der Mine; ver­mut­lich ist letz­tere etwas dün­ner als der Stan­dard, für den der Spit­zer aus­ge­legt ist6. Diese Schicht kann man leicht durch ein etwas ver­kan­te­tes Spit­zen im ers­ten Loch ablö­sen, was jedoch nicht nötig ist, da sie im zwei­ten Spitz­vor­gang ent­fernt wird.

KUM Masterpiece

Von links: CARL Decade DE-​100, CARL Angel-​5, KUM 400-​5L, KUM Masterpiece.

Der Ver­gleich zeigt die deut­lich län­gere und sehr feine Spitze, die der Mas­ter­piece schnei­det. Mit mei­nen beschei­de­nen Mit­teln habe ich den beein­dru­cken­den Spitz­win­kel von 16° gemes­sen (der KUM Long Point Auto­ma­tic und der KUM 400-​5L kom­men auf 19°; Stan­dard sind 22°).

KUM Masterpiece

Da sich das die Minen­länge begren­zende Vor­der­teil ver­schie­ben lässt, kann man die Mine auch wei­ter freilegen.

KUM Masterpiece

Beim genauen Blick ist mir auf­ge­fal­len, dass die Mes­ser leicht konisch sind und die Schnei­den nicht par­al­lel zur Stift­achse ver­lau­fen; dies habe ich noch bei kei­nem ande­ren Hand­spit­zer gese­hen. Wel­chen Sinn das hat, weiß ich aller­dings nicht. Schnei­det das Mes­ser dadurch viel­leicht sauberer?

Geschichte

Die Idee, Holz und Mine getrennt zu spit­zen, ist nicht neu. Bereits 1931 hat sich Möbius+Ruppert einen zwei­ge­teil­ten Spit­zer paten­tie­ren7 las­sen (DE561385), des­sen Vor­der­teil gedreht wer­den konnte und so drei ver­schie­dene Spit­zen­for­men mög­lich machte. Die­ser Spit­zer war in den 1930er Jah­ren unter dem Namen Artena Nr. 64 erhält­lich8.

KUM Masterpiece

Aus der Patent­schrift „Blei­stift­spit­zer“ (DE561385, 1931)

In den 1940er Jah­ren hat man im Erlan­ger Unter­neh­men A. Kle­bes & Co. KG (spä­ter KUM) erkannt, dass das zwei­stu­fige Spit­zen die Qua­li­tät des Spit­z­er­geb­nis­ses ver­bes­sert, und sich 1948 einen Spit­zer mit – wie es spä­ter hei­ßen sollte – „Anschlag zur Begren­zung der freien Minen­länge“ paten­tie­ren las­sen (das Ori­gi­nal­pa­tent liegt mir nicht vor, aber GB665048 und US2642044 ver­wei­sen darauf).

KUM Masterpiece

Aus der Patent­schrift „Impro­ve­ments in or rela­ting to a pen­cil shar­pe­ner“ (GB665048, 1949)

Diese Form, die es mei­nes Wis­sens erst­mals 1950 mit dem Modell 64 von Had­i­nor und kurz dar­auf auch als Behäl­ter­spit­zer gab, lebt bis heute im KUM Auto­ma­tic Long Point wei­ter9.

KUM Masterpiece

Aus der Patent­schrift „Impro­ve­ments in or rela­ting to a pen­cil shar­pe­ner“ (GB665048, 1949)

1958 gab es eine Wei­ter­ent­wick­lung die­ses Spit­zers, wie das Patent DE1042427 belegt.

KUM Masterpiece

Aus der Patent­schrift „Schreib­stift­spit­zer mit Anschlag zur Begren­zung der freien Minen­länge“ (DE1042427, 1958)

Moti­va­tion für die Tren­nung von Spit­zer und Anschlag waren das Bemü­hen, die Fer­ti­gung zu ver­ein­fa­chen, sowie der Wunsch, auch einen län­ge­ren Minen­ab­schnitt frei­le­gen zu kön­nen. Bei allen in der Patent­schrift gezeig­ten Vari­an­ten grei­fen die bei­den Teile mit Nut und Feder zusam­men. Abbil­dung 5 zeigt die Aus­füh­rung, die es spä­ter als KUM Auto­ma­tic 3 gab und heute als Mas­ter­piece anzu­tref­fen ist.

KUM Masterpiece

Aus der Patent­schrift „Schreib­stift­spit­zer mit Anschlag zur Begren­zung der freien Minen­länge“ (DE1042427, 1958)

An die Unter­brin­gung von Ersatz­mes­sern im ver­schieb­ba­ren Anschlag hat man damals ebenso gedacht wie an die Siche­rung des Anschlags mit einem Stift (ob jedoch letz­tere jemals umge­setzt wurde, weiß ich nicht). – Anga­ben zu den Spitz­win­keln der älte­ren Modelle konnte ich bis jetzt lei­der nicht finden.

KUM Masterpiece

Fazit: Der ein­zig­ar­tige KUM Mas­ter­piece spitzt her­vor­ra­gend und lie­fert gran­diose Ergeb­nisse, ver­dient aber mei­ner Mei­nung nach ein bes­se­res Finish (z. B. durch Gleit­spa­nen). – Vie­len Dank an KUM für das Muster!

Anm.: Der Stoff im Hin­ter­grund ist ein soge­nann­tes Tenu­gui, ein tra­di­tio­nel­les japa­ni­sches Hand­tuch, mit dem soge­nann­ten Sei-​gai-​ha-​Muster (青海波), des­sen Geschichte bis in die späte Jōmon-​Zeit (1200–300 v. Chr.) zurück­reicht. In Japan gel­ten diese sym­bo­li­sier­ten end­lo­sen Wel­len als Glücksbringer.

Nach­trag vom 29.3.15: Mein Leser Wow­ter hat mich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das erwähnte erste Patent vom 1.10.1948 umge­schrie­ben wurde und jetzt unter DE1640996U vor­liegt. Ich bin zwar auch auf die­ses Patent gesto­ßen, habe es aber auf­grund des Datums auf dem Deck­blatt (17.7.1952) nicht für das erste gehal­ten. Die biblio­gra­fi­schen Daten beim DPMA nen­nen jedoch den 1.10.1948 als Anmel­de­da­tum und wei­sen es damit als das erste Patent für den Dop­pel­spit­zer aus, ein­ge­tra­gen auf die A. Kle­bes & Co. KG. Hier die Zeich­nun­gen dar­aus, die sich natür­lich nur unwe­sent­lich von der in GB665048 unter­schei­det, aber der Voll­stän­dig­keit hal­ber wie­der­ge­ge­ben sei:

KUM Masterpiece

Aus der Patent­schrift „Blei­stift­spit­zer“ (DE1640996U, 1948)

KUM Masterpiece

Aus der Patent­schrift „Blei­stift­spit­zer“ (DE1640996U, 1948)

Die­ses Patent erwähnt zudem den Vor­teil, dass man für beide Spitz­vor­rich­tun­gen die glei­chen Mes­ser benut­zen und sie so aus­tau­schen kann; einen wei­te­ren sah man darin, den Minen­spitz­ke­gel etwas spit­zer als den Holz­spitz­ke­gel aus­füh­ren zu kön­nen. – Danke an Wow­ter für den Hin­weis auf die Patentumschreibung!

Zwei unter­schied­li­che Spitz­ke­gel? Da lohnt der erneute Blick:

KUM Masterpiece

Lege ich die Spit­zen auf eine gerade Flä­che und schaue gegen das Licht, habe ich bei den meis­ten den Ein­druck, als gäbe es einen klei­nen Spalt in der Nähe des Über­gangs vom Holz zur Mine; dies könnte – ebenso wie das Foto – dafür spre­chen, dass auch der Mas­ter­piece mit zwei leicht unter­schied­li­chen Spitz­win­keln arbeitet.

Nach­trag vom 31.3.15: Noch nicht ein­gan­gen bin ich auf mög­li­che Unter­schiede zwi­schen dem Auto­ma­tic 3 und dem Mas­ter­piece. Da ich ers­te­ren lei­der nicht kenne (und noch nicht ein­mal weiß, wann er auf dem Markt war), kann ich nur spe­ku­lie­ren: Mög­lich wären klei­nere Spitz­win­kel, aber auch Ver­bes­se­run­gen an den Mes­sern wie z. B. eine andere Legie­rung, eine höhere Härte (aktu­ell: 62 hrc), eine andere Geo­me­trie (man denke nur an den Win­kel zwi­schen Schneide und Mes­ser­achse) und ein ande­rer Schliff. Auf der Pro­dukt­seite heißt es außer­dem „Die Span­ab­nahme ist auf ein TC-​System ein­ge­stellt (Thin Cut)“, und so ist es denk­bar, dass der Span des Auto­ma­tic 3 dicker war. – Die von KUM auch beim Mas­ter­piece bewor­bene Tech­nik „Dyna­mic Tor­sion Action“ beschreibt die Krüm­mung des Mes­ser nach oben, also gegen die Kraft der Schraube, die, so KUM, ein Aus­bre­chen der Stift­spitze ver­hin­dert. Dass es diese Tech­nik bereits beim Auto­ma­tic 3 gab, halte ich für frag­lich (die Wort­marke wurde erst 1998 ein­ge­tra­gen, aber das muss nichts heißen).

Nach­trag vom 13.4.15: KUM hat mir bestä­tigt, dass der Mas­ter­piece tat­säch­lich mit zwei unter­schied­li­chen Spitz­win­keln arbei­tet, wobei der für die zweite Stufe klei­ner ist. Ich konnte auch erfah­ren, dass der Auto­ma­tic 3 einen Spitz­win­kel von 20° hatte.

  1. Auf dem Spit­zer steht „The Mas­ter­piece“, doch ich wähle den ein­fa­che­ren Namen.
  2. Wel­cher Kunst­stoff das ist, weiß ich lei­der nicht.
  3. Das Mate­rial der Schrau­ben kenne ich nicht.
  4. Gemes­sen an Blei­stif­ten aus Weihrauch-​Zeder, Weymouth-​Kiefer, Kolorado-​Tanne und Jel­utong.
  5. Getes­tet bis STAEDTLER Mars Lumo­graph 4B. – Für den STAEDTLER WOPEX und den STAEDTLER Noris eco eig­net sich der Mas­ter­piece übri­gens nicht, denn für diese Blei­stifte braucht man einen Spit­zer, der einen dicke­ren Span abnimmt.
  6. Mit dem Koh-​I-​Noor № 1000 gab es einen zwei­stu­fi­gen Spit­zer, des­sen ers­tes Mes­ser durch ein Lang­loch ver­scho­ben und so an die Minen­di­cke ange­passt wer­den konnte.
  7. Ich kann nicht in allen Fäl­len sicher unter­schei­den, ob es sich um ein Patent oder um ein Gebrauchs­mus­ter han­delt und spre­che daher immer von einem Patent.
  8. Der heute noch erhält­li­che M+R 207 arbei­tet anders, pro­du­ziert aber ähn­li­che Spit­zen.
  9. Mit dem Had­i­nor Uni­ver­sal 63 lie­ßen sich auch Minen unter­schied­li­cher Stärke spit­zen; er war wohl der Vor­gän­ger des heu­ti­gen KUM Auto­ma­tic Long Point AS2M.

Paperworld 2015

Vor einer Woche ging die Paper­world 2015 in Frankfurt/​Main zu Ende; hier ein paar Notizen.

Paperworld 2015

Schon gewusst? Der Frank­fur­ter Mes­se­turm wird im Volks­mund „Blei­stift“ genannt.

Ich kann nicht ver­heh­len, dass sich bei mir über die Jahre eine gewisse Sät­ti­gung einge­stellt hat. Hinzu kommt eine Ver­la­ge­rung von der Breite in die Tiefe, d. h. wäh­rend ich mir frü­her gerne mög­lichst viel ange­se­hen habe, schaue ich heute lie­ber bei aus­ge­wähl­ten The­men genauer hin. So habe ich dies­mal eine enge Aus­wahl getroffen.

Nicht dabei waren u. a. Brun­nen, LAMY und Schwan-​STABILO, doch letz­tere wer­den auf der erst­mals im Okto­ber statt­fin­den­den PBS1-Messe Insights X2 in Nürn­berg ver­tre­ten sein.

CARL, lei­der immer noch ohne deut­schen Ver­trieb, zeigte einen neuen Kur­bel­spit­zer im Design eines klei­nen Bahn­hofs. Er soll eine kon­kave Spitze pro­du­zie­ren, doch das kann ich nicht bestä­ti­gen. – Tom­bow bie­tet in Deutsch­land nach wie vor nur eine kleine Aus­wahl des im Hei­mat­land Japan erhält­li­chen Sor­ti­ments an, und im Gespräch hatte ich nicht den Ein­druck, als würde sich das in abseh­ba­rer Zeit ändern.

Bei Faber-​Castell, KUM und LYRA konnte ich keine Neu­ig­kei­ten ent­de­cken. Faber-​Castell hatte das Buch „Since 1761“ aus­lie­gen, was mich über­rascht hat, wurde es doch bis­her nicht bewor­ben (auch auf der Web­site wird es nicht erwähnt). – Am Stand von Schnei­der hat mich der sehr fein, leicht und sau­ber schrei­bende Slider Basic F beein­druckt3.

Atoma hat immer noch kei­nen Ver­trieb für Deutsch­land, aber ein­zelne Händ­ler bestel­len direkt in Bel­gien und kön­nen so eine Aus­wahl der Pro­dukte anbie­ten. Die Mit­ar­bei­te­rin, von der ich das erfah­ren konnte, hat mir in kür­zes­ter Zeit so viel wie mög­lich mit­zu­tei­len ver­sucht und mich dann mit „Gute Bes­se­rung“ ver­ab­schie­det. Das fand ich bemerkenswert.

Die meiste Zeit habe ich bei Viarco, Möbius+Ruppert, STAEDTLER und Caran d’Ache verbracht.

Viarco

Der por­tu­gie­si­sche Her­stel­ler mit über 100-​jähriger Geschichte impo­niert mir immer wie­der, vor allem durch die Gestal­tung sei­ner Pro­dukte und ihrer Verpackungen.

Paperworld 2015

Am klei­nen, aber fei­nen Stand gab es Unge­wöhn­li­ches zu sehen wie z. B. das „Tablet“, eine Loch­platte mit varia­blen Gum­mi­band, auf dem Schreib- und Werk­zeug gehal­ten wer­den können.

Paperworld 2015

Inter­es­sant finde ich die „Art­graf Twins“ mit zwei 22 cm lan­gen Blei­stif­ten mit 4 mm dicker Mine, von denen der eine den Här­te­grad B hat und der andere was­ser­ver­mal­bar ist. – Mit im Bild der Art­Graf XL.

Paperworld 2015

Für erwäh­nens­wert halte ich auch die Farb­stifte mit den Sym­bo­len des Color­Add-Sys­tems, das Men­schen mit Farb­seh­schwä­chen die kor­rekte Iden­ti­fi­ka­tion von Far­ben vor­wie­gend im öffent­li­chen Raum ermög­licht. – In der Welt des Blei­stifts könnte es gerne noch mehr klei­ne Unter­neh­men wie Viarco geben, die unkon­ven­tio­nelle Ideen haben und umsetzen!

Möbius+Ruppert

Dem tra­di­ti­ons­rei­chen Unter­neh­men mit Sitz in Erlan­gen bin ich schon lange zuge­neigt, da mich des­sen Pro­dukte immer über­zeugt haben.

Paperworld 2015

Zu den Neu­ig­kei­ten gehö­ren ein Behälter-​Doppelspitzer im aus­ge­fal­le­nen Design und ein Aufsteckspitzer.

Paperworld 2015

Der unschein­bar wir­kende Auf­steck­spit­zer hat es mir ange­tan. Die bei­den sau­ber verarbei­teten Kom­po­nen­ten des Spit­zers sit­zen sicher inein­an­der und las­sen sich gut ver­dre­hen; im geschlos­se­nen Zustand ras­tet das innere Teil ein. Für den Halt auf dem Stift sorgt ein O-​Ring, der jedoch dreh­bar gela­gert ist, so dass sich der Stift beim Spit­zen leicht dre­hen lässt. Bei einem schnel­len Test hat das ein­ge­gos­sene Mes­ser einen etwa 0,25 mm dicken Span abgenommen.

STAEDTLER

Auch die Pro­dukte von STAEDTLER haben mich nie ent­täuscht, und so galt dem Stand die­ses Unter­neh­mens ein ein­ge­hen­der Besuch.

Paperworld 2015

Der Radie­rer Mars pla­s­tic fei­ert in die­sem Jahr 50-​jähriges Jubi­läum. Pas­send dazu gibt es bereits seit Januar die Spit­zer 510 10 und 510 20 in einer gold­far­be­nen Ausführung.

Paperworld 2015

Die vor zwei Jah­ren ein­ge­führte Initium-​Kollektion wurde um die Metallum-​Schreibgeräte – Füll­fe­der­hal­ter, Tin­ten­rol­ler, Kugel­schrei­ber und Dreh­blei­stift – mit einem Schaft aus elo­xier­tem Alu­mi­nium erweitert.

Paperworld 2015

Den pig­ment liner 308 gibt es nun auch in den Strich­stär­ken 1,0 und 1,2 mm sowie mit Keil­spitze, wobei ich letz­tere am inter­es­san­tes­ten finde.

Paperworld 2015

Zu dem 2013 vor­ge­stell­ten drei­flä­chi­gen Blei­stift mit Stylus-​Funktion für Schreib­an­fän­ger kam mit dem Noris stylus pen­cil eine hexa­go­nale Vari­ante mit Stan­dard­durch­mes­ser. Er ist in blau, gelb und schwarz erhältlich.

Paperworld 2015

Seit Januar ist der 2013 gezeigte Noris color ver­füg­bar. Der durch Coex­tru­sion aus WOPEX-​Material gefer­tigte Farb­stift, der jetzt „Noris colour“4 heißt, wird in 24 Far­ben ange­bo­ten. – Im Gegen­satz zum Noris eco, bei dem drei von sechs Flä­chen schwarz sind, hat der Noris colour das echte Noris-​Design mit zwei gegenüberlie­genden schwar­zen Flä­chen und zwei gegen­über­lie­gen­den schwar­zen Kantenstreifen.

Paperworld 2015

Den Noris colour konnte ich noch vor Ort tes­ten; seine Eigen­schaf­ten haben mich sehr beeindruckt.

Caran d’Ache

Der Auf­tritt von Caran d’Ache stand im Zei­chen des 100-​jährigen Fir­men­ju­bi­lä­ums.

Paperworld 2015

Selbst­ver­ständ­lich habe ich gleich meine Gedan­ken zum Holz der „Les Crayon de la Mai­son Caran d’Ache“-Sets aus­ge­spro­chen. Der Mit­ar­bei­ter, mit dem ich sprach, machte den Ein­druck, als wisse er genau, wovon ich spre­che, und reagierte sehr diplo­ma­tisch. Sei­ner Ant­wort konnte ich nicht nur ent­neh­men, dass meine Ver­mu­tun­gen zum Mate­rial rich­tig sind, son­dern auch, dass er die Unklar­heit etwas bedau­ert. – Neben dem gro­ßen Sor­ti­ment, das durch die Farb­stifte beherrscht wurde, gab es einige Jubiläums-​Sets zu sehen, dar­un­ter eines mit dem Blei­stift Tech­no­graph 777 und ein ande­res mit einem Fixpencil.

Paperworld 2015

Das Technograph-​Set5 ent­hält vier Blei­stifte in den Här­te­gra­den HB, B, 2B und 3B und ei­nen Einfachst-​Magnesiumspitzer von Eisen. Ver­gli­chen mit dem alten Tech­no­graph hat­ten die Blei­stifte im Set einen ver­gleichs­weise rau­hen und ungleich­mä­ßi­gen Lack; dar­auf ange­sprochen sagte mir ein Mit­ar­bei­ter, dass man auf Was­ser­lack umge­stellt habe. Ebenso wie die Lackie­rung der Blei­stifte finde ich den Magne­si­um­spit­zer des Jubi­lä­ums nicht wür­dig, und da es sich bei dem Inhalt des Sets um regu­läre Arti­kel han­delt, halte ich den Preis von 22 Euro für zu hoch6.

Paperworld 2015

Von ganz ande­rem Kali­ber ist der mit 45 Euro zwar nicht bil­lige, aber ein­zig­ar­tige Fix­pen­cil, denn diese Vari­ante mit einem Schaft aus gebürs­te­tem Alu­mi­nium mit cm- und Inch-​Skala ist nur in die­sem Jubiläums-​Set erhält­lich. – Zur Geburts­tags­kol­lek­tion gehö­ren außer­dem der Prismalo-​Aquarellstift, der Kugel­schrei­ber 849 und der Kugel­schrei­ber Ecri­dor.

Paperworld 2015

Anspre­chend fand ich zudem die Blei­stifte der GRAFIK-​Serie, die es außer mit den Spielkar­ten-​Symbolen auch noch in vier kon­trast­rei­chen Farb­kom­bi­na­tio­nen mit unter­schied­lich ge­formten Griff­nop­pen gibt.

Paperworld 2015

Auch Caran d’Ache bie­tet Luxus-​Schreibgeräte an. Die auf 888 Stück limi­tierte Serie „Year of the Goat“ hat einen Schaft mit Chi­na­lack und Sil­ber; der Kugel­schrei­ber kos­tet 2300 Euro und der Füll­fe­der­hal­ter 2600 Euro.

Paperworld 2015

Sol­che Dinge mag und brau­che ich nicht. Ich bleibe beim ein­fa­chen Blei­stift und habe mich daher sehr über die zwei pfif­fig gestal­te­ten Jubiläums-​Bleistifte gefreut, die wie die Schach­tel in den Schwei­zer Far­ben gehal­ten sind, wobei der weiße ein rotes und der rote ein wei­ßes Käpp­chen hat. Ein in mei­nen Augen sehr geschmack­vol­les Wer­be­ge­schenk!7

Paperworld 2015

Das war’s für die­ses Mal – die nächste Paper­world öff­net am 30. Januar 2016 ihre Tore.

  1. Papier, Büro, Schreib­wa­ren.
  2. Ich würde zu gerne wis­sen, wie man auf die­sen beknack­ten Namen gekom­men ist.
  3. So weit ist es gekom­men – ich schaue mir einen Kugel­schrei­ber an und finde den auch noch gut.
  4. Dem auf­merk­sa­men Beob­ach­ter wird auf­fal­len, dass die aus dem WOPEX-​Material gefer­tig­ten Blei- und Farb­stifte nicht mehr „WOPEX“ hei­ßen, son­dern unter den Namen „Noris“ lau­fen. Der Begriff „WOPEX“ ver­schwin­det von den Blei­stif­ten und tritt nur noch als „WOPEX MATERIAL“ mit eige­nem Logo in Erschei­nung.
  5. In der Beschrei­bung die­ses Sets war bis ges­tern unter „Eigen­schaf­ten der Stifte“ die Angabe „zehn­schich­tig“ ent­hal­ten (in der eng­li­schen Vari­ante hieß es „10 ply“), was mich an Sperr­holz (ply­wood) hat den­ken las­sen. Auf meine Anfrage hat mir Caran d’Ache mit­ge­teilt, dass „10 ply“ die Schicht­di­cke angibt und „zehn­schich­tig“ eine schlechte Über­set­zung wäre (und dass der Tech­no­graph aus kali­for­ni­scher Zeder gefer­tigt würde). Heute fehlt die­ses Detail, doch in der deut­schen Beschrei­bung des dicke­ren Graf­wood fin­det sich noch „8 plys“ (eng­lisch: „8 ply“).
  6. Der Tech­no­graph 777 kos­tet ein­zeln knapp 2 Euro.
  7. Wenn ich sehe, was Caran d’Ache zum 100-​jährigen Jubi­läum auf­ge­fah­ren hat, wun­dere ich mich erneut dar­über, dass es zum 250-​jährigen von Faber-​Castell nichts gab.

Kurz notiert

Bereits vor eini­ger Zeit wurde das Gebrauchs­mus­ter DE202012009430U1 für einen Loch­verschluss offen­ge­legt. Für mich inter­es­san­ter als die­ser ist jedoch das in der Schrift ge­zeigte Bei­spiel für seine Verwendung:

Kurz notiert

Als Inha­ber des Gebrauchs­mus­ters wird Dr. Fritz Lütt­gens in Erlan­gen genannt; ich nehme an, dass es sich bei ihm um den Geschäfts­füh­rer von KUM han­delt. – Ein Vierfach-​Behälter­spitzer, idea­ler­weise mit Lang- und Kurz­konus für Stifte von 8 bis 11 mm Durch­mes­ser? Das wäre etwas!

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