„Pencil is an essential requisite“

Anzeige im Buch Manufacture of Lead and Slate Pencils, Slates, Plaster of Paris, Chalks, Crayons and Taylor’s Chalks von N.N. Godbole. Jaipur: Jaipur Printers, revised and enlarged second edition 1953.

Anzeige im Buch Manufacture of Lead and Slate Pencils, Slates, Plaster of Paris, Chalks, Crayons and Taylor’s Chalks von N.N. Godbole. Jaipur: Jaipur Printers, revised and enlarged second edition 1953.
Bereits 2011 widmete der United States Postal Service den Pionieren des amerikanischen Industriedesigns ein Briefmarkenset, das auch den Designer Raymond Loewy ehrt und seinen im Jahr 1933 gestalteten Kurbelspitzer zeigt.
Der stromlinienförmige, verchromte Spitzer ging allerdings nie in Produktion, und so blieb es bei dem auf der Marke abgebildeten Prototypen, der 2001 bei Christie’s für 85.000 US-Dollar versteigert wurde (man hatte jedoch einen Preis von 100.000 bis 140.000 geschätzt).
Das Design Patent No. 91675 stellt den Spitzer in verschiedenen Ansichten dar, doch da das US-amerikanische Design Patent – ebenso wie das deutsche Geschmacksmuster – nur dem Schutz der Gestaltung dient, macht es keine Angaben zum Innenleben und zu anderen technischen Details.
Um dieses Gerät alltagstauglich, d. h. für zwei Hände bedienbar zu machen, müsste man es mit einem Saugnapf am Fuß oder einer Klemmvorrichtung für den Bleistift ausstatten, und so bezweifle ich, dass der Prototyp funktionsfähig war. – Es wäre interessant zu wissen, warum dieses bemerkenswerte Stück nicht in Serie gefertigt wurde.
Vielen Dank an Sean von Contrapuntalism für das Briefmarkenset!
Nützliches Zubehör nicht nur für diejenigen, die (so wie ich) gern einen Bleistift in der Hemdtasche mit sich führen: Der Spitzenschoner.
Dieses 55 mm lange Exemplar ist aus Metall und gezogen, hat also weder ein Loch an der Spitze noch eine Naht. Ein Klemmring, verschiebbar zwischen Bördelung und Zierring, sorgt für sicheren Halt auf dem Stift. Kennzeichnungen gibt es keine, und so kann ich auch nicht sagen, wer das sehr gut verarbeitete und inzwischen wohl mehrere Jahrzehnte alte Utensil gefertigt hat. Schade, dass so etwas heute nicht mehr hergestellt wird!
Wer hatte als erster die Idee zu einem Bleistiftspitzer mit gebogenem Messer1 (wie z. B. dem Faber-Castell Janus 4048) und ließ sie sich patentieren? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, doch das Patent Nr. 618308 für einen „Bleistiftspitzer mit Klingen“, erteilt am 31. August 1932 für Leopold Jacobsohn in Berlin und bekanntgegeben am 22. August 1935, könnte Aufschluss geben.
In der Patentschrift heißt es:
Die Erfindung betrifft Bleistiftspitzer mit Klingen zur Erzeugung einer kurvenförmigen oder gebrochenen Schnittlinie am Holz und Minenteil.
Und weiter:
Es ist bekannt, Klingen so herzustellen, daß sie eine geknickte oder gebogene Schneide aufweisen. Sie müssen infolge dieser Form beim Schleifen mehrmals eingestellt und genau geschliffen werden. Da eine wirkliche Genauigkeit dieser mehrfachen Schleifkanten nicht zu erzielen ist, muß jede Klinge beim Einsetzen in den Spitzer erst eingestellt werden. Dadurch werden derartige Bleistiftspitzer teuer.
Hier dachte ich zunächst, dass man Spitzer mit geschwungenem Messer bereits kannte, doch streng genommen geht dies aus dem Absatz nicht hervor.
Nun die Idee:
Der Erfindungsgegenstand beseitigt diese Nachteile, daß die Klingen geradlinig hergestellt und geschliffen werden. Die geradlinige Klingenschneide wird dann in den Klingenhalter durch eine entsprechend angeordnete und ausgebildete Klingenträgerplatte und durch entsprechend angeordnete und ausgebildete Spannmittel in ungleichmäßig gebogene oder gebrochene Schnittformen gebracht, derart, daß der Holzteil beispielsweise geradlinig und der Minenteil kurvenförmig bzw. aus der Ebene des Holzteils geradlinig abgesetzt geschnitten wird.
Es folgen die Aufzählung der Vorteile eines solchen Spitzers, Details zu zwei Möglichkeiten der Umsetzung und die Patentansprüche.
Variante 1
In der ersten Variante wurde eine gerade Klinge (c) mithilfe eines Klingenhalters (a, wohl der Spitzerkorpus) und Spannmitteln (b, d) gebogen. Vermutlich sollte hier der Teil einer gebrauchten Rasierklinge2 verwendet und die Nachteile ihrer geringen Dicke durch das beidseitige und auf der ganzen Länge arbeitende Spannmittel ausgeglichen werden; auch spräche der kleine Biegeradius dafür.
Variante 2
Für die zweite Variante3 kam eine 0,8 mm dicke Klinge (e) mit einer 0,6 mm tiefen Aussparung (f) zum Einsatz. Zwei Schrauben spannten die Klinge auf die Tragplatte (a), wobei sich die Klinge an der Materialschwächung krümmte.
Mich würde nicht wundern, wenn dieses Patent die Grundlage für die Entwicklung des Janus 4046 von A.W. Faber und des Helios von Johann Faber war, denn beide Spitzer kamen drei Jahre nach der Patenterteilung und im Jahr der Patentveröffentlichung auf den Markt. Bei diesen beiden Spitzern ging die Schraube durch den Spitzer hindurch in ein Gewinde im Messer und zog es an die gekrümmte Auflagefläche; diese Variante würde ich als die dritte bezeichnen. Der nächste Schritt, für mich die vierte Variante, könnte dann der Janus 4048 von Faber-Castell aus dem Jahr 1965 gewesen sein, dessen Messer kein Gewinde, sondern nur noch eine Bohrung aufwies. Durch diese drehte man die Schraube in den Spitzer und brachte so das Messer in die gebogene Form. – In den ersten beiden Varianten hat das Messer einen sehr kleinen Biegeradius, wodurch das Material an der Knickstelle stark strapaziert wurde. Für einen weiteren Nachteil der (wie es in der Patentschrift heißt) gebrochenen Schnittform halte ich die höhere Bruchgefahr der resultierenden Spitze auf der Höhe des kleinen Radius. Bei den späteren Messern war die Biegelast gleichmäßiger verteilt, was nicht nur der Haltbarkeit des Messers, sondern wohl auch der Bruchstabilität der Spitze zugute kam (ein über die ganze Länge des Messers konstanter Biegeradius ist angesichts der Materialschwächung durch das Gewinde (4046/Helios) bzw. die Bohrung (4048) und der Verjüngung durch die Schneide natürlich illusorisch).
Meine Recherchen zur Geschichte dieses Spitzertyps dauern an. Und es bleiben Fragen: Gab es seit den frühen 70er Jahren, also nach dem Janus 4048, wirklich keinen Spitzer mit gebogenem Messer mehr? Die Schutzdauer des Patents ist längst abgelaufen. Hat denn keiner das Konzept erneut umgesetzt? Und: Wie könnte eine Weiterentwicklung aussehen? Ließe sich das Messer so montieren, dass man den Krümmungsradius variieren kann? (Dieser Gedanke kam mir beim Blick auf das US-Patent 4506716 von Hirro Hayashi aus dem Jahr 1982.) Könnte man in den Spitzer eine zweite Bohrung einbringen, um an der gegenüberliegenden Schneide 2-mm-Minen zu spitzen?
Danke an Wowter für den Hinweis auf dieses Patent!
Nachtrag vom 27.5.13: Bemerkenswertes findet sich im US-Patent Nr. 521744, Henry A. Veazie am 19. Juni 1894 erteilt:
Dieses zeigt ein gekrümmtes Messer (hier zum Einstecken) in einem Aufsteckspitzer (!).
Die Zwinge: Hexagonal und sauber auf den bearbeiteten Bleistift aufgebracht. Klasse!
Vielen Dank an Sean von Contrapuntalism für den MARS-LUMOGRAPH 2390!
Ing. Helmut Winkler: Technisches Zeichnen. Leipzig: VEB Fachbuchverlag Leipzig, 10. Auflage 1975. – Weitere Umschlagillustrationen von Büchern zum Technischen Zeichnen gibt es unter „Kunst und Konstruktion“ sowie „Zeichnung und Zierde“, und eine thematisch passende Fassadengestaltung wird in „Kunst und Technik“ präsentiert.
Heute ein kurzer Blick auf ein besonderes Dutzend1.
Diese flachen und nur 62 mm kurzen Bleistifte von Johann Faber nutzte man mit einem Umsteckschoner (ähnlich diesem), der gleichzeitig als Verlängerer diente. Gedacht waren sie laut „Der Bleistift“ von Henry Petroski für die Westentasche.
Sie haben einen 4 × 9 mm großen, abgerundeten Querschnitt und eine runde 2-mm-Mine etwa des Härtegrads H. Gespitzt hat man sie wohl mit dem Messer.
Links ein Mitsubishi Hi-uni HB.
Außer dem ungewöhnlichen und (westen-)taschenfreundlichen Format dieser Bleistifte gefällt mir die Kombination aus Maserung, Klarlack und Silberstempel.
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