Museum

Minfix 50/65

Ein klei­nes Relikt aus ver­gan­ge­nen Tagen: Der Doppel-Minenspitzer Min­fix 50/65 von Faber-Castell.

Minfix 50/65

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Der gut 25 mm lange und knapp 16 g schwere, aus Mes­sing gefer­tigte Min­fix 50/65 kam 1956 auf den Markt und kos­tete 65 Pfen­nig; die „L“-Ausführung im Leder­etui wurde für 85 Pfen­nig ange­bo­ten. Seine bei­den Spitz­öff­nun­gen für Minen mit den Durch­mes­sern 2 und 3,15 mm lagen gegen­über, so dass das beid­sei­tig ange­schlif­fene Mes­ser gewen­det und dop­pelt aus­ge­nutzt wer­den konnte. – Wie die­ser Kata­log­aus­schnitt bei Lead­hol­der zeigt, gab es noch zwei wei­tere Vari­an­ten die­ses Spit­zers: Wäh­rend beim Min­fix 50/61 die Öff­nun­gen ver­setzt gegen­über lagen, hatte die sog. „Lyra-Form” (50/50) beide am sel­ben Ende.

Minfix 50/65

Der im Jahr 1952 ein­ge­führte Name „Min­fix“ für die Minenspitzer-Serie ver­schwand 1978 wie­der aus den Kata­lo­gen, auch wenn das Modell 50/65 zunächst im Pro­gramm blieb; 1985 erhielt es die neue Artikel-Nummer 186500. – Beim aktu­ell erhält­li­chen TK-Minenspitzer 186600 von Faber-Castell für Minen mit Durch­mes­sern von 2 und 3,15 mm han­delt es sich um eine Behäl­ter­va­ri­ante aus Kunst­stoff mit trans­pa­ren­tem Deckel.

Minfix 50/65

Links: Koh-I-Noor Ver­sa­til 5205, rechts: Koh-I-Noor 5219

Markiges Marketing (3)

Reklamemarke von Schwan

Mit einer in mehr­fa­cher Hin­sicht rie­si­gen Sen­sa­tion war­tete der tra­di­ti­ons­rei­che Her­stel­ler Schwan 1906 auf der Baye­ri­schen Lan­des­ge­wer­be­aus­stel­lung in Nürn­berg auf: Ein 30 Me­ter gro­ßer Blei­stift, der bes­ten Sorte „Alde­ba­ran“ nach­ge­bil­det, über­ragte das Messe­gelände und diente gleich­zei­tig als Mes­se­stand; in den klei­ne­ren Blei­stif­ten um ihn herum waren Schwan-Produkte zu sehen. – Die auf der 52 × 32 mm gro­ßen Rekla­me­marke ge­nannte „Gol­dene Medaille“ ist die, mit der das Unter­neh­men als ein­zi­ges sei­ner Bran­che auf der ers­ten Lan­des­aus­stel­lung im Jahr 1882 aus­ge­zeich­net wurde.

Nach­trag vom 20.3.12: Ein Foto des Riesen-Bleistifts gibt es hier.

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Triothello

Drei Fotos mit drei Details von drei Vari­an­ten des Schwan-STABILO Othello 282 HB und ein alber­nes Wort­spiel – mehr gibt es hier an die­sem frü­hen Mon­tag­mor­gen nicht zu sehen.

Triothello

Triothello

Triothello

Die gespitzt aus­ge­lie­ferte Vari­ante mit roter Kappe ist das aktu­elle Modell; die ande­ren bei­den stam­men aus der Zeit zwi­schen 1930 und 1940.

The „Dragon“ Pencil

Ein his­to­ri­scher und unge­wöhn­li­cher Blei­stift: „The ‚Dra­gon’ Pen­cil“ aus dem Hause der Key Pen­cil Co. Bavaria.

The „Dragon” Pencil

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Der in einem war­men, sehr dunk­len und glän­zen­den Rot lackierte, hexa­go­nale Blei­stift hat mit 17,5 cm Länge und 8 mm Durch­mes­ser Stan­dard­maße; seine Mine ist jedoch mit 2,7 mm recht dick. Neben der Num­mer 4481 zeigt der sil­ber­far­bene Prä­ge­druck einen klei­nen Dra­chen, die Bezeich­nung des Blei­stifts, den Her­stel­ler Key Pen­cil Co. Bava­ria sowie den Här­te­grad BB (wohl 2B).

The „Dragon” Pencil

The „Dragon” Pencil

Doch um wen han­delt es sich bei der Key Pen­cil Co. Bava­ria? Diese ver­mut­lich 90 bis 100 Jahre alte Rekla­me­marke ver­rät es:

The „Dragon” Pencil

Die Key Pen­cil Co. war die 1821 gegrün­dete Schlüssel-Bleistift-Fabrik von J.J. Reh­bach in Regens­burg, die sich – und da kann ich nur mut­ma­ßen – für den Auf­tritt auf aus­län­di­schen Märk­ten einen wei­te­ren Namen, näm­lich die eng­li­sche Über­set­zung ihres ursprüng­li­chen zuge­legt hat. Die auf­wän­dige und in mei­nen Augen sehr ästhe­ti­sche Rekla­me­marke bie­tet neben deutsch­spra­chi­gen Details und dem eng­li­schen Namen zudem Infor­ma­tio­nen in Fran­zö­sisch, dar­un­ter auch „Ratis­bone“, die in Frank­reich auch heute noch übli­che und an das kel­ti­sche „Ratis­bona“ ange­lehnte Bezeich­nung der Stadt. Ebenso ver­tre­ten sind die bei­den gekreuz­ten Schlüs­sel, die nicht nur das Sinn­bild der Firma J.J. Reh­bach dar­stell­ten, son­dern auch im Regens­bur­ger Wap­pen zu fin­den sind.

The „Dragon” Pencil

Warum der Name die­ses Blei­stifts so her­vor­ge­ho­ben wurde, ist mir ein Rät­sel. Hatte er einen beson­de­ren Sta­tus? War er als Marke bereits ein­ge­führt und genoss einen guten Ruf? Die Gestal­tung lässt jedoch ver­mu­ten, dass ihm spe­zi­elle Beach­tung zuteil wurde.

The „Dragon” Pencil

Mine, Holz und Ver­ar­bei­tung des „Dra­gon“ sind von hoher Qua­li­tät. Die wei­che Mine hat eine her­vor­ra­gende Abgabe und sitzt fest im dunk­len Holz (Zeder?). Der Lack und der Prä­ge­druck mit geschmack­vol­ler Typo­gra­fie wur­den sorg­fäl­tig auf­ge­bracht und sind gut erhal­ten. Ein hoch­wer­ti­ger Hand­spit­zer wie z. B. der M+R 604 (im Bild) schnei­det Holz und Mine sau­ber, und auch im Tisch­spit­zer Carl Decade DE-100 macht der Blei­stift eine gute Figur.

The „Dragon” Pencil

Mit sei­ner Gestal­tung und sei­ner Qua­li­tät ist der „Dragon“-Bleistift, der wahr­schein­lich für den Export gefer­tigt wurde, für mich eine kleine Kostbarkeit.

The „Dragon” Pencil

Markiges Marketing (2)

Reklamemarke von Johann Faber

Ebenso wie LYRA haben noch andere Schreibgeräte-Hersteller mit Rekla­me­mar­ken für sich gewor­ben, dar­un­ter auch Johann Faber aus Nürn­berg, des­sen „ACME“-Bleistiftspitzer hier auf 54 × 54 mm gra­fisch durch­aus reiz­voll ange­prie­sen wird. – Die erste Vari­ante die­ses aus drei Tei­len (Kor­pus, zwei­sei­tig geschlif­fe­nes Mes­ser und Rän­del­schraube) bestehen­den Spit­zers kam laut Leon­hard Ding­werths „Klei­ner Anspitzer-Fibel“ um 1905 auf den Markt; der Gebrauch des eng­li­sches Wor­tes „acme“ auf dem deut­schen Markt der dama­li­gen Zeit über­rascht mich jedoch.

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Memorandum

Zwei recht dünne, kurze Blei­stifte mit unge­wöhn­li­cher und heute nicht mehr übli­cher Metall­kappe: Der „MEMORANDUM“ von J.J. Reh­bach sowie der „J.D.F.“ GRANTHA DIARY.

Memorandum

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Die in Deutsch­land her­ge­stell­ten Stifte sind knapp 5,5 mm dick und haben eine etwa 2,5 mm starke Mine. Sie sind 9,5 bzw. 13 cm lang, und da sie so aus­se­hen, als wären sie nach der Her­stel­lung noch nie gespitzt wor­den, kamen sie offen­bar auch so kurz in den Handel.

Memorandum

Ihr auf­fäl­ligs­tes Merk­mal ist jedoch die ver­gleichs­weise lange, auf­ge­presste Metall­kappe, die beide Stifte ziert und eine schei­ben­för­mige Ver­di­ckung auf­weist. Letz­tere ist 1 mm bzw. 0,5 mm dick und hat einen Durch­mes­ser von etwa 9 mm.

Memorandum

Laut Georg Bütt­ners Blei­stift­sei­ten wurde das zuvor als „Schlüssel-Bleistiftfabrik“ bekannte im Regens­burg ansäs­sige Unter­neh­men (daher das auch hier noch genutzte Logo mit den gekreuz­ten Schlüs­seln) 1934 durch Pen­sel & Sohn über­nom­men und unter dem Namen „J.J. Reh­bach“ wei­ter­ge­führt; wenige Jahre nach einer wei­te­ren Über­nahme Mitte der 1970er Jahre durch Hau­bold stellte man die Blei­stift­pro­duk­tion ein. Das Alter des „Memo­ran­dum“ schätze ich auf 60 bis 70 Jahre.

Memorandum

Zum viel­leicht ebenso alten „GRANTHA DIARY“ kann ich lei­der gar nichts sagen; auch ist mir das Kür­zel „J.D.F.“ fremd. Der Wikipedia-Eintrag zur sog. „Grantha-Schrift“ gibt für das Sanskrit-Wort „gran­tha“ die Über­set­zun­gen „Buch“ sowie „Manu­skript“ an, was gewollt sein und ange­sichts des Zusat­zes „DIARY“ einen Hin­weis auf die Ver­wen­dung die­ses Stifts geben könnte.

Memorandum

Der „GRANTHA DIARY“ schreibt sehr hart und lässt sich nicht so gut radie­ren, wäh­rend der „MEMORANDUM“ einem Blei­stift der Härte HB nahe­kommt. – Ich ver­mute, dass diese Stifte für den Gebrauch mit einem Notiz- oder Tage­buch gedacht waren und die beson­dere Form der Metall­kappe ein Her­aus­rut­schen aus einer am Buch ange­brach­ten Schlaufe oder Lasche ver­hin­dern sollte.

Nach­trag vom 28.3.09: Ein Ken­ner der Mate­rie teilte mir ges­tern mit, dass es sich bei die­sen Stif­ten um Taschen­blei­stifte und bei den Metall­tei­len um sog. Tel­ler­kap­seln han­delt. Diese Taschen­blei­stifte waren für den Gebrauch mit und den Trans­port im Rücken von Kalen­dern und Notiz­bü­chern vor­ge­se­hen (daher auch ihre geringe Länge); die Tel­ler­kap­sel ver­hin­derte dabei das Durch­rut­schen des ein­ge­steck­ten Stif­tes. Das Kür­zel „J.D.F.“ könnte für den Her­stel­ler ste­hen, der die­sen Blei­stift zusam­men mit sei­nen Pro­duk­ten ange­bo­ten hat. – Vie­len Dank an G. B. für diese inter­es­sante Information!

Alligator

Viel zu schön, um nicht detail­liert gezeigt zu wer­den: Das kleine Kro­ko­dil auf dem run­den, schwarz lackier­ten Blei­stift “ALLIGATOR” № 2 von Johann Faber. (NB: Georg Bütt­ners Blei­stiftseiten zufolge ging Johann Faber, der sein Unter­neh­men 1876 grün­dete, im Jahr 1932 eine Zusam­men­ar­beit mit A.W. Faber-Castell ein und wurde zehn Jahre spä­ter von die­sem übernommen.)

Alligator

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Lei­der weiß ich über­haupt nichts über die Geschichte die­ses wohl sehr alten Blei­stifts, aber laut Bob Truby’s Brand Name Pen­cils muss es zumin­dest noch einen Kopier­stift die­ses Namens, jedoch ohne Gra­fik gege­ben haben. – Neben dem Schwan auf den Stif­ten von STABILO, der bereits 1875 als Mar­ken­zei­chen ein­ge­führt wurde, gibt es heute noch die Libelle bei Tom­bow. Dar­über hin­aus kenne ich nur einen wei­te­ren Blei­stift mit Tier, näm­lich den „Kiddi Black Ele­fant“ von STAEDTLER, doch die­ser ist seit gerau­mer Zeit nicht mehr erhältlich.

Alligator

Da das Kro­ko­dil in der west­li­chen Kul­tur­ge­schichte eine eher unter­ge­ord­nete Rolle spielt, ver­mute ich, dass es hier ledig­lich der Deko­ra­tion dient, doch diese Auf­gabe erfüllt es in mei­nen Augen auf eine sehr nette und attrak­tive Weise.

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