Archiv des Stichworts „Spitzer”

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Feinschliff

Freitag, den 21. Mai 2010

Anzeige für den Spitzer „Gem” von F.H. Cook & Co. (1901)

Fast fünf Pfund schwer und 20 Zentimeter hoch war der gusseiserne „Gem”, der mit einer Schleifscheibe Griffel und Bleistifte in Form brachte. Die Mechanik des 1886 patentierten Spitzers drehte dabei auch den Stift, dessen Abrieb die Scheibe zusetzte und sich auf dem Tisch verteilte. Trotz dieses Nachteils wurde der Apparat jedoch über dreißig Jahre lang verkauft. – Diese 70 × 26 mm² große Anzeige stammt aus „Century Illustrated” vom März 1901.

Wau!

Freitag, den 30. April 2010

Sofort an die Leine gelegt habe ich diese flotte Variante des Scottish Terrier, die mich bei einem Spaziergang auf Etsy ansprang.

Spitzer aus Bakelit

Ein knuffiger Gebrauchshund mit glattem, pflegeleichtem Fell und angenehmem Wesen – was will man mehr? Im übrigen begegnet man dieser Rasse heute ja nicht mehr allzu oft.

Spitzer aus Bakelit

Er hört zwar überhaupt nicht auf mich und ist auch noch nicht stubenrein, aber als großer Hundefreund sehe ich gerne darüber hinweg.

Zeitzeuge

Donnerstag, den 26. November 2009

Hundertprozentig sicher bin ich mir nicht, doch es sieht so aus, als trage dieser Dosenpitzer von Dahle Spuren der deutschen Wiedervereinigung, die sich kürzlich zum 20. Mal jährte.

Dosenpitzer Dahle 53463

Der genaue Blick auf den Boden des transparenten Teils zeigt eine kleine Auffälligkeit bei der in die Spritzgussform eingebrachten Angabe des Herkunftslandes:

Dosenpitzer Dahle 53463 (Unterseite)

Ich vermute, dass man den West-Teil des Schriftzugs (”W”) aus dem Werkzeug entfernt hat und daher an dieser Stelle nur noch ein flaches Quadrat sieht (und somit die alte Form im vereinten Land weiterbenutzen kann). – Der Spitzer selbst ist ist übrigens sehr gut und mit 0,26 mm auch recht sparsam.

Spitzer spitzen (4)

Samstag, den 17. Oktober 2009

Einen interessanten Fund machte kürzlich Pencil Anna, eine sehr aufmerksame Leserin meines Weblogs, in einer Filiale der Drogerie-Kette Müller, und überraschte mich mit diesem zum Wochenende: Ein Dreifach-Behälterspitzer der Marke „TIKO”.

Dreifach-Behälterspitzer von TIKO

Dreifach-Behälterspitzer von TIKO

Aufgefallen war ihr an dem Modell der längste Schacht, und wie es sich zeigte, verbirgt sich darin ein Langkonusspitzer, auf den auch der kleine, in die Dose eingelegte Zettel hinweist. Die beiden anderen Schächte sind für Blei- und Farbstifte mit 6 bis 8 sowie 9 bis 12 mm Durchmesser vorgesehen.

Dreifach-Behälterspitzer von TIKO

Der Dreifach-Behälterspitzer von TIKO besteht aus 14 Einzelteilen

Das Gerät trägt neben einzelner Ziffern drei aussagekräftige Kennzeichnungen. Am Einsatz finden sich „H.K. REG.NO. 0600172.1M005″ sowie „P.R.C. DESIGN NO. 200630051822.0″ und auf der Komponente für den Langkonus „TIKO”. Es fällt auf, dass der Doppelspitzer über geriffelte Griffmulden verfügt, also möglicherweise auch einzeln angeboten wird. Der Vergleich des Langkonus-Spitzers mit dem des „Paper and more”-Doppel-Behälterspitzers zeigt die exakte Überstimmung von Klinge, Schrauben und Befestigung – kein Wunder, hat der von REWE angebotene doch ebenfalls den Schriftzug „TIKO”. Bereits eine kurze Suche führt zur Wella Plastic Manufactory Limited, wo nicht nur diese beiden, sondern noch zahlreiche andere Spitzer und verwandte Produkte aufgeführt werden (darunter eine Kurbelspitzmaschine, in deren Spänebebehälter ein einfacher Handspitzer sitzt). Weitere Details liefert die globale Artikelidentnummer (GTIN, ehemals EAN) auf dem am Boden des Spitzers angebrachten Aufkleber; die Suche nach dieser im GEPIR (Global GS1 Electronic Party Information Registry) führt zu VALORO, einem Anbieter von Schreibwaren und Schulbedarf in Zirndorf. – Aber genug dazu und zurück zur Funktion des Geräts.

Dreifach-Behälterspitzer von TIKO

Der Langkonus-Spitzer im TIKO liefert am STABILO Opera 285 eine sehr saubere Spitze und hat in meinen gründlichen Tests die Mine nicht ein einziges Mal abgebrochen. Der Griff zur Messschraube bestätigt das Spitzergebnis des TIKO noch auf eine andere Weise, denn mit einer durchschnittlichen Dicke des Spans von 0,26 mm geht er vergleichsweise sparsam zu Werke.

Dreifach-Behälterspitzer von TIKO

Von links: KUM 400, Carl Decade DE-100, TIKO

Auch im direkten Vergleich mit dem KUM 400 und dem Carl Decade DE-100 macht der TIKO eine sehr gute Figur und kann überzeugen. Da man die gerade einmal 35 × 15 × 11 mm³ große Komponente sogar separat nutzen kann, bekommt man mit dem TIKO zudem den mit Abstand kleinsten Langkonus-Spitzer, der mir bisher untergekommen ist.

Dreifach-Behälterspitzer von TIKO

In der Mitte der Rot-Blau-Stift „Comercial 289″ des portugiesischen Herstellers Viarco

Die beiden anderen Schächte bieten das von den üblichen Spitzern bekannte Ergebnis und halten sich mit einem Spitzenwinkel von 22° (Langkonus: etwa 17°) an die vom ISZ, dem Industrieverband Schreiben, Zeichen und Kreatives Gestalten e. V. mit Sitz in Nürnberg, ausgesprochenen Empfehlung.

Vielen Dank an Pencil Anna für diesen Spitzer!

Markiges Marketing (10)

Freitag, den 16. Oktober 2009

Bleistiftschärfmaschine „Jupiter”

Teuflisch gut gewesen sein muss die „Bleistiftschärfmaschine Jupiter”, wenn man dieser 43 × 58 mm² großen Reklamemarke Glauben schenken darf. Die wohl bekannteste deutsche Spitzmaschine, patentiert 1896 und hergestellt von Guhl & Harbeck in Hamburg, brachte Blei- und Farbstifte mittels eines Scheibenfräsers in Form. Angetrieben wurde dieser durch eine Kurbel, die beim ersten Modell, der „Jupiter 0″, noch vorne, ab der „Jupiter 1″ (1905) jedoch an der Seite saß. Wie die hervorragende „Kleine Anspitzer-Fibel” von Leonhard Dingwerth informiert, folgte 1928 die „Jupiter 2″; das Nachfolgemodell „Jupiter 2/51″ war bis Ende der 1960er Jahre auf dem Markt.

Bleistiftschärfmaschine „Jupiter” (Ausschnitt)

Beworben wurde der etwa 3 kg schwere und 35 cm lange Spitz-Gigant vor vielleicht 90 Jahren in gleich sechs Sprachen und zudem grafisch sehr aufwändig. So zeigt der genaue Blick, dass die Schrift von Hand erstellt wurde und manche Stifte im Hintergrund lesbare Kennzeichnungen tragen („Aldebaran”, „Notabene”, „Schwan”); dies verleiht der Marke in meinen Augen einen besonderen Charme. – Weitere bemerkenswerte Details und Fotos der „Jupiter” gibt es hier und dort.

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Höllenmaschine

Freitag, den 25. September 2009

Kurbelspitzmaschine iPoint Classact von Westcott

So sieht sie also aus, die vor gut sieben Monaten auf der Paperworld vorgestellte und nun endlich erhältliche Kurbelspitzmaschine iPoint Classact von Westcott, hierzulande vertrieben durch die ACME United Europe GmbH.

Doppelter Fräser, Fuß mit Saugnapf, Aufnahme für Stifte mit acht Durchmessern von 5 bis 11,5 Millimetern – auf den gründlichen Test bin ich sehr gespannt. Ein ausführlicher Bericht folgt!

uni DPS-600

Sonntag, den 13. September 2009

Ovalen Querschnitts, 40 mm hoch und äußerst komfortabel ist dieser elegante Behälter-Minenspitzer des japanischen Herstellers uni/Mitsubishi Pencil.

uni DPS-600

Das aus Kunststoff sauber gefertigte und mit „uni” sowie „JAPAN” gekennzeichnete Gerät, das Minen mit einem Durchmesser von zwei Millimetern in Form bringt, verfügt über einen schwenkbaren Verschluss mit Rastung und einen kleinen, gut sitzenden Schieber vor der Behälteröffnung an der Unterseite.

uni DPS-600

Ähnlich aufwändig wie der DPS-600 ist seine Verpackung aus transparenter Folie, in der ein gefalteter, ausführlich bedruckter Karton den Spitzer dekorativ umschließt und über den bestimmungsgemäßen Gebrauch informiert.

uni DPS-600

Unnötig zu sagen, dass dieser sehr handliche Apparat seine Aufgabe hervorragend erledigt – das Spitzergebnis ist perfekt und der Schieber schließt zuverlässig. Ob (und wenn ja, wie) man seine schärfende Komponente wechseln kann, weiß ich allerdings nicht.

uni DPS-600

Behälter-Minenspitzer uni DPS-600 und 2-mm-Druckbleistift Koh-I-Noor 5608

Fazit: Klein und fein!

Spitzfindigkeiten

Montag, den 10. August 2009

Tag für Tag spitzt man den Bleistift und trägt dabei auch immer eine gehörige Portion Graphit ab. Doch wieviel genau? Oder anders herum gefragt: Wieviel von der Mine landet tatsächlich auf dem Papier?

Spitzfindigkeiten

Von links: Stangenradierer Tombow Mono zero, Notizbuch „Kompagnon” von Brunnen, Radierer Tombow Mono, Pentel GraphGear 500, Bruynzeel 1605 (Bilder zum Vergrößern anklicken)

Für eine schnelle mathematische Betrachtung vereinfache ich wie folgt:

  • Der Bleistift ist nicht werkseitig angespitzt.
  • Der Stift wird immer senkrecht, also mit einem Neigungswinkel von 90° aufgesetzt.
  • Die Spitze wird nicht verrundet.
  • Es gibt keinen Verlust der Mine durch Bruch.
  • Der Spitzvorgang ist sehr gut kontrollierbar.
  • Die Mine wird vollständig ausgenutzt, d. h. es bleibt kein Bleistiftstummel übrig.

Nicht alle dieser Annahmen sind realistisch, aber dazu später mehr.

Das Szenario: Ich spitze den Bleistift (Minendurchmesser 2 mm) mit einem Standard-Spitzer (Spitzwinkel 22°) bis zu einem Minendurchmesser von 0,2 mm, schreibe die Mine bis zu einem Durchmesser von 1 mm herunter und spitze den Bleistift erneut. Da sich dieser Vorgang bis zum Ende des Bleistifts unverändert wiederholt, kann ich mich hier auf einen solchen Abschnitt beschränken. Dann betrachte ich das Volumen der kompletten Mine für diesen Abschnitt sowie das des zum Schreiben genutzten Minenanteils, der die Form eines Kegelstumpfes hat; der Quotient dieser Volumina liefert mir abschließend die Ausnutzung.

Die Daten in der Übersicht:

  • Minenradius: R0 = 1 mm
  • Spitzwinkel: φ = 22°, d. h. Winkel zwischen Kegelachse und Mantellinie α = 11°
  • Startradius: r = 0,1 mm
  • Endradius: R = 0,5 mm
  • Länge des Abschnitts: h
  • Volumen des zylindrischen Minenabschnitts: V0
  • Volumen des genutzten Minenanteils V
  • Ausnutzung: V/V0

Es gilt:

Spitzfindigkeiten

Mit den Formeln für den Kegelstumpf, den Zylinder sowie den genannten Werten ergibt sich eine Ausnutzung von V/V0 = 0,10 , d. h. nur 10 Prozent der Bleistiftmine werden wirklich genutzt! (Zum Vergleich: Druckbleistifte bringen es üblicherweise auf etwa 80, sparsame Modelle sogar auf knapp 98 Prozent.) Die weitere Betrachtung zeigt außerdem, dass dieser Wert vom Spitzwinkel unabhängig ist und man den Vorteil des langen Konus nicht prinzipiell mit einem höheren Materialverlust bezahlt.

Zurück zu den Annahmen vom Beginn: Drehe ich den Bleistift beim Schreiben, so kann ich auch noch mit einem größeren Endradius dünne Linien ziehen, doch der Verlust durch den übrigbleibenden Stummel gleicht dies wohl wieder mehr als aus. Hinzu kommt die recht geringe Kontrolle über den Spitzvorgang mit einem Handspitzer, der im Gegensatz zur Kurbelspitzmaschine keinen Anschlag kennt (eine Ausnahme ist der verstellbare DX4322 von DUX). Bei teureren Bleistiften empfiehlt sich daher der Griff zu sparsam arbeitenden Modellen.

Das praktische Tabellenwerkzeug aus Redmond ermöglicht mir, ganz flott die Ausnutzung für verschiedene Start- und Endradien zu ermitteln. Hier einige gerundete Werte:

r (mm) R (mm) Anmerkung Ausnutzung (%)
1 0,1 0,2 früher und damit häufiger spitzen 2
2 0,1 0,5 oben betrachteter Fall 10
3 0,2 0,5 weniger spitz spitzen 13
4 0,1 1 bis zum Holz schreiben 37
5 0,2 1 3 und 4 kombiniert 41

Diese Zahlen gelten jedoch nur unter den vereinfachenden Bedingungen, also u. a. bei vollständigem Aufbrauchen der Mine und ohne Verlust durch Minenbruch, so dass die tatsächliche Ausnutzung in der Praxis noch niedriger ist. – Ich frage mich, ob es schon einmal Ansätze gab, die Dicke der Bleistiftmine zu reduzieren (und wenn ja, warum sie nicht in die Praxis umgesetzt wurden), denn bereits bei einem Durchmesser von 1,5 mm und den erstgenannten Radien steigt die Ausnutzung von 10 auf über 18 Prozent.

Spitzentechnik

Freitag, den 10. Juli 2009

Spitzentechnik

Mechanik im Innern der Kurbelspitzmaschine Carl Decade DE-100 (zum Vergrößern anklicken)

Als investigativer Blogger werde ich nicht müde, meinen werten Leserschaft Einblicke der nicht alltäglichen Art zu ermöglichen. Heute geht es ans Eingemachte ins Innere eines hier oft und gern genannten Geräts, und zwar der Kurbelspitzmaschine Decade DE-100 des japanischen Anbieters Carl. Gleich zweimal, nämlich sowohl am heimischen als auch am dienstlichen Schreibtisch vertreten fräst sie mir täglich und unermüdlich saubere Langkonen an die unterschiedlichsten Bleistifte, die bis zu 9 Millimetern dick sein dürfen und schonend, da gummigepolstert gehalten werden, und liefert dabei stets hervorragende Ergebnisse. Im Bild das Herz der Maschine, die sich mit ihrem Funktionsprinzip nicht von den anderen Spitzmaschinen unterscheidet, aber sorgfältiger arbeitet als alle ihre Konkurrenten, die mir bis jetzt untergekommen sind. – Anlass für dieses Foto war eine Ergänzung des Beitrags über den STAEDTLER WOPEX.

Unterwegs ohne Langkonus-Spitzer

Mittwoch, den 27. Mai 2009

Unterwegs ohne Langkonus-Spitzer

LYRA Robinson 2510 und Victorinox Classic SD (zum Vergrößern anklicken)

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