Museum

MARS CHROMA

Heute ein rascher Blick auf den Deckel der Blech­schach­tel, die zwölf Farb­stifte der Marke STAEDTLER MARS CHROMA ent­hält. – Der Gestal­tung des Mar­s­kop­fes nach stammt die Schach­tel aus der Zeit von 1957 bis 1963.

MARS CHROMA

MARS CHROMA

MARS CHROMA

MARS CHROMA

MARS CHROMA

MARS CHROMA

Kunst und Technik

Aus dem STAEDTLER-​Katalog des Jah­res 1982: Eine Illus­tra­tion zu zwei Leis­tungs­merk­ma­len der Fall­mi­nen­stifte1 MARS TECHNICO2.

Kunst und Technik

Links die Klemm­zange3 , die die Mine – so der Kata­log – unver­rück­bar fest­hält, und rechts die „Zwing­chen“ genannte Metall­hülse4 auf dem Ende der Mine, die ver­hin­dert, dass die Mine bei geöff­ne­ter Klemm­zange herausfällt.

Kunst und Technik

Mir gefällt diese Kom­bi­na­tion aus künst­le­ri­scher und tech­ni­scher Dar­stel­lung, und ich denke, dass sie bei der Ziel­gruppe eben­falls gut ankam.

Kunst und Technik

Ob der Ent­wurf dafür mit einem MARS TECHNICO gemacht wurde?

Kunst und Technik

Vie­len Dank an Andreas Praef­cke für den Katalog!

  1. Im Kata­log wer­den sie „Zei­chen­minen­hal­ter“ und „Zei­chen­stifte“ genannt.
  2. Neben die­ser im Jahr 1951 ein­ge­tra­ge­nen Wort­marke gab es von 1960 bis 2000 noch „MARS-​PAN-​TECHNICO“, genutzt für den Fall­mi­nen­stift 787, der Minen mit Durch­mes­sern von 2 bis 3,15 mm auf­neh­men konnte und bis Mitte der 1980er Jahre erhält­lich war. – Den Namen „Tech­nico“ finde ich gut, erin­nert er doch an das grie­chi­sche tech­ni­kós (kunst­voll, kunst­ge­mäß, sach­ver­stän­dig, fach­män­nisch).
  3. Zum Ursprung der Klemm­zange siehe „Mar­ken­ware“.
  4. Zunächst war diese Hülse fest ange­bracht, doch spä­ter ließ sie sich abzie­hen, so dass die Minen auch in andere Minen­hal­ter pass­ten. – Das Zwing­chen gab es bis 1991; hier ist es im Detail. Es wurde abge­schafft, weil es in der obe­ren Öff­nung der Klem­mung eini­ger ande­rer Fall­mi­nen­stifte hän­gen blieb.

J.S. STAEDTLER Noris 1100 № 2

Aus einem Stifte-​Allerlei: Drei alte J.S. STAEDTLER Noris 1100 № 2.

J.S. STAEDTLER Noris 1100 № 2

Wie ich von STAEDTLER erfah­ren konnte, ist die­ser Noris der erste mit „zwei gegen­über­lie­gen­den schwar­zen Stem­pel­flä­chen und zwei gegen­über­lie­gen­den schwar­zen Kan­ten­strei­fen“, wie es kor­rekt heißt, und damit die Urform des Blei­stift­klas­si­kers; er kam am 5. Januar 1934 auf den Markt. Die­sen Blei­stift mit oran­ge­far­be­ner Grund­po­li­tur1 gab es mit leicht ver­än­der­ten gold­far­be­nen Stem­pe­lun­gen (erst kam der Zusatz „CEDER“, danach „MADE IN BAVARIA“, dann fiel bei­des weg) bis März 1955.

J.S. STAEDTLER Noris 1100 № 2

Der Noris 1100 ist mit einem Durch­mes­ser von 7,8 mm (Schlüs­sel­weite 7 mm) gering­fü­gig dicker als der aktu­elle Noris 120 (7,4/6,8) und hat etwas schär­fere Kan­ten. Gemes­sen an heu­ti­gen Stan­dards zei­gen Lack und Auf­druck kleine Fer­ti­gungs­män­gel, doch da diese Blei­stifte vor mehr als 70 Jah­ren her­ge­stellt wur­den, muss man natür­lich andere Maß­stäbe anle­gen. Die 2 mm dicke Mine aller­dings beein­druckt auch heute noch: Mit sau­be­rer Abgabe, star­ker Schwär­zung, hoher Bruch­fes­tig­keit und sehr guter Radier­bar­keit2 muss sie den Ver­gleich mit aktu­el­len hoch­wer­ti­gen Minen nicht scheuen. Sie ist jedoch ein klein wenig här­ter als die des Noris 120 und daher auch etwas sparsamer.

J.S. STAEDTLER Noris 1100 № 2

Exkurs: Noris

Die Marke „Noris“ wurde am 10. Sep­tem­ber 1901 ein­ge­tra­gen und zuerst für runde und sechs­flä­chige Stifte mit ein­far­bi­ger Poli­tur benutzt3. Ein Best­sel­ler der Noris-​Reihe war u. a. der rote Noris 278, der in den 1910er Jah­ren ange­bo­ten wurde. Im März 1955 kam erst­mals der Noris 1100 mit schwar­zem Kro­nenk­äpp­chen und wei­ßem Ring auf den Markt4. Kurz dar­auf gab es ihn auch mit far­big sor­tier­ten Kro­nenk­äpp­chen, aber nur im Här­te­grad 2. Noch im sel­ben Monat erhielt er seine gelbe Grund­po­li­tur und im August 1955 die die fünf Här­te­grade (1/​2B über 2½/​HB bis 4/​2H) kenn­zeich­nen­den far­bi­gen Kro­nenk­äpp­chen, wenn auch mit ande­rer Codie­rung als heute (z. B. war HB gelb und B rot)5. Anfang 1962 wurde das Sor­ti­ment um den Här­te­grad 0 mit wein­ro­tem Krön­chen erwei­tert, 1963 die Rich­tung der Beschrif­tung umge­kehrt, 1967 die Arti­kel­num­mer auf 120 umge­stellt und 1985 die Kenn­zeich­nung „HB“ hinzugefügt.

J.S. STAEDTLER Noris 1100 № 2

Das letzte Bild zeigt ein Gene­ra­tio­nen­tref­fen: Noris 1100 (1934–1943), Noris 1100 (1955–1963), Noris 120 (1973–2001) und Noris 120 (heute).

Danke an STAEDTLER für die Details zur Geschichte des Noris!

  1. Der Begriff „Poli­tur“ geht zurück auf die Zeit vor 1900, als die Spit­zen­blei­stifte einen Schel­lack­über­zug mit Schwermetall-​Farben erhiel­ten und von Hand poliert wur­den.
  2. Getes­tet mit dem STAEDTLER Mars pla­s­tic und dem Pilot Foam Era­ser.
  3. Quelle: „100 Years of NORIS“, in: STAEDTLER Inter­na­tio­nal, 2001.
  4. Genau­ge­nom­men wur­den das Kro­nenk­äpp­chen und der weiße Ring bereits im August 1938 ein­ge­führt. Für drei Jahre gab es den hell­ro­ten Noris 1102 und oran­ge­far­be­nen Noris 1103 mit zwei blauen Stem­pel­flä­chen, zwei blauen Kan­ten­strei­fen, blauem Kro­nenk­äpp­chen und wei­ßem Ring.
  5. Wann die Codie­rung umge­stellt wurde, konnte ich noch nicht her­aus­fin­den.

Kleine Kreise

Aus der Rubrik „Gerät von ges­tern“: Ein Fall­nul­len­zir­kel von STAEDTLER aus den 1990er Jah­ren zum Zeich­nen von Krei­sen und Kreis­bö­gen mit Radien bis 10 mm.

Kleine Kreise

Der 125 mm lange, aus Metall und in Nürn­berg gefer­tigte Zir­kel hat eine um 11 mm in der Füh­rung ver­schieb­bare und außer­ge­wöhn­li­che spitze Nadel und im Schen­kel einen Adap­ter für Tusche­zeich­ner und Druck­stift­ein­sätze (im Bild: ein 2-​mm-​Fallminenstift). Sein Gebrauch ist ein­fach: Radius über die seit­li­che Rän­del­schraube ein­stel­len, Schen­kel anhe­ben, Nadel im Zen­trum ein­ste­chen, Zir­kel am Kopf hal­ten, Schen­kel absen­ken und Stift mit Hilfe des gerän­del­ten Zylin­ders rotieren.

Kleine Kreise

Der Zir­kel mit 0,5-mm-Druckstifteinsatz hat mich bei eBay 3 Euro gekos­tet. Ob ich ihn brau­che? Nein, aber er gefällt mir zu gut, als dass ich auf den Kauf hätte ver­zich­ten können.

Nach­trag vom 25.4.14: Der Fall­nul­len­zir­kel hatte die Arti­kel­num­mer 556 58 und war von den frü­hen 1980er bis Mitte der 1990er Jahre erhält­lich; den Fallminenstift-​Einsatz aus der CIRCOFIX-​Reihe mit der Arti­kel­num­mer 556 92 gab es zur glei­chen Zeit.

„MARS LUMOGRAPH PENCILS“

Nicht „Drau­ßen nur Känn­chen“, son­dern „Heute nur Scans“, und zwar von einem Tin­ten­lö­scher, mit dem die Keuf­fel & Esser Co. in den USA für den MARS LUMOGRAPH 2886 von J.S. STAEDTLER warb.

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

Das etwa 16 × 8,5 cm große Stück ist in den Lumograph-​Farben Blau, Weiß und Schwarz gehal­ten, was es in mei­nen Augen sehr anspre­chend macht. Unge­wöhn­lich ist das S, das – noch mehr als das y – aus­zu­bre­chen scheint. Hat da jemand seine künst­le­ri­schen Frei­hei­ten ausgelebt?

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

Der kleine Mond darf selbst­ver­ständ­lich nicht fehlen.

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

Auf­fäl­lig ist das Zei­chen neben dem Här­te­grad auf der Tauch­kappe. Gut mög­lich, dass es das Plus ist, mit dem damals für kurze Zeit die ver­bes­serte Minen­re­zep­tur gekenn­zeich­net wurde.

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

„Eli­mi­nate ink tra­cings“ und die ande­ren Vor­züge bezie­hen sich natür­lich auf die Eigen­schaft des Lumo­graph, einen opa­ken und damit für Licht­pau­sen geeig­ne­ten Abstrich zu lie­fern, so dass man auf das Aus­zie­hen mit Tusche ver­zich­ten konnte.

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

Die Gestal­tung finde ich großartig.

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

Auch die lange, mit dem Mes­ser gespitzte Spitze ist reizvoll.

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

Das Alter die­ses Tin­ten­lö­schers kenne ich nicht, doch da nur 13 Här­te­grade auf­ge­führt sind, ver­mute ich, dass er aus der Anfangs­zeit des Lumo­graph, also aus den frü­hen 1930er Jah­ren stammt (spä­ter bot man 19 Grade an).

„MARS LUMOGRAPH PENCILS”

Nach oben scrollen