J.S. STAEDTLER 1919 (11)

Eine halbe Seite des Kata­logs von J.S. STAEDTLER aus dem Jahr 1919 wid­mete sich ausführ­lich dem Bleistiftspitzer.

J.S. STAEDTLER 1919 (11)

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Für mich ist diese wer­bende Ver­brau­cher­infor­ma­tion aus meh­re­ren Grün­den inter­es­sant. Das erwähnte teure ame­ri­ka­ni­sche Zedern­holz war die Vir­gi­ni­sche Blei­stiftzeder (Juni­pe­rus vir­gi­niana). Nicht lange vor Erschei­nen des Kata­logs wurde es knapp, und man stieg auf die Kali­for­ni­sche Weihrauch-​Zeder (Calo­cedrus decur­rens, auch Bleistift-​Zeder) um.

J.S. STAEDTLER 1919 (11)

Bemer­kens­wert ist auch, wie detail­liert man auf den Blei­stift­spit­zer sowie des­sen Qualitäts­merkmale und Gebrauch ein­ging; die nicht­pro­por­tio­nale Dar­stel­lung des Spit­zers könnte man fast als visu­elle Ent­spre­chung der sprach­li­chen Beto­nung sehen.

J.S. STAEDTLER 1919 (11)

Die hier ver­wen­de­ten Schrif­ten sind die Beh­rens Anti­qua von Peter Beh­rens (Men­gen­satz) und die Fette Bernhard-​Antiqua von Lucian Bern­hard („Blei­stift­spit­zer”).

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Frankenstift

Vor weni­gen Tagen kam der Tsu­nago der japa­ni­schen Naka­jima Jukyudo Co., der zwar als Spit­zer geführt wird, aber nur dazu gedacht ist, Blei­stift­reste mit­ein­an­der zu ver­bin­den, um sie wei­ter benut­zen zu kön­nen. Hier der erste Ver­such mit stark stra­pa­zier­ten Tei­len des Pen­tel Black Poly­mer 999, STAEDTLER Mars Lumo­graph und STAEDTLER Noris:

Frankenstift

Ich nenne die­ses Unge­tüm „Pendt­ler Fran­ken­stift HB“. – Die Spu­ren am Pen­tel stam­men von der Klemme eines Blei­stift­ver­län­gerers und die am Noris vom obe­ren Teil eines Kugel­schreiberschafts, den mein krea­ti­ver Kol­lege deh als Ver­län­ge­rer benutzt hat (er bekam den Stift dann auch). – Eine aus­führ­li­che Bespre­chung des Tsu­nago folgt.

Nach­trag vom 18.12.15: Bei einem wei­te­ren Ver­such habe ich einen Pen­tel Black Poly­mer 999 B und einen STAEDTLER Noris 120 B kombiniert.

Frankenstift

Die abge­run­de­ten Enden bei­der Stifte habe ich vor­her mit dem Band­schlei­fer ent­fernt. – Die Spit­zen stam­men vom Faber-​Castell Janus 4048 (links) und vom CARL Angel-​5 Pre­mium mit dem Frä­ser des Angel-​5 Stan­dard (rechts).

Endzeit

Die Bedie­nungs­an­lei­tung zur Wasch­ma­schine Grun­dig GWN 26430 infor­miert zur Endzeit-Funktion:

Endzeit

Gut zu wis­sen, dass man vor dem Welt­un­ter­gang noch schnell eine Unter­hose durch­spü­len kann. Doch Vor­sicht: „Nach Ablauf des Count­downs erlö­schen alle End­zeit­an­zei­gen und das aus­ge­wählte Pro­gramm startet.“

Danke an Klapp­kon­tor für den Hin­weis auf diese bemer­kens­werte Funktion!

„Dienstbleistiftspitzer der Justiz“

Aus dem Bericht der Süd­deut­schen Zei­tung über den Pro­zess gegen den ehe­ma­li­gen BND-​Angestellten Mar­kus R., der als Spion für die CIA gear­bei­tet hat:

Keine Lap­tops und Mobil­te­le­fone im Gerichts­saal – das mag ja ange­hen. Aber auch keine Kugel­schrei­ber. Keine Dreh­blei­stifte. Es könn­ten Mikro­phone oder Kame­ras darin ver­steckt sein.
Nur ein­fa­che Holz­blei­stifte, und wenn sie gespitzt wer­den müs­sen, muss man den Gerichts­saal ver­las­sen und den Dienst­blei­stift­spit­zer der Jus­tiz benutzen.

Ich wüsste zu gerne, wie die­ser Dienst­blei­stift­spit­zer aussieht.

Das Rätsel der Sphinx-Reißzwecke

Zu den all­täg­li­chen Din­gen, die mich schon lange inter­es­sie­ren, gehört die Reiß­zwe­cke, und so helfe ich auch gerne bei der Suche nach dem Ursprung des Modells SPHINX, das mei­nem Leser Michael Ponstingl auf einem Foto auf­ge­fal­len ist.

Das Rätsel der Sphinx-Reißzwecke

Das Foto wurde zwi­schen 1890 und 1903 in Wien auf­ge­nom­men. Der Gedanke, dass diese Reiß­zwe­cke von der 1888 in Wien gegrün­de­ten Firma Hein­rich Sachs (heute SAX, Teil von Bre­villier Urban & Sachs GmbH & Co. KG) stammt, liegt nahe, doch das Unter­neh­men hat mir mit­ge­teilt, dass man die SPHINX-​Reißzwecke nicht gefer­tigt hat.

Wer weiß mehr?

Kurz notiert

Vor kur­zem wurde ein für STAEDTLER ein­ge­tra­ge­nes Gebrauchs­mus­ter veröffent­licht. Es beschreibt ein „Schreib-, Zeichen-, Mar­kier und/​oder Mal­ge­rät oder Kos­me­tik­ge­rät oder Ein­gabegerät für berüh­rungs­emp­find­li­che Ober­flä­chen“ mit min­des­tens einem Schaft­ele­ment aus Kunst­stoff oder kunst­stoff­hal­ti­gem Holz­ersatz, des­sen Ober­flä­che eine durch Korruga­tion gebil­dete hap­ti­sche und/​oder rutsch­hem­mende Struk­tur auf­weist. Die Gebrauchs­musterschrift zeigt, dass diese Struk­tur der äuße­ren ver­form­ba­ren Mate­ri­al­schicht z. B. als wel­len­för­mi­ges Pro­fil längs des Stifts aus­fal­len kann (ganz spon­tan dachte ich dabei an das Griff­stück der Tikky-Modelle von Rot­ring). Sehen wir bald neue Vari­an­ten des WOPEX bzw. Noris eco?

Früher …

… war nicht alles bes­ser, aber der IKEA-​Bleistift noch lackiert.

Früher …

Wann das war, weiß ich aller­dings nicht, und auch IKEA kann keine Anga­ben man­chen, da die Stifte laut Aus­sage des Unter­neh­mens keine Arti­kel­num­mer haben und nicht im Waren­wirt­schafts­sys­tem geführt werden.

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