Eberhard Faber Tricki Dicki

Eberhard Faber Tricki Dicki

Genau an der Stelle in New York, wo heute das UNO-Gebäude steht, begann Eber­hard Faber mit sei­ner Blei­stift­pro­duk­tion. 147 Jahre spä­ter und gut 35 Mil­lio­nen Blei­stift­län­gen ent­fernt macht ein sechs­jäh­ri­ger Junge mit Hilfe des Tricki Dicki die­ses Her­stel­lers seine ers­ten Erfah­run­gen mit der ele­men­ta­ren Kul­tur­tech­nik des Schrei­bens. Mit noch etwas unge­len­ken Bewe­gun­gen lässt seine kleine Hand die wei­che, vier Mil­li­me­ter dicke Mine des drei­flä­chi­gen Stifts über die linier­ten Sei­ten des Schreib­lern­hefts glei­ten und dabei die ers­ten Buch­sta­ben ent­ste­hen, doch schon bald wird auch er zu den Schreib­ge­rä­ten der „Gro­ßen“ und zur Tas­ta­tur grei­fen. Ob er sich dann noch an die­sen Anfang erinnert?

Auf- statt untergehen

Mit einer in mei­nen Augen sehr anspre­chen­den Ein­la­dung zu sei­nem Stand auf der am 15. Okto­ber 2008 begin­nen­den Frank­fur­ter Buch­messe über­raschte mich kürz­lich der Ver­lag Her­mann Schmidt in Mainz, des­sen her­vor­ra­gen­den Bücher zu Typo­gra­fie, Gra­fik­de­sign und Krea­ti­vi­tät ich sehr schätze.

Auf- statt untergehen

© Mus­ter aus: geo­me­tric von Kapitza (zum Ver­grö­ßern anklicken)

Mir gefal­len sowohl die Gra­fik auf der wohl­tu­end gro­ßen Karte im A4-Format als auch das Zitat sehr gut, nicht zuletzt des­we­gen, weil Jac­ques Tati einer mei­nen Lieb­lings­re­gis­seure und -schau­spie­ler ist. Ich bewun­dere sei­nen schar­fen Blick, seine Liebe zum Detail und seine Sorg­falt auch im Kleins­ten; ganz beson­ders an „Mon Oncle“ (1958) und „Play Time“ (1967) kann ich mich nicht satt­se­hen. Große Sorg­falt und Liebe zum Detail zeich­nen auch die ästhe­ti­schen und kom­pe­ten­ten Bücher des Ver­lags Her­mann Schmidt aus, und so steht bereits ein wei­te­res auf mei­ner Wunsch­liste. Ich bin mir sicher, dass ich an die­sem Buch ebenso große Freude haben werde wie an all den ande­ren aus die­sem Hause, die schon in mei­nem Regal ste­hen und die ich oft und gern zur Hand nehme.

LYRA Gärtnerstift

Auch wenn ich mit der Tätig­keit des Gärt­nerns nichts am Stroh­hut (und noch nicht ein­mal letz­te­ren) habe, so hat es mir doch der „Gar­den Pen“ aus dem tra­di­ti­ons­rei­chen Hause LYRA mit sei­ner schlich­ten und für mich anspre­chen­den Gestal­tung sehr angetan.

LYRA Gärtnerstift (Garden Pen 1695)

Der runde, grün lackierte Gärt­ner­stift mit der Num­mer 1695 und Bleistift-Standardmaßen, aber einer 3,7 mm dicken Mine trägt neben dem Namen des Her­stel­lers und des­sen Mar­ken­zei­chen (die Lyra) den Schrift­zug „GERMANY“; ein Strich­code ist nicht auf­ge­druckt. Laut Eisen­wa­ren­ka­ta­log des Her­stel­lers ist der Schrei­ber, der unter der Arti­kel­num­mer 1950104 in der Rubrik „Spe­zi­al­stifte“ geführt wird, für die „wet­ter­feste Mar­kie­rung auf glat­ten und porö­sen Flä­chen im Gar­ten­be­reich“ geeignet.

LYRA Garden Pen 1695 mit Radierer STAEDTLER Mars Plastic Soft und Notizblock Rhodia No. 11

LYRA Gar­den Pen 1695 mit Radie­rer STAEDTLER Mars Pla­s­tic Soft und Notiz­block Rho­dia No. 11

Mein ers­ter Ein­druck war der eines nor­ma­len Blei­stifts etwa der Härte 2B, wobei jedoch der Gärt­ner­stift etwas wach­si­ger wirkt als z. B. der STAEDTLER Mars Lumo­graph 2B. Er lässt sich gut radie­ren, was mich an der Wet­ter­fes­tig­keit zwei­feln lässt und für mich eine dem Kopier­stift ähn­li­che Zusam­men­set­zung aus­schließt. Wie schon beim Wir­te­stift von Her­litz konnte ich auch für den LYRA Gar­den Pen keine glatte Ober­flä­che fin­den, auf der er haf­tet; auf rau­hen jedoch schreibt er einwandfrei.

Lexikaliker-Blumentopf, beschriftet mit dem LYRA Garden Pen 1695

Ein schnel­ler Test zeigte, dass die auf einem Blu­men­topf ange­brachte Beschrif­tung mit dem Gärt­ner­stift zwar einer kräf­ti­gen Dusche mit der Gieß­kanne stand­hält, nicht aber ei­nem anschlie­ßend leicht rei­ben­den Zeigefinger. 

Beschriftung mit dem LYRA Garden Pen 1695

Auch wenn er – wie alle Blei­stifte – gegen­über was­ser­fes­ten Filz­stif­ten den Vor­teil der Licht­be­stän­dig­keit hat, so kann ich nichts erken­nen, was ihn für den Ein­satz im Grü­nen prä­de­sti­niert, son­dern sehe eher einen Nach­teil: Ver­legt man ihn, so ist er auf­grund sei­ner grü­nen Lackie­rung gut getarnt und damit schwe­rer zu finden.

Die Qua­li­tät von Holz und Mine ist gut, doch die des Lacks ent­täuscht mich etwas. Alle meine Gärt­ner­stifte haben Risse im Lack, wofür aber auch eine feh­ler­hafte Lage­rung die­ser Exem­plare ver­ant­wort­lich sein könnte (ähn­li­che Schä­den sind mir bereits beim ansons­ten her­vor­ra­gen­den Super FERBY DUO vom glei­chen Her­stel­ler aufgefallen).

LYRA Gärtnerstift (Garden Pen 1695)

Trotz der Nach­teile gefällt mir der LYRA Gar­den Pen sehr, denn sein ein­fa­ches, durch den Prä­ge­druck und die ver­wen­de­ten Schrif­ten etwas alt­mo­disch wir­ken­des Äuße­res machen ihn zu einem nicht all­täg­li­chen Blei­stift, der sich auch außer­halb des Gar­tens gut verwen­den lässt.

Anm.: Der ita­lie­ni­sche Schreibwaren-Hersteller FILA hat kürz­lich LYRA über­nomm­men.

Graphit statt Teer

Kurzbleistift „NO SMOKING” von Eyeball und Spitzer DUX DX4112

(zum Ver­grö­ßern anklicken)

Als nicht­rau­chen­der Blei­schrei­ber schwärze ich nicht meine Lunge, dafür aber viel Papier. Hin und wie­der greife ich dabei zu einer unge­wöhn­li­chen Sorte wie dem Kurz­blei­stift mit dem bezeich­nen­den Namen „NO SMOKING“ des japa­ni­schen Her­stel­lers Eye­ball, von dem auch der Spreng­stift stammt. Nette Idee und sehr gut umge­setzt: Der matte, leicht rauhe Lack ist ebenso sorg­fäl­tig auf­ge­bracht wie der sil­ber­graue Ring und die Farbe für das Mund­stück. – Den niko­tin­freien, nicht-glimmenden Sten­gel gibt es bei Bun­doki für 52 Yen (etwa 0,34 Euro); bei dem Messing-Spitzer im Bild han­delt es sich um den DUX DX4112 von Stan­dard­graph.

Stille Beobachter (8)

Aufzugstüren an einem Supermarkt in Rüsselsheim

In Rüs­sels­heim gibt es nicht nur lang­stre­cken­taug­li­che Tech­nik, son­dern auch einen Super­markt, der rück­wär­tig freund­lich lächelt. Doch die deut­lich erkenn­bare Zurück­hal­tung kommt nicht von unge­fähr: Gewöhn­li­chen Besu­chern ist der Zutritt zum Auf­zug und damit zur Unter­welt des Super­mark­tes verwehrt.

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