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Technisches Zeichnen (1)

Technisches Zeichnen

Technisches Zeichnen

Ing. Hel­mut Wink­ler: Tech­ni­sches Zeich­nen. Leip­zig: VEB Fach­buch­ver­lag Leip­zig, 10. Auf­lage 1975. – Wei­tere Umschlag­il­lus­tra­tio­nen von Büchern zum Tech­ni­schen Zeich­nen gibt es unter „Kunst und Kon­struk­tion“ sowie „Zeich­nung und Zierde“, und eine the­ma­tisch pas­sende Fas­sa­den­ge­stal­tung wird in „Kunst und Tech­nik“ präsentiert.

Johann Faber No. 5837

Heute ein kur­zer Blick auf ein beson­de­res Dut­zend1.

Johann Faber No. 5837

Diese fla­chen und nur 62 mm kur­zen Blei­stifte von Johann Faber nutzte man mit einem Umsteck­scho­ner (ähn­lich die­sem), der gleich­zei­tig als Ver­län­ge­rer diente. Gedacht waren sie laut „Der Blei­stift“ von Henry Petro­ski für die Westentasche.

Johann Faber No. 5837

Johann Faber No. 5837

Sie haben einen 4 × 9 mm gro­ßen, abge­run­de­ten Quer­schnitt und eine runde 2-​mm-​Mine etwa des Här­te­grads H. Gespitzt hat man sie wohl mit dem Messer.

Johann Faber No. 5837

Links ein Mitsu­bi­shi Hi-​uni HB.

Außer dem unge­wöhn­li­chen und (westen-)taschenfreundlichen For­mat die­ser Blei­stifte ge­fällt mir die Kom­bi­na­tion aus Mase­rung, Klar­lack und Silberstempel.

Johann Faber No. 5837

Johann Faber No. 5837

  1. Ich weiß, dass es nur elf sind, aber ich sehe das jetzt mal nicht so streng.↩

STABILO Tone 20B

Ein ganz beson­de­rer Blei­stift wurde 1979 auf der Frank­fur­ter Früh­jahrs­messe als Teil der STABILOtone-​Reihe vorgestellt.

STABILO Tone 20B

(Bil­der zum Ver­grö­ßern anklicken)

Der STA­BI­LO­tone war ein run­der, 110 mm lan­ger und 15,5 mm dicker Farb­stift mit einer 10 mm star­ken, was­ser­ver­mal­ba­ren Mine. Auf sei­nem Ende saß eine farb­lich abge­stimmte Kunststoff-​Endkappe, und seine Spitze wurde durch eine trans­pa­rente Kappe geschützt. Es gab ihn in 51 Far­ben, drei Metallic-​Tönen und einer beson­ders wei­chen Graphit-​Varian­te, die die Num­mer 47 und den Här­te­grad XXB trug. – Wie die­ses Falt­blatt aus dem Jahr der Markt­ein­füh­rung zeigt, war der zum „Art & Grafik“-Sortiment gehö­rende STA­BI­LO­tone ein­zeln und in ver­schie­de­nen Zusam­men­stel­lun­gen erhältlich.

STABILO Tone 20B

Bei den ers­ten Stif­ten war das „tone“ in der Euro­stile Bold Exten­ded #21 aus­ge­führt. 1989 stellte STABILO auf die Fru­ti­ger als Fir­men­schrift um, was 1992 auch den Tone betraf. Ab die­sem Zeit­punkt tru­gen die Stifte das „tone“ in der Fru­ti­ger 75, andere Farb­codes und der Gra­phit­stift den Här­te­grad 20B; zudem wur­den die Stifte nun ohne Schutz­kappe aus­geliefert. Eine wei­tere Umge­stal­tung folgte 1998 mit der Umbe­nen­nung zu „Tone“ mit tren­nen­dem Leer­zei­chen und der Umstel­lung auf die Fru­ti­ger 65. 2003 nahm man den Tone aus dem Pro­gramm und fer­tigte nur noch den woody 3 in 1.

STABILO Tone 20B

Vorne: STA­BI­LO­tone 635 (1992–1998), hin­ten: STABILO Tone 20B (1998–2003)

Der hier gezeigte STABILO Tone 47/​20B stammt also aus der Zeit zwi­schen 1998 und 2003. Sein matt­schwar­zer Lack ist glatt und nahezu frei von Uneben­hei­ten (ich dachte erst, es wäre eine Folie). Im Gegen­satz zu den meis­ten Blei- und Farb­stif­ten kam hier kein Foli­en­prä­ge­druck zum Ein­satz, doch die ver­wen­dete Druck­tech­nik (Tam­pon­druck?) kann ich nicht zuver­läs­sig iden­ti­fi­zie­ren. Die in drei Grup­pen auf­ge­teilte Beschrif­tung ist auf­geräumt und sau­ber. – Am Rande: Trug die vor­letzte Vari­ante des Tone noch den Namen „Schwan“, so fehlt die­ser bei der letzten.

STABILO Tone 20B

Keine Erklä­rung habe ich für die Sterne links neben dem CE-​Zeichen; ihre Anzahl beträgt bei mei­nen Farb-​Tone 0 bis 5. Auch die Bedeu­tung der Zahl in der Klam­mer ist mir fremd, aber da man­che Stifte die glei­che Zahl tra­gen, könnte es ein Pro­duk­ti­ons­code2 sein und bei Alters­be­stim­mung hel­fen (die STA­BI­LO­tone aus den Jah­ren 1992 bis 1998, d. h. die vor der zwei­ten Umge­stal­tung, haben diese Zahl übri­gens nicht). – Eine Blind­prä­gung gibt es bei kei­nem mei­ner Exemplare.

STABILO Tone 20B

Die 30 mm lange Kappe, die das Stif­tende ver­schließt, ist mit einem Schwan geschmückt. Sie sitzt fest und ziem­lich bün­dig, was ver­mu­ten lässt, dass man vom Holz etwas abgetra­gen hat. Da man den Stift nur bis zu die­ser Kappe spit­zen kann, gehe ich davon aus, dass er eine Kurz­nut hat, d. h. die Mine kür­zer als der Stift ist. Beim Holz, das sich gut spit­zen lässt3, tippe ich auf Zeder, was mei­nen Ein­druck einer hohen Material- und Verarbeitungs­qualität bestärkt.

STABILO Tone 20B

Im direk­ten Ver­gleich mit einem nor­ma­len Blei­stift (hier ein Tom­bow Mono J) wirkt die Mi­ne des Tone 20B noch beeindruckender.

STABILO Tone 20B

Sie ist gebrannt, aber nicht prä­pa­riert (d. h. nicht in Par­af­fin getaucht) und besteht zu über 80% aus Gra­phit und zum Rest aus Ton und Ölen.

STABILO Tone 20B

Es ist eine Freude, den STABILO Tone 20B zu benut­zen. Seine Mine glei­tet leicht über das Papier und hat eine sehr sau­bere Abgabe. Die Schwär­zung ist her­vor­ra­gend, geht aber nie auf Kos­ten des Gra­phit­glan­zes4; sogar die Radier­bar­keit ist noch ordent­lich5. Sehr posi­tiv fällt zudem der spar­same Ver­brauch auf – selbst durch die zahl­rei­chen Tests wurde nur wenig von der Mine abgetragen.

STABILO Tone 20B

Über den Här­te­grad 20B kann man natür­lich strei­ten, und ich will nicht aus­schlie­ßen, dass sich hier das Mar­ke­ting durch­ge­setzt hat. Ein kur­zer Ver­gleich mit dem Mitsu­bi­shi 10B zeigt, dass die­ser ebenso gut schwärzt und viel­leicht sogar noch etwas bes­ser glei­tet6. Doch wie auch immer: Ich finde den wohl ein­zig­ar­ti­gen STABILO Tone 20B klasse und bedaure, dass es ihn nicht mehr gibt (und mei­nes Wis­sens nichts Ver­gleich­ba­res7 ange­bo­ten wird).

STABILO Tone 20B

Danke an Her­bert R., von dem die Scans und viele Details zum STABILO Tone stammen.

Nach­trag vom 28.2.13: Die Sterne ste­hen für die Licht­be­stän­dig­keit der ver­wen­de­ten Pig­mente, wobei ein Stern dem Wert 2–3 auf der von 1 bis 8 lau­fen­den Wollskala ent­spricht (0 Sterne: 1–2, 1 Stern: 3, 2 Sterne: 4, 3 Sterne: 5–6, 4 Sterne: 7, 5 Sterne: 8). – Die drei­stel­lige Zahl in Klam­mern beim Tone ab 1998 ist tat­säch­lich der Pro­duk­ti­ons­code, doch die zwei­stel­lige Zahl beim tone von 1992–1998 (auch in Klam­mern) war die Farb­nummer (siehe zwei­ten Scan). – Für die End­kappe wurde das Holz abge­fräst, aber erst der woody 3 in 1 hatte eine Kurz­nut; die Mine des Tone war trotz­dem kür­zer als der Stift. – Ein Fach­händ­ler hat mir gesagt, dass der Tone damals für knapp 5 DM (etwa 2,60 Euro) pro Stift ver­kauft wurde.

  1. Die für die Bedruckung des Tone genutz­ten Schrif­ten habe ich mit mei­nem fun­dier­ten Halb­wissen zu iden­ti­fi­zie­ren ver­sucht; ich bitte daher, diese Anga­ben mit Vor­sicht zu genie­ßen.↩
  2. Die Zah­len auf mei­nen Tone – 118, 030, 021 usw. bis 083 – könn­ten für Novem­ber 1998, März 2000, Februar 2001 usw. bis August 2003 ste­hen, aber das ist nur eine Ver­mu­tung.↩
  3. Getes­tet habe ich das an einem Farb-​Tone mit dem Kunst­stoff­spit­zer von KUM, der für den STABILO woody 3 in 1 erhält­lich ist (und mit die­sem schöne Spitz­ab­fälle pro­du­ziert).↩
  4. Zusätze wie z. B. Ruß ver­stär­ken bei man­chen sehr wei­chen Blei­stif­ten die Schwär­zung, machen aber den Abstrich stumpf und bewir­ken ein schlech­te­res Glei­ten bis hin zu einem leich­ten Haf­ten am Papier.↩
  5. Getes­tet mit einem Tree Air-​in Soft.↩
  6. In die­sem Zusam­men­hang ist viel­leicht inter­es­sant, dass eine Zuta­ten­liste aus dem Jahr 1908 (die noch Tra­ganth auf­führt), dem Blei­stift mit 80% Gra­phit den Här­te­grad 4B gibt. – Mit wel­chem Här­te­grad würde man heute wohl die ers­ten Blei­stifte mit rohem Gra­phit kennzeich­nen?↩
  7. Man­che Kos­me­tik­stifte ähneln in ihrer Form sehr dem Tone und dem woody 3 in 1 – kein Wun­der, stellt STABILO doch auch spitz­bare Holz­stifte für Kos­me­tika her. Auch Faber-​Castell ist in die­sem Bereich tätig (das Unter­neh­men fer­tigt u. a. für Cha­nel und Helena Rubin­stein), und von Möbius+Ruppert gibt es pas­sende Kos­me­tik­spit­zer. Aber das ist schon wie­der ein ganz ande­res Thema …↩

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

Nicht nur Schwan hatte Techniker-​Etuis im Sor­ti­ment, son­dern auch J.S. STAEDTLER, wie die­ser Aus­schnitt aus dem Kata­log von 1919 zeigt.

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

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Die Papp­schach­tel, deren Gestal­tung mich an das Krokier-​Etui Nr. 3144 von Johann Faber erin­nert, ent­hielt zehn kurze, runde Farb­stifte, die wahl­weise unbe­han­delt oder poliert waren. (Mit „poliert“ bezeich­nete damals lackierte Stifte, denn diese wur­den oft noch von Hand mit einem Tuch poliert.)

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

Wie man auf die Länge von 11 cm kam, ist mir unklar (auch die Her­kunft der Stan­dard­länge von 17,5 mm kenne ich bis heute nicht).

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

Die Gestal­tung sowohl des Etuis als auch des Kata­logs finde ich anspre­chend. Für den Men­gen­satz kam die Beh­rens Anti­qua von Peter Beh­rens und für die Über­schrif­ten die Fette Bernhard-​Antiqua von Prof. Lucian Bern­hard zum Ein­satz; beide Fonts gefal­len mir. – Ich halte es für mög­lich, dass der Rah­men­schmuck des Eti­ketts eben­falls von Peter Beh­rens stammt

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

Die Lücken in der Num­me­rie­rung dürf­ten dar­auf zurück­zu­füh­ren sein, dass die Stifte die­ses Etuis ein Teil des kom­plet­ten Sor­ti­ments waren.

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

Wie bei den Land­kar­ten­stif­ten zeig­ten Abbil­dun­gen die Ver­wen­dung des Inhalts – für mich ein wei­te­res reiz­vol­les Detail.

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

Der kleine Mond, dies­mal recht ernst, durfte natür­lich nicht fehlen.

J.S. STAEDTLER 1919 (9)

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