Mitsubishi

EX-​EXB

EX-EXB

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Wahr­schein­lich über 70 Jahre und fast 8800 km Luft­li­nie lie­gen zwi­schen die­sen bei­den Blei­stif­ten, die sich äußer­lich ver­blüf­fend ähn­lich sind. Auch wenn der Gedanke an eine Pro­duktkopie nahe­liegt, so möchte ich nicht dar­über spe­ku­lie­ren, son­dern mich nur mit den Stif­ten selbst beschäftigen.

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Die in den 30er Jah­ren übli­che Bezeich­nung EX-​EXB („Extra Extra Black”) für den beson­ders wei­chen Blei­stift wurde in den 70ern nach EE und zwi­schen 1996 und 2001 nach 8B geän­dert; der nächst­här­tere Grad war EXB (EB, 7B). Viele bedau­ern das Ver­schwin­den des EE-​Bleistifts und sehen im 8B nicht nur eine Ände­rung des Namens, son­dern auch des Minen­ma­te­ri­als. Der Här­te­grad EE, der mei­nes Wis­sens nur noch bei STAEDTLER Thai­land erhält­lich ist, genießt daher einen beson­de­ren Ruf.

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Wäh­rend sowohl der Chung Hwa 111 von China First Pen­cil als auch der STAEDTLER MARS-​LUMOGRAPH 2886 die Stan­dard­länge von etwa 17,5 cm haben, so sind sie mit ihrem Durch­mes­ser von gut 9 mm ver­gleichs­weise dick.

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Der Auf­druck des MARS-​LUMOGRAPH ist schlicht, der des Chung Hwa hin­ge­gen aus­führ­lich und zwei­spra­chig. Die Abkür­zung „DRP“ auf dem Lumo­graph ver­weist auf eine Ein­tra­gung beim 1919 ein­ge­rich­te­ten Reichs­pa­tent­amt, das 1945 seine Tätig­keit ein­ge­stellt hat.

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Links: STAEDTLER MARS-​LUMOGRAPH 2886, rechts: Chung Hwa 111

Bei genaue­rem Blick offen­ba­ren sich jedoch Unter­schiede zwi­schen die­sen bei­den Stif­ten. Die Mine des gespitzt ange­bo­te­nen MARS-​LUMOGRAPH ist knapp 4,5 mm dick und damit 0,5 mm dicker als die des Chung Hwa, der unge­spitzt in den Han­del kommt (kam?).

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STAEDTLER MARS-​LUMOGRAPH 2886 mit M+R 602

Im Messing-​Doppelspitzer M+R 602 von Möbius+Ruppert machen beide eine gute Figur, wobei die sie­ben Jahr­zehnte dem Holz des MARS-​LUMOGRAPH offen­bar nichts anha­ben konnten.

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Chung Hwa 111 mit M+R 602

Noch grö­ßere Unter­schiede zei­gen sich im Gebrauch: Der MARS-​LUMOGRAPH 2886 ist rauer und deut­lich schwär­zer als der Chung Hwa, der dafür leich­ter über das Papier glei­tet und sich auch wesent­lich bes­ser radie­ren lässt; letz­te­rer ähnelt eher dem aktu­el­len Mars Lumo­graph 4B. – Der noch erhält­li­che Mars Lumo­graph EE schwärzt jedoch noch bes­ser als sein 70 Jahre alter Vorgänger.

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Wei­tere Details zum Här­te­grad EE gibt es unter „The hunt for the EE grade pen­cil“ und „Staedt­ler Mars Lumo­graph EE update“ bei pen­cil talk.

Vie­len Dank an Sabine für den Chung Hwa 111 EX-EXB!

Gegensätze in Graphit

Zwei nicht all­täg­li­che Blei­stifte und ein Kon­trast, wie er grö­ßer wohl kaum sein könnte: Der Druck­blei­stift Pen­tel PG2 und der holz­ge­fasste Blei­stift Mitsu­bi­shi 10B.

Gegensätze in Graphit

Wäh­rend der Pen­tel mit Minen arbei­tet, die mit 0,2 mm noch nicht ein­mal dop­pelt so dick sind wie ein mensch­li­ches Haar, ver­fügt der Mitsu­bi­shi über einen vier Mil­li­me­ter star­ken Gra­phit­kern der Härte 10B. Das sanfte Glei­ten die­ser außer­ge­wöhn­lich wei­chen Mine auf dem Papier sorgte sicher auch für den Namen die­ses aus­ge­fal­le­nen Blei­stifts: ふでえんぴつ, „fude-​enpitsu“, was sich mit „Schreibpinsel-​Bleistift“ über­set­zen lässt und an den ebenso wei­chen Pin­sel­strich erinnert.

Gegensätze in Graphit

Beide Schreib­ge­räte sind auf ihre Art etwas ganz Beson­de­res und zei­gen ein­mal mehr den viel­sei­ti­gen Ein­satz jenes Mate­ri­als, das man zuerst um 1564 in einer Grube bei Bor­row­dale in der eng­li­schen Graf­schaft Cum­ber­land ent­deckt hat.

Vie­len Dank an isu von the uncom­for­ta­ble chair für den her­vor­ra­gen­den Mitsu­bi­shi 10B!

Nach­trag vom 23.3.18: Der erste 0,2-mm-Druckbleistift von Pen­tel war der PS1042 von 1973; ihm folg­ten 1981 der Pen­tel PG2 und 2014 der Pen­tel orenz (Quelle: Pen­tel).

Sparschreiber

Die meis­ten her­kömm­li­chen Druck­blei­stifte gehen mit dem Gra­phit nicht gerade spar­sam um: Bedingt durch das Zusam­men­spiel von Minen­trans­port und -füh­rung nut­zen sie meist nur etwa 80 Pro­zent der Mine. Der Rest, also ein Fünf­tel, wird nicht mehr zuver­läs­sig gehal­ten und lan­det daher im Müll.

Minenrest am Beispiel des Pentel GraphGear 500

Minen­rest am Bei­spiel des Pen­tel Graph­Gear 500 (im Hin­ter­grund der Prä­zi­si­ons­maß­stab RUMOLD 6½ 10)

Eine inter­es­sante Alter­na­tive dazu bie­ten STAEDTLER und Mitsu­bi­shi mit jeweils einem Modell, das die Mine zusätz­lich an der Spitze und damit dop­pelt greift. Dies redu­ziert den nicht benutz­ba­ren Minen­rest auf gerade mal 1,5 Mil­li­me­ter, was bei einer Mine mit der Stan­dard­länge von 60 Mil­li­me­tern sen­sa­tio­nel­len 2,5 Pro­zent ent­spricht. In ande­ren Wor­ten: 97,5 Pro­zent des Gra­phits kön­nen genutzt werden.

STAEDTLER Integrity

STAEDTLER Inte­grity

Mitsubishi Millino

Mitsu­bi­shi Millino

Das für diese Bau­form cha­rak­te­ris­ti­sche Merk­mal, die zweite Spann­ba­cke an der Spitze des Stifts, ist auf den ers­ten Blick sicht­bar. Sie ist drei­ge­teilt, ebenso wie die Klem­mung, die im übli­cher­weise im Inne­ren ver­wen­det wird (Aus­nah­men davon sind Stifte mit dicke­ren Minen wie z. B. der STAEDTLER gra­phite 771, des­sen Klem­mung zwei­ge­teilt ist).

Die zweite Spannbacke an der Spitze des STAEDTLER Integrity (links) und des Mitsubishi Millino (rechts)

Die zweite Spann­ba­cke an der Spitze des STAEDTLER Inte­grity (links) und des Mitsu­bi­shi Mil­lino (rechts)

Wäh­rend sich beide Dop­pel­grei­fer in ihrer Kern­funk­tion nahezu glei­chen, gibt es bei den ande­ren Merk­ma­len zum Teil deut­li­che Unter­schiede, wie fol­gende Tabelle zeigt.

STAEDTLER Inte­grity Mitsu­bi­shi Millino
Minen­durch­mes­ser (mm) 0,5 0,5
Länge (mm) 145 140
Gewicht (g) 13 12
Mate­rial Griff Gummi Gummi
Mate­rial Gehäuse Kunst­stoff Kunst­stoff
Mate­rial Clip Metall Kunst­stoff
Form des Griffs Drei­kant Rund
Griff­durch­mes­ser (mm) 11 12
Schwer­punkt 7,3 5,8
Minen­vor­schub (mm/​10) 7 7
Radie­rer (mm) ø 4 × 33 ø 4 × 13
Clip hem­den­freund­lich? ja ja
Beson­der­heit Radie­rer herausdrehbar keine
Her­ge­stel­lungs­land Japan Japan
Preis 6,95 USD (≈ 4,20 Euro)1 ca. 300 Yen (≈ 1,80 Euro)2
Ver­kaufs­land USA Japan

Radierer am STAEDTLER Integrity

Radie­rer am STAEDTLER Integrity

Radierer am Mitsubishi Millino

Radie­rer am Mitsu­bi­shi Millino

Meine Ver­su­che, die bei­den Schrei­ber zer­stö­rungs­frei zu zer­le­gen, um einen Blick auf ihr Innen­le­ben wer­fen zu kön­nen, musste ich abbre­chen – zu groß waren meine Beden­ken, die offen­bar ver­press­ten Teile irrepa­ra­bel zu beschädigen.

Die zusätz­li­che Spann­ba­cke hat jedoch auch Nach­teile, denn sie erschwert den Ein­satz des Druck­blei­stifts am Lineal und lässt dar­über hin­aus die Spitze recht plump wirken.

Ihren Haupt­zweck, näm­lich die opti­male Aus­nut­zung der Mine, erfül­len beide – im übri­gen sehr gut ver­ar­bei­te­ten – Stifte ganz her­vor­ra­gend. Wäh­rend der Radie­rer am STAEDTLER Inte­grity einen ech­ten Gebrauchs­wert hat (und damit eine Sel­ten­heit dar­stellt), so spricht mich das Design des Mitsu­bi­shi Mil­lino erheb­lich mehr an; auch den wei­ter vorne lie­gen­den Schwer­punkt emp­finde ich als vor­teil­haft. Noch lie­ber wäre mir aller­dings eine Vari­ante aus Metall ohne Gummi am Griff, aber viel­leicht ist ja eine sol­che bereits in Arbeit.

Die Viel­zahl der Patente für einen „double-​chuck mecha­ni­cal pen­cil“, die Koto­buki & Co. in Kyoto, Japan, erteilt wur­den3, las­sen ver­mu­ten, dass sich sowohl STAEDTLER als auch Mitsu­bish4 eines die­ser Patente haben lizen­zie­ren las­sen oder (für mich noch wahrschein­licher) die Druck­blei­stifte von Koto­buki gefer­tigt wur­den. – Mehr zu die­sem Unter­neh­men fin­det sich unter „The Mys­te­rious Koto­buki“ bei Dave’s Mecha­ni­cal Pen­cils.

Links:
STAEDTLER Inte­grity (9505) bei STAEDTLER USA/​Canada
Mitsu­bi­shi uni Mil­lino (M5-​310) bei Mitsu­bi­shi uni
STAEDTLER Inte­grity und Mitsu­bi­shi Mil­lino im Vir­tu­el­len Mäppchen

Nach­trag: Die Löcher in der End­kappe des Mitsu­bi­shi Mil­lino die­nen nicht etwa der Belüf­tung des heiß­ge­lau­fe­nen Radie­rers, son­dern sol­len im Falle des Ver­schlu­ckens die Luftzu­fuhr ermög­li­chen und so Schlim­me­res ver­hin­dern. Das ent­spre­chende Patent (Vent sys­tem for wri­ting instru­ment) ist jedoch laut die­ser Quelle am 30. April 2003 wegen nicht bezahl­ter Gebüh­ren ausgelaufen.

Nach­trag vom 9.4.09: Bei Dave’s Mecha­ni­cal Pen­cils gibt es eine eng­lisch­spra­chige Bespre­chung des STAEDTLER Inte­grity 9505.

  1. Bei Pen­cilT­hings, einem sehr emp­feh­lens­wer­ten Ver­sen­der.
  2. Angabe des Her­stel­lers; einen Ver­sen­der, der die­sen Stift führt, kenne ich lei­der nicht.
  3. Siehe z. B. 5988913, 6379067 und 6783292. Unter EP0715968 und EP0863023 gibt es auch eine deut­sche Fas­sung des Anspruchs auf den „Mecha­ni­schen Dop­pel­fut­ter­stift“ und „Füll­minenstift mit zwei Spann­ba­cken“.
  4. Laut Punkt Q10 in „About Mitsu­bi­shi“ hat die­ses Unter­neh­men nichts mit dem Automobil-​Hersteller glei­chen Namens zu tun.

Buntbüro

Wenn auch nicht knall­bunt, so doch wenigs­tens zwei­far­big – und das zudem in stark kon­tras­tie­ren­dem Rot und Blau – geht es zu, wenn der Büro­farb­stift von Koh-​I-​Noor Hardt­muth zum Ein­satz kommt.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift

Der zwei­ge­teilte Stift mit hexa­go­na­lem Quer­schnitt, einer Länge von 175 mm und einer Dicke von 7 mm (also den für Blei- und Bunt­stifte typi­schen Abmes­sun­gen) trägt die Auf­schrift »KOH-​I-​NOOR HARDTMUTH AG „Büro­farb­stift“ 62 SM« und in einer Art Logo »Aus­tria«. Die für die Bezeich­nung des Stifts genutzte fette Seri­fen­schrift erin­nert dabei an alte Tage, was durch den gold­far­be­nen Foli­en­prä­ge­druck noch ver­stärkt wird. Warum der Name des Stifts in Anfüh­rungs­zei­chen gesetzt wurde, wird wohl ein Geheim­nis des Her­stel­lers blei­ben. Ich könnte mir aller­dings vor­stel­len, dass man sich damit auf die all­tagssprachliche Bezeich­nung bezog oder eine sol­che schaf­fen wollte.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift

Die sta­bi­len Minen des Büro­farb­stifts, die auch bei etwas stär­ke­rem Druck nicht abbre­chen, glei­ten ohne zu krat­zen über das Papier. Seine gut auf­ein­an­der abge­stimm­ten Far­ben, die hier nicht ganz kor­rekt wie­der­ge­ge­ben wer­den, emp­finde ich als anspre­chend. Sie las­sen sich auch ver­gleichs­weise ordent­lich radie­ren, und so hin­ter­las­sen gute Radie­rer wie z. B. der Schaum­ra­die­rer von Pilot und der Läu­fer PLAST-​0140 nur äußerst geringe Spuren.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift - rot   KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift - blau

Das Holz des Stifts ist von hoher Qua­li­tät – ein hoch­wer­ti­ger Spit­zer (hier: die „Gra­nate“ von Möbius+Ruppert) trägt das Mate­rial sehr sau­ber ab und hin­ter­lässt eine glatte Schnitt­flä­che. Bei genauem Blick auf das blaue Ende nach dem Spit­zen erkennt man eine dünne rote Schicht unter der blauen, was ver­mu­ten lässt, dass der Stift zunächst kom­plett rot und danach halb blau lackiert wurde.

KOH-I-NOOR HARDTMUTH Bürofarbstift mit Messing-Anspitzer „Granate”

Für den täg­li­chen Gebrauch bevor­zuge ich zwar Druck­farb­stifte wie die Color Eno von Pilot oder die noch etwas bes­se­ren von Mitsubishi/​uni, doch der Griff zum Büro­farb­stift ist eine ange­nehme Abwechslung.

Er ist offi­zi­ell nicht mehr im Han­del erhält­lich, da sein öster­rei­chi­scher Her­stel­ler von gut zehn Jah­ren in Kon­kurs ging; der neue Anbie­ter hat jedoch unter der Art.-Nr. 3423 einen ähn­li­chen Arti­kel im Pro­gramm (siehe Seite B22 im aktu­el­len Kata­log). Rest­be­stände des Büro­farb­stifts sind aber hier und da noch anzutreffen.

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