Museum

Tonware

Neu in der Rubrik „Brauch‘ ich zwar nicht, muss ich aber haben“: Ein alter Aschen­be­cher von STAEDTLER.

Tonware

Das 150 mm breite, 38 mm hohe und gut 400 g schwere Stück ist ver­mut­lich aus gla­sier­tem Stein­gut und trägt keine Kenn­zeich­nun­gen. Der Mars­kopf, wie er hier zu sehen ist, wurde 1925 bis 1952 benutzt, und so ist der Aschen­be­cher 61 bis 88 Jahre alt.

Tonware

Natür­lich wird er bei mir nie mit Asche in Berüh­rung kom­men1, son­dern mich ander­wei­tig erfreuen. So könnte er z. B. als deko­ra­tive Ablage für Blei­stift­stum­meln dienen.

Tonware

Außer der in mei­nen Augen sehr schö­nen Gestal­tung gefällt mir, dass der Aschen­be­cher und der Blei­stift den Ton gemein­sam haben.

  1. Stamm­le­ser wis­sen von mei­ner Gewohn­heit des Nicht­rau­chens.↩

Bunt beringt

Aus einem Falt­blatt für den Tin­ten­stift STABILO Cel­lo­min: Die attrak­ti­ven Kenn­ringe eini­ger Tinten- und Kopier­stifte der Schwan-Bleistift-Fabrik.

Bunt beringt

Die paten­tierte Mine des Ende der 1930er Jahre ein­ge­führ­ten Cel­lo­min ent­hielt Farb­zel­len, die durch ein Gerüst che­mi­scher Stoffe umge­ben und so vor Feuch­tig­keit geschützt waren; ledig­lich die äuße­ren und die an der Spitze abge­schrie­be­nen Farb­zel­len lagen frei. So wurde das Auf­wei­chen der Mine und das Ver­bie­gen des Stifts bei feuch­ter Luft vermieden.

Bunt beringt

Das aus dem Jahr 1940 stam­mende Falt­blatt mit zahl­rei­chen Anwen­dungs­bei­spie­len beant­wor­tet auch eine häu­fig gestellte Frage:

Wie unter­schei­den sich Kopier- von Tintenstiften?
Kopier­stifte schrei­ben schwarz, kopie­ren aber violettfarbig.
Bei Tin­ten­stif­ten ist Schrift und Kopie gleichfarbig.
Tin­ten­stifte sind auch als Farb­ko­pier­stifte all­ge­mein bekannt.

(Aller­dings passt der zweite Satz nicht zu allen auf­ge­führ­ten Tintenstiften.)

Übri­gens: Der STABILO Cel­lo­min war 1939 der erste Stift, der das im April 1938 ein­ge­tra­gene Schwan-​Auge trug. – Eine wei­tere Reklame für den Cel­lo­min gibt es unter „STABILO im Büro“.

Stammbaum

Nein, nicht mei­ner, son­dern der der Firma J.S. STAEDTLER.

Stammbaum

Mit „Wie­ner Methode“ bezeich­nete man das Mischen des Gra­phits mit Ton, denn man­chen Quel­len zufolge hat der Öster­rei­cher Josef Hardt­muth bereits 1790 und damit vor Nicolas-​Jacques Conté die kera­mi­sche Mine erdacht. Henry Petro­ski schreibt dazu in sei­nem Buch „Der Blei­stift“: „Hardt­muth selbst behaup­tete, das Ver­fah­ren – die soge­nannte ‚Wie­ner Methode‘ – erst im Jahr 1798 erfun­den zu haben, also drei Jahre nach Con­tés Patent. Andere Quel­len berich­ten aber, dass das neue Ver­fah­ren in Wien erst viel spä­ter zur An­wendung kam, als es näm­lich von Con­tés Schwie­ger­sohn Arnould Hum­blot dort ein­ge­führt wurde.“

Den Stamm­baum habe ich dem Buch „Das Wirt­schafts­le­ben der Stadt Nürn­berg von 1050 bis 1950“ von Karl Sei­ler entnommen.

Markiges Marketing (21)

Markiges Marketing (21)

Anfang des 20. Jahr­hun­derts gab es meh­rere zum Teil kon­kur­rie­rende Stift­her­stel­ler mit dem Namen Faber, und an andere konn­ten sich die Kun­den zumin­dest noch erin­nern. So war es für diese Unter­neh­men beson­ders wich­tig, sich abzu­set­zen und nicht nur auf ihren Namen (oder wie im Falle von A.W. Faber sogar auf Namens­be­stand­teile), son­dern auch auf ihr Mar­ken­zei­chen hin­zu­wei­sen, wie es Johann Faber mit die­ser etwa 100 Jahre alten und 5 × 5 cm gro­ßen Rekla­me­marke getan hat. Statt eines Pro­dukt­bilds ste­hen hier Schlä­gel und Eisen im Mit­tel­punkt, die bis ins 17. Jahr­hun­dert hin­ein die typi­schen Werk­zeuge des Berg­manns waren und auch heute noch als Sym­bol in Gebrauch sind (es kenn­zeich­net u. a. den Werk­tag in Fahr­plä­nen und ist im Unicode-​Standard ent­hal­ten). Ich ver­mute, dass Johann Faber die­ses (übri­gens sei­ten­ver­kehrte) Zei­chen wegen des Gra­phit­berg­baus gewählt hat, und würde mich nicht wun­dern, wenn man mit dem Bogen auf die­ser in mei­nen Augen sehr anspre­chen­den Rekla­me­marke einen Stol­len hat andeu­ten wol­len. – Apro­pos Marke: Das 1875 in Kraft getre­tene Mar­ken­schutz­ge­setz geht auf die Peti­tion eines ande­ren Faber zurück, näm­lich auf die des Lothar von (und Bru­der des Johann).

Nach­trag vom 28.2.13: In der Fest­schrift „Die Bleistift-​Fabrik von Johann Faber in Nürn­berg“ von Carl Faber, her­aus­ge­ge­ben anläss­lich des 70. Geburts­tags von Johann Faber und des zehn­jäh­ri­gen Bestehens der Fabrik (Bieling-​Dietz 1889), heißt es:

„Alle Blei­stift von Johann Faber sind mit dem vol­len Namen der Firma: Johann Faber und der Schutz­marke ⚒ (zwei sich kreu­zen­den Häm­mern) gestempelt.“

Den Kopf der Seite 1 ziert diese Grafik:

Markiges Marketing (21)

Somit han­delt es sich bei die­sem Logo nicht um Schlä­gel und Eisen, wie ich bis­her dachte, son­dern um zwei Hämmer.

Danke an Sean von Con­trap­un­ta­lism für den Hin­weis auf diese Festschrift!

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Achtung, jetzt kommt Werbung!

Heute nur ein kur­zer Bei­trag mit zwei lan­gen Werbe-​Bleistiften, die viel­leicht von Schwan-​STABILO stammen.

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Zum Grö­ßen­ver­gleich ein älte­rer STABILO Opéra.

Wie ich dar­auf komme, dass Schwan-​STABILO diese Stifte gefer­tigt haben könnte? Nun, in einem Abschnitt in der her­vor­ra­gen­den, aber lei­der inzwi­schen ver­grif­fe­nen Fest­schrift „Mil­li­ons of Colours – One World. Eine Unter­neh­mens­ge­schichte im Zei­chen des Schwans“ (2005) wird das Toch­ter­un­ter­neh­men „Schwan-​STABILO Pro­mo­tion Pro­ducts“ erwähnt, das in den 1950er Jah­ren als Rekla-​Abteilung (für „Reklame“) begon­nen hat, und die­ses Foto gezeigt:

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Am Mon­tag geht es raus aus dem Muse­ums­kel­ler und rein in die Paper­world 2013, um die Neu­ig­kei­ten zu bestau­nen. Ich werde berichten!

Anm: Rich­tige Wer­bung kommt hier natür­lich nicht, denn die­ses Web­log ist und bleibt werbefrei.

Großberger & Kurz 1880

Das heu­tige Unter­neh­men Schwan-​STABILO geht zurück auf die Kauf­leute Georg Groß­berger und Her­mann Kurz, die 1854 nahe der alten Kai­ser­burg in Nürn­berg mit der nach dama­li­gen Maß­stä­ben moder­nen und fabrik­mä­ßi­gen Her­stel­lung von Blei­stif­ten begannen.

Großberger & Kurz 1880

1865 über­nahm Gus­tav Schwan­häus­ser den Betrieb und machte im Anklang an sei­nen Na­men den Schwan zum Mar­ken­zei­chen sei­ner Stifte; das Unter­neh­men fir­mierte von da ab als „Schwan-​Bleistift-​Fabrik, Schwan­häus­ser vorm. Groß­ber­ger & Kurz“1. Diese Über­sicht2 stammt aus einem Kata­log von 1880 (auf allen Stif­ten steht „REGR JANR 8 1867″). – Die Marke „Sta­bilo“ wurde erst­mals 1926 ein­ge­tra­gen.

Danke an Her­bert R. für den Scan!

Nach­trag vom 12.2.13: Wie kommt es, dass der Kata­log, aus dem die gezeigte Seite stammt, noch den Namen „Groß­ber­ger & Kurz“ trägt, obwohl das Unter­neh­men zu die­sem Zeit­punkt bereits 15 Jahre unter „Schwan-​Bleistift-​Fabrik“ auf­trat? Der Grund dafür waren der zu die­ser Zeit große Auf­wand und die hohen Kos­ten für die Umstel­lung von Maschi­nen, Druck­vor­la­gen usw., und so gab es den erwähn­ten Kata­log und die darin gezeig­ten Pro­dukte nahezu unver­än­dert bis etwa 1900. Der Schwan war bereits auf Pro­duk­ten von Groß­ber­ger & Kurz zu fin­den, die es noch bis ins 20. Jahr­hun­dert hin­ein gab; erst nach und nach tauchte er als eigen­stän­dige Marke auf.

  1. Quelle: Schwan-​STABILO (Hg.): 125 Jahre Schwan-​STABILO. Der Weg eines mit­tel­stän­di­schen Fami­li­en­un­ter­neh­mens (Intensiv-​Werbung GmbH 1980).↩
  2. Die Schrift in der Tabelle erin­nert mich sehr an die Kur­siv­schrift in die­sem Schrift­mus­ter.↩

STABILO 8770

Gut 30 Jahre alt ist die­ses Etui von STABILO, das es mir aus meh­re­ren Grün­den ange­tan hat.

STABILO 8770

Das Etui 8770 für „Inge­nieure, Archi­tek­ten, Tech­ni­ker“ (so der Text im Innern) ist aus mit Kaliko über­zo­ge­nem Kar­ton, 180 × 103 × 15 mm groß und ent­hält zwölf Farb­stifte. Seine Gestal­tung in Schwarz, Gold und Weiß finde ich geschmackvoll.

STABILO 8770

Die Innen­seite der mit einem Druck­knopf zu ver­schlie­ßen­den Klappe zeigt Schraf­fu­ren und Far­ben für die Dar­stel­lung ver­schie­de­ner Mate­ria­lien1 nach DIN 2012 und nennt die korre­spondierenden Num­mern der Stifte sowie die Farb­na­men. Wie schon bei den Landkarten­stiften (z. B. dem LYRA-​ORLOW № 2736 oder dem Johann Faber Krokier-​Etui Nr. 3144) spricht mich die Ästhe­tik die­ser Legende an. – Den roten Stift mit STABILO-​Schriftzug und wei­ßem Schwan halte ich für ein wei­te­res gelun­ge­nes Detail.

STABILO 8770

Ein Abgleich der Legende mit dem Inhalt zeigt, dass das Etui die rich­ti­gen Stifte ent­hält – nicht immer selbst­ver­ständ­lich bei anti­qua­ri­schen Stü­cken wie diesem.

STABILO 8770

Die Stifte in die­sem Etui haben ihren Ursprung im 1925 von Schwan vor­ge­stell­ten Dünn­kernfarbstift, des­sen Sta­bi­li­tät den Namen „Sta­bilo“ (spä­ter „STABILO“) her­vor­brachte. Sie sind hexa­go­nal, werk­sei­tig gespitzt und aus Zedern­holz; in ihrem 7,6 mm dicken Schaft (Schlüs­sel­weite 7 mm) steckt eine was­ser­ver­mal­bare 2,5-mm-Mine.

STABILO 8770

Der sil­ber­far­bene Foli­en­prä­ge­druck der Farb­stifte läuft zur Spitze hin; bei den aktu­el­len Stif­ten von STABILO ist es umge­kehrt3. Neben der Farb­num­mer4 (die heute anders auf­gebaut ist) zeigt er zwei Rau­ten mit umschlie­ßen­dem Recht­eck, deren Bedeu­tung und Geschichte ich lei­der nicht kenne. – Die Blind­prä­gun­gen 380, 480 und 181 bele­gen, dass die Stifte zwi­schen März 1980 und Januar 1981 her­ge­stellt wurden.

STABILO 8770

Das soge­nannte Schwan-​Auge, ein für mich sehr schö­nes Gestal­tungs­ele­ment, ziert die auf das abge­run­dete Stif­tende beschränkte Tauch­kappe des Farbstifts.

STABILO 8770

Die Ent­nahme der Stifte wird dadurch erleich­tert, dass sich das Unter­teil auf etwa einem Vier­tel der Länge nach unten klap­pen lässt. Ver­mut­lich sollte das Gum­mi­band auf der Rück­seite den her­un­ter­ge­klapp­ten Teil in der geöff­ne­ten Posi­tion hal­ten, aber es ist ausgeleiert.

STABILO 8770

Ein Form­teil aus Kunst­stoff hält die Stifte am Platz.

STABILO 8770

Wie das Etui sind auch die Stifte in einem außer­or­dent­lich guten Zustand; ledig­lich der Lack des grauen ist ent­lang des Prä­ge­drucks ein­ge­ris­sen. Es mag irra­tio­nal klin­gen, doch da die Farb­stifte noch unbe­nutzt sind, konnte ich es bis jetzt nicht übers Herz brin­gen, sie zu tes­ten (ich bin mir jedoch sicher, dass sie mir zusa­gen würden).

STABILO 8770

Außer die­sem gab es noch andere Etuis mit 12 und 24 Far­ben, dar­un­ter eines für die Fotoretusche.

STABILO 8770

Die Kon­struk­tion, die Gestal­tung und die tech­ni­sche Aus­rich­tung die­ses Etuis gefal­len mir sehr gut, und so finde ich es schade, dass es nicht mehr erhält­lich ist.

Nach­trag vom 12.2.13: Die Beschrif­tung des STABILO wurde gegen 1989 von links- auf rechts­läu­fig umge­stellt. Andere Pro­dukte waren jedoch bereits lange vor­her rechts­läu­fig bedruckt, was zu unge­wöhn­li­chen Wer­be­fo­tos geführt hat: Man­che Stifte zeig­ten mit der Spitze nach rechts, andere nach links, und wenn alle Spit­zen in die glei­che Rich­tung zei­gen soll­ten, stand die Schrift eini­ger Stifte auf dem Kopf. – Das Gum­mi­band des Etuis hat aktiv die Klappe geöff­net, war also gespannt, wenn das Etui geschlos­sen war; dies erklärt auch, warum es jetzt aus­ge­lei­ert ist. – Das hier gezeigte STABILO-​Logo wurde von 1960 bis 1987 benutzt. – Das Schwan-​Auge wurde im April 1938 ein­ge­tra­gen und erst­mals beim STABILO Cel­lo­min ab 1939 ver­wen­det. – Danke an Her­bert R. für diese Details!

  1. Am Rande: Wie Ken Bay­nes und Fran­cis Pugh in „The Art of the Engi­neer“ schrei­ben, hat man in der tech­ni­schen Zeich­nung des 18. Jahr­hun­derts Far­ben nicht nur zur Dar­stel­lung des Mate­rials, son­dern manch­mal auch zur Kennt­lich­ma­chung der Funk­tion genutzt.↩
  2. Die DIN 201 wurde 2002 durch die DIN ISO 128-​50 abge­löst.↩
  3. Es wäre inter­es­sant zu wis­sen, wann man die Rich­tung geän­dert hat.↩
  4. Die Lücken in der Num­me­rie­rung kom­men daher, dass die Stifte die­ses Etuis nur ein Teil des Sor­ti­ments waren.↩

A.W. Faber 1902

A.W. Faber 1902

Anzeige in der „Jugend“, Nr. 45, 1902

Nach­trag vom 28.2.13: In der Fest­schrift „Die Bleistift-​Fabrik von Johann Faber in Nürn­berg“ von Carl Faber, her­aus­ge­ge­ben anläss­lich des 70. Geburts­tags von Johann Faber und des zehn­jäh­ri­gen Bestehens der Fabrik (Bieling-​Dietz, 1889), heißt es:

„Es gab damals eine Reihe von Pseudo-​Fabern, wel­che schlechte Ware betrü­gerischer Weise mit dem Namen Faber, in Ver­bin­dung von ande­ren Anfangs­buchstaben gestem­pelt, in den Han­del gebracht und so das kon­su­mie­rende Publi­kum miß­strau­isch gegen eine zweite ächte Faber-​Marke auf Blei­stif­ten gemacht hatte.“

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