Archiv des Stichworts „Spitzer”

 Ältere Beiträge

Kurz notiert

Mittwoch, 23. August 2017
  • Das ideale T-Shirt für Bleistift-Fans ist das „Graphi-Tee”, denn es wird mit Graphit ge­färbt. Heute wird dafür Abfallgraphit aus der Industrie genutzt, doch das Färben mit Graphit soll bis in die Antike zurückgehen. Das von dem italienischen Unter­nehmen WRAD gestaltete und gefertigte „Graphi-Tee” wurde bereits 2017 mit dem reddot award „best of the best” ausgezeichnet. – Danke an Wowter für den Hinweis!
  • Die Weeks-Variante des Hobonichi Techo wird es im kommenden Jahr zusätzlich in einer Mega-Ausführung geben, die mehr als dreimal so viele Blanko-Seiten wie die normale bietet. Der Verkauf des Weeks Mega beginnt am 1. November. – Danke an Sola von pencils and other things für den Hinweis!
  • Wer seinen Handspitzer nobel unterbringen möchte, könnte an diesem Schatzkästchen des japanischen Anbieters Maruzen Gefallen finden. Wenn ich richtig informiert bin, ist es bereits für schlappe 200 Euro zu haben.
  • Leider sind die hervorragenden Spitzer von Möbius+Ruppert nicht so leicht erhältlich, doch wie ich heute erfahren konnte, hat der Versender tz-bedarf.de gleich mehrere im Sortiment, darunter den Minenspitzer Minofix, die Granate und den Dosen-Minenspitzer 970. – Danke an Herrn Großmann für den Hinweis!

Nur ein Foto

Mittwoch, 9. August 2017

In Ermangelung der Zeit für einen längeren Beitrag heute nur ein Foto, und zwar vom Viarco 3500 und dem M+R Pollux.

Nur ein Foto

Das war's auch schon.

Kurz notiert

Dienstag, 30. Mai 2017
  • Bei Kobo-Q gibt es bemerkenswerte Arbeiten aus Leder zu sehen, darunter einen Spitzenschoner mit integriertem Spitzer und einen Verlängerer, der sich die rechteckige Zwinge des Blackwing 602 auf pfiffige Weise zu Nutze macht. – Danke an Frank für den Hinweis!
  • Vor kurzem wurde ein Patent der Eisen GmbH veröffentlicht. Es beschreibt Stifte, deren Schaft vollständig oder teilweise aus einem wachsartigen Material besteht, und Spitzervarianten für diesen. Durch das weiche Schaftmaterial soll der zum Spitzen nöti­ge Aufwand verringert werden, denn es erfordert weder ein sehr hartes Messer noch eine besonders stabile Spitzvorrichtung. Während das Messer eines herkömmlichen Spitzers mindestens die Härte 60 HRC1 hat, ist für den Stift mit wachsartiger Ummante­lung nur eine Härte von maximal 40 HRC notwendig, so dass ungehärtete Stähle, aber auch Kunststoffe zum Einsatz kommen können und der Spitzer dann sogar einstückig ausgeführt werden kann2. Das Ummantelungsmaterial, dessen Härte unter 60 Shore D3 liegt, kann die Mine zudem vor dem Ausdiffundieren flüchtiger Bestandteile schützen, was vor allem bei Kosmetikstiften interessant ist.
  1. Zum Vergleich: Das Messer eines Spitzers von Möbius+Ruppert hat 65 HRC, die Klinge eines Schweizer Taschenmessers 55 HRC und hochwertige japanische Küchenmesser bringen es auf 65–67 HRC.
  2. In der Patenschrift wird auch auf Schneidkantenbreiten und -radien von Spitzermessern ein­gegangen.
  3. Zum Vergleich: LDPE hat 40–50 Shore D.

Gruppenbild

Montag, 29. Mai 2017

Gruppenbild

(zm Vergrößern anklicken)

Möbius+Ruppert Pollux, Mitsubishi uni mit individuellem Prägedruck (Danke an Yumiko!), Bleistiftverlängerer Mitsubishi uni UPH-8000, Pilot S20 und Pilot Legno 89s.

Granate 1892

Montag, 15. Mai 2017

Meine Suche nach dem Ursprung des als „Granate” bekannten Handspitzers dauert an. Ein neuer Fund führt in das Jahr 1892 und damit weiter zurück als bisher.

Mit „Equal to the finest imported” bewarben Greenough, Hopkins & Cushing im April 1893 den „Peerless”, was die Vermutung nahelegt, dass dieser Spitzer als Konkurrenz zu Import­ware antrat. Eine Bestätigung dafür findet sich in „The American Stationer”, Ausgabe 31 vom 7. Januar 1892:

Granate 1892

Granate 1892

Die Formulierung „which has heretofore been imported” belegt es – der „Peerless” (oder ein ähnlicher Spitzer) musste also bisher importiert werden, und zwar aus Europa, wie es weiter heißt.

Einer Meldung in „The American Stationer”, Ausgabe 32 vom 3. November 1892, zufolge war das Unternehmen zehn Monate nach dieser Meldung zur Auslieferung des „Peerless” bereit:

Granate 1892

Und auch hier der Hinweis auf importierte Spitzer. Aber welche waren das? Einen kleinen Hinweis könnte diese Anzeige der B. Lawrence Stationery Co., 224, 226 and 228 Centre Street, New York in „The American Stationer”, Ausgabe 31 vom 7. Januar 1892, geben:

Granate 1892

(zum Vergrößern anklicken)

Leider fehlen der Name und eine Angabe zur Herkunft dieses Modells. War es dieses, zu dem der „Peerless” in Konkurrenz trat?

Granate 1892

Geht man davon aus, dass die Darstellung weitgehend korrekt ist, fallen die beiden Schrau­ben auf. Die frühen Versionen der „Granate” von Möbius+Ruppert und Möller & Breitscheid hatten ein Rändelrad und zwei Stifte, um das Messer zu halten, doch der Brinco „Sharpe-Point” nutzte zwei Schrauben. Führt die Spur nach England?

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Sonntag, 14. Mai 2017

Mit dem kürzlich angefertigten Lederetui für den Pollux bin ich nicht ganz zufrieden, weil es sehr klobig ist. Heute hatte ich eine Idee, die ich auch gleich umgesetzt habe. Wie immer braucht man nur übliches Material und Werkzeug, das bei Bastlern ohnehin herumliegt.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Ein kleines Stück Leder, das den Pollux gerade so umschließt (bei einer Dicke von 1,5 mm ist es 5,5 cm lang) und an den Enden jeweils etwa 3 mm übersteht, näht man so zusam­men, dass eine Röhre entsteht.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Am einen Ende macht man zwei gegenüberliegende Löcher und am anderen zwei Einker­bungen. (Tipp: Letztere lassen sich prima mit einem großen Stanzmesser der Lochzange machen.)

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Durch die Löcher fädelt man ein Stück Elastik-Kordel und knotet es so zusammen, dass sich der Knoten in der Röhre befindet. Die Länge der Kordel hängt davon ab, wie dehnbar sie ist und wie stramm sie sitzen soll.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Fertig! Pollux nehmen, …

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

… in die Röhre stecken und …

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

… Elastik-Kordel über das andere Ende spannen und in die Einkerbungen legen.

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Ta-taa!

Basteln mit dem Lexikaliker (15)

Das kann man natürlich noch schöner machen, z. B. indem man den Stoß zusätzlich ver­klebt, damit sich kein Spalt bildet, oder man statt des Leders Karton nimmt, der überzogen wird, damit es keinen Spalt gibt, und an den Schmalseiten besser in Form bleibt. Zudem sind die Enden offen; auch das ist nicht so gut.

 vorherige | Basteln mit dem Lexikaliker

Janus 1

Samstag, 13. Mai 2017

Ende September letzten Jahres ist bei Prestel das Buch „Schreibwaren. Die Rückkehr von Stift und Papier”1 erschienen. Es geht (so der Verlag) auf die „neue Schreibkultur” und die Rückkehr der „guten alten Schreibgeräte” ein und ist mit seinem eher ungewöhnlichen, aber breiten Spektrum auch für diejenigen interessant, die bereits mit diesem Thema ver­traut sind. Uneingeschränkt empfehlen kann ich es jedoch leider nicht, da manche Dinge meiner Ansicht nach nur oberflächlich abgehandelt werden und einiges auf mich wie Wer­bung wirkt. Die Fülle und die Qualität der Fotos sind allerdings beeindruckend, und auch die Gestaltung ist sehr ansprechend.

Janus 1

Zum Größenvergleich ein Tombow Mono 100.

Ich habe mit einem Kapitel über den als „Granate” bekannten Handspitzer zu diesem Buch beigetragen.

Janus 2

Bei der Lektüre bin ich auf Seite 49 über „Janus 1″ gestolpert.

Janus 3

„Janus 1″ stimmt natürlich nicht, denn der gezeigte Spitzer ist ein Janus 4048. Doch wa­rum hat er eine Torxschraube? Genau, weil es mein Exemplar ist, bei dem ich die originale Schlitzschraube überdreht und durch eine Torxschraube ersetzt habe.

Janus 4

Faber-Castell Janus 4048 und Möbius+Ruppert 604 („Granate”) aus „Top Two (2)”

Das verwendete Foto stammt aus meinem Beitrag „Top Two (2)”. Man hatte es sich we­gen der Granate geben lassen, dann aber nur den Janus 4048 benutzt – allerdings ohne dies anzusprechen, und so habe ich weder auf die Schraube hingewiesen noch ein Foto ei­nes originalen Janus 4048 angeboten (wahrscheinlich hätte dann auch die korrekte Be­zeichnung dieses Spitzers ins Buch gefunden).

Janus 5

Janus 1 (Original und Abbild)2

So können alle Leser dieses Buches meinen persönlichen Janus 4048 bewundern, den ich ab jetzt „Janus 1″ nennen werde3.

Janus 6

Janus 1 und Janus 4048 in trauter Zweisamkeit

Nicht jedem Spitzer wird eine solche Ehre zuteil!

  1. Luca Bendandi, John Z. Komurki: Schreibwaren. Die Rückkehr von Stift und Papier. Prestel 2016, ISBN 978-3-7913-8268-5.
    Luca Bendandi, John Z. Komurki: Stationery Fever. From Pencils to Paper Clips and Everything In Between. Prestel 2016, ISBN 978-3-7913-8272-2.
  2. Das Messer ist ein anderes, weil ich es inzwischen ausgetauscht habe. – Man beachte auch die beiden Spuren an den hinteren hohen Stellen; diese kommen vom Lederetui.
  3. Nein, ich mache mich nicht über diesen Fehler lustig (außerdem wäre er sehr leicht vermeidbar gewesen).

Granate 1893

Dienstag, 9. Mai 2017

Ein weiteres Puzzlestück in der Geschichte des hierzulande als „Granate” bekannten Hand­spitzers: Diese Anzeige in „The American Stationer”, Ausgabe 33 vom 13. April 1893, Seite 821.

Granate 1893

Das ist die älteste mir bekannte Darstellung des „Granate”-Designs1 (zylindrisch, vier Rände­lungen und konische Spitze).

Interessant finde ich die Aussage „Equal to the finest imported”. War der „Peerless” etwa das im Inland gefertige Konkurrenzprodukt für importierte Spitzer, darunter die „Granate”? Wenn ja: Woher kam sie? Wer hat das Design erdacht und sie gefertigt? Welche Firmen haben sie vertrieben und exportiert? Eine weitere Recherche lohnt sicher.

Danke an Sean von Contrapuntalism für den Hinweis auf die Anzeige!

  1. Das Early Office Museum führt in der Rubrik „Small Pencil Sharpeners” einen sehr ähnlichen „American Cartridge Pencil Sharpener” von Eberhard Faber auf und gibt das Jahr 1892 an, doch da eine Quellenangabe fehlt, ist diese Information für mich wertlos. – Siehe auch „Granate 1892–1933″.
 1 2 3 4 5 ...17 18 19 Nächste

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK