Museum
So wird’s gemacht
Keinen Spitzer zur Hand? Diese Illustration aus einem nicht näher benannten Katalog des Jahres 1884, wiedergegeben in „Vom Faustkeil zum Bleistift“1, zeigt das Spitzen eines Bleistifts mit dem Messer.
- Sattmann, Erhard: Vom Faustkeil zum Bleistift. Aachen: Verlag Peter Basten 1949.↩
Vor 25 Jahren
Aus dem Altpapier: Eine Auswahl holzgefasster Stifte von STAEDTLER im Katalog eines Anbieters für Grafikbedarf aus dem Jahr 1987.
Schönschreiben
Schrift fasziniert mich, und auch Beschreibendes übt großen Reiz auf mich aus. In diesem 50 Jahre alten Übungsbuch für das Beschriften technischer Zeichnungen findet sich beides.
„Lessons in Lettering“ von Thomas E. French1 und William D. Turnbull, erschienen 1952 bei McGraw-Hill, dient dem Selbststudium der Schriftart „Vertical Single Stroke Commercial Gothic“.
Einer kurzen Einführung folgen die charakteristischen Details der Schrift und die Vorgehensweise beim Erlernen. Auch der Bleistift kommt nicht zu kurz:
Sharpen an F drawing pencil to a long conical point, cutting the wood away with a pen knife and rubbing the lead on a sandpaper pad. For these large letters the pencil should have a rather blunt rounded point on the lead. Hold the pencil with the end of the forefinger about an inch from the point, keeping the muscles relaxed and comfortable.
Auf Feder und Tusche sowie Hilfsmittel zum Linieren wird ebenfalls eingegangen.
Knapp die Hälfte der 40 Seiten sind Übungsblätter; dazwischen gibt es typografische Details.
Etwas kniffliger wird es beim Beschriften isometrischer Darstellungen.
Komplette Zeichnungen, zu denen auch ein Liniendiagramm und eine Landkarte gehören, machen den Abschluss.
Die dritte Umschlagseite bietet eine Übersicht der Schriftart.
Dass dieses Büchlein in mehrfacher Hinsicht überholt ist, macht es für mich noch ansprechender. – Band 2 befasst sich mit der Schriftart „Inclined Single Stroke Commercial Gothic“.
- Thomas E. French ist der Autor des Standardwerks „A Manual of Engineering Drawing For Students and Draftsmen“, das erstmals 1911 erschien.↩
Spitzen
French, Thomas E.; Vierck, Charles J.: Fundamentals of Engineering Drawing. New York: McGraw-Hill, 2. Auflage 1966.
Zeichen der Zeit
Einige der Ausflüge unseres Urlaubs in Brandenburg führten uns nach Rheinsberg, wo mir bereits bei der Durchfahrt ein altes Haus aufgefallen war.
Die Reste der Beschriftung lassen vermuten, dass es sich hier um ein ehemaliges Ladenlokal handelt.
Das für mich interessanteste Detail dieses Hauses ist jedoch das Schild über dem Eingang.
Ich habe es bei einem späteren Besuch noch einmal fotografiert und die Einzelbilder zusammengesetzt:
Als Urlaubs-Bonbon und zur genauen Betrachtung gibt es dieses Bild in einer höheren Auflösung hier zum Download.
Denke (2)
Kleiner und vermutlich älter als das braune Notizblock-Etui von IBM ist dieses graublaue Exemplar, das zudem über eine Schlaufe mit rundem Bleistift verfügt.
Im 90 × 65 mm großen, goldfarben bedruckten Etui aus Kunstleder steckt ein 84 × 53 mm großer Abreißblock, der ursprünglich um die 40 Blatt gehabt hat. Etwa ein Drittel der Blätter fehlen, und die Zeichnungen auf einigen legen den Schluss nahe, dass auch mal ein Kind Freude an diesem Utensil hatte.
Neben dem Firmenslogan „THINK“ auf der Vorder- und „IBM“ auf der Rückseite finden sich unter dem Block Angaben zum Nachbestellen. – Im Gegensatz zur braunen Variante trägt diese nicht die Unternehmenswerte.
Mir gefallen die geringen Abmessungen, die Farben und der Stift, dessen Lack mit dem Aufdruck korrespondiert. Der Slogan sagt mir als passioniertem Selbstdenker natürlich besonders zu.
Ich hätte nichts dagegen, wenn die eine oder andere Firma statt der allgegenwärtigen Werbe-Kugelschreiber so etwas streuen würde.
Zeichnung und Zierde
Alte Literatur zum technischen Zeichnen finde ich faszinierend. Vor allem ihre Ästhetik und die Details zu den Werkzeugen begeistern mich, aber auch die – im Fall von Lehrbüchern – instruktive Sprache mit ihrer nüchternen Sorgfalt übt großen Reiz auf mich aus.
Manchmal lohnt bereits die Umschlaggestaltung den (oft sehr günstigen) Kauf, so auch beim Titel „Technisches Zeichnen“ von Arthur Gruber1. Dieses Design hat etwas, besonders die Illustration! – Verwandtes gibt es unter „Kunst und Konstruktion“.
- Gruber, Dipl.-Ing. Arthur: Technisches Zeichnen. Ravensburg: Otto Maier Verlag, 3. Auflage, vermutl. 1940er Jahre.↩























