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Tolle Typen

Durch Raum und Zeit und über den elek­tri­schen Floh­markt in meine Schreib­stube: Vier höl­zerne Ligaturen.

Tolle Typen

Ihrer ursprüng­li­chen Funk­tion und Umge­bung beraubt deko­rie­ren diese Druck­let­tern nun den Schreib­tisch. – Alter und Her­kunft kenne ich jedoch nicht, und auch den Font konnte ich noch nicht identifizieren.

Nach­trag vom 6.1.18: Bei dem Font han­delt es sich wohl um die Futura Medium.

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Bei der Betrach­tung des STAEDTLER Mars Lumo­graph 02886 6B ist mir etwas auf­ge­fal­len, was ich noch an kei­nem holz­ge­fass­ten Blei­stift gese­hen habe.

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Die 3,3 mm dicke Mine ist gerillt.

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Über den Zweck die­ses Pro­fils kann ich nur spe­ku­lie­ren. Sollte es die Minen­ober­flä­che ver­größern und damit die Ver­lei­mung unter­stüt­zen? Oder wollte man mit einem zusätz­li­chen Form­schluss den Halt der Mine im Holz verbessern?

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Diese Ril­len kannte ich bis­her nur von Minen für Fall­mi­nen­stifte, wo sie dem bes­se­ren Halt in der Zwinge dien­ten. – Unten zwei Lumo­graph 1904 von STAEDTLER aus den 1940er Jah­ren. Das Zwing­chen (hier fest ange­bracht, spä­ter abzieh­bar) gab es bei STAEDTLER bis 1991; es ver­hin­derte das Her­aus­fal­len der Mine.

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Nach­trag vom 18.7.12: Ein Leser ver­mu­tet, dass man viel­leicht man­gel­be­dingt Fall­mi­nen in Holz gefasst hat.

Nach­trag vom 28.8.12: Mein Leser Car­los hat mich auf die Abfla­chun­gen an der Spitze ange­spro­chen; diese stam­men vom Frä­ser des Kur­bel­spit­zers (hier: der West­cott iPoint Clas­sact).

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Ver­gra­ben in einem Aller­lei alter Blei- und Kopier­stifte: Ein ori­gi­nal­ver­pack­tes Dut­zend und einige lose J.S. STAEDTLER Mars Lumo­graph 02886 im Här­te­grad 6B.

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Die Vari­ante des auf der Ver­pa­ckung abge­bil­de­ten Mar­s­kop­fes war von 1925 bis 1952 in Gebrauch. Da STAEDTLER mei­nes Wis­sens wäh­rend des zwei­ten Welt­kriegs nicht lackiert hat, gehe ich davon aus, dass die Blei­stifte aus den frü­hen 1940er Jah­ren stam­men, also etwa 70 Jahre alt sind. Der Zustand der Stifte ist indes her­vor­ra­gend – kein Exem­plar ist verzo­gen oder weist andere dem Gebrauch oder dem Aus­se­hen abträg­li­che Merk­male auf.

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Der Kar­ton trägt die Kenn­zeich­nun­gen „N/​1309“ und „ZULASSUNGS-​Nr. 3I Sch 004“. Für diese Anga­ben und die Null vor der Arti­kel­num­mer habe ich keine Erklä­rung. – Am Rande: 1963 wurde die Rich­tung der Beschrif­tung umge­kehrt und 1967 von der 2886 auf die 100 umgestellt.

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Der schwarze Prä­ge­druck ent­hält den 1887 als Waren­zei­chen ange­mel­de­ten Vier­tel­mond sowie die bis in die 1960er Jahre hin­ein genutzte Kom­bi­na­tion aus dem astro­no­mi­schen Zei­chen für den Pla­ne­ten Mars und den bei­den Mars-​Monden Pho­bos und Deimos. 

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Die Ver­ar­bei­tung ist sehr gut, und wenn man genau hin­schaut, erkennt man längs­lau­fende Ril­len in der Mine, wie sie auch mal bei Fall­mi­nen üblich waren; ich ver­mute, sie soll­ten die Ver­lei­mung, d. h. den Halt der Mine im Holz ver­bes­sern (mehr dazu hier).

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Das Holz mit sei­ner Mase­rung und der röt­li­chen Fär­bung ist eine Pracht, und beim Spit­zen war ich über­rascht: Mir ist noch kein Blei­stift unter­ge­kom­men, der so inten­siv und ange­nehm nach Zeder duf­tet! (Gespitzt habe ich den 02886 übri­gens mit dem iPoint Clas­sact von Westcott.)

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Der 02886 hat einen Durch­mes­ser von 8,8 mm (Schlüs­sel­weite 8 mm) und eine 3,3 mm dicke Mine mit sau­be­rer Abgabe und kräf­ti­ger Schwär­zung. Sie ist fet­ti­ger als die im Ver­gleich bei­nahe krei­dig wir­kende des Faber-​Castell 9000 Jumbo 6B. Zudem fällt auf, dass sie leich­ter glei­tet und mehr glänzt, sich aber etwas schlech­ter radie­ren lässt; dies könnte für fei­ne­ren Gra­phit, eine höhere Minen­dichte und eine stär­kere Imprä­gnie­rung sprechen.

J.S. STAEDTLER Mars Lumograph 02886

Ein beein­dru­cken­der Bleistift!

A.W. Faber 1928

Sehr reiz­voll finde ich diese etwa 75 × 120 mm große Anzeige von A.W. Faber aus dem Jahr 1928. – Über die nicht ganz kor­rek­ten Pro­por­tio­nen von Kopf, Arm, Hand und erst recht Stift sehe ich gerne hinweg.

A.W. Faber 1928

Der Text in Süt­ter­lin lau­tet: „16 ver­schie­dene Här­te­grade. Pas­send für jede Hand und für jeden Beruf“.

A.W. Faber 1928

A.W. Faber 1928

A.W. Faber 1928

A.W. Faber 1928

A.W. Faber 1928

A.W. Faber 1928

Markiges Marketing (19)

Nicht nur A.W. Faber warb mit Sie­gel­mar­ken, son­dern auch Johann Faber, der mit die­sem Exem­plar an seine Aus­zeich­nung durch den „Grand Prix“ auf der Inter­na­tio­na­len Industrie- und Gewerbe-​Ausstellung in Turin 1911 erinnerte.

Siegelmarke von Johann Faber

Die geprägte und gum­mierte Marke mit einem Durch­mes­ser von 45 mm zeigt den aufwän­digen Mes­se­stand, mit dem man in Turin ver­tre­ten war. Ihre ein­fa­che Gestal­tung und der starke Kon­trast zwi­schen Blau und Orange gefal­len mir. – Den Blei­stift „Alli­ga­tor“ gibt es auch hier zu sehen.

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Eberhard Faber Microtomic 600

Etwa 50 Jahre alt ist die­ser Micro­to­mic 600 von Eber­hard Faber.

Eberhard Faber Microtomic 600

Die Qua­li­tät sei­ner Mine finde ich nicht so berau­schend, doch sein Design hat es mir sehr angetan.

Eberhard Faber Microtomic 600

Der graue Lack, der schlichte, sil­ber­far­bene Prä­ge­druck, die wei­ßen Kenn­zeich­nun­gen, die sau­ber ange­brachte Aluminium-​Kappe – eine in mei­nen Augen groß­ar­tige Gestaltung.

Eberhard Faber Microtomic 600

Die Reklame im Hin­ter­grund stammt aus dem Jahr 1958 und ist hier zu sehen.

STABILO im Büro

Für ihre neuen „STABILO-​Cellomin-​Tintenstifte mit den kli­ma­fes­ten Schreib­ker­nen“ warb die Nürn­ber­ger Schwan-​Bleistift-​Fabrik im Jahre 1940 mit die­ser 85 × 130 mm gro­ßen Anzeige.

STABILO im Büro

(Die zweite Liga­tur im Wort „Blei­stift“ ist natür­lich kurios. Ich habe diese im Forum von Typografie.info zur Dis­kus­sion gestellt und einige inter­es­sante Ant­wor­ten bekommen.)

Nach­trag vom 12.2.13: Mehr zum Cellomin-​Tintenstift gibt es unter „Bunt beringt“.

Nach­trag vom 19.7.23: Eine far­bige Vari­ante die­ses Motivs ist unter „Wer­bung Cel­lo­min Tin­ten­stifte“ zu sehen.

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