Wahlverwandtschaft (1)
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So sieht sie also aus, die vor gut sieben Monaten auf der Paperworld vorgestellte und nun endlich erhältliche Kurbelspitzmaschine iPoint Classact von Westcott, hierzulande vertrieben durch die ACME United Europe GmbH.
Doppelter Fräser, Fuß mit Saugnapf, Aufnahme für Stifte mit acht Durchmessern von 5 bis 11,5 Millimetern – auf den gründlichen Test bin ich sehr gespannt.
Nachtrag vom 10.5.13: Der Link zur Produktseite funktioniert nicht mehr, und eine Suche nach dem Spitzer auf der Website des Herstellers liefert keine Ergebnisse. Wurde das Gerät wieder aus dem Sortiment genommen?
Vom Betrachter ab- und einem gelben Bleistift zugewandt zeigt der reife, untersetzte Herr mit Brille, gerötetem Gesicht und vornehmer, auf die Stifte in seiner Brusttasche farblich abgestimmter Kleidung deutlich seine Prioritäten: Sein Kennerblick durch die runden Gläser gilt nur dem Cullinan-Bleistift von Brevillier & Urban, den er jedem anderen vorzieht.
Die österreichische Schreibwarenfabrik Brevillier & Urban (heute Brevillier Urban & Sachs GmbH & Co. KG, Wien) entstand im Jahr 1925, als die 1800 von Ignaz Urban eröffnete Schmiede und die 1823 durch Carl Wilhelm von Brevillier gegründete Schraubenfabrik die ehemaligen Zeus-Werke in Graz übernahmen. 1983 kam Brevillier-Urban in die Kirchdorfer-Gruppe, die 2006 die Kirchdorfer Schreibwarenholding mit Brevillier-Urban sowie deren Tochterfirmen Jolly Arts & Crafts (China) und HemusMark (Bulgarien) gründete; 2007 erwarb Koh-I-Noor den Mehrheitsanteil an letzterer. Die bekannteste Marke von Brevillier-Urban, „Jolly“ aus dem Jahr 1965, ist seit 2007 Teil von Imarco, zu der auch die Heinrich Sachs KG, die Österreichische Kuvertindustrie und Cretacolor gehören. Brevillier Urban & Sachs fertigt in Graz und Hirm.
Wann es den Bleistift gab, für den diese 34 × 37 mm große Reklamemarke geworben hat, weiß ich nicht. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vielleicht noch, dass der größte jemals gefundene Rohdiamant „Cullinan“ hieß. War Entscheidung des Herstellers, seine Bleistifte nach diesem zu benennen, vielleicht eine Reaktion auf L. & C. Hardtmuth, deren Produkte den Namen des bekanntesten Diamanten „Koh-I-Noor“ trugen?
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Der 1000. Kommentar in diesem Weblog naht, und wie schon beim 500. möchte ich diese runde Zahl für ein Mitmach-Angebot nutzen. Wer in der nächsten Zeit einen inhaltsreichen Kommentar (nicht notwendigerweise unter diesem Beitrag) nebst einer funktionierenden E-Mail-Adresse hinterlässt und mit diesem das Tausend vervollständigt, bekommt ein kleines Geschenk, und zwar das pfiffige und hochwertige Bandmaß „Quicky“ von BMI inklusive weltweitem Versand.
In dem Überraschungspäckchen, das mir den STABILO pencil 88 brachte, fanden sich auch zwei Exemplare des Faber-Castell Lotus der Härte B. Aus der sehr knappen Beschriftung, die auch das Kürzel „SV“ für „Securalverfahren“ enthält, sticht der in einem dekorativen Font ausgeführte Name des Bleistifts hervor.
Der Stift mit metallisch wirkender, blau-violetter Lackierung, mattschwarzer Endkappe und einem Prägedruck in gebrochenem oder nachgedunkeltem Weiß ist wohltuend unauffällig und die Mine von recht ordentlicher Qualität.
Das war schon alles, was ich zu diesem für mich ansprechenden und heute nicht mehr erhältlichen, aber wohl noch nicht ganz so alten Bleistift sagen wollte.
Angesichts des stetig zunehmenden Anteils an altem Geraffel historischen Bleistifterabilien in diesem Weblog habe ich mich dazu entschlossen, meiner geschätzten Leserschaft eine komfortable Möglichkeit des Zugriffs auf diesen musealen Teil des Inhalts (Web-Zwonull-Neudeutsch: „Content“) anzudienen.
Bleistiftgeschichtliches ist daher ab sofort mit dem Terminus „Museum“ verschlagwortet, so dass ein Mausklick auf diesen Begriff unterhalb eines damit gekennzeichneten Beitrags alle Ausstellungstücke nebst erklärender Texttafel in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge ihrer Einstellung in die Kollektion liefert.
Im Kontrast zu ihren Pendants aus Stein ist diese Galerie mit Blei- und Farbstiften und deren Paraphernalien sowohl täglich als auch rund um die Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt. – Das Fehlen von Museumscafé und -shop bitte ich zu entschuldigen.
Nachtrag vom 4.10.09: Eine große Zahl anderer Kostbarkeiten bietet The Museum of Forgotten Art Supplies.
Nachtrag vom 10.6.11: Ähnliches zeigt auch das Museum of Obsolete Drafting Technology.
Teil eines kürzlich erstandenen Allerleis waren zwei ungewöhnliche historische Bleistifte von L. & C. Hardtmuth, auch bekannt unter Koh-I-Noor.
Diese Stücke mit sehr ähnlicher und inzwischen rissiger Lackierung unterscheiden sich in der Dicke und der Gestaltung, haben jedoch die gleiche Modellnummer (bei einem ist sie nahezu vollständig abgegriffen, mit einer Lupe aber problemlos erkennbar). Das Alter dieser Stifte kenne ich ebenso wenig wie deren ursprüngliche Länge. Der Aufdruck des 5,5 mm dicken Exemplars ist nicht mehr komplett, und der dünnere mit dem Durchmesser von 4,5 mm wirkt nicht wie werkseitig angespitzt; sie dürften also länger gewesen sein.
Neben der Nummer, dem Härtegrad, dem späteren Firmennamen „KOH-I-NOOR“ und dem des Herstellers tragen die Bleistifte drei Andreaskreuze mit jeweils vier Punkten, die mir bereits beim LYRA 2801 aufgefallen sind und für deren Verwendung im Bleistiftkontext ich noch keine Erklärung habe (möglicherweise dienten sie ausschließlich der Dekoration).
Die Form der Enden lassen vermuten, dass beide Stifte – wie diese sehr dünnen von J.J. Rehbach – für die Unterbringung im Notizbuch oder Kalender gedacht waren, bieten sie doch den Fingern beim Herausziehen guten Halt; der wie eine Tellerkapsel geformte Aufsatz verhindert zudem das Durchrutschen. Beim dafür verwendeten Material könnte es sich um Kunststoff handeln, doch da bin ich mir aufgrund der Bearbeitungsspuren nicht sicher.
Laut Kennzeichnung und dem Schreibgefühl haben die Minen beider Stifte die Härte HB, wobei die des dickeren im direkten Vergleich ein klein wenig kratziger wirkt.
Mit gefallen diese Bleistifte, und gäbe es diese heute noch oder wieder, würde ich sie kaufen.
Hat der mich jetzt vielleicht erschreckt! Da will man am Sonntagabend noch schnell ein Bild aufhängen, wühlt im Rahmen-Fundus, dreht ein vielleicht passendes Modell um – und starrt plötzlich in zwei hohle Augen! Und erst die scharfen, spitzen Zähne in diesem kantigen Metallschädel … Diese Kerle lauern aber auch wirklich überall.
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