Eagle Pencil Company.
Die Gestaltung und die Font-Vielfalt dieses Katalogtitels aus der Zeit um 1910 finde ich bemerkenswert, und Überschriften mit Punkt haben heute ohnehin Charme. – Danke an Herbert R. für den Scan!
Die Gestaltung und die Font-Vielfalt dieses Katalogtitels aus der Zeit um 1910 finde ich bemerkenswert, und Überschriften mit Punkt haben heute ohnehin Charme. – Danke an Herbert R. für den Scan!
Heute ein kurzer Blick auf die Marke „ELECTRIC“ der Glocken-Bleistift-Fabrik.
Das 18,2 × 17,7 cm große Blatt diente vermutlich als Einlage einer Schauverpackung, ähnlich dem, das für den Kopierstift „Reporter“ aus dem gleichen Hause warb. – Die Schreibweise des Ü im „Nürnberg“-Schriftzug gefällt mir besonders gut.
Doch es gab unter dem Namen „ELECTRIC“ nicht nur Blei-, sondern auch Farbstifte. Dieser blaue mit der Nummer 4920 ist 11 mm dick und hat eine 4,5 mm starke Mine.
Die Unterschiede in der Gestaltung des Markennamens lassen vermuten, dass der Farbstift älteren und der Einleger neueren Datums ist. – Möglich, dass „ELECTRIC“ auf die Verwendung von Elektrographit, also synthetischem Graphit (z. B. von Johann Faber für die „Apollo“-Bleistifte) zurückgeht.
Das war’s auch schon.
Mit „Faber-Castell since 1761“ gibt es seit kurzem eine umfangreiche Unternehmens- und Familiengeschichte der Bleistiftdynastie. Hier ein paar subjektive Anmerkungen.
Der üppig gestaltete, etwa 24,5 × 29 cm große und 520-seitige Band aus der Collection Rolf Heyne ist fadengeheftet, gebunden und durchgehend vierfarbig. Die Verarbeitungsqualität des in Italien gedruckten Werkes ist, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut.
Die Gliederung des chronologisch aufgebauten Buchs orientiert sich im wesentlichen an den acht Generationen und bietet über die mit „Wie die Welt aussah“ betitelten Rubriken den zeitgeschichtlichen Kontext, was mir gut gefällt. Den Bauwerken ist ein eigenes Kapitel gewidmet, und der Anhang enthält u. a. einen Ausschnitt aus den Stammtafeln der Familien Faber und Castell sowie den Familienstammbaum.
Das Buch erfreut mit sehr ästhetischen Darstellungen; hier der Erwerb einer Graphitmine in Südsibirien durch Lothar von Faber im Jahre 1856 und Werbematerial für die Marken ACME und Apollo von Johann Faber.
Sämtliche Produktbereiche von gestern und heute werden präsentiert, darunter – neben Blei- und Farbstiften – Schiefertafeln und -griffel, Tinten und Tuschen, Rechenstäbe, Füllhalter, Zeichengeräte sowie Kosmetik.
Manches hätte ich gerne jedoch etwas ausführlicher gesehen, so z. B. das Sortiment von Eberhard Faber in den USA und die Bleistiftspitzer; vielleicht wäre auch das eine oder andere ungewöhnliche und heute fast vergessene Produkt (wie etwa der Flachminen-Drehbleistift TK 9600) eine Erwähnung wert gewesen.
Angesichts des ganzen Know-how hinter den vielfältigen Produkten verwundert mich, wie wenig Technik gezeigt wird – Patentzeichnungen, Werkzeuge, Maschinen, Prototypen, halbfertige Produkte und andere Details zu Entwicklung und Fertigung fehlen fast völlig, was ich sehr schade finde.
Markengeschichte und Imagepflege indes sind ausführlich dokumentiert, und so wirken nicht wenige Seiten wie aus einer Werbebroschüre (und auf mich in einem solchen Buch unangenehm).
Dass mich die ausführliche Darstellung der Bauwerke wenig und die zahlreichen privaten Einblicke kaum ansprechen, liegt vermutlich daran, dass ich nicht zur Zielgruppe dieses Buchs gehöre.
„Faber-Castell since 1761“ ist sicher reizvoll, würde mir aber erheblich besser gefallen, wenn es weniger Familienfotos und Eigenwerbung und dafür mehr technikgeschichtliche Details enthalten würde; so kann ich das 58 Euro teure Buch leider nur eingeschränkt empfehlen.
Nachtrag vom 20.10.13: Unter „Faber-Castell Since 1761 (3)“ bietet Sean von Contrapuntalism einen Blick auf die englische Ausgabe dieses Buches, zu der mir der Verlag Ende September sagte, es gäbe sie nicht.
Auf Lifehacker:
Even if you do most of your work on a computer, there are times you just have to break out some good old-fashioned paper. Maybe you’re a pen person. Maybe you’re a pencil person. This one is for the pencil people. Let’s see your favorite!
Meine Favoriten sind natürlich diese zwei. – Danke an Viola für den Hinweis!
Der Weltspartag 1968 ist seit 45 Jahren vorbei, doch mindestens einen der Bleistifte, mit denen die Frankfurter Sparkasse von 1822 damals geworben hat, gibt es noch.
Reste der Prägung weisen den dreiflächigen Stift als ein Produkt von Faber-Castell aus; zu erkennen ist auch das „SV“, mit dem das Securalverfahren beworben wurde. – Was man so alles beim Wühlen findet …
Sehr schön: Der alte Trickfilm „Eine spitze Geschichte“ von Faber-Castell.

Danke an Olivier für den Hinweis darauf!
Der als sparsam angepriesene Haack-Sparstift aus den 1930er Jahren war hier schon zweimal dran: Erst ging es um die ganz und gar nicht sparsame Reklame des Herstellers und dann um ein Faltblatt, mit dem sich die Holzbleistift-Hersteller gegen die Behauptungen von Haack zur Wehr setzten (und dabei nicht mit Humor sparten). In beiden Fällen musste ich meinen Lesern aber das Foto eines Sparstifts ersparen, da ich keinen hatte.
Mein Kollege H. war jedoch so freundlich, mir zwei Exemplare des Sparstifts1 nebst Minen zum Fotografieren zu überlassen. Danke! – Dass er mir die Stücke nicht verkaufen möchte, finde ich gut, denn so kann ich sparen.
Neu von Caran d’Ache1: Der Bleistift 348 mit einem Schaft aus Schweizer Buchenholz.
Der Caran d’Ache 348 beeindruckt schon beim Anfassen, denn mit seinem Durchmesser von etwa 8,2 mm (Schlüsselweite 7,5 mm) ist er spürbar dicker als ein Standardbleistift und mit 6,4 Gramm fast doppelt so schwer wie dieser. Die Gestaltung halte ich für sehr gelungen, denn der weiße Prägedruck macht sich auf dem dunklen, klarlackierten Schaft sehr gut, ebenso die rote Tauchkappe.
Weniger schön sind der Strichcode und die GTIN, doch um das Anbringen dieser Daten kommt heute wohl kein international tätiger Hersteller mehr herum. (Kleine Anmerkung am Rande: Einige frühere Bleistifte von Caran d’Ache trugen diese Kennzeichnung nicht auf dem Schaft, sondern auf einem kurzen Stück Schrumpffolie. Dachte ich bisher, dass man diese Variante aus ästhetischen Gründen gewählt hatte, so wurde ich kürzlich eines Besseren belehrt – die Folie war nur eine Notlösung, da es damals nicht gelang, den Code in zuverlässig lesbarer Form aufzubringen.) Neben dem Strichcode findet sich eine fünfstellige Blindprägung.
Abgesehen von der Druckqualität des Strichcodes ist die Verarbeitung hervorragend. Die Oberfläche ist glatt und makellos und die Tauchkappe auch an den Kanten gut deckend (vermutlich hat man zweimal getaucht, um das Ausdünnen der Farbe an den Kanten auszugleichen). Das Kreuz ist mittig, gleichmäßig gefüllt und mit sauberen Konturen, und wenn man genau hinschaut, sieht man eine weitere Schicht Klarlack, die Kappe und Kreuz überzieht und einen halben Millimeter auf den Schaft reicht.
Das sehr schön gemaserte Holz gibt mir Rätsel auf. Die Färbung lässt mich eine Imprägnierung vermuten, die möglicherweise auch der Schnittigkeit zugutekommt, und das intensive Aroma des Bleistifts überrascht – es erinnert an Maggi-Würze. (Ja, ich rieche tatsächlich an Bleistiften und finde interessant, was es dabei zu entdecken gibt.)
Die 2,3 mm (!) starke Mine, deren Härtegrad ich als etwas weicher empfinde als den des STAEDTLER Mars Lumograph HB, sitzt mittig2 und gut verleimt im Holz. Sie ist sehr bruchstabil, gleitet angenehm leicht über das Papier und hat eine sparsame und außerordentlich saubere Abgabe. Schwärzung und Wischfestigkeit lassen keine Wünsche offen, und auch die Radierbarkeit ist perfekt – ein guter Radierer3 entfernt den Abstrich nahezu rückstandsfrei.
Hinten ein handgefertigtes Etui für den Janus 4048.
Im Kurbelspitzer Carl Decade DE-100 macht der 348 eine gute Figur, ja sogar im Faber-Castell Janus 40484. Es fällt jedoch auf, dass Fräser und Messer etwas mehr zu tun haben. Beim genauen Blick kann man glatte, glänzende Stellen im Holz erkennen; ich nehme an, dass das Holz dort dichter ist (Jahresringe?) und sich daher schwerer spitzen lässt.
Die Schäden am Klarlack stammen vom Janus 4048, dessen Einlass nicht für Stifte mit diesem Durchmesser ausgelegt ist. – Denkt bei diesen Farben noch jemand außer mir an Schokolade?
Bis jetzt weiß ich nicht, ob es weitere Varianten dieses Bleistifts gibt oder er vielleicht sogar zu einem Set gehört; auch kenne ich den Preis noch nicht. Gut möglich, dass er den gleichen Ursprung hat wie die Crayons de la Maison Caran d’Ache (von denen es inzwischen übrigens das zweite Set gibt).
Fazit: Der Caran d’Ache 348 ist ein außergewöhnlicher Bleistift und sehr empfehlenswert.
Vielen Dank an Heiko für das Muster!
Nachtrag vom 30.9.13: Von Caran d’Ache konnte ich heute erfahren, dass das Aroma vom verwendeten Buchenholz stammt, das in Glovelier (Schweizer Jura) seine Wurzeln hat.
Nachtrag vom 17.2.21: Laut „Die Caran d’Ache Saga – Von Genf in die Welt“ von Ralph Brühwiler hat Caran d’Ache damals bei der Höheren Fachschule für Holz in Biel eine Studie beauftragt und basierend auf dieser nach geeignetem Buchenholz gesucht. Fündig wurde man schließlich in einem FSC-zertifizierten Wald, der zum kleinen Ort Glovelier im Jura gehört. Aus den dort geschlagenen Rotbuchen (Fagus sylvatica) wurden in einem Parkettunternehmen in Breuleux die 5 mm dicken Brettchen für den 348 geschnitten und diese in einem Sägewerk in Glovelier unter Vakuum gesetzt und mit Dampf erhitzt. – Wie ich später erfahren habe, handelt es sich bei dem Sägewerk, bei dem die Thermobehandlung vergenommen wurde, um die Ets Röthlisberger SA5, und auf meine Anfrage teilte mir das Unternehmen damals mit, dass diese Behandlung des Holzes zu der dunkelbraunen Färbung führt. Zudem sagte mir ein Holzfachmann, dass bei den Temperaturen dieser Behandlung (150 bis 200 °C) das Lignin freigesetzt würde; daher das Aroma dieses Bleistifts.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen