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So wird’s gemacht

Kei­nen Spit­zer zur Hand? Diese Illus­tra­tion aus einem nicht näher benann­ten Kata­log des Jah­res 1884, wie­der­ge­ge­ben in „Vom Faust­keil zum Blei­stift“1, zeigt das Spit­zen eines Blei­stifts mit dem Messer.

So wird's gemacht

  1. Satt­mann, Erhard: Vom Faust­keil zum Blei­stift. Aachen: Ver­lag Peter Bas­ten 1949.

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Schrift fas­zi­niert mich, und auch Beschrei­ben­des übt gro­ßen Reiz auf mich aus. In die­sem 50 Jahre alten Übungs­buch für das Beschrif­ten tech­ni­scher Zeich­nun­gen fin­det sich beides.

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„Les­sons in Let­te­ring“ von Tho­mas E. French1 und Wil­liam D. Turn­bull, erschie­nen 1952 bei McGraw-​Hill, dient dem Selbst­stu­dium der Schrift­art „Ver­ti­cal Sin­gle Stroke Com­mer­cial Gothic“.

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Einer kur­zen Ein­füh­rung fol­gen die cha­rak­te­ris­ti­schen Details der Schrift und die Vor­ge­hens­weise beim Erler­nen. Auch der Blei­stift kommt nicht zu kurz:

Shar­pen an F dra­wing pen­cil to a long coni­cal point, cut­ting the wood away with a pen knife and rub­bing the lead on a sand­pa­per pad. For these large let­ters the pen­cil should have a rather blunt roun­ded point on the lead. Hold the pen­cil with the end of the fore­fin­ger about an inch from the point, kee­ping the mus­cles rela­xed and comfortable.

Auf Feder und Tusche sowie Hilfs­mit­tel zum Linie­ren wird eben­falls eingegangen.

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Knapp die Hälfte der 40 Sei­ten sind Übungs­blät­ter; dazwi­schen gibt es typo­gra­fi­sche Details.

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Etwas kniff­li­ger wird es beim Beschrif­ten iso­me­tri­scher Darstellungen.

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Kom­plette Zeich­nun­gen, zu denen auch ein Lini­en­dia­gramm und eine Land­karte gehö­ren, machen den Abschluss.

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Die dritte Umschlag­seite bie­tet eine Über­sicht der Schriftart.

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Dass die­ses Büch­lein in mehr­fa­cher Hin­sicht über­holt ist, macht es für mich noch anspre­chen­der. – Band 2 befasst sich mit der Schrift­art „Incli­ned Sin­gle Stroke Com­mer­cial Gothic“.

  1. Tho­mas E. French ist der Autor des Stan­dard­werks „A Manual of Engi­nee­ring Dra­wing For Stu­dents and Draft­smen“, das erst­mals 1911 erschien.

Zeichen der Zeit

Einige der Aus­flüge unse­res Urlaubs in Bran­den­burg führ­ten uns nach Rheins­berg, wo mir bereits bei der Durch­fahrt ein altes Haus auf­ge­fal­len war.

Zeichen der Zeit

Die Reste der Beschrif­tung las­sen ver­mu­ten, dass es sich hier um ein ehe­ma­li­ges Laden­lo­kal handelt.

Zeichen der Zeit

Das für mich inter­es­san­teste Detail die­ses Hau­ses ist jedoch das Schild über dem Eingang.

Zeichen der Zeit

Zeichen der Zeit

Zeichen der Zeit

Ich habe es bei einem spä­te­ren Besuch noch ein­mal foto­gra­fiert und die Ein­zel­bil­der zusammengesetzt:

Zeichen der Zeit

Als Urlaubs-​Bonbon und zur genauen Betrach­tung gibt es die­ses Bild in einer höhe­ren Auf­lösung hier zum Down­load.

Denke (2)

Klei­ner und ver­mut­lich älter als das braune Notizblock-​Etui von IBM ist die­ses grau­blaue Exem­plar, das zudem über eine Schlaufe mit run­dem Blei­stift verfügt.

Denke (2)

Im 90 × 65 mm gro­ßen, gold­far­ben bedruck­ten Etui aus Kunst­le­der steckt ein 84 × 53 mm gro­ßer Abreiß­block, der ursprüng­lich um die 40 Blatt gehabt hat. Etwa ein Drit­tel der Blät­ter feh­len, und die Zeich­nun­gen auf eini­gen legen den Schluss nahe, dass auch mal ein Kind Freude an die­sem Uten­sil hatte.

Denke (2)

Neben dem Fir­men­slo­gan „THINK“ auf der Vorder- und „IBM“ auf der Rück­seite fin­den sich unter dem Block Anga­ben zum Nach­be­stel­len. – Im Gegen­satz zur brau­nen Vari­ante trägt diese nicht die Unter­neh­mens­werte.

Denke (2)

Mir gefal­len die gerin­gen Abmes­sun­gen, die Far­ben und der Stift, des­sen Lack mit dem Auf­druck kor­re­spon­diert. Der Slo­gan sagt mir als pas­sio­nier­tem Selbst­den­ker natür­lich be­sonders zu.

Denke (2)

Ich hätte nichts dage­gen, wenn die eine oder andere Firma statt der all­ge­gen­wär­ti­gen Werbe-​Kugelschreiber so etwas streuen würde.

Zeichnung und Zierde

Alte Lite­ra­tur zum tech­ni­schen Zeich­nen finde ich fas­zi­nie­rend. Vor allem ihre Ästhe­tik und die Details zu den Werk­zeu­gen begeis­tern mich, aber auch die – im Fall von Lehr­bü­chern – instruk­tive Spra­che mit ihrer nüch­ter­nen Sorg­falt übt gro­ßen Reiz auf mich aus.

Zeichnung und Zierde

Manch­mal lohnt bereits die Umschlag­ge­stal­tung den (oft sehr güns­ti­gen) Kauf, so auch beim Titel „Tech­ni­sches Zeich­nen“ von Arthur Gru­ber1. Die­ses Design hat etwas, beson­ders die Illus­tra­tion! – Ver­wand­tes gibt es unter „Kunst und Kon­struk­tion“.

  1. Gru­ber, Dipl.-Ing. Arthur: Tech­ni­sches Zeich­nen. Ravens­burg: Otto Maier Ver­lag, 3. Auf­lage, ver­mutl. 1940er Jahre.
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