Filou
Auf alten Verpackungen des italienischen Herstellers FILA anzutreffen: Der (sicher kluge, da FILA nutzende) Kopf mit einem Bleistift hinterm Ohr.
Auf alten Verpackungen des italienischen Herstellers FILA anzutreffen: Der (sicher kluge, da FILA nutzende) Kopf mit einem Bleistift hinterm Ohr.
Nicht viele Worte machten L. & C. Hardtmuth in dieser nur 109 × 48 mm kleinen und gut 100 Jahre alten Anzeige.
Der grafische Aufwand indes war größer: Ein Bleistift durchdrang perspektivisch unmöglich die dreidimensionalen Buchstaben und erinnert heute an die Werke des niederländischen Künstlers M.C. Escher.
Der genaue Blick zeigt, dass hier alles von Hand gezeichnet wurde.
Für mich eine kleine Kostbarkeit!
Bei einem Umzug findet man ja bekanntlich Dinge, die man in den zehn Jahren davor nicht vermisst hat. Als bekennender Poly-Sammler habe ich da eine große Auswahl, und so stieß ich kürzlich auf einen Karton mit alter Technik, darunter Taschenrechner mit Handbüchern sowie Handbücher ohne Taschenrechner. Unter ersteren befand sich auch der TI-59, in dessen Handbuch („Individuelles programmieren”, 1977/1979) mir dieses Symbol auffiel.
Es ist 14 × 14 mm groß, kennzeichnet das Kapitel zur Programmierung und gefällt mir.
Offenbar hat es sich herumgetrötet, dass ich den gemütlichen Dickhäutern gewogen bin, vor allem dann, wenn sie als Radierer auftreten: Es hat nicht lange gedauert, bis vier weitere Vertreter dieser speziellen Gattung vorstellig wurden – Vorhang auf!

Billy (links oder rechts) und sein Zwillingsbruder (rechts oder links)
Die weite Reise aus dem fernen Japan nicht gescheut hat dieser liebenswürdige Gefährte, der als Mitglied der großen Familie IWAKO eine kaum zu überschauende Zahl naher und entfernter Verwandter hinter sich weiß. In Kinderhand fühlt er sich am wohlsten, und da er vor seinem ersten Einsatz eine einfache Montage erfordert, nimmt er mir den Spitznamen „Billy“ sicher nicht übel.

Es ist mir eine außerordentliche Freude, ein echtes Schwergewicht des Showgeschäfts in unserer illustren Runde begrüßen zu dürfen. Der immer in blau, mit typischem Getöse und schlicht als „der Elefant“ auftretende Star erfreut sich besonders bei Kindern jeden Alters größter Beliebtheit und weiß stets durch pfiffige Ideen und überraschende Aktionen zu überzeugen.

Der dritte Gast kann heute leider nicht persönlich anwesend sein und verweist stattdessen auf sein (zugegebenermaßen nicht mehr ganz so aktuelles) Konterfei in der 20. Ausgabe des Hauptkataloges der Gebrüder Wichmann aus dem Jahr 1940. Ich bedaure sehr, dass er verhindert ist und hoffe trotz seines etwas grimmigen Blicks auf ein Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt.

Kastenförmig und kompakt kommt dieser Kollege daher, dessen große blaue Ohren ebenso flach anliegen wie sein schlanker Rüssel. Eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten – das gefällt mir!
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Kurz und stumpf – zwei Nachteile des Bleistifts, die so mancher Unternehmer mit Erfindergeist anging. Einer davon war Erwin Kreuzer, der mit seinem „BLIFT“ (BLeistIFT) 1973 den Bleistiftmarkt beleben wollte1. Kreuzer war jedoch nicht nur unter eigenem Namen aktiv, sondern auch als OEM, und so kam es zum „Ultra Pen“2 von Geha3.
Der „Ultra Pen“ wurde ebenso wie der BLIFT im Spritzguß gefertigt und bestand aus fünf Teilen: Gehäuse, Minenführung, Drahtspirale, Mine und Drehknopf.
Dieses Muster-Set zeigt die Varianten des nur mit grünem Schaft erhältlichen Stifts. Neben den Härtegraden B, HB, H und 3H mit 0,5 mm dicker Mine und Metall-Minenführungsröhrchen gab es noch eine einfachere Ausführung in HB mit 0,9-mm-Mine.
Der empfohlene Verkaufspreis des „Ultra Pen“ von 1,– DM lag über dem des BLIFT, der für 60 Pfennige zu haben war.
Die Mine wurde durch Drehen des farblich abgesetzten Knopfes transportiert und war nicht nachfüllbar. Drehte man den Knopf gegen den Uhrzeigersinn, ließ sich die Mine wieder hineindrücken.
Die Zielgruppe des „Ultra Pen“, dessen Prägedruck mich an Normschrift erinnert, waren technisch orientierte Nutzer, was man auch auf dem funktionell gestalteten Etui hervorhob.
Gerne hätte ich noch etwas zu den verwendeten Fonts gesagt, aber leider konnte ich sie nicht identifizieren.
Wie lange es den „Ultra Pen“ gab, weiß ich nicht, doch die Produktion des BLIFT wurde 1978 eingestellt. Als Roteck in Düren 1985 die Firma Kreuzer übernahm, gab es den BLIFT für kurze Zeit erneut, bis Pelikan 1987 Kreuzer kaufte und die Marke 1989 aufgab.
Heute ein rascher Blick auf alte Stifte mit ungewöhnlichen Formen.

Farbstift von L. & C. Hardtmuth (Anf. 20. Jahrh.)

Bleistifte von L. & C. Hardtmuth (Anf. 20. Jahrh.)

Bleistifte von L. & C. Hardtmuth (Anf. 20. Jahrh.) – Der Bleistift rechts hieß „Spiral“.

Bleistift von Johann Faber (Anf. 20. Jahrh.)

Polygrades-Bleistift von Großberger & Kurz (1880; im Katalog als viereckig aufgeführt)

Bleistift von Großberger & Kurz (Anf. 20. Jahrh.)

Bleistift von Großberger & Kurz (Anf. 20. Jahrh.)
Bleistift der Eagle Pencil Company (1894; zum Vergrößern anlicken)
Bleistift der Eagle Pencil Company (1894; zum Vergrößern anlicken)
Fünfflächige Bleistifte aus aktueller japanischer Produktion gibt es hier zu sehen. – Danke an Herbert R. für die Scans!
Nachtrag vom 28.8.11: Einen zwölfflächigen Bleistift gibt es hier.
Nachtrag vom 1.10.11: Die große Formenvielfalt als geschmackvolles, zierendes Element genutzt hat L. & C. Hardtmuth auf dem Titel dieses Katalogs aus dem Jahr 1910.
Nachtrag vom 7.8.12: 1898 ging es auch bei Johann Faber hexagonal-konisch zu, wie der Katalog von Richard Best, New York, zeigt.
Danke an Faber-Castell für diesen Scan!
Allen Bleistiftliebhabern vertraut sein dürfte der „Turquoise“-Bleistift, für den sein Hersteller, die Eagle Pencil Company, in der Zeitschrift „Progressive Architecture“ vom April 1952 grafisch reizvoll warb.
An Superlativen fehlte es nicht, doch was sich hinter „Electronic“ verbarg, ließ man offen. Kann meine geschätzte Leserschaft vielleicht etwas dazu sagen?
Die Idee, die Buchstaben als Ausschnitte von Blaupausen zu zeigen und dann noch einen Bleistift durchzustecken, finde ich großartig.
Als bekennender Typoholiker freue ich mich über die gelungene Auswahl der Fonts in dieser Anzeige.
Die früheste mir bekannte Erwähnung eines Spitzers, der spitzer spitzt als andere Spitzer1, findet sich im bereits genannten Katalog von Möbius+Ruppert aus dem Jahre 1938.
Der Artena Nr. 92, gefertigt aus der mir noch unbekannten Pressmasse „Moritul“2, ähnelt mit seiner sogenannten Bettstattform dem KUM 400-5L, der einen vergleichbaren Spitzwinkel produziert, aber auch dem M+R 202.

Die vergleichende Illustration lässt das Herz aller Langkonus-Liebhaber höher schlagen (und über die etwas verunglückte Perspektive hinwegsehen).
Auch wenn ich den Langkonus-Spitzer nicht mehr so oft und dafür die Kurbelspitzmaschine Carl Decade DE-100 um so öfter benutze: Den Artena Nr. 92 nähme ich sofort.
Nachtrag vom 27.5.11: Was verbirgt sich hinter „Moritul“?
„Moritul“ ist ein Phantasie-Materialname von M+R. Das 1972 eingetragene und bis 1992 genutzte Logo dieses Herstellers hatte zwischen M und R zwei Geodreiecke und ein Spitzloch, wobei letzteres zuweilen für ein „O“ gehalten und das Logo dann als „MOR“ gelesen wurde.
(Die Anzeige, aus der dieser Ausschnitt stammt, ist hier zu sehen.)
Eine bis in die 1950er Jahre übliche Bezeichnung für das heutige Polystyrol war „Trolitul“. Dieser Markenname der Dynamit Nobel AG lieferte die Zeichen „ITUL“, und so entstand der Name „Moritul“ für das Material der damaligen Kunststoff-Spitzer von Möbius+Ruppert.
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