Archiv des Stichworts „Tombow”
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Blei in Blau
Samstag, 29. November 2008Natürlich weiß ich, dass Bleistifte kein Blei enthalten, aber für eine Alliteration drücke ich gerne mal ein Auge zu :-)
Neben Klassikern wie dem MONO 100 bietet der japanische Hersteller Tombow zahlreiche weitere hochwertige und attraktive Bleistifte an. Einer davon ist der KM-KMSC, ebenfalls aus der „MONO”-Serie, dessen ungewöhnliche und – wie ich finde – sehr geschmackvolle Gestaltung sofort auffällt.
Tombow MONO KM-KMSC B (zum Vergrößern anklicken)
Deutlich gekennzeichnet mit かきかた („kakikata”, frei übersetzt „wie man schreibt”) und auch in einer rosafarbenen Variante erhältlich, richtet sich Tombow mit diesem Produkt an Schüler und Schülerinnen. Der Bleistift ist in den Härtegraden B sowie 2B verfügbar; zwölf Stück in einer aufwändigen Kunststoffbox mit transparentem Klappdeckel werden für 1134 Yen (zur Zeit gut 9,30 Euro) angeboten.
Die Angaben auf dem ungespitzt ausgelieferten Bleistift sind wohltuend knapp. Neben den obligatorischen Details gibt es den Zusatz „Highest Quality”, was zweifellos zutrifft, sowie なまえ („namae”, Name) zur individuellen Kennzeichnung; ein Strichcode fehlt.
Mit den Abmessungen von Holzkorpus und Mine sowie seinem Gewicht unterscheidet sich der KM-KMSC kaum von anderen Bleistiften, wohl aber in der Lackierung: Während alle zwölf Stifte den gleichen Härtegrad haben, sind die insgesamt vier verschiedenen Blautöne so verteilt, dass sich jeweils vier Bleistifte in der Farbkombination gleichen. Zusätzlich sorgen der weiße Prägedruck und der silberfarbene, glänzende Ring unterhalb der Tauchkappe für attraktive farbliche Akzente.
Die hohe Qualität steht nicht nur drauf, sondern steckt auch drin – wie von Tombow nicht anders zu erwarten, sind Holz, Mine und Verarbeitung hervorragend. Die Mine des KM-KMSC B ist dabei etwa so weich wie die des STAEDTLER Mars Lumograph 2B.
Dieser Bleistift hat es mir ganz besonders angetan, denn er bietet Qualität, Sorgfalt und in diesem Fall sogar Luxus in einem kleinen Gegenstand des täglichen Gebrauchs, und das alles zu einem günstigen Preis. – Leider ist der Tombow MONO KM-KMSC hierzulande nicht erhältlich; ich habe ihn von Bundoki, einem Versender in Japan, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Herlitz Wirtestift
Dienstag, 23. September 2008An gewerbliche Kunden mit speziellen Wünschen wendet sich Herlitz mit dem „Wirtestift”, einem holzgefassten Bleistift, der – so der Verpackungstext – auf fast allen und laut Produktinformation auch auf nassen Oberflächen schreibt.
Der knapp 4 g leichte Mehrzweck-Schreiber hat mit einer Länge von 17,5 cm und einem Durchmesser von gut 7,5 mm die für einen Bleistift typischen Maße; das schlichte Schwarz, die graue Tauchkappe, der weiße Ring und der silberfarbene Folienprägedruck sorgen für einen harmonischen, ästhetischen Gesamteindruck. Neben dem Namen des Herstellers, dem Herstellungsland und dem Buchstaben “W” trägt der Stift die Aufschrift “softblack”, doch seine 4 mm dicke Mine mit dem Härtegrad B ist bei weitem nicht so weich, wie man zunächst vermuten könnte, so dass sie auch in einem Lang-Konus-Spitzer nicht abbricht.
Holz und Mine des Stifts lassen sich vom Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 sauber abtragen, und die überraschend druckstabile Spitze hinterlässt leicht krümelnd einen sattschwarzen, etwas wachsigen und damit nicht wischfesten Strich, der dem ansonsten sehr wirksamen Radierer Tombow Mono nur unvollständig weicht. – Abgesehen von kleinen Unebenheiten im Lack und geringfügigen Unregelmäßigkeiten beim Folienprägedruck sind Material- und Verarbeitungsqualität des in Grenzen wasservermalbaren Schreibgeräts recht ordentlich.
Herlitz Wirtestift mit Radierer Tombow Mono und Whitelines-Block
Meine Versuche, mit dem Wirtestift auf glatten und nassen Oberflächen zu schreiben, waren weitgehend erfolglos: Ob Metall, Glas, Keramik oder Kunststoff – auf keinem der getesteten Materialien wollte die Farbe zuverlässig haften, und auch das Anfeuchten der Spitze hat kaum geholfen. Einen konkreten Einsatzzweck für den Wirtestift, in dem dieser anderen Schreibern überlegen ist, kann ich daher leider nicht sehen. – Die Blisterpackung mit zwei Dutzend Wirtestiften, die der Hersteller in seinem Katalog für den gewerblichen Bürobedarf in der Rubrik „Gastronomie” aufführt, kostet knapp 9 Euro, ein Stift also 37 Euro-Cent.
Spitzer spitzen (2)
Dienstag, 9. September 2008Als Liebhaber des langen Konus und Jäger der spitzeren Spitze habe ich mich sehr über den Gehäusespitzer von Tombow gefreut, mit dem mich kürzlich Stephen von pencil talk überrascht hat.
Doppel-Gehäusespitzer von Tombow
Der Tombow-Spitzer trägt auf der Rückseite die Kennzeichnungen „SM-200WN” sowie „MADE IN JAPAN”, wobei die Zahl „200″ eingerahmt ist und damit an die in Japan wohl übliche Preisangabe erinnert. Er misst 42 × 32 × 24 Millimeter, wiegt 11 Gramm und liegt gut in der Hand; die Klingen schneiden sehr sauber und der Deckel schließt zuverlässig. Die Form des Spitzers ist ungewöhnlich, erinnern seine Seiten doch an ein Parallelogramm.
Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow
Ich kann leider nicht den ganzen Text auf dem Deckel des Spitzers lesen – lediglich えんぴつ (enpitsu), Bleistift –, vermute aber, dass er sich auf den Einsatz der zwei verschiedenen Spitzkonen bezieht. Dank dieser ist er für Blei- und Farbstifte gleichermaßen geeignet, wobei man die bruchempfindlicheren Minen der Farb- und der sehr weichen Bleistifte zweckmäßigerweise mit der kürzeren Klinge in Form bringt.
Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (Rasterweite 5 mm)
Das Maß aller Langkonus-Dinge sind für mich die „Long Point”-Spitzer des fränkischen Herstellers KUM, ganz besonders das Modell 400 (”Metal Stenograph”).
KUM Long Point 400 (intensiv genutzt), Doppel-Gehäusespitzer von Tombow
Eine Gegenüberstellung zeigt deutlich, dass der Gehäusespitzer von Tombow fast an den KUM Long Point 400 herankommt:
Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)
Auch im Vergleich mit anderen wie z. B. der Elektro-Spitzmaschine Dahle 230 oder dem hervorragenden Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 schneidet das Modell von Tombow sehr gut ab.
Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230,
Carl Decade DE-100 (man beachte das außergewöhnlich axialsymmetrische und leicht konkave Spitzergebnis des letzteren)
Ich konnte nicht herausfinden, ob dieser Spitzer oder Ersatzklingen für ihn noch erhältlich ist, und bin daher für sachdienliche Hinweise sehr dankbar.
Doppel-Gehäusespitzer von Tombow
(hier deutlich zu sehen: die parallelogrammförmigen Seiten)
Vielen Dank an Stephen von pencil talk für den Tombow-Spitzer sowie an isu von the uncomfortable chair, der diesen Spitzer fast zeitgleich zu mir auf die Reise geschickt hat, doch dieses Exemplar ist bedauerlicherweise unterwegs verlorengegangen.
Nachtrag: Der Tombow-Katalog 2008 führt diesen Spitzer mit der Artikelbezeichnung KSA-121 in der Rubrik „Children’s Stationery & Character” auf; erhältlich ist er in vier Farben (schwarz, blau rot und im hier gezeigten rosa) für jeweils 210 Yen. – いろ (iro) steht hier für „Farbe”, und so ist der rechte Spitzkonus tatsächlich für Farbstifte gedacht.
Nachtrag vom 21.4.09: Eine Alternative zum hierzulande nicht erhältlichen KSA-121 ist der Doppelspitzer von „PAPER and more”.
Freitagsfiguren
Freitag, 22. August 2008„Ich”, sagt die erste der drei Figuren, „helfe den Menschen immer dann, wenn sie besonders eindringlich wirken oder Wichtiges betonen wollen.” „Und wenn jemand weniger schreiben oder etwas lediglich andeuten möchte, dann bin ich zur Stelle”, erwidert die zweite, doch die dritte schmunzelt nur. „Mich gibt’s sogar im Weltall, und entdeckt hat man mich dort bereits vor über vierhundert Jahren.”
Welchen Namen haben diese drei Figuren gemein? Wer als erster einen Kommentar mit der richtigen Lösung und einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt – nein, nicht schon wieder einen Lexikaliker-Bleistift, sondern den sehr hochwertigen und in Deutschland nicht erhältlichen Stangen-Radierer „Mono one” des bekannten japanischen Herstellers Tombow (selbstverständlich frei Haus).
Am Montag um die gleiche Zeit löse ich das Rätsel auf, sollte es bis dahin kein anderer getan haben.
Fünf freche Freitags-Fehlerfresser
Freitag, 27. Juni 2008Spitzer spitzen
Dienstag, 13. Mai 2008Als mir vor recht langer Zeit in alten US-amerikanischen Spielfilmen Bleistifte aufgefallen sind, die spitzer angespitzt waren als unsere einheimischen, habe ich mich nach dem dafür notwendigen Utensil umgesehen. Dies war jedoch kein ganz leichtes Unterfangen, denn als Reaktion auf meinen Wunsch „Ich hätte gerne einen Spitzer, der spitzer spitzt als andere Spitzer” hatte ich Fragen wie „Möchten sie ein Glas Wasser?” oder „Soll ich einen Arzt rufen?” befürchtet, aber glücklicherweise blieb mir derartiges erspart.
Bei meiner Suche habe ich mich auch direkt an KUM gewandt, einen in Franken ansässigen Hersteller, der im nächsten Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Dort hatte man ein offenes Ohr für mich, und kaum hatte ich mein Anliegen nebst einer eingescannten Skizze per E-Mail vorgebracht, wurde mir auch schon geholfen. So zählen nun schon seit einigen Jahren die Lang-Konus-Spitzer von KUM zu meinen Favoriten, ganz besonders das Modell 400 aus einer Magnesiumlegierung. Letzteres möchte ich hier kurz vorstellen.
Lang-Konus-Spitzer von KUM
Links: Modell 202 („Stenograph”), 1998; rechts: Modell 400 („Metal Stenograph”), 2007
Der in Deutschland hergestellte und mit 9 g vergleichsweise leichte Metall-Spitzer, der sich durch seine sog. „Bettstattform” sehr gut halten lässt, misst 41 × 15 × 17 mm und ist für Bleistifte mit einem Standard-Durchmesser von 8 mm ausgelegt. Sein auffälligstes Merkmal ist die große Klinge aus gehärtetem Stahl, die fast 20% länger ist als z. B. die des klassisch-keilförmigen und ebenso hochwertigen M+R 0600 aus Messing (das muss sie auch sein, ist doch die Schnittfläche bei einem kleineren Winkel in der Spitze größer).
KUM Long Point 400 (links) und M+R 0600 (rechts)
Die Unterschiede der resultierenden Spitzenformen sind deutlich sichtbar. – Zur Ehrenrettung des M+R 0600 muss ich an dieser Stelle sagen, dass die Klinge meines Stücks nicht mehr ganz scharf ist und die Schnittfläche daher rauher ausfiel; ein neues Exemplar spitzt selbstverständlich besser.
Spitzergebnis des M+R 0600 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J
Der KUM 400 sorgt für eine 23 mm lange Spitze (M+R 0600: 17 mm), wobei etwa 5 mm der Graphitkerns freigelegt werden (M+R 0600: 3 mm). Daher unterscheidet sich auch der Spitzabfall: Während die Dicken der Abfälle nahezu gleich sind, nimmt der Land-Konus-Spitzer aufgrund der größeren Schnittfläche mehr Holz weg.
Spitzabfälle des KUM Long Point 400 (links) und des M+R 0600 (rechts) vom Tombow Mono J
Eine Spitze mit vergleichbarer Geometrie formt die Elektro-Spitzmaschine Dahle 230, doch da diese mit einem Fräser arbeitet, ist die Holzfläche etwas glatter und der Übergang vom Holz zur Mine sauberer.
Spitzergebnis des Dahle 230 (oben) und des KUM Long Point 400 (unten) am Tombow Mono J
Der KUM Long Point 400 aus Magnesium kostet etwa einen Euro und ist für Bleistifte der Handspitzer meiner Wahl. – Ein Dreierpack Ersatzklingen wird für gut zwei Euro angeboten.
KUM Long Point 202, ursprüngliches Modell (Herstellungsjahr unbekannt)
Obiges Bild zeigt das (soweit ich informiert bin) ursprüngliche Modell des KUM Long Point 202. Ich habe ihn um 1998 herum bekommen, vermute jedoch, dass er deutlich älter ist. Kann meine geschätzte Leserschaft etwas zum Alter dieses Exemplars sagen?
Nachtrag: Wer nicht immer, sondern nur manchmal spitzer spitzen möchte, findet in diesem speziellen Spitzer vielleicht eine Alternative zum KUM Long Point.

















