Bleistifte

Stift und Spirale

Eine – wie ich finde – sehr gute Idee zur prak­ti­schen und deko­ra­ti­ven Kenn­zeich­nung des Här­tegrads von Blei­stif­ten hatte der junge Desi­gner Vla­di­mir Niki­tenko aus Donetsk (Ukra­ine).

Stift und Spirale

Sein im Jahr 2010 als Geschmacks­mus­ter ein­ge­tra­ge­nes Design besteht aus einer den gan­zen Blei­stift umlau­fen­den Spi­rale, deren Win­dun­gen umso brei­ter sind, je wei­cher der Blei­stift ist. Dank die­ser Spi­rale, die den übli­chen Auf­druck ergänzt oder ersetzt, kann man den Här­te­grad selbst dann rasch erken­nen, wenn man nur einen klei­nen Teil des Blei­stifts sieht.

Stift und Spirale

Ich danke Vla­di­mir Niki­tenko für die freund­li­che Kom­mu­ni­ka­tion und die Bil­der und wün­sche ihm viel Erfolg bei der Ver­mark­tung sei­ner gelun­ge­nen Idee! – Rus­sisch Spre­chende fin­den unter „Полосатые карандаши“ eine Dis­kus­sion mit wei­te­ren Bil­dern zu die­sem Thema.

Spitzer 1035

Heute ein rascher Blick auf die etwa 72 × 149 mm große und mit einer aus­führ­li­chen Ge­brauchsanweisung bedruck­ten Papier­tüte des Minen­schär­fers „Spit­zer 1035“ der W. Hebel KG.

Spitzer 1035

Das Bei­spiel „1a uni­vers“ finde ich klasse.

Der ähn­lich einem Klapp­mes­ser aus­ge­führte Spit­zer war mit eini­gen Bögen Sand­pa­pier zum Schär­fen sowie mit einer weich aus­ge­schla­ge­nen Nut zum Rei­ni­gen der Mine aus­ge­stat­tet. Da der Minen­staub weder auf­ge­fan­gen noch vom Gehäuse des Geräts zurück­ge­hal­ten wurde, konnte man sicher sein, dass er sich selbst bei sorg­fäl­tigs­ter Hand­ha­bung auch dort nie­der­ließ, wo man ihn über­haupt nicht haben wollte. Ich habe den Spit­zer trotz­dem ge­mocht, nicht zuletzt wegen die­ser sorg­fäl­ti­gen Beschreibung.

Spitzer 1035

Irgendwo muss ich den „Spit­zer 1035“ noch haben; wenn er auf­taucht, rei­che ich ein Foto nach.

To my Eng­lish rea­ders: Have you heard of the term „dra­wing pres­ser pen­cil“ before?

Zeitzeuge

Völ­lig platt war ich beim Blick in das Paket, das mir Michael Leddy von Orange Crate Art kürz­lich geschickt hat: Eine Kost­bar­keit neben der ande­ren, dar­un­ter zwei A.W. Faber CASTELL 9000 aus US-​amerikanischer Nachkriegs-​Produktion mit deut­scher Mine.

Zeitzeuge

Die Blei­stifte im ver­trau­ten, aber damals noch hel­le­ren Grün haben kei­nen Abschluss und fal­len auch durch die ecki­gen Zif­fern auf, doch das Beson­dere ist ihr Auf­druck „LEADS IM­PORTED FROM AMERICAN ZONE, GERMANY“. (Ich ver­mute, dass der Gra­phit von der Firma Kropf­mühl in Hau­zen­berg nahe Pas­sau im Baye­ri­schen Wald kam und die Minen in Stein bei Nürn­berg her­ge­stellt wur­den.) – Die ame­ri­ka­ni­sche Besat­zungs­zone exis­tierte von Juli 1945 bis Dezem­ber 1946, so dass das Alter die­ser Blei­stifte bei rund 65 Jah­ren lie­gen dürfte (es sei denn, man hat die Minen in gro­ßen Men­gen ein­ge­führt und noch lange Zeit danach in Holz gefasst).

Zeitzeuge

Vie­len Dank an Michael Leddy für diese und die ande­ren außer­ge­wöhn­li­chen Stücke!

Special zum CASTELL 9000

Als der Bleistift-​Klassiker CASTELL 9000 im Jahr 2005 sei­nen 100. Geburts­tag fei­erte, gab es von Faber-​Castell ein vier­sei­ti­ges Spe­cial. Die PDF-​Version die­ses Spe­cials war lange online ver­füg­bar, wurde aber bei einer Über­ar­bei­tung der Faber-​Castell-​Website ent­fernt. Auf meine Anfrage hin bekam ich nun die Geneh­mi­gung, die­ses PDF zum Down­load anzu­bie­ten – hier ist es:

PDF  Faber-​Castell Spe­cial 100 Jahre „Cas­tell 9000“ (PDF, 2005)

Danke an Faber-Castell!

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