Monatsarchiv für Dezember 2014

Neuere Beiträge 

„Auf gute Zusammenarbeit.”

Sonntag, 14. Dezember 2014

Diese harmlos wirkende Illustration auf einem als kleine Zuwendung gedachten Briefmar­kenheftchen hat mich stutzig gemacht.

Auf gute Zusammenarbeit.

Was passiert, wenn das rote Zahnrad am Getriebe teilnimmt? Nichts mehr, denn während die beiden hellen Zahnräder ineinandergreifen und sich drehen, würde das rote alles blo­ckieren. Zusammenarbeit? Wohl kaum – eher „Alle Räder stehen still, wenn dein rotes Rad es will”.

Resteverwertung

Samstag, 13. Dezember 2014

Nicht mehr neu, aber immer noch interessant ist die „Finger Joint”-Technik von Tombow, mit der Stücke von nicht komplett nutzbaren Brettchen verwendet werden können. So entsteht z. B. der Bleistift LA-KEA.

Resteverwertung

Aus dem Tombow-Katalog 2008

Besonders gut gefällt mir, dass man die typischen Merkmale dieses Verfahrens nicht unter einer Lackierung verbirgt, sondern sie zeigt; auch die zurückhaltende Dekoration passt gut dazu.

Oben der nicht mehr erhältliche Rot-Blau-Stift CV-REA VP

Resteverwertung

Resteverwertung

Vielen Dank an Sola von pencilsandotherthings für den LA-KEA B!

A.W. Faber Janus 7300

Freitag, 12. Dezember 2014

Unter der 1905 eingetragenen Wortmarke „Janus”1 führte A.W. Faber u. a. Blei- und Kopierstifte sowie Spitzer. Einer der Bleistifte war der 7300.

A.W. Faber Janus 7300

Die stabile Klappschachtel trägt den Namen des Herstellers, den Janus-Kopf, die Waage und die Wortmarke, die auch auf dem Bleistift in unkonventionellen Anführungszeichen eingeschlossen wurde.

A.W. Faber Janus 7300

A.W. Faber Janus 7300

Gestaltung und Ausführung der Klappschachtel sind recht aufwändig, wobei vor allem das Glänzen der goldenen Farbe auf dem Deckel und das Etikett im Innern auffallen.

A.W. Faber Janus 7300

Das Alter der Stifte und der Schachtel kenne ich noch nicht, doch ich schätze es auf 75 bis 80 Jahre.

A.W. Faber Janus 7300

Mit der Waage in zwei Varianten.

Die werkseitig ungespitzen Bleistifte mit offenem Ende und vergleichsweise scharfen Kan­ten sind gelborange lackiert und goldfarben gestempelt. Die Stempelung ist ordentlich, doch die Details des Janus-Kopfes gingen leider verloren2. Es fällt auf, dass der Janus 2B nicht nur heller, sondern auch ungleichmäßig lackiert und dünner bedruckt ist; zudem fehlt bei ihm die Waage.

A.W. Faber Janus 7300

Die Stifte lassen sich mit Hand- und Kurbelspitzer gut spitzen3, aber nicht im Janus 4048; in diesem brechen ihre Minen reproduzierbar ab. Die Schnittflächen des fein gemaserten Hol­zes (Zeder?) sind glatt und gleichmäßig. Bei den Minen zeigen sich weitere Unterschiede: Im Gegensatz zur Mine des HB ist die des 2B ziemlich grob und bruchempfindlicher; außer­dem gleitet sie nicht so gut und hat eine etwas unsaubere Abgabe. Erwartungsgemäß ist der Abstrich des 2B weniger wischfest, aber beide lassen sich gleichermaßen gut radieren4 und haben eine gute Schwärzung. – Ich halte es für möglich, dass die Bleistifte nicht gleich alt sind und nach unterschiedlichen Standards gefertigt wurden.

A.W. Faber Janus 7300

Hier der Janus 7300 HB mit dem Spitzer Janus 4046, der von 1935 bis Anfang der 1940er Jahre und nach dem Krieg bis 1965 erhältlich war; ihm folgte der Janus 40485.

Vielen Dank an Sola von pencilsandotherthings für die Bleistifte und die Schachtel!

  1. Genaugenommen „JANUS”, aber zur besseren Lesbarkeit wähle ich die gemischte Schreib­weise.
  2. Auch die Turnierritter auf dem aktuellen Faber-Castell 9000 finde ich für diese Drucktechnik zu komplex.
  3. Gestet mit dem Möbius+Ruppert 604 und dem CARL Decade DE-100.
  4. Getestet mit dem Hinodewashi Matomaru-kun und dem Pentel Ain Soft.
  5. Die Lücke zwischen den Artikelnummern des Janus 4046 und des 4048 füllte übrigens ein Set Ersatzmesser für den 4046 mit der Nummer 4047.

Spitzenleistung

Montag, 8. Dezember 2014

Bei Espacenet1 bin ich auf das Patent WO2014157731 (A1) („Mechanical Pencil”) des japa­nischen Herstellers Kotobuki & Co., Ltd.2 aufmerksam geworden. In der Zusammenfassung heißt es:

The present invention provides a mechanical pencil that can rotate a lead by
an appropriate rotational angle in accordance with the pressure applied to said mechanical pencil.

Wenn ich das richtig verstehe, handelt es sich hier um eine Variante der Technik, die beim Kuru Toga3 von Mitsubishi zum Einsatz kommt. Die Mine in diesem Druckbleistift wird nach jedem Papierkontakt leicht gedreht, um eine gleichmäßige Abnutzung zu erzielen. Wäh­rend jedoch der Drehwinkel beim Kuru Toga konstant ist, so hängt er bei dieser Erfindung vom Schreibdruck ab, d. h. die Mine wird um so mehr gedreht, je stärker der Druck ist4. – Diese Technik ist nur bei solchen Schriftsytemen und Schreibstilen nützlich, bei denen der Stift oft angehoben und abgesetzt wird (also z. B. im Japanischen oder bei Druckbuchsta­ben); bei der hier üblichen Schreibschrift kann er sein Potential nicht voll ausspielen.

Spitzenleistung

Diese Zeichnung aus der Patentschrift ist mehr Dekoration als Information, denn bis auf die Zusammenfassung ist das Patentdokument auf Japanisch, so dass mir der genaue Blick auf die Funktionsweise leider verwehrt bleibt.

  1. Eine kleine Einführung zur Nutzung von Espacenet gibt es unter „Blick in die Zukunft”.
  2. Zu Kotobuki siehe „The Mysterious Kotobuki” bei Dave's Mechanical Pencils.
  3. Wenn ich richtig informiert bin, liegt dem Kuru Toga das Patent JP4240417 (B2) aus dem Jahr 2006 zugrunde. – Kotobuki hat sich bereits 2008 mit dem Patent JP2010120204 (A) eine Tech­nik zur Minendrehung gesichert, und Pentel war 2010 mit Ähnlichem befasst, wie das Patent JP2011173343 (A) belegt.
  4. Ganz spontan dachte ich, dass es vielleicht sinnvoll wäre, das Maß der Drehung einstellen zu können, da sich eine weiche Mine bei gleichem Schreibdruck stärker abschreibt als eine harte und so auch mehr gedreht werden muss.

Tombow MONO graph

Samstag, 6. Dezember 2014

Heute ein kurzer Blick auf den noch recht neuen Druckbleistift MONO graph von Tombow.

Tombow MONO graph

Der MONO graph ist 14,7 cm lang, an der taillierten Griffzone 1 cm dick und 17 g leicht. Sein Schwerpunkt liegt 6,5 cm hinter dem 4 mm langen und nicht versenkbaren Minen­führungsröhrchen, und so lässt er sich gut handhaben. – Material- und Verarbeitungsqua­lität finde ich sehr gut. Alle Teile sitzen bündig, die Mechanik arbeitet geschmeidig und die dreigeteilte Zwinge ist aus Metall (was heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist).

Tombow MONO graph

Die beiden Besonderheiten des MONO graph sind der Minenvorschub und der Radierer. Der Vorschub geschieht über Druck auf das obere Ende des Clips1 längs des Stifts oder über den von Pilot bekannten „Shaker”-Mechanismus. Das zehnfache Drücken oder Schütteln transportiert die Mine um gut 7 mm, und das Verschieben des Clips zum Radierer hin arretiert den Mechanismus. Der Radierer ist 26 mm lang und 5,5 mm dick und damit der zweitgrößte, der mir bisher in einem Druckbleistift untergekommen ist2; die Drehung des Endes schiebt in heraus.

Den Tombow MONO graph für 0,3- und 0,5-mm-Minen gibt es bei den einschlägigen Ver­sendern für etwa 5 Euro und außer im klassischen MONO-Farbschema noch in Schwarz, Rot, Blau, Gelbgrün und Rosa; der Dreierpack Ersatzradierer liegt bei knapp 1,50 Euro. In Deutschland ist der MONO graph leider nicht erhältlich.

  1. Die Gewohnheit lässt mich jedoch ab und zu auf den Radierer drücken.
  2. Der Radierer im STAEDTLER graphite 771 ist mit einer Länge von 39 mm und einer Dicke von 7 mm noch größer.

Balance Pencil

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Das von 1875 bis 1993, also 118 Jahre lang verwendete Warenzeichen „Waage” von A.W. Faber wurde auch im Ausland genutzt. Dazu ließ sich man sich 1928 die Wortmarke „Ba­lance” eintragen; die Markeneintragung im Ausland folgte 1931. Hier eine Banderole und ein Werbeetikett, die um 1930 entstanden sind und mir ausgemacht gut gefallen.

Balance Pencil

Balance Pencil

Danke an Sean für den Hinweis auf den „Balance Pencil” und an Faber-Castell für die Scans!

Früh

Dienstag, 2. Dezember 2014

Früh

Eberhard Faber Cartograph 540

Montag, 1. Dezember 2014

Den Landkartenstift Cartograph von Eberhard Faber gab es auch in kurzer Ausführung.

Eberhard Faber Cartograph 540

Die nur 91 × 50 mm kleine und 10 mm flache Blechdose ist mit jeweils zwei gelben, grü­nen und schwarzen Stiften ungewöhnlich befüllt1. Sie sind rund, 86 mm lang, 7,4 mm dick und haben eine 4,4 mm dicke Mine.

Eberhard Faber Cartograph 540

Die topografische Karte im Hintergrund ist das Messtischblatt 3173, Kleinsassen, her­ausgegeben vom Reichsamt für Landesaufnahme 1936.

Das war's auch schon für heute.

  1. Es kann sein, dass dies nicht die Originalzusammenstellung ist.

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